Anschlussfinanzierung: Nicht nur bei der eigenen Bank anfragen
Verallgemeinert lässt sich sagen, dass die meisten Bauherren und Immobilienkäufer bei der Baufinanzierung auf Darlehen mit einer zehnjährigen Zinsbindung setzen. Für die meisten hat dies zur Folge, nach Ablauf dieses Zeitraums eine Anschlussfinanzierung vornehmen zu müssen. Denn nur den wenigsten gelingt die vollständige Rückzahlung des Darlehensbetrags innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren.
Bei der Anschlussfinanzierung geht es darum, den offenen Restschuldbetrag neu zu finanzieren. Es wird ein neuer Darlehensvertrag abgeschlossen, der mit neuen Konditionen aufwartet. Aus finanzieller Sicht kann dieser Schritt eine große Veränderung mit sich bringen: In Abhängigkeit von der Entwicklung der Hypothekenzinsen seit Aufnahme des Darlehens kann der neue Zinssatz vom alten Zinssatz deutlich abweichen.
Interessanterweise vertrauen die meisten Darlehensnehmer voll und ganz auf ihre Hausbank bzw. auf ihren bisherigen Darlehensgeber. Häufig setzen sie sich gar nicht erst mit anderen Banken in Verbindung, weil sie auf eine schnelle und unkomplizierte Verlängerung des Darlehens abzielen. Allerdings ist dies nicht immer eine gute Entscheidung: Viele Banken sind sich dieser Vorgehensweise der Kunden bewusst. Sie wissen, dass sie nur wenige Wettbewerber haben und veranschlagen deshalb vergleichsweise hohe Zinssätze. Für den Darlehensnehmer bedeutet dies, einen unnötig hohen Zinssatz in Kauf nehmen zu müssen. Aus diesem Grund sollte man bei der Anschlussfinanzierung grundsätzlich weitere Finanzierungsangebote einholen und ggf. auch den Wechsel zu einer anderen Bank in Betracht ziehen.
Es kann sich richtig lohnen, diesen Weg zu gehen. Zinsunterschiede von gut 0,3 Prozent sind keine Seltenheit. Insbesondere Direktbanken können im Bereich der Anschlussfinanzierung mit sehr attraktiven Darlehensangeboten aufwarten. Deshalb ist es einfach nur ratsam, mehrere Banken zu kontaktieren, Finanzierungsangebote einzuholen und diese miteinander zu vergleichen.
