Über das Risiko bei Arbeit und Freizeit
Und wer schützt mich?
No risk - no fun! wäre eine wahrlich fatale Haltung, wenn es um das Berufsleben geht. Als Arbeitnehmer nun besteht immerhin das Alltagsrisiko, wegen Krankheit oder Unfall nicht arbeiten zu können.
Gegen diesen Zustand bietet eine Berufsunfähigkeits-Versicherung BU den sinnvollen Schutz für die Zeit nach der befristeten Lohnfortzahlung. Da sich eine solche Ergänzung zum späteren gesetzlichen Krankengeld ab der siebten Woche oder der Invalidenrente auch in der Prämie darstellt, ist eine variierte klassische Form angesagt. Wer sich zu Anfang des Berufslebens für das Thema BU nur bedingt bis gar nicht interessiert, dem fällt dann vielleicht mit Mitte 40 und nach ehelicher Trennung auf, wie wichtig die Absicherung der Arbeitskraft sein kann, wäre es dann mit 200 Euro Prämie monatlich für eine kaufmännische Angestellte nicht doch zu teuer… Sind es nicht bereits finanzielle Gründe, ist es vielleicht der akute körperlich-gesundheitliche Zustand, der den Abschluss einer BU verhindert oder beträchtlich erschwert. Denn 30 von 100 Anträgen werden zunächst abgelehnt, knapp 10 Prozent werden zweifelsfrei angenommen; weitere 10 Prozent gelten als unerwünschtes Risiko.
Wer also nicht versichert werden kann, obwohl er es will, dem bleiben nur andere Möglichkeiten für den Fall der Fälle.
Vier Versicherungsformen gelten als klassische Varianten einer Berufsunfähigkeitsversicherung: Die Unfall-, die Erwerbs- und die Grundfähigkeits-Versicherung sowie die Dread Disease (DD), eine Versicherung, die bei zuvor definierten schweren Krankheiten greift.
Ist auch keine der Kategorien so gestaltet, dass der absolute Schutz bei Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit gegeben ist, gilt ganz sicher ein bedingt schwächerer Schutz als immer noch besser als gar keiner. Wie immer im Leben hängt ein Kompromiss vom Einzelfall ab. Klassisch beruhigend ist zwar immer noch die Unfallversicherung, doch sind nur zwei bis fünf von 100 Berufsunfähigkeiten Folge eines Unfalls.
Als kaum besser gilt die Erwerbsunfähigkeits-Versicherung EU, weil nur dann Geld fließt, wenn der Betroffene überhaupt keine Arbeit mehr annehmen kann. Für Künstler oder Musiker ist die EU-Absicherung jedoch angezeigt.
Experten favorisieren dagegen die Grundfähigkeitsversicherung GFV, auch wenn manche Versicherer diese nicht oder nicht mehr anbieten. Der Ansatz gilt jedoch als richtig: Der Versicherte erhält eine monatliche Rente, wenn elementare Fähigkeiten nicht mehr vorhanden sind, sei es durch Krankheit, Alter oder Unfall. Vorteil ist, dass die Leistung auch dann fließt, wenn der Beruf trotz Schädigung noch weiterhin Einkommen möglich macht. Und die Beiträge sind meist günstig. Ein 40-jähriger Mann, der bis zum Schlussalter von 65 Jahren 2.000 Euro monatlich sichern möchte, zahlt für eine BU zwischen 117 und 172 Euro monatlich; eine GFV kann in 91 Euro kosten.
Risiko von schweren Krankheiten
Als neuer Ansatz gilt die Dread-Desease-Versicherung. Sie versichert das Risiko von schweren Krankheiten wie Krebs, Herzinfarkt oder Nierenversagen, was als eventuell belastender Status im Lebensablauf bereits bei Abschluss definiert wird. Geleistet wird, wenn ein Arzt die *versicherte Diagnose” stellt. Bei Dread Desease bleibt auf diese “Wette” ein Risiko: Wer später leidet, was nicht gelistet ist, hat “verloren”. Ausgeschlossen sind - wie bei der BU - Rückenschmerzen und psychische Probleme. Für viele BU-Renten gelten aber gerade diese Symptome, wenn auch schwere Krankheit das weitaus bessere versicherte Risiko einer Zielgruppe sei als die Berufsunfähigkeit überhaupt; so bei Anwälten oder Ärzten.
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