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Dienstag, November 02, 2010

Altersvorsorge für Frauen: Wer soll das bezahlen?

Wüsste man, wo einen der Lebensweg hinführt, wäre wohl alles viel einfacher. Und das kann unabhängig davon betrachtet werden, ob es sich um die Vita von Mann oder Frau handelt. Weil nun immer öfter auch „selbstverursachte, gebrochene Berufs- bzw. Erwerbsbiografien“ auftreten und insbesondere auch die Zahl der alleinerziehenden Mütter ein soziologisches Problem ist, wird eigentlich auch die private Altersvorsorge für Frauen zur Herausforderung.

Als vielfältig und anspruchsvoll gilt folglich die Beratung bei unterschiedlichen Lebenswegen und Lebenssituationen. Frauen arbeiten in Vollzeit, haben Kinder oder auch nicht, sind verheiratet, leben als Single, sind geschieden, sind beschäftigt in Teilzeit oder im prekären Minijob oder sind eingebunden in einer eingetragenen Lebensgemeinschaften, was für jedes dieser Lebensmuster einer speziellen Beratung zur optimalen Altersvorsorge bedarf. Insbesondere Frauen und deren Kindererziehungszeiten bei nur unregelmäßigen Beitragszahlungen sind bei oft schlechteren Einkommenssituation aufmerksam zu beraten, weil das auch ein oft geringes Einkommen und für die Zweit-Verdienerin die ungünstigere Steuerklasse bedeutet.

Ein Beispiel: Galina, 20 Jahre alt, verheiratet und in Ausbildung zur Pharmazeutisch-Kaufmännischen Angestellten, ist bereits in der Probezeit ihrer Lehre, bei knapp 550 Euro brutto, ist damit konfrontiert, dass sie in Steuerklasse V tatsächlich Lohnsteuer abführen muss, was ihren gleichaltrigen Schulkameradinnen bereits fürs „Riestern“ zur Verfügung stehen kann. So kann Galina in der ehelichen Partnerschaft ihre Altersvorsorge zwar zunächst “als Paar” planen, was allerdings zum Problem werden kann, falls es zur Trennung kommt. Die regelmäßigen Beiträge brechen zusammen, eine weitere Sicherheit für die Beiträge ist kaum mehr möglich.

Aktuelle Lösungen

Weiterhin als Klassiker gelten die Lebens- und privaten Rentenversicherungen, staatlich geförderte Programme, ein Aufbau an Spar-Vermögen ohne staatliche Förderung oder auch die Altersvorsorge mit der fremd- oder eigen genutzte Wohnimmobilie. Die Entscheidung hängt von der individuellen Situation ab, für die zu berücksichtigen ist, wie die Person orientiert ist und wie deren Wünsche und Bedürfnisse aussehen. Hinzu kommt die persönliche Lebensplanung, was die Beratung stark beeinflusst. Folglich ist kein Anlage- Produkt auch für jeden empfehlenswert.
Zunächst ist eine Grundversorgung sicherzustellen, wobei es besonders wichtig ist, dass die entschiedene Anlage eine möglichst hohe Sicherheit bietet und zur Basis für die Kaufkraft im Alter wird. Weitere Mittel können dann immer noch in andere Produkte investiert werden, die zum individuellen Risikoprofil der Person passen. Ungemein wichtig ist, dass der Berater die Ist-Soll-Situation und die persönlichen Chancen und Risiken des Kunden erkennt und danach verfährt.

Varianten und Risiken

Wer sich ausführlich beraten lässt und wer sich sorgfältig über Varianten und Risiken informiert, der muss auch darauf achten, dass der Fachmann alle Fragen beantwortet, ohne dass durch Risiken eingeschüchtert wird und dass so beraten wird, dass das Produkt im Verlauf der Beratung auch verstanden wird.
Auch Galina ist eher unerfahren, um dauerhaft zu wissen, warum sie sich mit ihrem Mann für ein Anlageprodukt entschieden hat. Schließlich ändern sich berufliche und familiäre Bedingungen und damit auch die Bedürfnislage. Weil übermorgen falsch sein kann, was gestern noch richtig war, ist die Absicherung der persönlichen Altersvorsorge eine verantwortungsvolle und dauerhafte Aufgabe, die vom Fachmann sorgfältig und gewissenhaft zu lösen ist.

Beratung: Richtig contra Falsch!

Bei all diesem Vertrauen muss ein Berater auf die Wünsche und Bedürfnisse des Interessenten eingehen und vor allem zuhören. Wer sich “bequatscht” vorkommt, der hat zwar alles gehört, wurde aber vom Fachberater nicht kennengelernt. Erforderlich sind deshalb Interesse und die Akzeptanz des Individuums, dem nichts übergestülpt wird. Wem das Leben nicht nur als bunt und aufregend gilt, sondern auch als „eines der schwersten“, dann muss das finanzielle Leben auch der gesamten Lebensplanung angepasst werden. Als ideal gilt ein Mix aus flexiblen Kurzläufern, aus stabilen mittelfristigen Produkten und aus einer sicheren Langlebigkeit, die alle den Kunden auch interessieren.

Posted by wob. on 11/02 at 10:30 AM
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