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Mittwoch, Juli 16, 2008

BU-Versicherungen: Risiken für die Krankenschwester

rbw. Die Wahrscheinlichkeit, den vorzeitigen Ruhestand antreten zu müssen, weil man berufsunfähig wurde, sinkt statistisch noch immer. Gut so! Doch Experten raten trotzdem, das BU-Risiko abzudecken. Ob Kaufmann, Metzger, Arzt, Artist, Gerüstbauer oder Dachdecker - die Beruf haben höchst verschiedene Risiko, erwerbsunfähig zu werden. Auf dem Bau ist das vorzeitige ‘Aus’ dann aber doch höher als bei anderen Arbeiten.

Erfreulich also, dass das Invaliditätsrisiko in Deutschland stetig gesunken ist. Lag noch vor zehn, zwölf Jahren das Risiko, wegen einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit vorzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden zu müssen, bei 24,24 Prozent, ist dieser Wert bis 2006 auf 17,39 Prozent gesunken. Mit allgemeiner Gesundheit hat dies zunächst wenig zu tun, wohl aber ist das geringere Invaliditätsrisiko mit der veränderten Arbeitswelt zu erklären.

Weniger Risiko für Frauen

Während zehn Jahren - so die Berufsstatistik der Arbeitsagentur - haben viele Arbeitnehmer mit hohem Erwerbsunfähigkeitsrisiko ihren Beruf aufgegeben. Das waren Dachdecker, Maurer, Maler oder Bauhelfer. Auch die Zahl der Dachdecker beweist: bis 2007 waren es um 39 Prozent weniger; macht schließlich noch 58 000. Von dieser gefährdeten Berufsgruppe ist knapp ein Drittel arbeitslos (1999 = 17,4 Prozent). Eine Tatsache, die auch die Zahl derer mit hohem Berufsrisiko halbierte.

Sinkt also das berufliche Invaliditätsrisiko, verringert sich auch das Risiko, noch vor der Altersrente zu sterben. Nehmen also die Jobs ab, in denen einzelne sich tatsächlich “tot gearbeitet” haben, wird dagegen die Lebenserwartung wieder höher. Gleichzeitig geht der Vorsprung der Frauen beim Erwerbsunfähigkeits-Risiko zurück. Lag deren Risiko bei 16 Prozent - und damit niedriger als bei Männern mit 19,36 Prozent - gibt es auch bei typischen Frauenberufen Jobs mit hohem bis höchstem Risiko. Das gilt vor allem für Krankenschwestern, deren Risiko, erwerbsunfähig zu werden, mit einem Wert von 41,25 Prozent besonders hoch ist. Ärzte liegen bei einem Zehntel davon und damit recht niedrig.

Will auch keiner dran denken und ist das Risiko insgesamt eher gesunken, raten Verbraucherschützer zu einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn der Schutz aus der gesetzlichen Rentenversicherung ist im Schadensfall eher dürftig. Wer jünger ist als Jahrgang 1961, bekäme bei Berufsunfähigkeit keine Rente. Die staatliche Rentenkasse leistet nämlich nur dann, wenn der Versicherte überhaupt nicht mehr arbeiten kann, also erwerbsunfähig ist. Wer als Arbeitnehmer jünger ist als Geburtsjahrgang 1961 und durch einen Unfall oder eine Erkrankung berufsunfähig wird und ohne Einkommen ist, der wird schnell zum Hartz-IV-Fall.

Unterschiede bei der Prämie

Als Empfehlung gilt, bereits mit Einstieg in den Beruf eine Berufsunfähigkeits-Versicherung abzuschließen. Die Beiträge sind dann noch günstiger, weil auch die Erkrankungen seltener sind.
Bei Älteren werden dann aber auch höhere Beiträge verlangt, wenn sie überhaupt einen Versicherungsschutz erhalten. Ein Rat der Stiftung Warentest: Über die betrieblichen Altersvorsorge ist ein privater Berufsunfähigkeitsschutz zu prüfen. Wird nämlich Arbeitseinkommen für eine Betriebsrente umgewandelt und für Berufsunfähigkeit vorgesorgt, kann auch Lohnsteuer gespart werden. Grundsätzlich gilt: Versicherungen unterschieden sich auch durch Prämien und Bedingungen. So kann ein 30-jähriger kaufmännischer Angestellter sich zwischen einer BU-Versicherung von 85 bis 189 Euro entscheiden.

Hilfe im Web bietet die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz über “Versicherungen” und “Beratungsangebote”.

Posted by wob. on 07/16 at 04:15 PM
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