BU-Schutz: Hauptsache jung und gesund
Dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig ist, darüber wurde schon oft geschrieben. Auch darüber, dass viele Interessenten aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt oder mit so hohen Beiträgen konfrontiert werden, dass sie sich den Schutz nicht leisten können. Für die Branche ergibt sich daraus ein gewisses Dilemma. Sie will verkaufen, aber nicht an jeden. Ob die Unternehmen nun aus der Not eine Tugend machen, wenn sie vor allem junge, gesunde Kunden mit günstigen und anpassbaren Tarifen umwerben, sei dahingestellt. Flächendeckend interessanter sind wohl eher Alternativ-Produkte.
Der Trend, gezielt Schüler, Studenten und Berufsanfänger anzusprechen, ist jedenfalls unverkennbar. Aus Expertensicht versuchen die Assekuranzen auf diese Weise, das eher schleppend verlaufende Geschäft mit den traditionellen Lebensversicherungen zu kompensieren. Das sieht dann so aus, dass in den ersten Jahren vergleichsweise wenig für die Berufsunfähigkeitsversicherung bezahlt werden muss und die Prämie erst nach und nach steigt. Teilweise wird der preiswertere Schutz auch nur für einen gewissen Zeitraum gewährt. Die Kunden haben dann die Möglichkeit, eine reguläre BU-Versicherung zu erhalten - idealer Weise ohne weitere Gesundheitsprüfung.
Die Einstufung erfolgt in dem Fall ausschließlich nach dem Beruf oder Berufsbild. Denn auch in dieser Hinsicht beweist die Versicherungsbranche, dass sie lernfähig ist. Aus einer Handvoll Schubladen, in die man die Kunden anfangs steckte, sind inzwischen hunderte von Kriterien, teilweise mit Rabattoptionen für reine Bürotätigkeiten, geworden. Das ändert allerdings nichts daran, dass je nach Vorerkrankung – auch bei jungen Menschen – gar kein Vertrag angeboten wird. Als Alternative blieb bisher meistens nur eine Unfallversicherung, wenngleich auch Erwerbsunfähigkeits- und Dread-Disesase-Versicherungen auf dem Markt sind.
Die Axa geht nun einen neuen Weg. Existenzschutzversicherung nennt sich das Produkt. Gezahlt wird bei Unfall mit Invaliditätsfolge, schweren Erkrankungen, Pflegebedürftigkeit und beim Verlust von Grundfähigkeiten wie zum Beispiel Sehen und Sprechen. Die Unterschiede zur reinen Berufsunfähigkeitsversicherung sind zwar gravierend, dafür deckt die Police ein sehr weites Spektrum ab. Zudem, so Axa-Sprecherin Sabine Friedrich: „Anders als bei der Berufsunfähigkeit können wir auch Menschen mit Vorerkrankung aufnehmen.“
Wirtschaft • Berufsunfähigkeit • Unfallversicherung • Kommentar(e): (0) • Trackbacks (0) • Permalink
