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Samstag, November 05, 2011

Berufsunfähigkeit: Verbraucherschützer raten von Billig-Policen ab

Das Risiko, berufsunfähig zu werden, ist schlichtweg unbekannt, der Beitrag für eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu hoch oder der Abschluss einer Police aufgrund von Vorerkrankungen gar nicht erst möglich – Gründe, dass bislang nur jeder vierte Bundesbürger sich gezielt gegen Berufsunfähigkeit versichert hat, gibt es viele. Die Branche scheint sich inzwischen Gedanken darüber gemacht zu haben und wartet mit neuen Produkten auf, die einen ähnlichen Schutz versprechen. Die Prämien liegen deutlich unter denen einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Zudem gibt es nur wenige Gesundheitsfragen. Dafür ist die Leistung aus Sicht von Verbraucherschützern eher fraglich.

Wie die Unternehmen ihr „Kind“ nennen, ist dabei eher zweitrangig. Vom Prinzip her handelt es sich um Erwerbsunfähigkeitsversicherungen. Sie zahlen nur, wenn der Kunde gar nicht mehr arbeiten und nicht einmal mehr der einfachsten Erwerbsfähigkeit nachgehen kann. „Da stellt sich schon die Frage: Wann muss die Versicherung überhaupt zahlen?“, so Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV) gegenüber dem Handelsblatt. Nichtsdestotrotz werden die Angebote wahrgenommen. Bei der Generali haben seit Jahresbeginn rund 10.000 Kunden eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Ein Bankkaufmann im Alter von 30 Jahren zahlt für eine Monatsrente von 1.000 Euro knapp 37,35 Euro, ein Handwerker 55,43 Euro. Ähnlich funktioniert auch die Existenzschutzversicherung der Axa. Hier tritt der Leistungsfall bei Unfällen und besonders schweren Krankheiten ein.

Der Bund der Versicherten rät, sich die Konditionen der Versicherungen sehr genau anzusehen. Bisweilen muss eine Erwerbsunfähigkeit von mindestens 24 Monaten prognostiziert werden, ehe überhaupt ein Cent überwiesen wird. Besser seien Verträge, bei denen der Zeitraum nur sechs Monate beträgt. Grundsätzlich gilt aber: „Wir raten jedem, für den es möglich ist, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.“ Das sei bisweilen auch mit Vorerkrankungen noch möglich. Besser eine Police mit Einschränkungen als gar keine Absicherung oder nur eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung, lautet die Devise der Verbraucherschützer. Sie empfehlen, sich so früh wie möglich um einen Vertrag zu bemühen, da es dann weniger Probleme bei der Gesundheitsprüfung gibt.

Posted by Andre on 11/05 at 01:11 PM
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