Baufinanzierung: Eigenkapital durch Eigenleistung ersetzen
Vor einigen Tagen habe ich in einem meiner Beiträge zum Thema Baufinanzierung angemerkt, dass Eigenkapital auf unterschiedliche Art und Weise in die Finanzierung eingebracht werden kann. Längst nicht nur Geld, sondern auch Grundstücke oder Eigenleistung werden aus Sicht der Banken mit Eigenkapital gleichgesetzt. Doch gerade was die Eigenleistungen betrifft, so herrscht vergleichsweise viel Unklarheit vor – ein Grund, das Thema einmal näher zu beleuchten.
Zunächst eine kurze Erläuterung, was unter diesem Begriff zu verstehen ist. Eigenleistungen sind im Grunde genommen nichts anderes als Arbeitsleistungen, die vom Bauherren oder Immobilienkäufer selbst erbracht werden. Ein kurzes Beispiel soll dies verdeutlichen: Anstatt 5.000 Euro für typische Renovierungsarbeiten wie Tapezieren, Boden verlegen etc. auszugeben, werden diese Arbeiten in Eigenregie erledigt. Zwar muss man vergleichsweise viel Zeit investieren, doch im Gegenzug lässt sich die finanzielle Belastung senken. Weil die Arbeit geleistet wird und somit zur Wertsteigerung der Immobilie beiträgt, werden in diesem Fall die 5.000 Euro als Eigenkapital angerechnet.
Aus Sicht des Bauherren oder Eigentümers ist diese Tatsache sehr erfreulich, immerhin bringt die Anrechnung der Eigenleistungen als Eigenkapital den Vorteil mit sich, dass sich unter Umständen der Beleihungsauslauf des Darlehens verbessert und somit ein attraktiverer Zinssatz erzielt werden kann.
Auf der anderen Seite darf man die Eigenleistungen auch nicht überschätzen: So gibt es zum Beispiel etliche Bauherren, die Eigenleistungen in hohem Umfang erbringen möchten und gleichzeitig kein Eigenkapital einsetzen können. Bei derartigen Vorhaben springen die Banken relativ schnell ab. Denn oftmals können die Geldinstitute die hohen Eigenleistungen nicht vollständig ansetzen: Häufig überschätzen die Menschen ihre Fähigkeiten, so dass die Kosten im Endeffekt doch höher ausfallen. Außerdem wird bei der Eigenleistung oftmals falsch kalkuliert: Letzten Endes können nur Löhne eingespart werden – Materialien muss der Bauherr jedoch trotzdem kaufen. In der Praxis kommt es häufiger vor, dass die Bauherren den Materialkauf außer Acht lassen und sich entsprechend verkalkulieren.
