Auch bei der Anschlussfinanzierung werden Banken zum Baugeldvermittler
Erst vor wenigen Tagen habe ich hier im Blog über regionale Banken berichtet, die als Baugeldvermittler auftreten und deshalb keine eigenen Immobiliendarlehen mehr vergeben. Stattdessen konzentrieren sie sich darauf, den Markt für ihre Kunden zu durchleuchten und die besten Finanzierungsangebote anderer Banken zu empfehlen.
Nun hat sich auch die „Financial Times Deutschland“ mit diesem Thema beschäftigt und die Bankenlandschaft genauer unter die Lupe genommen. Angeblich sollen inzwischen fast 30 Prozent der Filialbanken im Bereich der Baufinanzierung auf diese Weise verfahren und keine eigenen Darlehen mehr vergeben, sondern stattdessen als Vermittler auftreten. Vor allem überregionale Banken verfahren gern auf diese Weise – die größte Zurückhaltung ist bisher noch bei den Volksbanken und Sparkassen festzustellen.
Besonders interessant ist die Tatsache, dass diese Art von Finanzierungsberatung auch zunehmend häufiger bei Bestandskunden erfolgt. Gemeint ist die Anschlussfinanzierung von Immobiliendarlehen: Anstatt den eigenen Kunden eine Prolongation zu empfehlen, werden auch hier die Finanzierungslösungen anderer Institute empfehlen – was für die Darlehensnehmer in den meisten Fällen sogar von Vorteil ist.
Denn gerade im Bereich der Anschlussfinanzierung können die Direktbanken mit erstklassigen Konditionen aufwarten, gegen die andere Banken nicht ankommen können. Für die Kunden ist diese Form der Beratung von Vorteil, weil sie sich in der Lage befinden, ihre Anschlussfinanzierung vergleichsweise günstig abzuschließen und somit in den Genuss besonders attraktiver Darlehenszinsen für ihr nächstes Immobiliendarlehen gelangen.
Weil das Konzept der Finanzierungsvermittlung bei den Filialbanken so gut ankommt, ist davon auszugehen, dass in Zukunft noch mehr Institute auf diesen Zug aufspringen werden und somit zunehmend mehr Immobilienkäufer und Bauherren ihre Darlehen bei Direktbanken abschließen.
