ASSDEX bleibt bei 50 Zählern – Absatzpotenzial liegt bei 4,9 Millionen Neuverträgen
Der von der psychonomics AG erstellte „Assekuranz Absatzpotenzial-Index“, kurz ASSDEX, für das dritte Quartal 2008 liegt vor. Sonderlich erfreut dürfte die Versicherungswirtschaft über das Ergebnis nicht sein. Die Deutschen sind nach wie vor eher versicherungsmüde und haben kein sonderlich großes Interesse daran, neue Policen abzuschließen oder bestehende Verträge zu ändern. Mit nur 50 Indexpunkten hat sich im Vergleich zum vorherigen Quartal zwar nichts verändert. Dafür ist die Tendenz mit Blick auf das Ergebnis aus dem Vorjahr (52) und das vierte Quartal 2007 (56) leicht rückläufig.
Lediglich 37 Prozent der Kunden spielen mit dem Gedanken ihren Versicherungsschutz auszuweiten oder den Anbieter zu wechseln. Das sind fünf Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Hoffnung machen die Versicherungsnehmer, die in der Studie als grundsätzlich abschlussbereit gelistet werden. Ihr Anteil stieg von 22 auf 24 Prozent. Aus diesen beiden Werten errechnet die psychonomics AG ein mögliches Absatzvolumen für das laufende Quartal von rund 4,9 Millionen Neuverträgen. Damit wird die Prognose für das Vorjahr nur leicht unterschritten. Sie lag bei 5,0 Millionen Verträgen. Christoph Müller, zuständig für die Studie, kennt die Gründe: „Vielen Kunden fehlen derzeit die Impulse und konkreten Anreize für einen Versicherungsabschluss. Auch die Abgeltungsteuer ist hier bisher eher wirkungslos geblieben.“
Die Detailergebnisse des ASSDEX weisen den Bereich Schaden-Unfall-Haftpflicht als derzeit besonders schwach aus. Das Abschlusspotenzial wird mit 1,4 Millionen beziffert und hat deutlich nachgelassen. Im vorigen Quartal wies die Studie noch einen Wert von 1,8 Millionen aus. Auch bei der Altersvorsorge müssen die Unternehmen Abstriche in Kauf nehmen. Statt 0,5 Millionen im zweiten, sind es nur noch 0,3 Millionen Neuverträge, von denen aktuell ausgegangen wird. Die Abschlussbereitschaft ist vor allem bei der Riester-Rente deutlich zurückgegangen. Positiv entwickelte sich die Kfz-Sparte. Hier liegt die potenzielle Nachfrage bei rund 1,5 Millionen neuen Policen, wobei sich vor allem die bis 30jährigen als durchaus abschlussfreudig zeigen. Als Partner in allen Versicherungsfragen liegen dabei die Allianz, die Debeka und die HUK-Coburg auf den ersten drei Plätzen der Umfrage.
Versicherungen • Wirtschaft • Kommentar(e): (0) • Trackbacks (0) • Permalink
