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Montag, Januar 14, 2008

Baudarlehen durch EU- Regeln teurer

Deutsche Baufinanzierungen könnten aufgrund der vermehrten europäischen Einheitlichkeit bei den Hypothekenkrediten in Zukunft wesentlich teurer werden. Die EU-Kommission initiierte das Projekt „Integration der Märkte für Hypothekarkredite“, das bislang in der Öffentlichkeit wenig Beachtung fand. Die Indizien, dass das „Weißbuch Hypothekarkredit“ der Kommission, das am 19. Dezember 2007 veröffentlicht worden ist, entsprechende Regelungen enthält, waren schon vor der Veröffentlichung stark ausgeprägt. Deutsche Immobilienkäufer gewinnen von den Konditionen, die zu den preiswertesten in Europa gehören, was auch im europäischen Vergleich deutlich wird. Präsident des Verbandes deutscher Pfandbanken, der VDP, Henning Rasche ist der Meinung, dass der Wettbewerb um diese Kunden in Deutschland sehr intensiv sei und außerdem zu günstigeren Konditionen und zu einer großen Produktvielfalt führe.

Der Verband ist allerdings der Ansicht, dass beides Europa jetzt gefährden könne. Die Kommission werde sehr wahrscheinlich das „Lieblingsprodukt“ der Deutschen, den langjährigen Festzinskredit deutlich teurer machen, dessen Marktanteil heute bei 90% liegt. Weiter äußert sich Rasche, dass die Immobilienfinanzierung derzeitig in Deutschland so preiswert ist, weil der Pfandbrief das optimale Gegenstück zum langjährigen Festzinsdarlehen ist. Ein „Angriff“ auf eine der Grundlagen des deutschen Pfandbriefes wird auch die Refinanzierungskosten der Banken erhöhen.  Das Recht des Darlehensnehmers, sein Darlehen in den nächsten zehn Jahren der Zinsbindungsfrist vorzeitig zu kündigen, ohne eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen zu müssen, wird von der Kommission stark betont.

Aus Kostengründen verzichtet die Mehrheit der Immobilienkäufer darauf, eine derartige Kündigungsfreiheit gesondert zu vereinbaren. Nur wenige Baugeld-Leiher kaufen sich diese Möglichkeit hinzu, was dann im Endeffekt bedeutet, dass sie bei einer zehnjährigen Zinsfestschreibung aktuell ungefähr ein halbes Prozent mehr Zinsen im Jahr bezahlen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Kommission dieses jederzeitige Kündigungsrecht für alle vorschreiben wird, ist sehr groß. Die Darlehen dürften sich dann auch verteuern, da die Banken das einkalkulieren können und absichern müssen. Bundesfinanzminister Steinbrück hatte sich im Sommer 2007 erst dazu geäußert, dass nationale Marktergebnisse nicht durch überzogene Harmonisierungsbestreben aufs Spiel gesetzt werden dürfen.

Der DVP-Hauptgeschäftsführer Louis Hagen liefert Fakten. Das „Häuslebauer“- Darlehen liegt im Durchschnitt bei 200.000 EURO, wobei ein halbes Prozent mehr Zins im Monat dann 83,33 EURO mehr ausmachen würden. Seiner Ansicht nach sei es nicht logisch, warum in einen funktionierenden Markt eingegriffen werden solle. Die Kommission, so sagt er, habe die vollkommen falschen Schlüsse aus der Subprime-Krise in den Vereinigten Staaten von Amerika gezogen.

Posted by Gerald on 01/14 at 02:35 AM
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