Baloise und Gothaer auf dem Weg in den Hafen der Ehe
Sie turteln schon seit Herbst vergangenen Jahres. Jetzt scheint es zwischen dem deutschen Versicherungsunternehmen Gothaer und dem schweizerischen Konzern Baloise ernst zu werden. Statt der Ringe tauschen die beiden derzeit ihre Bücher aus, um sich besser kennen zu lernen. Ansonsten halten sich die beiden Versicherungen recht bedeckt, wie es um eine gemeinsame Zukunft bestellt sein könnte. Eine Absichtserklärung haben sie immerhin schon unterzeichnet. Klar ist nur: Gehen die beiden eine Liaison ein, entsteht ein neuer Versicherungsriese, der mit neun Milliarden Euro Prämien im Jahr in die Top Ten in Deutschland vorrückt.
Bis dahin müssen noch einige Fragen geklärt werden, unter anderem wie die Anteile verteilt werden sollen. Schließlich gilt auch in der Versicherungsbranche: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet.“ Solange die Prüfungen nicht abgeschlossen sind, sei noch alles offen, heißt es bei der Gothaer. Die Idee sei jedenfalls, eine Gruppe zu schaffen. Dahingehend sind auch die Vermutungen, wonach eine Holding mit Sitz in Köln entstehen könnte mit den Unternehmen der Gothaer, den Gesellschaften des Deutschen Rings sowie der Niederlassung der Baloise in Bad Homburg. Bei diesem Konstrukt würde die Baloise 51 Prozent halten.
Gefunden haben sich für die geplante Fusion zwei Versicherer, die ähnlich gut platziert sind. 3,9 Milliarden Euro Bruttobeträge bei der Gothaer und ein Geschäftsvolumen von 4,65 Milliarden Euro bei der Baloise sprechen für sich. Als kleine Hürde werden die unterschiedlichen Rechtsformen gesehen. Aus der Schweiz käme eine Aktiengesellschaft, während die Gothaer als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit firmiert. Man geht allerdings davon aus, dass die Aktien der Baloise bestehen und notiert bleiben. Mögliche Konsequenzen für die Mitarbeiter wurden nicht genannt. 5500 sind es bei der Gothaer, bei der Baloise in Deutschland etwa 2700.
News • Versicherungen • Kommentar(e): (0) • Trackbacks (0) • Permalink
