Baugeld: Zinsen müssen nicht ungedingt weiter fallen
Wer relativ kurz vor dem Abschluss einer Baufinanzierung steht oder zumindest weiß, dass er in den kommenden Tagen oder Wochen einen Darlehensvertrag unterschreiben möchte, der achtet in der Regel sehr genau auf die Entwicklung der Hypothekenzinsen. Ziel ist es, einen Trend zu erkennen und somit abzuschätzen, ob man das Darlehen möglichst bald abschließen sollte oder ob es sich noch lohnt zu warten – schließlich könnten die Zinsen ja auch fallen, was wiederum zu besseren Darlehenskonditionen führen würde.
Seit einigen Wochen ist sich der Großteil der Zins- und Finanzierungsexperten darüber einig, dass die Hypothekenzinsen in den kommenden Monaten weiterhin fallen werden. Die meisten Experten stützen sich dabei auf die trüben Wirtschaftsaussichten, die auf weitere Zinssenkungen der Zentralbanken schließen lassen. Daher raten viele Experten zu Gelassenheit: Wer es nicht eilig hat bzw. nicht umgehend ein Darlehen benötigt, der solle sich Zeit lassen um in Zukunft von noch besseren Konditionen profitieren zu können.
Umso erfreulicher ist es natürlich, wenn man gegenteilige Empfehlungen oder zumindest Einschätzungen zu hören bekommt. Robert Haselsteiner, Vorstand des Baugeldvermittlers Interhyp, hat diese Woche in seinem Zinsnewsletter bekannt gegeben, dass er mit keinem allzu großen Zinsrückgang rechnet. Er stützt sich hierbei vor allem auf zwei Argumente. Zum einen sei ein Großteil der von der EZB zu erwartenden Zinssenkung bereits in den aktuellen Zinssätzen berücksichtigt. Zum anderen verweist er auf die Finanzierungskosten der Banken: Die so genannten Zinsaufschläge fallen bisher vergleichsweise gering aus, könnten jedoch aufgrund eines möglichen Anstiegs der Refinanzierungskosten steigen, wodurch es zu einer Kompensation weiterer Zinsrückgänge kommen würde.
Hieran wird ersichtlich, dass es im Grunde genommen nicht möglich ist, die Entwicklung der Hypothekenzinsen genau vorherzusagen. Deshalb kann allen potentiellen Darlehensnehmern nur dazu geraten werden, weder zu sehr zu spekulieren, noch zu sehr auf die Experten zu hören. Letzten Endes gilt es die Darlehenskonditionen dann zu sichern, wenn man es selbst für richtig hält.
