Beunruhigte Versicherer durch Liechtensteiner Steuersparmodelle
Viele Versicherer in Deutschland, die mit den Steuersparversicherungen aus Liechtenstein auch hierzulande Kunden werben wollten, sind derzeitig eher beunruhigt durch die Affäre um Steuerhinterziehung in Liechtenstein. Das Versicherungsunternehmen Talanx offeriert über seine Tochter Aspecta Versicherungsprodukte aus Liechtenstein, momentan werden allerdings mögliche Risiken durch die Liechtenstein-Business abgewägt, so der Konzernchef Haas gegenüber dem Handelsblatt. Sogar der Allianz-Chef Deutschland Gerhard Rupprecht gesteht dem Handelsblatt, dass auch die Allianz zu prüfen hat, ob sich der Steuerskandal aus Liechtenstein negativ auf die Reputation des Konzerns auswirken könnte.
Seit kurzer Zeit offerieren mehrere deutsche Konzerne verstärkt Versicherungsprodukte aus Liechtenstein. Besonders beliebte Produkte dabei sind sogenannte Versicherungsmäntel, in die Sparer alle möglichen Vermögenswerte, wie beispielsweise Wertpapierdepots oder Bargeld oder Fonds, einbringen können. Die Erträge sind hierbei unter gewissen Voraussetzungen von der Abgeltungsteuer befreit, was diese Anlageform gegenüber anderen sehr attraktiv macht. Anleger haben erst bei Auszahlung 50% ihres Gewinns zu versteuern.
Ab 2009 haben Anleger 25% Steuern auf Erträge aus Kapitalanlagen zu zahlen. Versicherer aus Deutschland wie beispielsweise die Allianz möchten ihre Kunden mit ähnlichen Produkten anlocken, da der Verkauf von Lebensversicherungen in den letzten Jahren eher stagnierend verlief. Juristisch umstritten ist aktuell jedoch das Leichtenstein-Modell. Es stellt sich die Frage der Legalität bei Lebensversicherungen und ob den Versicherern Beihilfe zur Steuerhinterziehung vorgeworfen werden kann.
In Liechtenstein lebende Kunden sind vor Anfragen ausländischer Behörden sicher, genauso wie Liechtensteiner Banken. So zumindest sagt es das Liechtensteiner Versicherungsvertragsrecht.
