Aufgrund fehlender Zinseinnahmen könnten Policen künftig teurer werden
Niedriges Zinsniveau gleich höhere Beiträge für Versicherungskunden - auf diese schlichte und für Verbraucher unerfreuliche Formel bringen die Rückversicherer die mögliche Entwicklung am Versicherungsmarkt. Während eines Branchentreffens in Baden-Baden wagten sie den Blick nach vorne. Für die eigenen Geschäfte – den Schutz von Versicherungen gegen größere Risiken – sehen Konzerne wie Munich Re und Hannover Rück die Preise weitgehend stabil. Im Privatkundengeschäft hingegen müssten sich die Unternehmen aufgrund der mageren Zinsen auf die Suche nach neuen Einnahmequellen machen. Eine Option wäre, die Beiträge anzuheben.
Als Beispiel für ihre Prognose wählten die Rückversicherer einen der am heftigsten umkämpften Bereiche, die Autoversicherung. Ludger Arnoldussen, Vorstand von Munich Re, erklärte dazu: „Vor allem in der Kfz-Versicherung werden die Unternehmen spätestens in ein bis zwei Jahren nicht umhin kommen, die Prämien anzuheben.“ Die Branche gerate zunehmend unter Preisdruck, weil die Anlagen an den Kapitalmärkten nur noch geringe Zinseinnahmen brächten. Das Geschäft mit der Kfz-Versicherung sei weiterhin schwierig, sagt auch die Hannover Rück, geht aber davon aus, dass Marktbedingungen und Prämien stabil bleiben. Michael Pickel, Vorstand der Hannover Rück, ist zumindest für das kommende Jahr zuversichtlich: „Wir haben ein gutes Jahr 2011 vor uns.“
Ein weiteres Indiz dafür, dass Endkunden künftig vielleicht tiefer in die Tasche greifen müssen, ist aus Sicht der Konzerne der Preisanstieg im Bereich der Kfz-Rückversicherung um 20 Prozent im vergangenen Jahr. Indirekt könnten sich Winterstürme wie „Xynthia“ und generell die Wetterkapriolen auch auf die Konditionen für Endkunden niederschlagen. Denn über kurz oder lang würden die Assekuranzen sich zusätzlichen Schutz über eine Rückversicherung erkaufen. Entscheidend für die Preisentwicklung seien aber die Zinsen. Um für zukünftige Forderungen im Bereich Schaden- und Unfallversicherung gewappnet zu sein, würden die Beiträge angelegt. Angesichts eines Zinsniveaus von zwei bis drei Prozent seien aber nicht ausreichend Gewinne zu erzielen.
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