Billige Kredite gibt es nicht
Wer sich Haus, Wohnung, Auto oder Fernseher kaufen möchte und dazu einen Kredit aufnehmen muss, der sollte sich Werbeversprechen der Kreditinstitute mit Vorsicht nähern: Anscheinend ist es noch immer erlaubt, mit Konditionen zu werben, die sowieso keiner bekommt.
Die Konditionen eines Kredits hängen weiterhin sehr stark davon ab, welche Bonität der mögliche Kreditnehmer hat. Für einen Kreditsucher ist es deshalb wichtig, sich nicht von Zinsversprechungen der Werbung irritieren zu lassen. Tatsächlich sind die Zinsen derzeit grundsätzlich günstig, weil sich die Banken günstig Geld bei der Zentralbank leihen können. Aber die wirklichen Kreditkonditionen werden individuell zwischen Kreditgeber und -nehmer ausgehandelt.
Das ist auch verständlich, denn die Bank möchte sich möglichst gegen Zahlungsausfälle schützen. Wer finanzschwächer ist, muss mit Sicherheit mehr für einen Kredit bezahlen, als jemand, der finanzstärker ist. Die Bank versucht sich abzusichern, in dem sie den potenziellen Kreditnehmer gründlich untersucht.
Die Bonität hängt von vielen Kriterien, wie z.B. Alter, Familienstand, Einkommen, Beschäftigungsart, Arbeitsplatzsicherheit, Ausgaben und Vermögen. Dazu kommt der Schuldenstand und das bisherige Zahlungsverhalten. Aus allen Angaben ergibt sich ein recht umfassendes Bild der Kreditwürdigkeit eines Menschen.
Neuerdings werden allerdings kleinere Kredite oder Verbraucherkredite angeboten, die auf eine Bonitätsprüfung verzichten. Wird dies so beworben, kann man sicher sein, dass man den beworbenen Zinssatz auch tatsächlich nutzen kann. Das gibt eine gewisse Sicherheit für die Kreditnehmer. Hier wird wohl eine Durchschnittsbonität errechnet, die dann für alle Kreditnehmer gilt.
Wer über eine bessere Bonität verfügt, könnte versuchen, bessere Konditionen auszuhandeln. Auch kleinste Änderungen beim Zinssatz summieren sich während der Laufzeit zu schönen Sümmchen, die man dann anderweitig verwenden kann.
