Baufinanzierung: Zinsrisiko absichern
Die amerikanische Hypothekenkrise ist eines der besten Beispiele, wenn es darum geht, die Risiken aufzuzeigen, die mit dem Abschluss einer Baufinanzierung verbunden sein können. Immerhin haben innerhalb des letzten Jahres mehrere Millionen US-Hausbesitzer ihr Eigenheim verloren – und derzeit sind es immer noch mehr als 250.000 Eigentümer, die monatlich aus ihren Immobilien ausziehen müssen und finanziell vor dem Ende stehen.
Diese Zahlen sind äußerst erschreckend – und demnach ist es kein großes Wunder, dass sich auch deutsche Immobilieneigentümer die Frage stellen, ob ihnen solch ein Schicksal widerfahren kann. Glücklicherweise kann diese Frage in den meisten Fällen verneint werden. In Deutschland werden Immobilien mit anderen Darlehensformen finanziert, wodurch das Risiko immens verringert wird.
In den USA werden Immobilien über variable Darlehen finanziert. Das bedeutet, dass die Zinssätze nicht fest vereinbart sind, sondern stets an die Marktzinsen angepasst werden. Weil die Zinssätze im vergangenen Jahr erheblich angestiegen waren, hatten sich die Darlehensraten der Verbraucher so sehr verteuert, dass sie diese nicht mehr aufbringen konnten.
In Deutschland ist es hingegen so, dass Immobiliendarlehen in Verbindung mit einer so genannten Zinsbindung abgeschlossen werden. Die Zinsbindung sorgt dafür, dass der Zinssatz für mehrere Jahre als fest vereinbart gilt. Üblicherweise werden Zinsbindungen von 10 Jahren abgeschlossen. Dies bedeutet, dass die Darlehensrate nach 10 Jahren durchaus teurer werden kann – je nach Zinsentwicklung sogar ganz erheblich. Bei einer vergleichsweise hohen Restschuld kann es dem Darlehensnehmer passieren, in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Deshalb kann dem Großteil der Darlehensnehmer nur dazu geraten werden, längere Zinsbindungen abzuschließen – auf diese Weise kann das Zinsrisiko immens verringert werden.
