Bausparkassen erfahren starkes Wachstum
Die Bausparkassen waren ohnehin die großen Gewinner der Finanzkrise: Ein beachtlicher Teil der privaten Anleger war äußerst verunsichert und hat sich daher auf die Suche nach vergleichsweise konservativen Anlageformen begeben. Die Folge war ein deutlicher Zuwachs bei den Bausparverträgen, die in erster Linie zur Kapitalanlage dienen.
Dieses Wachstum hat seither angehalten bzw. sogar noch zugenommen. Wie die LBS Bayern am Mittwoch mitteilte, konnte im ersten Halbjahr ein deutlicher Zuwachs erzielt werden. Das Neugeschäft der Bausparkasse hat von Januar bis einschließlich Juni um satte 26,4 Prozent zugelegt. Angesichts der Wachstumszahlen ist auf die vermittelte Bausparsumme zu verweisen: Auf gut vier Milliarden Euro beläuft sich der Wert, was für die LBS Bayern einen neuen Rekord darstellt. Die Führung der Bausparkasse erhofft sich eine anhaltend starke Nachfrage, um die bisherige Rekord-Bausparsumme von 7,76 Milliarden Euro aus dem Jahr 2003 knacken zu können.
Laut Franz Wirnhier, dem Chef der LBS Bayern, ist das starke Wachstum auf die Finanzkrise zurückzuführen. Die Krise habe dazu geführt, dass sich die Bürger vermehrt auf der Suche nach langfristig wertstabilen Anlagen befinden. Damit meint er jedoch nicht das Bausparen an sich sondern vielmehr die Immobilien. Gerade wegen ihres Inflationsschutzes hat das Interesse an Wohneigentum stark zugenommen.
Auf entsprechende Denkweisen trifft man übrigens nicht nur in Deutschland. Auch die Bausparkassen in Österreich haben ein starkes Wachstum zu vermelden. Im ersten Halbjahr 2010 haben die Österreicher fast eine halbe Million Bausparverträge abgeschlossen, was ebenfalls einen Rekordwert darstellt. Gegenüber Vorjahreszeitraum (2009 ist das bisherige Rekordjahr) stellt dies einen Zuwachs von 5,7 Prozent dar.
