Bausparverträge und Lebensversicherung bei der Baufinanzierung meiden
In meinem gestrigen Blogbeitrag zum Thema Baufinanzierung ging es um Finanzierungskonzepte, die eine Kombination von tilgungsfreien Darlehen und Bausparverträgen vorsehen. Bereits gestern habe ich deutlich gemacht, dass entsprechende Finanzierungskonzepte längst nicht für jedermann geeignet sind. Heute möchte ich noch einmal genauer auf das Thema eingehen und eine Alternative vorstellen.
Vor allem Regionalbanken raten zu Baufinanzierungen, die an Bausparverträge gekoppelt sind: Anstatt zu tilgen wird der Bausparvertrag bespart. Jedoch dauert es in den meisten Fällen viel zu lange, bis dieser eine Zuteilung erreicht – in der Zwischenzeit fallen viel zu hohe Zinsen an. Die Vorzüge des Bauspardarlehens (niedriger Zinssatz, keine Zinsbindung, hohe Sondertilgungen) sind zwar schön und gut, doch wenn man 15 Jahre oder länger Geld ansparen muss, damit der Bausparvertrag zuteilungsreif wird, kann man auch gleich ein klassisches Annuitätendarlehen abschließen und dieses tilgen.
Bei den meisten Vorhaben stellt die Finanzierung über ein Annuitätendarlehen die beste Lösung dar. Grund ist die sofortige Tilgung: Bereits mit der ersten Raten wird die Restschuld ein klein wenig abgetragen. Im Lauf der Zeit verringert sich der Zinsanteil, wodurch der Restschuldabtrag noch schneller vonstatten geht. Im Vergleich zum alternativen Finanzierungskonzept, das auf den Bausparvertrag setzt, lassen sich somit etliche tausend Euro an Zinszahlung verhindern.
Die Einbindung von Bausparverträgen ergibt bei der unmittelbaren Finanzierung daher nur bedingt einen Sinn. Nicht anders ist es um Lebensversicherungen bestellt, die als Tilgungsersatz vorgeschlagen werden. Die Verzinsung des Kapitals ist zu gering, es erfolgt kein Abtrag der Restschuld und ein Versicherungsschutz kann mit einer Risiko-Lebensversicherung günstiger erlangt werden.
