Bausparkassen können auf ein gutes Jahr 2008 zurückblicken
Es ist wirklich erstaunlich, welche Auswirkungen die globale Finanzkrise auf das Sparverhalten der privaten Haushalte genommen hat. Es liegt noch nicht sehr lange zurück, da waren Bausparprodukte alles andere als gefragt – sowohl bei der Geldanlage als auch bei der Baufinanzierung haben sich die Verbraucher immer häufiger für Direktanbieter entschieden. Doch die Finanzkrise hat zu einem Umdenken geführt: Schon lange nicht mehr haben die Leute so sehr darauf geachtet, ihr Geld vor allem sicher anzulegen – da werden im Hinblick auf die Rendite auch gerne Abschläge in Kauf genommen.
Das starke Wachstum der Bausparkassen wurde jetzt von der LBS Bayern bestätigt. Wie die „Süddeutsche“ Zeitung schreibt, rechnet die Bausparkasse mit einem sehr guten Ergebnis bzw. einem starken Wachstum für das Jahr 2008. Bisher liegen noch keine endgültigen Zahlen vor, doch voraussichtlich wurden im vergangenen Jahr allein beim bayerischen Ableger der LBS ganze 260.000 Bausparverträge neu abgeschlossen, was einem Wachstum von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Und auch bei der Bausparsumme kann die Bausparkasse punkten: Mit 7,2 Mrd. Euro wird ein Plus von 1,3 Prozent prognostiziert.
Inwiefern sich diese Entwicklung in einigen Jahren auf die Immobilienfinanzierung auswirken wird, lässt sich bisher nur schwer sagen. Bei einem großen Teil der Bausparer handelt es sich vor allem um verängstigte Anleger, die ihr Kapital bei einem sicheren Anbieter verwahrt haben möchten. Daher lässt sich nur sehr schwer sagen, ob die Bauspardarlehen später in Anspruch genommen werden, oder ob die Sparer ihr Kapital wieder abziehen. Dies wird sich erst zeigen, wenn die Verträge zuteilungsreif sind – was allerdings noch einige Jahre dauern wird.
