Beitragswachstum in der Versicherungswirtschaft
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat die Zahlen für das vergangene Jahr vorgelegt und zeigt sich angesichts der Umstände recht zufrieden. „In einem gesamtwirtschaftlich schwierigen Jahr 2008 mit erheblichen Geschäftseinbrüchen in zahlreichen Branchen zeigte sich die deutsche Versicherungswirtschaft stabil“, beginnt dementsprechend die Pressemitteilung des GDV.
Der Verband zählt 468 Mitgliedsunternehmen. Sie erwirtschafteten im vergangenen Jahr Beitragseinnahmen in Höhe von 164,5 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von rund einem Prozent im Vergleich zu 2007. Den Löwenanteil am Beitragsplus hat die Branche dem Bereich Lebensversicherungen zu verdanken. Hier konnten 1,1 Prozent mehr Beiträge eingenommen werden. Dazu trug unter anderem die große Nachfrage nach Riester-Verträgen bei, die inzwischen die letzte Förderstufe erreicht haben. Auch fondsgebundene Policen und Versicherungen gegen Einmalbeiträge erwiesen sich als stabil. 6,9 Millionen Neuverträge wurden insgesamt abgeschlossen mit einer Bewertungssumme von 175 Milliarden Euro. Das sind zwar 12,5 Prozent weniger Verträge, dafür ein Plus von acht Prozent bei den Beiträgen.
Entgegen aller Befürchtungen legte auch die Sparte private Krankenversicherungen leicht zu. 49.900 Personen schlossen eine Vollversicherung ab. 2007 waren es noch 59.900 Neu-Versicherte in der PKV. Dennoch stiegen die Beitragseinnahmen um rund 2,7 Prozent. Auf der anderen Seite stehen die Leistungsausgaben. Sie nahmen um 6,6 Prozent auf 20,1 Milliarden Euro zu.
Bei den Schaden- und Unfallversicherern blieb die Schaden-Kostenquote mit 95 Prozent stabil und konnte mit 0,2 Prozent zumindest ein leichtes Wachstum erzielt werden. Nach der Ergebnisverschlechterung in 2007 – bedingt unter anderem durch den Orkan „Kyrill“ – blicken die Unternehmen nun wieder etwas zuversichtlicher nach vorne. Ein kleiner Wehrmutstropfen bleibt. Die Kfz-Versicherung, die 37 Prozent der Prämieneinnahmen ausmacht, sackte um zwei Prozent ab, bei einem gleichzeitigen Anstieg der Schadenaufwendungen um 2,1 Prozent.
In den übrigen Versicherungssparten zeigt sich ein eher gemischtes Bild. Bei den Sachversicherungen blieb unter dem Strich ein Plus von 3,3 Prozent und hat sich die Schadenseite leicht entspannt. In der allgemeinen Haftpflichtversicherung stagnieren die Beitragseinnahmen. Die Rechtsschutzversicherer erzielten 1,5 Prozent mehr. Mit Blick auf das Jahr 2007, mit drei Prozent Zuwachs, schwächte das Geschäft jedoch leicht ab. Minus ein Prozent steht bei den Transportversicherungen in den Listen. Für dieses Jahr rechnet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft mit einem Rückgang bei den Lebensversicherungen sowie im Bereich Schaden und Unfall und einem Gewinn bei der PKV.
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