Altersvorsorge: Österreicher setzen auf das Sparbuch und den Bausparvertrag
Was spricht für eine Lebensversicherung und weshalb wird sie abgeschlossen? Diesen und weiteren Fragen zum Thema private Altersvorsorge widmete sich die österreichische Raiffeisen Versicherung AG. Die Ergebnisse der Studie lassen sich nur bedingt auf den deutschen Markt übertragen. Parallelen zeigen sich hauptsächlich bei der Einschätzung der Lebensversicherung und der Motivation, eine Police zu unterschreiben. Geht es aber darum, mit welchen Produkten Vorsorge betrieben wird, sind die Präferenzen von Bundesbürgern und Österreichern zu unterschiedlich.
In Deutschland würde mit größter Wahrscheinlichkeit die Riester-Rente den ersten Platz einnehmen. Ganz sicher aber nicht das Sparbuch. In Österreich bevorzugen 76 Prozent der Umfrageteilnehmer den Klassiker der Geldanlage, wenngleich er zinstechnisch vermutlich nicht mit modernen Produkten mithalten kann. Platz zwei nimmt in der Alpenrepublik der Bausparvertrag mit 70 Prozent ein. Erst dann kommt ein Versicherungsprodukt, dass man typischerweise der Altersvorsorge oder zumindest der privaten Vorsorge zuschreiben würde: die Lebensversicherung mit 67 Prozent. Sie genießt in Österreich einen sehr guten Ruf und bietet aus Sicht der Kunden eine Reihe von Vorteilen. Angefangen bei der Absicherung der Begünstigten (67 Prozent) über die Sicherheit der Anlage (47 Prozent) bis hin zu der Tatsache, dass man sich selbst um nichts weiter kümmern muss (29 Prozent). Zinsen und Steuervorteile scheinen bei den Österreichern weniger relevant zu sein. Sie stehen nur für 26 Prozent im Vordergrund ebenso wie die garantierte private Rente. Die Gründe für den Vertragsabschluss lauten ähnlich, allerdings anders sortiert. Die Vorsorge steht hier mit 66 Prozent im Mittelpunkt, vor der Absicherung der Familie (65 Prozent), der Rücklage für Notfälle (45 Prozent), dem Vermögensaufbau (16 Prozent) und den steuerlichen Vergünstigungen (14 Prozent).
Die eigene Einschätzung, wie es um das Wissen zur privaten Altersvorsorge bestellt ist, hat in den vergangenen vier Jahren positivere Züge angenommen. Waren es 2006 nur acht Prozent, die sich als sehr gut informiert bezeichneten, sind es aktuell 13 Prozent. Gut informiert sind 43 Prozent (37 Prozent), schlecht sechs Prozent (sieben Prozent) und gar nicht mit der Vorsorge vertraut zwei Prozent. Hört sich gut an, darf aber nicht verschleiern, dass es nach wie vor – in Deutschland wie in Österreich – große Wissenslücken in den Punkten Finanzen und Vorsorge gibt.
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