Beiträge zur Risikolebensversicherung sinken
Die Menschen in Deutschland werden immer älter. Bald könnten von dieser Entwicklung auch Inhaber von Risikolebensversicherungen profitieren. Die Policen zahlen in der Regel nur dann an die Angehörigen aus, wenn der Versicherungsnehmer vor Vollendung des 65. Lebensjahres verstirbt. Dieses Risiko aber hat sich in den vergangenen 14 Jahren signifikant verringert. Wie eine Studie der deutschen Aktuarvereinigung jüngst bestätigte, hat sich das durchschnittliche Lebensalter nach oben verschoben. Starben 1994 von 1000 Männern, die mit dreißig Jahren Inhaber einer Risikolebensversicherung waren, immerhin 218 vor der Vollendung des 65. Lebensjahres, werden es im Jahr 2008 voraussichtlich nur noch 114 sein. Bei Frauen ist eine ähnliche Entwicklung zu verzeichnen.
Da die meisten Lebensversicherer zur Ermittlung ihrer Prämien die üblichen Sterbetafeln heranziehen, werden sich die Beiträge in naher Zukunft deutlich verringern, da die Sterblichkeitsgewinne, die in die Überschussbeteiligung und damit in die laufende Beitragsverrechnung mit einfließen, ansteigen werden.
In geringem Umfang dürften sich die Entwicklungen auch auf kapitalbildende Lebensversicherungen und klassische Rentenversicherungen auswirken, wobei hier aufgrund des vergleichsweise geringen Risikoanteils an der Gesamtprämie nur bedingt spürbare Entlastungen zu erwarten sind.
Die Entwicklung der Sterbetafeln ist an den Finanzmärkten seit Jahren ein relevantes Thema: Die Prognosen können in Form spezieller Derivate gehandelt werden, so dass sich Assekuranzen gegen Veränderungen der Sterblichkeit in Abhängigkeit vom Lebensalter zumindest in beschränktem Umfang absichern können.
Aufgrund der steigenden Lebenserwartung und der Veränderungen bei der Altersvorsorge rechnen viele Experten damit, dass in Kürze auch regelmäßig Risikolebensversicherungen angeboten werden, die einen Leistungsfall bis zur Vollendung des 67. Lebensjahres einschließen.
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