Bei Oma brennt noch Licht!
Geldgewinne beim Wettbewerb um Senioren-WG’s
Als jüngst die knapp 92-jährige Luise B. die Wahl hatte, auf die erwünschte, wenn auch nicht endgültig terminierte Ent-Mietung durch ihre Baugenossenschaft, der sie bereits knapp 60 Jahre angehört, eine kleinere Wohnung ganz nahe ihrer bisherigen sozialen Umgebung zu beziehen oder doch lieber ins heiß begehrte örtliche Altersheim umzuziehen, dauerte der Entscheidungsprozess mehrere Monate.
Die beiden Söhne, 60 und 55, denen die Aufgabe bevorstand, sich der Haushaltsauflösung und des Umzugs anzunehmen, waren schließlich davon angetan, dass die überaus vitale Mutter ins Heilig-Geist-Spital ziehe.
Keine Einkäufe mehr, kein Abwasch, keine Wäsche, keine beschwerliche Hausflur-Reinigung mehr. Die beiden monatlichen Renteneinkünfte von Luise B. reichen zwar nicht ganz, doch aus dem Jahrzehnte lang ausreichend Ersparten lässt sich monatlich verträglich zubuttern. Schön also, wenn das so sein kann.
Derjenige oder diejenige, der sich diese Heimunterbringung aus Gründen der bisherigen Vita nicht leisten kann, hat nach Auffassung der Politik die Chance, mit älteren Menschen zusammen zu wohnen und gleichzeitig dazu auch die gute Aussicht, finanziell unterstützt zu werden.
Unter der Maßgabe “Wohnen für (Mehr)-Generationen - Gemeinschaft stärken, Quartier beleben” hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend einen Wettbewerb aufgelegt, damit sich Senioren-Wohngemeinschaften bilden können.
Gewinnen mit dem Maßnahmen-Paket
Wer beim Wettbewerb gewinnt, kann zusätzlich zu einem zinsgünstigen Darlehen der KfW Förderbank bis 100 000 Euro einen Tilgungszuschuss von bis zu 30.000 Euro vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erhalten.
Das selbst bestimmte Wohnen älterer Menschen und das Zusammenleben der Generationen in Deutschland zu stärken, ist Absicht im Bundesministerium. Mit dem Wettbewerb sollen ganz konkret neue Projekte gefördert werden, durch die die Menschen im Alltag einander näher kommen.
Die ausgelobten Preise sind wie bares Geld. Wer mit anderen zusammen leben möchte, kann durch die Teilnahme am Wettbewerb diesem Ziel einen großen Schritt näher kommen.
Ziel des Wettbewerbs ist es, das gemeinschaftliche Leben und Wohnen von Menschen über zwei, drei Generationen zu fördern und die Selbständigkeit älterer Menschen zu stärken.
Mitmachen kann, wer ein Gebäude kauft oder baut, um darin eine Wohngemeinschaft einzurichten und auch selbst darin wohnt.
Die Ausschreibung gilt sowohl für Wohngemeinschaften von jüngeren und älteren Menschen wie auch für Projekte nur für die ältere Generation. Die Vorschläge werden nach Qualität und Innovation von einer Jury ausgewählt. Insgesamt können rund 100 Wohngemeinschaften gefördert werden.
Die Bewerbungen sind bei den Sparkassen und Banken vor Ort einzureichen. Dort wird auch eine Erstberatung geleistet und es werden die Vorschläge an die KfW weiter geleitet. Einsendeschluss ist der 31. Mai 2009.
Ausschreibung und Antragsmuster über www.bmfsfj.de und www.kfw-foerderbank.de.
Das Programm “Wohnen für (Mehr)Generationen - Gemeinschaft stärken, Quartier beleben” ist Teil eines Maßnahmenpakets der Bundesregierung, um die Wohnsituation älterer Menschen zu verbessern.
Dazu gehören auch die Projekte “Baumodelle der Altenhilfe” (www.baumodelle-bmfsfj.de) und “Neues Wohnen” (www.modellprogramm-wohnen.de ). Mit gerechnet wird auch die in den Konjunkturprogrammen vorgesehene generationen-gerechte Sanierung von Wohnungen.
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