AWD stockt auf und kauft die Konkurrenz
Der Finanzdienstleister AWD will die aktuelle Finanzmarktkrise – unter der das Unternehmen selbst zu leiden hat – nutzen und seine Marktposition ausbauen. Erster Schritt in diese Richtung ist laut Medienberichten die Übernahme des Bremer Konkurrenten Proventus, die Nummer zehn im deutschen Finanzvertrieb. 50,4 Prozent hat der AWD bereits von Proventus-Gründer Martin Thomas übernommen. Ziel sind mindestens 75, nach Möglichkeit die vollen 100 Prozent. Doch da muss die AXA als Minderheitenaktionär mitspielen. Sie hält derzeit noch 49,6 Prozent an der Firma, die hauptsächlich ihre Produkte wie die Leben- und die Krankenversicherung vermittelt hat.
Die Proventus AG hat rund 540 Berater in ihren Reihen, die an 78 Standorten vornehmlich im Osten und Norden der Republik aktiv werden. Der Provisionserlös soll bei rund 25 bis 35 Millionen Euro im Jahr liegen. Wert des Unternehmens laut AWD: Etwa 50 Millionen Euro. Durch die „Einkaufstour“ stockt die zur Swiss Life gehörende Finanz-Gruppe ihren Beraterstab auf 4500 in der Bundesrepublik und 6700 samt Auslandstöchtern auf. Zusätzlich sollen 25 Millionen Euro investierte werden, um weitere Berater abzuwerben. Probleme, passende Kandidaten zu finden, sieht AWD-Chef Carsten Maschmeyer nicht. Durch die Krise würden viele Banken „nette und gute ausgebildete“ Berater entlassen. Sie würden mit Kusshand aufgenommen. Selbst hat das Unternehmen rund 100 Mitarbeiter in den ersten drei Monaten dieses Jahres verloren.
Auch beim Umsatz sah es im ersten Quartal nicht sonderlich gut aus für den AWD. Er sackte um 12,2 Prozent auf 176 Millionen Euro ab. In Deutschland betrug das Umsatzminus rund 2,3 Prozent. Als Gründe werden die Subprime-Krise und deren Folgen genannt. Einzige Zuwachsmärkte waren die Länder in Ost- und Mitteleuropa sowie die Schweiz. Einstige Zugpferde hingegen, wie der österreichische Markt, brachen ein. Das zeigt sich an rund 20 Prozent, die man beim operativen Konzernergebnis abrutschte. Der Quartalsüberschuss blieb 14 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Der AWD ist angesichts der Lage auf den Märkten allerdings zufrieden mit den Ergebnissen.
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