Baufinanzierungen in Verbindung mit Lebensversicherungen rechnen sich nicht
Eigentlich würde es völlig ausreichen, im Rahmen einer Baufinanzierung einfach nur ein klassisches Annuitätendarlehen abzuschließen. Allerdings sind viele Geldinstitute darum bemüht, ihre Kunden zum Abschluss weiterer Finanzprodukte zu bringen, beispielsweise indem diese in die Finanzierung eingebunden und somit zum festen Bestandteil machen. Besonders häufig wird dies mit Bausparverträgen und Lebensversicherungen getan.
Bereits zu Beginn der Woche habe ich mehrere Beiträge veröffentlicht die aufzeigen, wie unnütz die Einbindung von Bausparverträgen ist. Um die Lebensversicherung ist es im Endeffekt nicht viel anders bestellt. Doch zunächst eine kurze Erläuterung der Funktionsweise entsprechender Finanzierungen.
Anstatt das Darlehen unmittelbar zu tilgen, wird die Tilgung ausgesetzt: Der Darlehensnehmer leistet nur Zinszahlungen. Der Tilgungsanteil fließt nicht in das Darlehen, sondern in eine Lebensversicherung. Dort soll es einen Guthabenzins erzielen und auf einen Wert angespart werden, der letzten Endes so groß ist, dass das ursprüngliche Darlehen abgelöst werden kann. Die Einbindung von Lebensversicherungen empfehlen Bankberater aus zwei Gründen: Zum einen sollen die Angehörigen des Darlehensnehmers abgesichert werden, zum anderen soll die Guthabenverzinsung einen finanziellen Vorteil verschaffen.
Die Praxis zeigt jedoch sehr schön auf, dass dieses Konzept nicht funktioniert: Würde die Tilgungsleistung direkt in das Darlehen fließen, wären die Darlehensnehmer schneller schuldenfrei. Grund ist die schwankende und oft sehr niedrige Verzinsung der Versicherungseinlagen. Daher lohnt es sich nur in den seltensten Fällen auf ein solches Finanzierungskonstrukt zu setzen.
Einzig der Hinterbliebenenschutz kann wirklich überzeugen: Es gilt als äußerst empfehlenswert, diesen zu schaffen. Allerdings muss dafür keine klassische Lebensversicherung abgeschlossen werden: Eine Risikolebensversicherung ist günstiger und bietet denselben Nutzen.
