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Freitag, Februar 06, 2009

Bürger fühlen sich schlecht über die Pflegeversicherung informiert

Gesundheitsreform, Pflegereform – derzeit gibt es viele Umbrüche, von denen Verbraucher direkt betroffen sind, aber nur wenig darüber wissen. Vor allem das Thema Pflege wird kaum beachtet. Woran es liegt, lässt sich nur schwer ausmachen. Ginge es nach den Teilnehmern der Umfrage der Münchener Verein Krankenversicherung, liegt der „schwarze Peter“ hauptsächlich bei der Bundesregierung.

Im Schnitt erhält sie für ihre Politik in den Bereichen Gesundheits- und Pflegevorsorge nur eine 3,5 auf einer Skala von 1 für „sehr gut“ bis 5 für „sehr schlecht“. Mit Unzufriedenheit alleine lässt sich der niedrige Informationsstand jedoch nicht begründen. Es mangelt vielmehr an einer soliden und für jedermann verständlichen Öffentlichkeitsarbeit, damit die Pflegeversicherung und die Option der Zusatzversicherungen mehr Beachtung finden.

Das spiegelt sich auch in den Umfrageergebnissen wider. Nur acht Prozent fühlen sich „sehr gut informiert“, 14 Prozent hingegen „überhaupt nicht informiert“. Der Mittelwert bei einem Notensystem von 1 bis 5 liegt bei 3,2. Und das ist bei einem sensiblen Thema wie der Pflege, das in Zukunft immer wichtiger werden wird, eindeutig zu wenig. Dass die Pflegeversicherung reformiert wird, ist nur 44 Prozent bekannt. 56 Prozent haben bislang noch nichts von der Reform gehört. Der Vorstandsvorsitzende der Münchener Verein Versicherungsgruppe, Dr. Rainer Reitzler, bringt es auf den Punkt: „Stell Dir vor, es gibt eine Reform und keiner kennt sie - die Reform hat ihre Wirkung verfehlt.“

Immerhin wissen die meisten, wie die teuer die Unterbringung in einem Pflegeheim ungefähr ist. 69 Prozent schätzten die Kosten realistisch auf 3.000 Euro monatlich. Dass die gesetzliche Pflegeversicherung maximal 1.470 Euro zahlt und somit eine Versorgungslücke von über 2.000 Euro aufreißen kann, ist hingegen kaum jemandem bewusst. Dementsprechend schlecht ist es um die private Absicherung bestellt. 92 Prozent machen sich nicht einmal Gedanken darüber, eventuell eine private Pflegezusatzversicherung abzuschließen. Das ist insofern verwunderlich, als dass 57 Prozent von sich sagen, sie fühlten sich nur mittelmäßig oder überhaupt nicht abgesichert.

Dass nicht vorgesorgt wird, mag auch in der Einstellung begründet liegen, „mir passiert schon nichts“. Lediglich 18 Prozent gehen davon aus, dass ihr eigenes Pflegerisiko hoch ist. Interessanterweise wird gleichzeitig aber gesagt, dass 47 Prozent der Menschen später zum Pflegefall werden. Man schiebt das Thema von sich. Damit droht, so Dr. Rainer Reitzler, später eine „Pflege-Armut“.

Posted by Andre on 02/06 at 08:20 AM
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