Bankenverband will mehr Anreize für die private Altersvorsorge
Professor Dr. Manfred Weber, geschäftsführender Vorstand des Bundesverbandes Deutscher Banken, sieht in der Bundesrepublik einen erheblichen Nachholbedarf bei der privaten Altersvorsorge. Das Thema müsse forciert werden, gerade angesichts der Zahlen und Daten, die im jüngsten Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung veröffentlicht wurden. Sie bestätigten die vom Verband schon lange vertretene These, dass mit der gesetzlichen Rente alleine der Lebensstandard nicht gehalten werden könne. „Gelingt es nicht, die Anreize für die kapitalgedeckte Altersvorsorge zu erhöhen, gehen wir großen Problemen entgegen“, lautet das Fazit des Bankenverbandes.
Die Attraktivität der Riester-Rente und der betrieblichen Altersvorsorge müsse erhöht und Verbrauchern die Entscheidung, privat vorzusorgen, damit leichter gemacht werden. Opting-out und intelligente Dynamik lauten die Lösungsvorschläge des Bundesverbandes Deutscher Banken. Das sogenannte Opting-Out sieht vor, dass mit Abschluss eines Arbeitsvertrages gleichzeitig der Beitritt zur betrieblichen Altersvorsorge erfolgt. Arbeitnehmer, die nicht damit einverstanden sind, können innerhalb von sechs Monaten Widerspruch einlegen und das System verlassen. Die intelligente Dynamik baut darauf, dass die Altersvorsorge über zukünftige Lohn- und Gehaltserhöhungen finanziert wird. Für die Riester-Rente lautet das Rezept des Bankenverbandes „Stufenverträge“. Mit ihnen soll der maximale Förderbetrag innerhalb eines vorher vereinbarten Zeitfensters erreicht werden.
Ziel sämtlicher Maßnahmen sei, der Gefahr einer wachsenden Altersarmut entgegenzuwirken. „Dazu sollte jeder Bundesbürger mit dem Eintritt ins Berufsleben eine geförderte Altersvorsorge abschließen können“, so Professor Weber. Selbständige seien dabei benachteiligt. Sie hätten keinen Zugang zur Riester-Rente, sondern seien auf die an der gesetzlichen Rente orientierte Basisrente angewiesen.
Das könnte sich bald ändern. Im Koalitionsvertrag heißt es dazu: „Wir bekennen uns zur staatlich geförderten Altersvorsorge. Eine Vielzahl von Menschen nutzt diesen Weg, um private Vorsorge zu betreiben. Wir werden prüfen, ob es notwendig und finanziell darstellbar ist, weiteren Personengruppen, insbesondere Selbständigen, den Zugang zur staatlich geförderten Altersvorsorge zu ermöglichen.“
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