BdV: Elementarschadenversicherung muss Pflicht werden
Wenn Versicherungsgesellschaften das Risiko zu hoch scheint, lehnen sie dankend ab und der Kunde steht im Regen. Besonders häufig passiert das, wenn Hausbesitzer aus so genannten Risikogebieten sich um eine Elementarschadenversicherung bemühen. Dort, wo es vergleichsweise oft zu Überschwemmungen oder Erdbeben kommt, sind Verträge, die derlei Elementarschäden absichern, entweder extrem teuer oder sie werden gar nicht erst angeboten. Das ist dem Bund der Versicherten (BdV) schon lange ein Dorn im Auge. „Nahezu seit Jahrzehnten fordern wir, die Elementarschadenversicherung als Pflicht einzuführen“, erklärt die Vorstandsvorsitzende, Lilo Blunck.
Inzwischen scheint sich auch etwas zu bewegen. Laut BdV erkennen die Gesellschaften zumindest die Notwendigkeit der Versicherung und überlegen, die Zugangsvoraussetzungen lockerer zu handhaben. Wünschenswert wäre es aus Sicht des Bundes der Versicherten, wenn die Unternehmen sich nun auch in die Diskussion um eine Pflichtversicherung einbringen würden, die bei Erdbeben, Erdrutsch, Überschwemmungen, Schneedruck, Lawinen, Rückstau und Vulkanausbrüchen greift. Praktikabel sei die „Elementarschadenversicherung als Pflichtstück für alle Wohngebäudeeigentümer“, sagt Lilo Blunck. Als Paten und Beispiel für die Umsetzung nennt sie die Kfz-Versicherung.
An Ideen, wie eine verpflichtende Versicherung gegen Elementarschäden aussehen könnte, mangelt es nicht. Der Bund der Versicherten schlägt vor, die Versicherungssumme zu deckeln. Als Grenzwert wird beispielhaft die Hälfte des Neubauwertes genannt. Selbstbeteiligungen und Zuschläge, die sich nach den individuellen Wünschen richten, seien ebenfalls denkbar. An den Berechnungen seitens der Assekuranzen sollte es nicht scheitern, meint Lilo Blunck: „Wir sind ziemlich sicher, dass Versicherungsgesellschaften sehr schnell eine Kostenkalkulation auf die Beine stellen können, um den Verbrauchern den bislang zumeist verweigerten Schutz zu gewährleisten.“ Bleibt abzuwarten, ob die ersten Ansätze reichen, um eine fruchtbare Diskussion anzustoßen.
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