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Altersvorsorge
Dienstag, Mai 06, 2008
Clever für den Fall der Invalidität vorsorgen
Am Wissen um die Gefahr, die Arbeitskraft durch Invalidität verlieren zu können, mangelt es nicht. Doch entweder wird diese düstere Zukunftsvision schlichtweg verdrängt oder die Kosten als Grund genannt, weshalb man nichts im Sinne einer soliden Absicherung unternimmt. Beide Strategien enden im Ernstfall in einem finanziellen Desaster. Sich rechtzeitig – also schon als Berufseinsteiger – mit dem Thema zu befassen und ausführlich über die Versicherungsoptionen beraten zu lassen, spart dauerhaft Geld. Denn je älter man wird, desto höher fallen die Prämien für entsprechende Policen aus oder man wird von vorneherein abgelehnt.
Doch welche Möglichkeiten gibt es überhaupt, sich gegen Invalidität abzusichern? Eine private Unfallversicherung wird als wenig geeignet eingestuft. Denn Berufsunfähigkeit ergibt sich eher selten aus einem Unfall. Das ist lediglich bei zehn Prozent aller Schadensmeldungen der Fall. In der Regel sind es eher Krankheiten, die dafür sorgen, dass das Berufsleben vorzeitig endet. Immer häufiger lösen Depressionen die Probleme aus. Bei einer Unfallversicherung finden diese Erkrankungen keine Berücksichtigung, sprich: Es gibt kein Geld.
Die Kombination aus Basisrente mit Zusatzrente bei Berufsunfähigkeit findet bei Experten auch nicht die größte Zustimmung. Das liegt einerseits an den relativ hohen Prämien für das Doppel aus Altersvorsorge und Absicherung, andererseits an den Steuern, die auf die Invalidenbezüge der Basisrente gezahlt werden müssen. Zudem liegt das Geld fest und kann nicht anderweitig verwendet werden. In einem Beispiel mit einem 30jährigen Berufstätigen, der 2.200 Euro netto verdient, würden mit 350 Euro monatlich rund 15 Prozent des Einkommens in die Versicherung fließen. Das überfordert vor allem jüngere Arbeitnehmer, die Investitionen wie ein Haus oder ein neues Auto planen.
Am besten ist es – und das verkündet der Bund der Versicherten schon seit Jahren – bei Geldanlage und Versicherung zweigleisig zu fahren. Die Kosten für eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit, ob durch Unfall oder Krankheite, sind überschaubar. Und an Möglichkeiten, Geld gut verzinst zu sparen, mangelt es nun wirklich nicht. Tagesgeld, Festgeld oder Sparpläne sind nur einige Möglichkeiten. Passt es dann noch ins Budget, gehört eine private Rentenversicherung ebenfalls so früh wie möglich in das eigene Versicherungsportfolio.
Mittwoch, April 16, 2008
Nicht jede Rürup-Rente konnte im Test überzeugen
100 Euro sind viel Geld, vor allem, wenn man sie als Rentner Monat für Monat weniger im Portmonee hat. So groß sind laut „FinanzTest“ die Unterschiede bei der garantierten Rente nach Rürup, wenn man aufs falsche Pferd setzt. 38 Verträge, jeweils für Männer und für Frauen, hat die Redaktion im Bezug auf die Rentenzusage, die Flexibilität, die Transparenz und den Anlageerfolg unter die Lupe genommen. Drei Mal vergab sie das Qualitätsurteil „sehr gut“ elf Gesellschaften erhielten für ihre Basisrente ein „gut“ und drei Versicherungen mussten sich mit einem „ausreichend“ zufrieden geben.
Den Schwerpunkt legten die Tester bei ihrer Wertung mit immerhin 45 Prozent Gewichtung auf die garantierte monatliche Rente. Dabei orientierten sich an einem Musterfall: Ein 40jähriger zahlt jährlich 6.000 Euro in seinen Rürup-Vertrag, der zum 65. Lebensjahr fällig wird. Während bei der CosmosDirekt ein Betrag von 821 Euro unter dem Strich stand, lag die Barmenia mit 722 Euro deutlich darunter. Punkten konnte die CosmosDirekt auch in der Sparte Frauen. Hier kam sie auf eine Garantierente von 741 Euro. Lob gab es von Seiten der Zeitschrift zudem für die WGV, die Europa, die HanseMerkur, Delta Loyd und mamax.
Die Überschussbeteiligung floss mit 35 Prozent in das Testergebnis ein. Dazu wurde der Anlageerfolg der Unternehmen in den vergangenen Jahren berücksichtigt. Schließlich gibt erst der an die Kunden ausgezahlte Überschuss Auskunft darüber, wie hoch die private Rente tatsächlich ausfällt. Genaue Zahlen darf man dabei allerdings nicht erwarten. Dafür spielen zu viele Faktoren eine Rolle und kann niemand vorhersagen, wie erfolgreich eine Versicherung zukünftig wirtschaftet. Nach aktuellem Stand könnte man bei der Debeka mit einer Rürup-Rente in Höhe von 1.237 Euro rechnen, garantiert werden 799 Euro.
Kritisch sehen die Tester das Vorgehen vieler Versicherungsgesellschaften, sollte der Kunde die Beitragszahlungen aussetzen oder beitragsfrei stellen wollen. Wurde bis zu diesem Zeitpunkt nicht ausreichend Kapital für die Basisrente angespart, damit zumindest eine Mindestrente erreicht ist, geht man leer aus und das Geld ist futsch.
Dienstag, April 08, 2008
Flächendeckende private Altersvorsorge angestrebt
Die Rente ist nicht mehr das, was sie war. Daran ändert auch die geplante Erhöhung der gesetzlichen Rente um 1,1 Prozent, über die heute im Bundeskabinett vermutlich heiß debattiert wird, nur wenig. Die Begünstigten würden sich freuen. Andere sprechen von teuren Geschenken und insbesondere die junge Garde der Damen und Herren Politiker sieht die Rentenerhöhung als Schnitt ins Fleisch der heutigen Rentenzahler. Für Olaf Scholz, Bundesminister für Arbeit und Soziales, stellt sich die Sache ganz einfach dar: Die Rentenanpassung ist generationengerecht. Sehr gut verkauft hat er diesen Standpunkt nicht. Wie anders ist der Rüffel von Kanzlerin Angela Merkel zu verstehen, das Vorhaben sei schlecht dargestellt worden.
Im Rahmen der Handelsblatt-Tagung zur betrieblichen Altersvorsorge hat Olaf Scholz seine Position recht deutlich gemacht und hielt auch mit Versprechen nicht zurück. Der Beitragssatz werde bis 2020 unter 20 Prozent bleiben. Dieses Ziel sei ungefährdet. „Die Rentenversicherung steht durch die Reformen auf stabilen Füßen“, heißt es in der Mitteilung der Bundesregierung. Ganz ohne eine betriebliche oder private Vorsorge gehe es jedoch nicht. Sie sei mittlerweile unverzichtbar geworden. Dazu liege ein Gesamtkonzept vor, das 2007 verabschiedet wurde. Darunter fallen unter anderem die höhere Kinderzulage und der Berufseinsteigerbonus bei der Riester-Rente.
Nach aktuellem Stand, so Olaf Scholz, hätten 17 Millionen Arbeiter und Angestellte eine Betriebsrentenanwartschaft, 10 Millionen Menschen eine Riester- und knapp 650.000 eine Rürup-Rente. „Unser Ziel ist eine flächendeckende zusätzliche Altersversorgung“, so Scholz. Denn Altersarmut müsse auf jeden Fall vermieden werden. Im Moment sei sie noch wenig verbreitet. Lediglich 2,3 Prozent der heutigen Rentnerinnen und Rentner seien auf die Grundsicherung im Alter angewiesen. Dass die Situation nicht verharmlost werden dürfe, sei auch ihm bewusst. Weitere Anstrengungen seien nötig, in erster Linie für jene, die längere Zeit arbeitslos seien, kein existenzsicherndes Einkommen hätten und alle Solo-Selbständigen. „Da sind wir auf einem guten Weg“, zeigt sich der Bundeminister optimistisch. Das war einst auch Norbert Blüm. Der versprach, „die Rente ist sicher“.
Freitag, April 04, 2008
ERGO setzt auf kapitalmarktnahe Produkte
Die ERGO-Versicherungsgruppe hat für das Jahr 2008 klare Ziele vor Augen. Ins Blickfeld der zum Konzern gehörenden Lebensversicherer rücken noch stärker als bisher die Sparten betriebliche Altersvorsorge und kapitalmarktnahe Produkte. Sie hatten sich schon im vergangenen Jahr als Zugpferde im Neukundengeschäft erwiesen, das bei der ERGO von 1,5 auf 1,6 Milliarden Euro (plus 5,2 Prozent) stieg.
Damit dieser Trend anhält gehen ab Mai die „Kaiser-Rendite Plus“ bei der Hamburg Mannheimer und die „Dual Rente aktiv“ bei der Victoria an den Start. Es handelt sich laut ERGO um ein dynamisches Hybridprodukt, das im Oktober 2007 erstmals bei der HypoVereinsbank an den Mann und die Frau gebracht wurde. Die fondsgebundene Rentenversicherung garantiert auf der einen Seite den Erhalt der eingezahlten Beiträge, auf der anderen Seite nutzt sie die Chancen des Kapitalmarktes. In die gleiche Richtung zielt – ebenfalls als private Rentenversicherung auf Fondsbasis – die „Global topReturn“ von der Vorsorge Luxemburg Lebensversicherung S.A.. Sie wird seit März über Makler vertrieben. „Bei beiden Produkten wird Flexibilität groß geschrieben“, so Dr. Johannes Lörper vom Vorstand der ERGO Versicherungsgruppe. Konkret bedeutet das, der Kunde kann selbst über den Rentenbeginn entscheiden und auch darüber, ob er sein Kapital auf einen Schlag oder in Raten ausgezahlt haben möchte.
Bei der betrieblichen Altersvorsorge gehen die Lebensversicherer der ERGO ebenfalls von sehr guten Wachstumschancen aus – insbesondere weil sie sich als Instrument zur Bindung von Fach- und Führungskräften bewährt hat. Schon im vorigen Jahr legten die Unternehmen in diesem Bereich deutlich zu. Das Neugeschäftswachstum lag bei 27 Prozent. Bei den fondsgebundenen Lebensversicherungen waren es sogar 68,5 Prozent. Sehr zufrieden zeigt sich der Vorstand auch mit der Verwaltungskostenquote, die von 3,4 auf 3,3 Prozent gedrückt werden könnte und in rund zwei Jahren bei 2,9 Prozent liegen soll.
Dienstag, März 25, 2008
Umfragewerte der Rürup-Rente bleiben miserabel
Die Rürup-Rente bleibt das Sorgenkind der Versicherungsbranche. Selbst nach zwei Jahren ist die auch als Basisrente bezeichnete Form der Altersvorsorge in der Bevölkerung weitgehend unbekannt. Der Versicherer Canada Life wollte es genauer wissen und hat TNS-Emnid damit beauftragt, rund 1.000 Personen im Alter von 20 bis 59 Jahren zu befragen. Die Ergebnisse decken sich mit dem, was bereits bei vorherigen Umfragen deutlich wurde: Die Rürup-Rente bedarf eines ordentlichen PR-Schubs, um zumindest ein wenig aus dem Schatten der Riester-Rente treten zu können.
Denn bislang kennen laut TNS-Emnid nur 16 Prozent die Basisrente oder haben zumindest ein wenig Grundwissen rund um die Rürup-Rente. Beim Riestern sind es 50 Prozent. Noch besser stehen Bausparverträge mit vermögenswirksamen Leistungen dar. Sie sind mehr als 75 Prozent der Befragten ein Begriff. Genutzt werden Basisrentenverträge von lediglich zwei Prozent und mehr als die Hälfte sagt, sie hätten so gut wie gar keine Ahnung von dem, was sich hinter der Rürup-Rente verbirgt.
Sie bietet eine Alternative für alle, die beim Riestern außen vor bleiben, in der Regel also Selbständige und Freiberufler. Für sie stellt die Basisrente eine Möglichkeit dar, Steuern zu sparen, da die Einzahlungen zu einem jährlich wachsenden Anteil bei der Steuererklärung als Vorsorgeaufwendungen und damit Sonderausgaben geltend gemacht werden können. Gerade für ältere Sparer macht das Sinn, weil sie ein optimales Verhältnis von Steuerersparnis heute und Besteuerung der privaten Rente später erreichen.
Bei der Canada Life heißt es jetzt, sich noch mehr für die Basisrente ins Zeug zu legen. „Das Marktpotential ist noch lange nicht ausgeschöpft“, sagt der Direktor für Marketing und Produktmanagement, Bernhard Rapp. Die Rürup-Rente habe deutlich an Attraktivität gewonnen, nachdem der Gesetzgeber nachgebessert habe. Zielgruppe sind unter anderem die ICH-AGler und die vielen Solo-Unternehmer, die es inzwischen gibt.
Mittwoch, März 19, 2008
Die neue Investment-Police von Moneymaxx
Mit „Discover“ hat Moneymaxx eine neue Generation fondsgebundener Altersvorsorgeprodukte auf den Markt gebracht. Discover ist als ein übergreifendes Produktkonzept für alle drei Schichten der Altersvorsorge entworfen worden. Als Rürup- und Privatrente können die Fondspolicen erhalten werden. Es gibt drei gemanagte Varianten, deren Basis ein Core-Ansatz ist und 40 weitere Einzelfonds, die von Discover auf der Anlageseite offeriert werden. Die gemanagten Varianten, die in drei verschiedenen Risikoklassen erhältlich sind, werden stetig entsprechend des Core- Satellite- Ansatzes angepasst. Der Core-Satellite Ansatz hat folgendes Prinzip - er besteht aus einer Zusammensetzung von Basisinvestments, dem sogenannten Core, aus weltweiten Blue-Chip Titeln und Rentenwerten mit einem „Satellite“- Investment, das gegenwärtige Trendthemen behandelt.
Zur Darstellung der garantierten Mindestleistung schuf MONEYMAXX in Kooperation mit DWS eine für den deutschen Versicherungsmarkt einmalige fondsbasierte Beitragssummengarantie. Partiell wird die Prämie für diesen Zweck in den nur dafür geschaffenen Wertsicherungsfond DWS FlexAktiv investiert. Mithilfe eines individuellen Umschichtungsmechanismus kann bestens für eine optimale Fondsvermögenseinlagerung innerhalb der Fondspolice gesorgt werden. Es ist auch möglich, dass eine Anlage in dem Deckungsstock nicht beansprucht wird. Auch kann das Fondsvermögen mit dem Höchststandgarantiefonds DWS FlexPension abgesichert werden.
Des Weiteren kann das Fondsvermögen bis zu 75% in ein konventionelles Deckungskapital umgeschichtet werden. Der festgeschriebene Rentenfaktor eignet sich ebenfalls als Sicherungsinstrument. Er dient zur Feststellung bei Vertragsabschluss, wie viel Rente der Versicherte für sein Fondsguthaben erwarten darf. Bei einer derartigen „harten“ Rentengarantie ist zumindest sichergestellt, dass der Rentenfaktor nicht durch das Versicherungsunternehmen verändert wird. In der Auszahlungsphase gibt es für den Anleger neben der Kapitalauszahlung diverse Verrentungsmodelle, die eine große Flexibilität für den Kunden darstellen.
Samstag, März 15, 2008
Die Deutschland-Rente baut auf Rabatte
ARAG und Rheinland-Versicherung bringen ab Ende März Altersvorsorge und Konsum unter einen Hut. Wer viel Geld ausgibt – bei bestimmten Partnern – bekommt später auch eine höhere Rente respektive Auszahlung. Deutschland-Rente haben die beiden Unternehmen ihr Produkt getauft, mit dem sie gleich zwei Strömungen Tribut zollen. Einerseits dem Wunsch, etwas für das Alter zur Seite zu legen. Andererseits dem Punkte-, Herzchen- und Miles-Sammelfieber. Denn vom Prinzip her ist diese fondsgebundene Rente ein Bonusprogramm.
19,90 Euro müssen monatlich mindestens für die Deutschland-Rente eingezahlt werden. Das Geld investieren die Versicherungen in einen Mischfonds der UBS, einer Schweizer Großbank. Soweit gehört die Deutschland-Rente von ARAG und Rheinland-Versicherung noch nicht zu den Policen, bei denen Begriffe wie „außergewöhnlich“ oder „innovativ“ angebracht wären. Das ergibt sich erst aus dem zweiten „Standbein“, über das die Rente aufgebaut wird: Umsätze mit der „Deutschland-Rente MasterCard“ und Einkäufe bei den Bonus-Partnern. Jeder Euro, den man bei diesen Partnern ausgibt, wird mit einem kleinen prozentualen Teil belohnt, der in die Altersvorsorge fließt.
Bei der Kreditkarte sind es 0,5 Prozent. Bei den Partnerunternehmen, von denen es derzeit rund 180 gibt – angefangen bei der RWE über Germanwings bis hin zum Mobilfunkunternehmen Vodafone – werden bis zu zehn Prozent gutgeschrieben. Hanno Petersen vom Vorstand der ARAG bringt die Idee auf den Punkt: „Shoppen für die Rente.“ Einen kleinen Haken gibt es bei der Deutschland-Rente derzeit noch. Viele Partner vergüten den Einkauf oder die Nutzung von Dienstleistungen nur online. Durch die Kooperation mit Tankstellen soll sich das allerdings bald ändern. Verbraucherschützer finden die Idee nicht ganz so prickelnd, weil Rabatt und Rente nicht zusammen passten und eine Fondsrente meist zu teuer sei.
Mittwoch, März 05, 2008
Der Wohn-Riester - schon jetzt ein Flop?
Seit dem Wegfall der Eigenheimzulage im Jahr 2006 hoffen zahlreiche Familien sowie Unternehmen aus der Bauwirtschaft auf ein Folgekonzept der Regierung. Dieses scheint nun gefunden zu sein: Rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres tritt ein neuen Konzept der Förderung in Kraft, welches umgangssprachlich auch gern als „Wohn-Riester“ bezeichnet wird.
Mit dem Wohn-Riester hatte die Regierung großes vor. Immerhin bot er doch die Möglichkeit, sowohl den Immobilienerwerb als auch die private Altersvorsorge zu fördern. Die Chancen auf einen Erfolg standen demnach sehr gut, schließlich war das Interesse an einem Folgekonzept sehr groß, welches den Wegfall der Eigenheimzulage kompensieren sollte.
Doch schon bevor es richtig losgeht und die ersten Finanzprodukte auf den Markt kommen, scheint sich der Wohn-Riester zu einem Flop zu entwickeln. Ein großer Teil der Finanz- und Immobilienexperten ist sich darüber einig, dass der große Wohn-Riester Boom ausbleiben wird. So sagte beispielsweise Jürgen Michael Schick (Vize-Präsident des Immobilienverbands Deutschland) vergangene Woche in einem Interview: „Das Konzept stelle einen unzureichenden Ersatz für Eigenheimzulage und degressive Abschreibung dar.“
Das größte Problem stellt die nachgelagerte Versteuerung entsprechender Produkte dar. Die Riester-Sparer müssen sämtliche Förderzulagen (die sie entweder ansparen oder direkt als Tilgung in ihre Immobilienfinanzierung einbringen), beim Eintritt in das Rentenalter nachträglich versteuern – wodurch das Konzept erheblich an Attraktivität verliert.
Mehrere Finanzdiensteister, wie zum Beispiel Banken, Bausparkassen und Versicherungsgesellschaften haben inzwischen bekannt gegeben, bereits an der Entwicklung entsprechender Finanzprodukte zur Immobilienfinanzierung zu arbeiten, die optimal an die Riesterförderung gekoppelt werden können. Dennoch sind sich die Experten weitgehend darüber einig, dass der Wohn-Riester einfach zu komplex ist - was voraussichtlich zur Folge haben wird, dass sich nur wenige Menschen für das Konzept begeistern werden. Dies könnte sogar für die Finanzberater selbst zutreffen: Bevor sie ihren Kunden die komplexen Wohn-Riester Finanzprodukte schmackhaft machen, werden sie wohl lieber die altbekannten Riester-Produkte anpreisen, da sich diese einfacher an den Mann bringen lassen.
Dienstag, März 04, 2008
Riester-Fondssparplan als Steuersparmodell
Die Riester-Rente wird bislang immer nur im Zusammenhang mit der persönlichen Vorsorge für das Rentenalter gesehen. Im Hinblick auf die drohende Abgeltungssteuer könnte sie noch einen weiteren Pluspunkt auf ihrer Seite verbuchen. Während bei herkömmlichen Fondssparplänen und den meisten anderen Anlageprodukten der Staat demnächst die Hände aufhält, kann dieser steuerliche Nachteil über einen Riester-Fondssparplan geschickt umschifft werden. Denn abschließen darf eine ungeförderte Riester-Rente auf Fondsbasis jeder.
Für die gesamte Zeit, die man Monat um Monat einen festen Betrag in seinen Riester-Vertrag einzahlt, werden Zinsen, Dividenden und Kursgewinne nicht versteuert. Erst wenn der Vertrag zur Auszahlung kommt, entweder als lebenslange Rente oder als Einmalbetrag, werden Steuern fällig. Bei der Kapitalauszahlung nimmt der Staat sich gemäß dem persönlichen Steuersatz des Sparers seinen Anteil von der Hälfte des Gewinns. Entschließt man sich für eine Rentenzahlung, bekommt der Fiskus nur die Steuern für den Ertragsteil. Für jemanden, der mit 65 sein Geld haben möchte, heißt das: 18 Prozent werden steuerlich veranschlagt, 82 Prozent bleiben steuerfrei. Ein weiterer Vorteil der Riester-Rente liegt in der Garantie, dass zumindest die eingezahlten Beträge erhalten bleiben, selbst wenn die Fonds bzw. die darin enthaltenen Papiere eine Talfahrt unternehmen.
So positiv die Möglichkeiten auch sind, es gibt leider auch Haken. Punkt eins ist die derzeit noch eher magere Auswahl an Riester-Fondssparplänen, die zertifiziert sind. Nur sieben Banken und Fondsgesellschaften haben sie im Programm. Punkt zwei bezieht sich auf die Kosten und den möglichen Gewinn. Es gibt günstigere Möglichkeiten, Vorsorge zu betreiben. Seitens der Verbraucherzentrale in Baden-Württemberg wird geraten, nicht nur die steuerlichen Ersparnisse zu sehen, sondern wie bei jedem Investment auf die Kosten, die Rendite und das Risiko zu achten.
Montag, Februar 11, 2008
Private Altersvorsorge sollte auch die Pflege umfassen
Die private Altersvorsorge wird meist als „Lückenbüßer“ gesehen, mit deren Hilfe die Differenz aus letztem Nettogehalt und gesetzlicher Rente geschlossen werden soll. Dieser Versicherungszweig verbucht seit ein paar Jahren enorme Zuwächse. Besonders die Riester-Rente wird sehr stark nachgefragt. Weit weniger erfolgreich sind die Pflegezusatzversicherungen, wenngleich auch sie eine Art der privaten Vorsorge für das Alter darstellen. Zwar kann niemand vorhersagen, ob er pflegebedürftig wird. Doch wenn, ist selbst eine hohe private Rente schnell verbraucht.
Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung werden auch bei noch so umfangreichen Reformen auch zukünftig nur für die medizinische Existenzsicherung reichen. Ein Platz im Alters- oder Pflegeheim lässt sich damit nicht finanzieren. Dann geht es an die Rente, das Gesparte und häufig auch noch an das Vermögen der Kinder. Der Staat kommt erst dann für die Kosten auf, wenn sonst nichts zu holen ist. Entscheiden sich die Angehörigen für die häusliche Pflege, fahren sie zwar günstiger. Kosten entstehen dennoch, unter anderem für ein Spezialbett – falls nötig – und Hilfen, wenn man nicht in der Lage ist, rund um die Uhr für Vater oder Mutter zu sorgen.
Die finanzielle Last kann mit privaten Pflege-(Zusatz)Versicherungen gemildert werden. Je früher man sich für eine Police entscheidet, desto günstiger wird es. Männer zahlen aufgrund der geringeren Lebenserwartung etwas weniger als Frauen. Zur Wahl stehen unterschiedliche Modelle: Die Pflegekostenversicherung, die Pflegetagegeldversicherung und die Pflegerentenversicherung. Jede Variante hat Vor- und Nachteile, wobei die Pflegerentenversicherung bei den Verbraucherschützen den schlechtesten Ruf genießt. Welche Option sich anbietet, klärt man am besten im Gespräch mit einem Versicherungsmakler, der auch über die Voraussetzungen und mögliche Gesundheitsprüfungen im Vorfeld informiert.
Montag, Februar 04, 2008
Altersarmut aufgrund fehlender Vorsorge
Bei der Altersvorsorge handelt es sich um ein Thema, für das sich nur wenigsten begeistern können. Nur wenigen Menschen fällt es leicht, Teile des Einkommens in entsprechende Finanzprodukte, wie zum Beispiel in eine Riester-Police zu investieren. Die meisten Leute bevorzugen es, im hier und jetzt zu leben und zu konsumieren – für die Altersvorsorge bleibt weder Zeit noch Geld.
Allerdings sollte man die Thematik nicht unterschätzen. Schließlich ist längst bekannt, dass man sich auf die Altersvorsorge durch den Staat bzw. die staatliche Altersrente besser nicht verlassen sollte. Denn in seiner jetzigen Form kann des Rentensystems nicht mehr lange existieren. Sowohl die demografische Entwicklung als auch die zunehmende Lebenserwartung sorgen für leere Rentenkassen. Nur durch höhere Rentenversicherungsbeiträge und sinkende Rentenzahlungen kann das System aufrechterhalten werden. Dementsprechend sollte man sich nicht darauf einstellen, in den späteren Jahren eine üppige Rente zu erhalten.
Es wird eher das Gegenteil eintreten. Bereits heutzutage gibt es zunehmend mehr Rentner, deren Rentenbezüge auf Sozialhilfeniveau liegen. Ein Experte des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes hat vergangene Woche bekannt gegeben, dass sich der Anteil an Rentnern mit einer Mini-Rente in den kommenden Jahren noch deutlich erhöhen wird. In ungefähr 10 bis 20 Jahren werden schätzungsweise mehr als 10 Prozent aller Rentner (rund zwei Millionen) in Altersarmut leben müssen.
Das sind alarmierende Zahlen, die jeden wachrütteln sollten, der bisher noch keine Vorsorgemaßnahmen getroffen hat. Denn private Vorsorgemaßnahmen sind die einzige Möglichkeit, um die spätere Rente zu erhöhen. Folglich kann nur jedem dazu geraten werden, sich rechtzeitig mit der Thematik auseinanderzusetzen und zu handeln, damit er im Rentenalter nicht in Altersarmut verfallen muss.
Sparbereitschaft nimmt langsam zu
Es tut sich etwas an der Front der Sparer. Wenn auch nur in kleinen Schritten, so zeigen sich doch langsam erste Erfolge, wenn es darum geht, die Bundesbürger für das Thema private Altersvorsorge zu sensibilisieren. Zu diesem Ergebnis kommt das vierte Altersvorsorge Barometer von JP Morgan Asset Management. Die Sparerquote legte um 4,4 Punkte auf 40,8 Prozent zu, gleichsam haben sich 1,7 Prozent der Sparmuffel anders entschieden. Ihr Anteil liegt jetzt bei rund 42,7 Prozent. „Die Lücke zwischen Sparern und Nicht-Sparern schließt sich somit wieder“, sagt Jean Guido Servais, Direktor Marketing und PR von JP Morgan Asset Management.
Die positive Entwicklung hat nach wie vor einen negativen Beigeschmack, weil noch nicht einmal die Hälfte der Deutschen privat vorsorgt. Dafür gibt es laut Studie zwei Gründe. Einerseits das Gefühl, ohnehin schon bestens für das Alter gerüstet zu sein. Andererseits sind es wirtschaftliche Ursachen. Viele können schlichtweg nicht sparen. Ihr Anteil liegt bei 28,6 Prozent. Nicht ganz so auskunftsfreudig sind 16,5 Prozent der Befragten. Sie machten überhaupt keine Angaben dazu, ob sie die staatlichen und betrieblichen Leistungen als ausreichend empfinden oder ob sie zusätzlich etwas auf die hohe Kante legen. Beim vorigen Barometer lag der Anteil der Schweigsamen noch bei 19,5 Prozent.
2000 Personen werden von der Gesellschaft für Konsumforschung alle drei Monate befragt, angefangen bei 14jährigen. Dabei geht es um die Riester-Rente, die Basisrente sowie Lebensversicherungen, Sparpläne und -bücher sowie Immobilien, die als Altersvorsorge genutzt werden. Bei den Beträgen, die monatlich gespart werden, liegen die Bereiche unter 49 Euro (7 Prozent), 50 bis 99 Euro (9,9 Prozent) und bis 149 Euro (5,5 Prozent) weiterhin an der Spitze. Bis zu 199 Euro sparen lediglich 2,3 Prozent. Noch höher gehen gerade einmal 0,7 Prozent (bis 249 Euro bzw. 1,4 Prozent (über 250 Euro).
Nach Altersklassen aufgeteilt, gehört die Gruppe der 30 bis 59jährigen zu den eifrigsten Sparern. Bei den 30-39jährigen sorgen 55,7 Prozent vor, damit 2,4 Prozent mehr als bei der vergangenen Studie. 59,4 Prozent sind es bei 40 bis 49jährigen (plus 2,4 %) und 53,4 Prozent (plus 8,5 %) bei den bis 59jährigen. Rückgängig ist die Zahl bei den über 60jährigen. Nachdenklich stimmt die Auftraggeber der Studie, dass bei den unter 20jährigen bislang nur 23 Prozent für das Altern sparen. Immerhin konnte der Anteil um 9,0 Prozent gesteigert werden. Nachholbedarf gibt es auch bei den 20 bis 29jährigen, die zu 40,2 Prozent vorsorgen.
Donnerstag, Januar 31, 2008
Rürup nach wie vor im Schatten von Riester
Während die „große Schwester“ Riester von vielen Millionen Bürgern angehimmelt wird, hat der „kleine Bruder“ Rürup von Anfang an das Nachsehen. So richtig interessiert sich kaum jemand für die Basisrente als Möglichkeit der privaten Altersvorsorge. Daran ändert auch nichts, dass die Riester-Rente derzeit heftig unter Beschuss steht und nach Meinung von Ex-Bundesarbeitsminister Norbert Blüm die Altersarmut vorantreibt und in spätestens 20 Jahren für ein böses Erwachen sorgen wird.
Derlei Probleme kennt die Rürup-Rente nicht, alldieweil sie weit weniger bekannt ist und sich in erster Linie an nur einen recht kleinen Kundenkreis wendet, den der Selbständigen und Freiberufler. Haben sich schon fast zehn Millionen Menschen für die Variante Riester entschieden, zeigte sich man im vergangenen Jahr schon mehr als zufrieden, dass innerhalb der ersten drei Quartale über 190.000 Rürup-Verträge unterzeichnet wurden. Einen echten Boom wird die Basisrente als Steuerspar- und Vorsorgemodell allerdings wohl nicht erleben.
Das mag daran liegen, dass die Idee zwar einfach, dafür aber auch sehr starr gehalten ist. Die Beiträge können bis zu einer fest vorgeschriebenen Höhe, die 2025 die volle 20.000 Euro erreicht, als Sonderausgabenabzug auf der Steuererklärung vermerkt werden. Neben monatlichen Beiträgen ist pro Jahr auch eine Einmalzahlung möglich, die meist im Dezember erfolgt, wenn man den besten Überblick über die eigenen Finanzen hat. An das Geld kommt man erst, wenn man das 60. Lebensjahr erreicht hat. Bis dahin ist das Kapital Hartz-IV-sicher. Wechseln darf man auch, zumindest den Anbieter. Damit sind allerdings meist Verluste verbunden. Sehr viel Bewegungsfreiheit hat man also nicht.
Montag, Januar 28, 2008
Der Dauerbrenner private Altersvorsorge aus Sicht des Wirtschaftsweisen Bert Rürup
Die private Altersvorsorge wird ein Dauerbrennerthema bleiben. Erst kürzlich geriet die Riester-Rente in die Kritik, weil ihre Erträge auf mögliche staatliche Beihilfen im Alter, die so genannte Grundsicherung, angerechnet werden. Die darauf folgende Diskussion schürte vor allem eines: Die Angst vor Altersarmut. Diese Angst hat durchaus ihre Berechtigung, glaubt man dem Experten. In einem Interview mit der Bild-Zeitung malt der Chef der Wirtschaftsweisen, Professor Bert Rürup, ein eher tristes Zukunftsbild und mahnt, dass viele ohne private Vorsorge im Rentenalter kein Auskommen haben werden.
Die Risiken für Armut im Alter nehmen laut Bert Rürup, dem Entwickler der nach ihm benannten Basisrente, zu und schüfen ein Problem, mit dem wir spätestens in 15 Jahren konfrontiert würden. Auslöser dafür seien unter anderem ein dauerhaft niedriges Einkommen, fehlende Versicherungszeiten insbesondere von Solo-Selbständigen wie Kurierfahrern und längere Zeiten der Arbeitslosigkeit. Dieser Personenkreis – zu dem alleine 2,3 Millionen Solobeschäftigte gehören – sei besonders gefährdet. Eine genaue Zahl derer, die dem Risiko Altersarmut ausgesetzt sind, könne niemand nennen.
Deshalb rät Bert Rürup dazu, privat vorzusorgen. Zwar habe die Riester-Rente aufgrund der Anrechnung auf die Sozialhilfe im Alter ihre Schwachpunkte und dürfte bei einigen nichts oder nur wenig von dem Gesparten übrig bleiben. Das sollte allerdings kein Grund sein, nicht selbst vorzusorgen. Gerade die Generation der jetzt 40jährigen leiste in diesem Punkt noch zu wenig, sagt Professor Rürup. Die gesetzliche Rente alleine, selbst wenn sie durch die Reform langfristig gesichert worden sei, reiche für den gewohnten Lebensstandard nicht mehr aus. Das bedeute nicht, dass die gesetzliche Rentenversicherung gescheitert sei. Es mache vielmehr deutlich, dass auf die neuen Erwerbsbiografien reagiert werden müsse.
Samstag, Januar 26, 2008
Ängste in Bezug auf die Riester Rente – reine Medienhysterie?
In den letzten Wochen war die Riesterrente landes- und bundesweit wieder großes Thema in den Gazetten und den Fernsehsendern. Eine in der ARD ausgestrahlte Sendung nahm die Riester Rente aufs Korn und verunsicherte Millionen von Alterssparern. Was ist nun dran an dem Gesagten, dass die Rente, die man aus der privaten Rentenversicherung eines Riester Vertrages erhält, zu 100 Prozent als Einnahmen angerechnet werden?
Die Tatsache, dass die Renten nach Ablauf der Erwerbsjahre auch in Zukunft nicht hoch sein werden, ist hinlänglich bekannt. Dass Einnahmen aus Riester Verträgen angerechnet werden in Bezug auf die Grundversorgung nicht. Dass hat sich die ARD schön zunutze gemacht für ihre „Plusminus“ Sendung vom 13. November 2007 und nochmals in der Sendung „Monitor“ vom 10. Januar dieses Jahres. Schön gedacht, liebe ARD. Aber wie kommt es dann, dass auf eurer Website dann immer noch ein sehr positiver Bericht über die Riester Rente zu finden ist? Da fühlen sich die Millionen Alterssparer doch gleich zweifach irritiert, oder etwa nicht?
Fakt ist, die Rente aus den Riester Verträgen wird (derzeit noch) zu 100 Prozent angerechnet. Geringverdiener, welche Zahlungen aus der Grundsicherung benötigen, macht dies natürlich zu schaffen. Auf der anderen Seite sollte man jedoch die Tatsache sehen, dass gerade durch die Riester Rente viele gar nicht erst auf die Grundsicherung angewiesen sein werden.
So richtig verstehe ich die Intention, die den Beiträgen zugrunde liegt, immer noch nicht. Ich kann mich noch gut an die Anfänge von Riester erinnern. Da wurde auch auf dieser Möglichkeit der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge rumgehackt. Dann wurde die Riester Rente salonfähig und auch die Berichterstattung wurde anders und auf einmal war die Riester Rente toll und alle sollten unbedingt einen Vertrag abschließen. Jetzt weht wieder ein anderer Wind? Aber warum? Weil Tatsachen, die schon zu Beginn von Riester Tatsachen waren, plötzlich einigen Leuten bei der ARD aufgefallen sind?
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