Bauen ist teuer – deshalb auf Energieeinsparmaßnahmen verzichten?
Die Financial Times Deutschland hat in der vergangenen Woche einen sehr informativen aber gleichzeitig auch sehr kontroversen Artikel zu den Themen Bauen und Energiesparen veröffentlicht. In diesem Blog-Posting möchte ich die wichtigsten Aussagen des Artikels aufgreifen und anschließend kurz auf die einzelnen Punkte näher eingehen.
Die Kernaussage des FTD-Artikels lautet, dass die Hausbaukosten in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen sind und in erster Linie die Regierung dafür verantwortlich ist. Nach Angaben der LBS West haben sich im Jahr 2000 rund 60 Prozent aller angehenden Wohneigentümer für den Erwerb eines Bestandobjekts entscheiden. Heute sollen es bereits 78 Prozent sein, was auf die immens gestiegenen Baukosten zurückzuführen ist. Diese sollen um mehr als 20 Prozent gestiegen sein: Im Jahr 2000 musste man durchschnittlich 170.000 für einen Neubau investieren, heute sind es 215.000 Euro.
Wie bereits erwähnt wurde, soll in erster Linie die Regierung für diese Entwicklung verantwortlich sein. Im Jahr 2002 ist die Energieeinsparverordnung in Kraft getreten, die Bauherren dazu zwingt, erhebliche Energieeinsparmaßnahmen zu treffen. Diese Maßnahmen führen zum besagten Kostenanstieg.
Nun könnte man argumentieren, dass sich die Maßnahmen zur Energieeinsparung ebenfalls finanziell bemerkbar machen und somit sogar dazu beitragen, dass die Bauherren auf lange Sicht günstiger wohnen, da aufgrund des niedrigeren Energieverbrauchs weniger Kosten entstehen.
Stattdessen wird im Artikel lediglich auf die Gefahren hingewiesen, die Modernisierungsmaßnahmen mit sich bringen, wie zum Beispiel die Gefahr eines erhöhten Schimmelaufkommens. Dies ist mit Sicherheit richtig, allerdings lassen sich entsprechende Gesundheitsrisiken ausschließen, wenn entsprechend gedämmte Immobilien richtig bewirtschaftet bzw. bewohnt werden. Des Weiteren wird auch angeprangert, dass man seine Energiekosten auch mit ganz einfachen Tricks senken kann: So soll es sich beispielsweise lohnen, freiliegende Heizungsrohe zu dämmen – mit einem Materialaufwand in Wert von 50 Euro soll das möglich sein.
Dies mag für alte Immobilien sicherlich zutreffen, doch wenn man sich für den Bau eines Hauses entscheidet, dann ist es doch einfach nur sinnvoll, das Maß an Möglichkeiten auszuschöpfen und von Beginn an nachhaltige Lösungen zu treffen, als später Probleme zu beheben, die man ursprünglich hätte vermeiden können.
