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Sonntag, September 14, 2008

Baufinanzierung: Deutsche setzen angeblich zu viel Eigenkapital ein

Die „WELT ONLINE“ hat in diese Woche einen Bericht zum Thema Baufinanzierung veröffentlicht, in welchem die Behauptung aufgestellt wird, dass deutsche Immobilienkäufer und Bauherren bei der Baufinanzierung zu viel Eigenkapital einsetzen. Der Autor stützt sich dabei in erster Linie auf die Aussagen von Ralph Müller, dem Verantwortlichen für den Bereich Baufinanzierung bei der Deutschen Bank.

Wie Müller sagt, würden die Deutschen zu viel Eigenkapital einsetzen, was letzten Endes von Nachteil ist. Einer dieser Nachteile würde darin bestehen, dass sie sich aufgrund ihres großen Kapitaleinsatzes für eine vergleichsweise geringe Tilgung entscheiden, was im Endeffekt zu einer unnötigen Verlängerung der Bauzeit beiträgt. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass Käufer und Bauherren rund 42 Prozent des Kaufpreises aus Eigenmitteln aufbringen. Seiner Meinung nach würde ein Eigenkapital Einsatz von 20 bis 30 Prozent ausreichen.

Etliche Finanzierungsexperten werden nun sicherlich den Kopf schütteln und sich fragen, warum ein Banker, den Bereich der Baufinanzierung bei einer großen Bank verantwortet, solche Tipps geben kann. Immerhin haben die meisten Finanzierungsberater damit zu tun, ihren Kunden überhaupt eine Finanzierung zu ermöglichen. Zwar mag sich der Eigenkapitaleinsatz im Durchschnitt auf 42 Prozent belaufen, doch der Median dürfte wesentlich niedriger liegen: Der Großteil der angehenden Eigentümer wäre froh, die empfohlenen 20 bis 30 Prozent einsetzen zu können.

Des Weiteren kann der Einsatz von Eigenkapital nur empfohlen werden: Je mehr Eigenkapital eingesetzt wird, desto geringer ist der Finanzierungsbedarf. Dies wiederum bedeutet, dass sich auch automatisch die Zinslast verringert – ein Faktor der wesentlich stärker gewichtet werden sollte, als die Höhe der Tilgung. Außerdem befinden sich Darlehensnehmer, die vergleichsweise viel Eigenkapital einsetzen, eher in der Lage, eine höhere Tilgung zu vereinbaren und somit ihre Darlehen schneller zurückzuzahlen. Somit kann allen angehenden Eigentümern, die viel Eigenkapital einsetzen können, nur dazu geraten werden, so zu verfahren - dies ist nämlich immer noch der beste Weg, die Zinslast zu verringern.

Posted by Jochen on 09/14 at 05:22 AM
Immobilien • Kommentar(e): (0) • Trackbacks (0) • Permalink
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