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Altersvorsorge
Freitag, November 25, 2011
Die Riester-Rente und der Sparstrumpf
Ein Tiefschlag folgt auf den nächsten: Die Riester-Rente hat zu ihrem Geburtstag wahrlich keinen leichten Stand. Zu den Gästen, die statt zu gratulieren nicht mit Kritik am System und den Anbietern der staatlich geförderten Altersvorsorge sparen, gehört jetzt auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Dessen Expertin für Verbraucherpolitik, Kornelia Hagen, und Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten (BdV) schrieben einen nachdenklich stimmenden Satz auf die Grußkarte zum Zehnjährigen: „Riester-Sparer erzielen in vielen Fällen nur so viel Rendite, als hätten sie ihr Kapital im Sparstrumpf gesammelt.“
Die Riester-Rente habe sich zu Ungunsten der Verbraucher entwickelt, lautet das ernüchternde Fazit der Experten. Sie haben sich die Mühe gemacht und die mögliche Rendite des Produkts berechnet. Demnach müsste eine 35-jährige Frau, die sich 2001 für die private Altersvorsorge nach Riester entschieden hat, das 78. Lebensjahr erreichen, um ihre eigenen Beiträge plus die Zulagen ausgezahlt zu bekommen. Für eine Rendite von 2,5 Prozent sei eine Lebenserwartung von 90 Jahren nötig; unwahrscheinliche 128 Jahre bei einer Rendite von fünf Prozent. Abhängig von den Überschüssen, die seitens der Versicherung erwirtschaftet werden, verschiebe sich die Altersgrenze – in den Beispielen auf 82 und 92 Jahre.
Als eines der Probleme der Riester-Rente haben Kornelia Hagen und Axel Kleinlein die Sterbetafeln der Unternehmen ausgemacht. „Die Lebensversicherer kalkulieren dabei mit sehr hohen Lebenserwartungen“, erklärten die Experten. Hier spielt dann auch die Pflicht zu Unisex-Tarifen, also gleichen Beiträgen für Männer und Frauen, eine Rolle. Wurden 2011 noch 12,7 Prozent des Kapitals für den Fall zurückgelegt, dass ein 35-jähriger Mann älter als 85 Jahre wird, sind es jetzt bereits 33,2 Prozent. Immerhin haben DIW und BdV zumindest eine gute Nachricht: „Man kann nicht sagen, dass es sich um eine gute Anlage handelt, wahrscheinlich ist sie aber sicherer als irgendwelche spekulativen Anlagen.“ Bei den Assekuranzen stößt die Kritik auf herbe Gegenwehr. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen plant inzwischen, die Kostentransparenz zu verbessern.
Posted by Andre on 11/25 at 10:26 AM
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Freitag, November 18, 2011
Vorsorgeatlas 2011
Der „Vorsorgeatlas Deutschland 2011“, erstellt vom Forschungszentrum Generationsverträge der Universität Freiburg im Auftrag der Fondsgesellschaft Union Investment, zeigt einmal mehr: Die Riester-Rente funktioniert, hat aber noch Schwächen. Das liegt nicht allein am System, sondern bisweilen auch daran, dass Sparer und Versicherte sich nicht ausreichend mit dem Thema befassen und ihrerseits Fehler machen. Dadurch verschenken viele der 15 Millionen Riester-Sparer Jahr für Jahr Geld. Für 2008, das als abgeschlossen gilt, weil keine Anträge mehr gestellt werden können, liegen die Zahlen nun vor.
Verbraucher, die bei der privaten Altersvorsorge auf die Riester-Rente bauen, haben vor drei Jahren insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro an Zulagen verschenkt. Seinerzeit gab es 12,1 Millionen Verträge. Davon waren allerdings nur 9,3 Millionen mit Zulagenantrag unterwegs und wurden entsprechend gefördert. Der Rest ging schlichtweg leer aus. Doch auch von denen, die einen Antrag gestellt hatten, kassierten lediglich 5,7 Millionen die vollen Riester-Zuschüsse. Alles in allem erhielten 2008 nur 57,1 Prozent der Riester-Kunden die maximale Förderung. Aus Sicht der Sparer eine höchst unerfreuliche Quote. Dafür verantwortlich sind in der Regel falsche Angaben zum Einkommen oder es wurde zu wenig in den Vertrag eingezahlt.
Generationenforscher Bernd Raffelhüschen, zuständig für den Vorsorgeatlas, erklärte bei der Vorstellung der Daten: „Die Riester-Rente macht ihren Job, es gibt aber weiter Verbesserungsmöglichkeiten.“ Das ist umso wichtiger mit Blick auf die mögliche Rentenlücke. Wer auch im Alter den gewohnten Lebensstandard halten möchte, benötigt aus Sicht der Forscher mindestens 60 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. Einen kleinen Teil steuert die Riester-Rente bei, es sei aber noch mehr möglich. Bernd Raffelhüschen schlägt daher vor, die Beiträge nicht wie bisher bei 2.100 Euro sondern bei vier Prozent des Einkommens zu deckeln. Darüber hinaus sei es sinnvoll, die Zulagen anzuheben.
Posted by Andre on 11/18 at 10:28 AM
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Mittwoch, November 09, 2011
Riester-Rente: Kritik und Tipps
Zum zehnten Geburtstag gibt es normalerweise Geschenke und Kuchen. Die Riester-Rente muss sich mit einem Zeugnis begnügen, auf dem ohne Rücksicht auf die zarte Knospe jede noch so kleine Charakterschwäche aufgelistet wird. In diesem Jahr haben schon mehrere Institutionen, darunter der Deutsche Sparkassen- und Giroverband, ihre Einschätzung plus Tipps zu nötigen Verbesserungen für ein perfektes Produkt abgegeben. Jetzt folgt die Stiftung Warentest und erklärt in ihrem Magazin „Finanztest“, wo es hapert und worauf Sparer achten müssen.
15 Millionen Verträge mit Einlagen in Höhe von 37 Milliarden Euro, das klingt zunächst nach einem absoluten Erfolgsprodukt. Darüber lässt sich auch nicht lamentieren, schließlich sprechen die Zahlen für sich. Doch schaut man hinter die nackten Daten, die laut Bundesarbeitsministerium eine Entwicklung widerspiegeln, „die sehr erfreulich verläuft“, finden sich im Räderwerk noch einige Kinderkrankheiten. Die Stiftung Warentest nennt hier an erster Stelle das komplizierte Zulagenverfahren der staatlich geförderten Altersvorsorge sowie den Umstand, dass nach wie vor viele Policen vermittelt werden, die gar nicht zum Kunden passen.
Da die Zulagen laut „Finanztest“ das „Herzstück der Riester-Rente“ sind, sollte man sich diesbezüglich besonders intensiv mit den Spielregeln, sprich den Voraussetzungen, befassen. Vier Prozent des rentenversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens müssen Jahr für Jahr in den Vertrag eingezahlt werden, inklusive der Zulagen, die auf die eigenen Einzahlungen angerechnet werden. Nach oben hin liegt die Grenze bei 2.100 Euro. Nur dann gibt es die Zuschüsse in voller Höhe. Das bringt Geringverdienern im Moment allerdings eher wenig. Sollten sie im Alter auf die Grundsicherung angewiesen sein, wird ihre Riester-Rente von der Sozialleistung abgezogen.
Nichtsdestotrotz lohnt sich aus Sicht von „Finanztest“ der Abschluss einer Riester-Rente. Wichtig sei, die Beiträge entsprechend dem Einkommen anzupassen und der Versicherung alle Änderungen der Lebensumstände mitzuteilen, zum Beispiel die Geburt eines Kindes oder Wegfall des Kindergeldes. Um gar nicht erst zu vergessen, die Zulagen zu beantragen, sollte gleich zu Anfang ein Dauerzulagenantrag unterschrieben werden. Sinnvoll ist es auch, die Steuervorteile zu nutzen und die Anlage AV der Einkommensteuererklärung auszufüllen.
Posted by Andre on 11/09 at 02:59 PM
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Mittwoch, November 02, 2011
Neuer Garantiezins lässt Versicherer den Jahresschlussverkauf einläuten
Die heiße Phase, während der die Kfz-Versicherung gewechselt werden kann – so man denn möchte –, läuft noch bis Ende November. Die Lebensversicherer haben einen Monat länger Zeit, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen. Dann steht 2012 auf dem Kalender und ein um 0,5 Prozentpunkte geringerer Garantiezins zu Buche. Damit wird es für die Branche noch schwerer, ihre Produkte an den Mann und die Frau zu bringen, als es jetzt schon ist. Der Bund der Versicherten (BdV) spricht vom „Jahresschlussverkauf“ und warnt davor, sich nur auf den Garantiezins zu verlassen.
Noch bieten die Unternehmen einen garantieren Zins von 2,25 Prozent, der für alle Policen der Sparte Leben gilt, angefangen bei der klassischen Lebensversicherung über die private Rentenversicherung bis hin zu den Rürup- und Riester-Renten. Aufgrund der Entwicklung an den Finanzmärkten und der Vorgabe, der Garantiezins darf maximal 60 Prozent des Zinssatzes festverzinslicher Staatsanleihen entsprechen, hat das Bundesfinanzministerium Anfang des Jahres die Reißleine gezogen und als neuen Wert 1,75 Prozent festgelegt. Irgendwann vor langer Zeit waren es einmal über vier Prozent - davon kann man jetzt nur noch träumen. Kein Wunder also, dass jetzt vermehrt für Lebens- und Rentenversicherungen geworben wird. Allerdings, so der Bund der Versicherten: „Verbraucher sollten die Höhe des Garantiezinses nicht zur Entscheidungsgrundlage machen. Die Policen lohnen sich schon jetzt nur selten.“ Der Grund: Der Zins gilt nur für den Sparanteil, nicht aber für den gesamten Beitrag, den der Kunde zahlt. Hinzu kommt, dass einige Gesellschaften schon heute weniger als 2,25 Prozent bieten. Laut einer Studie von Ökotest kommt die Allianz mit ihren Produkten nur auf einen Wert von 1,85 Prozent. „Selbst bei der Garantieverzinsung haben einige Versicherer nun für Intransparenz gesorgt“, ärgert sich der BdV. Spürbar werde der niedrigere Garantiezins insbesondere bei der Riester-Rente. Hier werden sich aus Sicht des BdV auf lange Sicht nur kostengünstige Anbieter halten können.
Montag, Oktober 31, 2011
Altersvorsorge scheitert oft an Trägheit
Die Riester-Rente darf sich mit 15 Millionen Verträgen nach zehn Jahren getrost als Erfolgsmodell feiern lassen. Allerdings, und hier setzt die Kritik an: Sie erreicht längst nicht jeden. Von den Förderberechtigten, die sich vom Staat Jahr für ein Jahr ein paar Euro für die private Altersvorsorge spendieren lassen könnten, hat bislang nur jeder Dritte einen Vertrag unterschrieben. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) hat jetzt Ursachenforschung betrieben, woran es liegen könnte, dass viele Bundesbürger sich die Zuschüsse entgehen lassen.
Das Fazit der Autoren Elena Lausberg und Marco Habschick ist relativ simpel: Finanzielle Anreize alleine locken niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Die Deutschen sind zum einen zu träge, zum anderen ist ihnen das Riester-System häufig zu komplex und schreckt durch die mangelnde Transparenz der Kostenstrukturen ab. Nötig seien zusätzlich Mechanismen, um potenzielle Sparer mit an Bord zu holen. Dazu hat die Financial Times Deutschland ein wenig über die Grenzen geschaut und nennt drei Beispiele, wie andere Länder dafür sorgen, dass die Bürger (ausreichend) privat vorsorgen.
In Neuseeland nennt sich das Programm „KiwiSaver“. Es läuft seit 2007, verbindet die private Vorsorge mit der staatlichen und betrieblichen Förderung und setzt – man höre und staune – auf die Trägheit der Bürger. Jeder Arbeitnehmer im Alter von 18 bis 64 ist automatisch im Programm, sobald eine neue Stelle angetreten wird. Wer nicht mitmachen möchte, muss sich dagegen entscheiden (Opting Out), sprich: Man muss aktiv werden, um nicht mehr vorzusorgen. Das System hat Erfolg. Schon jetzt sind 38 Prozent aller Berechtigten im KiwiSaver-Programm.
Schweden geht einen etwas anderen Weg. Hier erhalten die Bürger den berühmten orangefarbenen Brief mit allen Informationen zur Altersvorsorge, ob staatlich oder privat. Alles auf einen Blick zu haben, inklusive Prognose für die Zukunft, macht es deutlich leichter, Versorgungslücken zu erkennen und Maßnahmen zu ergreifen. Die Bundesbürger müssen ihre Daten selbst zusammentragen. In Großbritannien wird bei der Betriebsrente ebenfalls auf Opting-Out gesetzt. Zusätzlich greifen Bildungsmaßnahmen zur privaten Altersvorsorge in den Firmen. 60 Prozent der Teilnehmer haben die Informationen bereits umgesetzt.
Posted by Andre on 10/31 at 10:15 PM
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Montag, Oktober 24, 2011
Angst vor Altersarmut: Postbank Studie zur Altersvorsorge in Deutschland
Seit 2003 führt die Postbank mithilfe des Institutes für Demoskopie Allensbach die Studie „Altersvorsorge in Deutschland“ durch. Selten hat sich die schlechte Stimmung an den Märkten so sehr auf die Bereitschaft der Bundesbürger niedergeschlagen, ein paar Euro auf die hohe Kante zu legen, wie in diesem Jahr. Hinzu kommt ein zweiter Aspekt, der 2011 immer öfter diskutiert wurde und sich zu einem Dauerthema entwickeln könnte: die Altersarmut.
Mittlerweile hat jeder fünfte Berufstätige ab 50 Jahren Zweifel daran, den Lebensunterhalt später aus eigenen Mitteln bestreiten zu können. Das ist der höchste Wert, der je von der Postbank ermittelt wurde. Auf der anderen Seite lassen aber auch die Ausgaben und die Bereitschaft für die private Altersvorsorge merklich nach. In der Pressemitteilung des Unternehmens heißt es dazu: „Nur rund die Hälfte der jungen Berufstätigen unter 30 Jahren plant noch einen Ausbau der privaten Altersvorsorge.“ Gleichzeitig sackte der monatliche Betrag, der für den Ruhestand angelegt wird, um sechs Prozent auf 188 Euro nach unten. Wenn investiert wird, dann inzwischen am liebsten in Gold – das als sehr sicher bewertet wird – oder das Eigenheim. Die Riester-Rente und der Wohn-Riester sind diesbezüglich deutlich abgeschlagen.
Dr. Michael Meyer, Retailvorstand der Postbank fordert angesichts der Ergebnisse, dass die Angebote zur privaten Altersvorsorge stärker motivieren müssen. Würde die staatliche Förderung vorgezogen, zum Beispiel über eine „attraktive Sofortprämie bei Riester-Produkten gleich zu Beginn der Vertragslaufzeit“, könnten dadurch verstärkt Anreize gesetzt werden. Damit hofft Dr. Meyer vor allem berufstätige Frauen mit niedrigem Einkommen anzusprechen, die bislang noch zu wenig für das Alter vorsorgen. Des Weiteren wünscht sich der Postbankvorstand eine Ausweitung der betrieblichen Altersvorsorge und eine bessere Umsetzung der positiven Stimmung in puncto Immobilienerwerb. Dazu sei eine einfachere und „schneller fühlbare Förderung“ als beim Wohn-Riester nötig.
Posted by Andre on 10/24 at 08:08 AM
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Mittwoch, Oktober 19, 2011
Finanztest zieht Riester-Bilanz
Die Stiftung Warentest gehört ohne jeden Zweifel zu den Verfechtern der Riester-Rente. Selbst in Zeiten, da andere immer wieder auf die Schwachstellen hingewiesen oder den finanziellen Nutzen infrage gestellt haben, brachen die Redaktionen von „Test“ und „Finanztest“ eine Lanze für die staatlich geförderte Altersvorsorge. Die Empfehlung zu riestern gilt jedoch nicht uneingeschränkt. In einer Pressemitteilung zum Zehnjährigen der Riester-Rente schreiben die Tester: „Sie lohnt sich – wenn der Vertrag günstig ist und zum Sparer passt. Dann ist der Riester-Vertrag auch die erste Wahl, um für das Alter vorzusorgen.“
Aktuell schwächelt die Riester-Rente zwar ein wenig, schließen immer weniger Verbraucher einen neuen Vertrag ab und sind vor allem junge Sparer eher abgeneigt, ihr schwer verdientes Geld in eine der Policen zu stecken. Gleichwohl steht das Produkt mit fast 15 Millionen Verträgen in der Gunst der Deutschen nach wie vor ganz weit oben in der Liste. Bislang wurden knapp 37 Milliarden Euro in die Verträge eingezahlt. Leider auch in Policen, die nicht zum Kunden passen. Hier liegt einer der größten Schwachpunkte – neben dem komplizierten Zulagenverfahren –, von der Stiftung Warentest als „Kinderkrankheiten“ bezeichnet: „Vermittler, die Sparern unpassende Produkte verkaufen.“
Angst um ihr Kapital müssen sich Riester-Sparer nicht machen, auch wenn sie sich zu einem Vertrag haben überreden lassen, der nicht ihren Bedürfnissen entspricht. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass sowohl die Beiträge als auch die Zulagen bei der Auszahlung garantiert sein müssen. Dafür kann der falsche Vertrag die Rendite spürbar mindern. Damit kommt zu Rentenbeginn weniger Kapital aus der privaten Altersvorsorge als erwartet. Immerhin: Der Kunde kann wechseln. „Meist ist es jedoch sinnvoller, den alten Vertrag beitragsfrei zu stellen und die Raten in einen neuen, passenden Vertrag fließen zu lassen“, raten die Experten der Stiftung Warentest. Sie haben der Riester-Riester und den Angeboten der Assekuranzen für die November-Ausgabe von „Finanztest“ etwas genauer auf den Zahn gefühlt.
Posted by Andre on 10/19 at 09:18 AM
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Montag, Oktober 10, 2011
Altersvorsorge Ost und West
Sicherheit steht bei den Deutschen an erster Stelle, wenn sie Geld in ihre private Altersvorsorge investieren. Das gilt für rund 97 Prozent der Bundesbürger. Ebenso wichtig: die Erfahrung mit dem jeweiligen Finanzprodukt. Schließlich möchte man wissen, was man hat. Dieser Punkt hat im Laufe der vergangenen zwölf Monate spürbar an Bedeutung gewonnen. Vor einem Jahr legten 79 Prozent der Verbraucher Wert darauf, mit dem Produkt vertraut zu sein. Jetzt sind es 87 Prozent im Osten und 85 Prozent im Westen der Republik.
Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Umfrage, die das Wirtschafts- und Finanzforschungsinstitut Icon im Auftrag des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) durchgeführt hat. Insgesamt 2.000 Menschen ab 14 Jahren standen Rede und Antwort. Die Tatsache, dass die Mehrheit nur auf bekannte Anlageformen setzt, spiegelt sich auch in den Antworten wider, welche Optionen zum Vermögensaufbau und für die private Altersvorsorge bevorzugt werden. Unterschieden wurde dabei nach Ost und West. In den alten Bundesländern stehen die selbst genutzte Immobilie (46 Prozent, im Osten 38 Prozent) und die betriebliche Altersvorsorge (28 bzw. 22 Prozent) ganz oben auf der Skala. Bausparvertrag (34 Prozent zu 26 Prozent im Westen) und Sparbuch (33/25 Prozent) gehören in den neuen Bundesländern zu den Favoriten. Kaum Chancen haben hingegen – das gilt bundesweit – Aktien, Investment- und Immobilienfonds.
Erfreulich aus Sicht des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes: „Bei den Maßnahmen zur Altersvorsorge liegen die Deutschen in West und Ost nahezu gleich auf.“ Das war nicht immer so. Aktuell sorgen 82 Prozent der West- und 81 Prozent der Ostdeutschen privat für das Alter vor. Das Vorsorgeniveau in den neuen Bundesländern ist damit um sechs Prozentpunkte gestiegen. Gleichzeitig nahm der Anteil derer, die aus finanziellen Gründen keine Vorsorge betrieben haben bzw. betreiben konnten, von 16 auf nunmehr zehn Prozent ab. Im Westen liegt der Wert konstant bei neun Prozent.
Posted by Andre on 10/10 at 06:08 PM
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Freitag, Oktober 07, 2011
Private Altersvorsorge in Österreich
In der Bundesrepublik wird offen und teils heftig über die drohende Altersarmut diskutiert. In Österreich steht man kurz davor: Zwar steigt das Interesse an der privaten Altersvorsorge auch in der Alpenrepublik. Doch nach wie vor sieht ein Drittel der Österreicher keinerlei Anlass, sich darum zu kümmern, wie groß die Pensionslücke künftig einmal sein wird und wie man sie gezielt füllen könnte. „Wenn wir aber die Augen verschließen, wird es zu Altersarmut kommen – auch im Mittelstand“, mahnt Gerhard Hopfgartner, Vorstand der Skandia Austria Holding AG.
Die Assekuranz hat mithilfe des Marktforschungsunternehmens GfK Austria GmbH zum zweiten Mal eine Umfrage zum Thema private Altersvorsorge auf die Beine gestellt. Die Ergebnisse sind zwar ein wenig besser als vor einem Jahr. Letztlich bleibt als Fazit aber eine aus Sicht von Gerhard Hopfgartner eher unerfreuliche Erkenntnis: „Die Diskussion um das Pensionsloch läuft immer noch auf Sparflamme.“ Nach aktuellem Stand der Dinge haben sich 39 Prozent bereits intensiv mit Vorsorgethemen befasst (Vorjahr: 33 Prozent). Auf der anderen Seite stehen 19 Prozent, die sich weder darum gekümmert haben noch Handlungsbedarf sehen. Ihr Anteil ist allerdings merklich gesunken. 2010 lag die Quote noch bei 26 Prozent.
Das größte Problem und damit auch der eigentliche Grund, warum sich nur wenige Österreicher um die private Altersvorsorge kümmern: Kaum jemand kennt seine künftige Pensionshöhe. Lediglich acht Prozent haben bei der Pensionsversicherungsanstalt und vier Prozent bei ihrer Bank oder Versicherung eine Berechnung angefordert. Die Mehrheit mit 34 Prozent ist absolut ahnungslos. Dass sich 21 Prozent gar nicht zu dem Thema äußern wollten, ist für Alexander Zeh von der GfK nicht verwunderlich: „Die Verweigerung, sich mit seiner zukünftigen Pension zu befassen, deutet darauf hin, wie unangenehm vielen dieses Thema ist und wie viel Unsicherheit auf diesem Gebiet herrscht.“
Dabei könnte die Lücke zwischen letzten Gehalt und Rente bzw. Pension „existenzgefährdend“ sein, weiß Gerhard Hopfgartner. Bei einem 40-jährigen Durchschnittsverdiener seien es knapp 500 Euro – mit steigender Tendenz. Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen, sind viele Unternehmen bereit, aktiv zu werden. Die GfK rechnet damit, dass diese Bemühungen durchaus auf fruchtbaren Boden fallen könnten.
Posted by Andre on 10/07 at 09:35 AM
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Freitag, September 30, 2011
Ungenutztes Potential bei der Rürup-Rente
Sie ist ein paar Jahre jünger als die Riester-Rente, aber ganz gewiss nicht die kleine Schwester: die Rürup-Rente. Das nach Bert Rürup benannte, staatlich geförderte Vorsorgemodell richtet sich an Selbstständige und Besserverdiener, hat bislang aber noch keine durchschlagenden Erfolge feiern können. Banken und Versicherungsbranche zählen aktuell gerade einmal eine Million Verträge. Das Potenzial, ausgehend von 20 Millionen Arbeitnehmern, die sehr gut verdienen, und vier Millionen Selbstständigen, liegt weitaus höher.
Die vor längerer Zeit von Maklern gewagte Prognose, die Basisrente würde kräftig aufholen und deutlich mehr nachgefragt, hat sich bislang nicht bewahrheitet. Im Gegenteil: Irgendwie dümpelt die private Altersvorsorge nach Rürup immer noch vor sich hin. Den Grund sehen Experten in den korsettartigen Strukturen. Der Sparer ist ein Leben lang an den Vertrag gebunden, kann ihn nicht kündigen, beleihen, veräußern oder vererben, zudem liegt das Kapital fest. Bis zum 60. Lebensjahr (ab 2012 dem 62. Lebensjahr) bleibt das Geld auf dem Rentenkonto und darf nur als Leibrente ausgezahlt werden. Soweit die Nachteile.
Dass dabei die guten Seiten der Rürup-Rente übersehen werden, ist in gewisse Weise sogar verständlich. Denn irgendwie scheinen die Negativa ziemlich schwer zu wiegen. Da können die Steuervorteile während der Sparphase und die Option, Sonderzahlungen leisten zu dürfen, nur bedingt überzeugen, obwohl Experten gerade diese Form der Vorsorge als durchaus sinnvoll bezeichnen. Letztlich handelt es sich um eine Rentenversicherung, klassisch oder auf Fondsbasis, mit dem kleinen Extra, dass die Beiträge innerhalb gesetzlicher Grenzen von der Steuer abgesetzt werden können. Dafür muss man ein paar Abstriche bei der Flexibilität in Kauf nehmen und bei Fondsrenten auf eine Beitragsgarantie verzichten, die bei der Riester-Rente fest verankert ist.
Posted by Andre on 09/30 at 08:46 AM
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Mittwoch, September 28, 2011
Vertrauen in Vorsorgeberater wächst
Die private Altersvorsorge sollte man nicht dem Zufall überlassen: Eine auf die individuellen Lebensumstände abgestimmte Beratung bildet nach wie vor die solideste Basis. Doch wem kann man noch vertrauen? Diese Frage stellte die Heidelberger Lebensversicherung AG im Rahmen einer repräsentativen Studie der GfK Marktforschung. Das Ergebnis: Die meisten Bundesbürger setzen auf professionelle Hilfe, wenn es um Renten- und Lebensversicherungen geht. 46,3 Prozent wenden sich an den Berater der Bank oder Sparkasse (plus 3,0 Prozent), 45,7 Prozent an unabhängige Finanz- und Versicherungsmakler (plus 5,4 Prozent).
Deutlich nachgelassen hat das Vertrauen in die Tipps von Freunden und Bekannten. Sie standen im vergangenen Jahr noch unangefochten auf dem ersten Platz und rutschten jetzt um 6,3 Prozentpunkte auf einen Wert von 38,5 Prozent und damit den dritten Rang. Ähnlich erging es den Ratschlägen von Verwandten - auch hier scheint die Vertrauensbasis zu bröckeln. Nur noch 24,7 Prozent der Befragten würden innerhalb der Verwandtschaft um Hilfe bitten (minus 5,5 Prozent). Thomas Bahr, Vorstandsvorsitzender der Heidelberger Leben, sieht darin ein positives Ergebnis: „Es zeigt, dass das Vertrauen in Vorsorgeberater wieder steigt. Mit transparenter und individueller Beratung, bei der die jeweilige Situation der Kunden sowie seine Wünsche und Ziele offen besprochen und berücksichtigt werden, kann das Vertrauen weiter gefestigt werden.“
Geht es um Informationen zur privaten Altersvorsorge, ob nun Riester-Rente, Rürup-Policen oder Renten-Verträge, haben die klassischen Medien leicht an Boden verloren. Nur noch jeder Fünfte (19,7 Prozent, minus 0,3 Prozentpunkte) informiert sich auf diesem Weg. Das Internet bzw. das Web 2.0 liegen bereits bei 27 Prozent – wobei es hier große Unterschiede in den einzelnen Altersklassen gibt. Die Quote bei den über 40-Jährigen beträgt 19,8 Prozent, bei den unter 40-Jährigen sind es immerhin 41,3 Prozent. Für die Branche heißt das, so Bahr: „Das ist eine Entwicklung, die Finanzdienstleister im Auge haben müssen. Sie sind gefordert, ihre Kommunikation auf die Mediengewohnheiten ihrer jeweiligen Zielgruppe zu prüfen und je nach Bedarf und Ansprache auszurichten.“
Posted by Andre on 09/28 at 09:37 AM
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Montag, September 26, 2011
Mangelnder Informationsfluss bei der privaten Altersvorsorge
Informationen sind das A und O, um Entscheidungen treffen zu können. Das gilt umso mehr, wenn man sich 20, 30 oder vielleicht sogar mehr Jahre mit einem Vertrag für die private Altersvorsorge binden möchte. Schade nur, dass diese Erkenntnis schon seit Jahren ungehört an den Banken und Versicherungsgesellschaften vorbeizieht. Dann müssen sie sich auch gefallen lassen, wenn ihnen – einem nervtötenden Echo gleich – immer wieder vorgehalten wird, dass sie ihren Kunden nicht ausreichend Fakten an die Hand geben oder nur unverständliches Fachchinesisch zur Verfügung stellen.
Was hinter dieser Taktik steckt, ist für Außenstehende absolut nicht nachvollziehbar. Gerade jetzt wäre es sinnvoll, so richtig auf die Werbetrommel zu hauen. Doch, was passiert: Wie das Handelsblatt exklusiv berichtet, scheinen es Assekuranzen und Kreditinstitute nicht für nötig zu halten, potenzielle Interessenten darauf hinzuweisen, dass es bei der privaten Altersvorsorge mit Renten- und Lebensversicherungen ab dem kommenden Jahr gravierende Änderungen geben wird. Einer Umfrage der Beratungsgesellschaft Faktenkontor und des Marktforschers Toluna zufolge, die dem Handelsblatt vorliegt, wissen 69 Prozent der Bundesbürger nicht, dass der Garantiezins abspeckt und von 2,25 auf 1,75 Prozentpunkte nach unten korrigiert wird.
Dabei wäre der garantierte Zins eines der besten Argumente, jetzt noch Verträge unter Dach und Fach zu bringen. Das Interesse ist vorhanden: 61 Prozent der Deutschen rechnen damit, dass sie aufgrund der neuen Konditionen eine niedrigere Rente erhalten. Um das zu vermeiden, wollen immerhin zehn Prozent noch vor dem Stichtag Nägel mit Köpfen machen. 69 Prozent planen für dieses Jahr keinen neuen Vertrag und 21 Prozent hadern noch bzw. haben sich noch keine Gedanken über eine (weitere) Lebens- oder Rentenversicherung gemacht. Hier könnte die Branche ansetzen und mit offenen Karten spielen. Denn nach wie vor sind 42 Prozent unsicher, ob sie ausreichend für das Alter vorsorgen.
Mittwoch, September 21, 2011
Frontal 21 zerpflückt die Riester-Rente
Das ZDF-Magazin „Frontal 21“ hat sich die Riester-Rente vorgeknöpft. Die Ergebnisse, die gestern im Rahmen der Sendung präsentiert wurden, sind alles andere als erfreulich. In einer Pressemitteilung erklärt die Redaktion ohne Umschweife, die Riester-Rente sei kein Erfolgsmodell und unrentabel, weil die Fördergelder bei den Anbietern versickerten. Damit reiht sich der Beitrag nahtlos in eine lange Kette von Kritiken ein, die der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge immer mehr Schwachstellen nachweisen.
„Frontal 21“ wartet dazu vor allem mit Zahlen auf. Die Daten belegen, dass Kunden, die heute einen Riester-Vertrag unterschreiben, deutlich schlechter gestellt sind, als Verbraucher, die sich vor zehn Jahren für eine Police entschieden haben. Die Rente falle um mehr als ein Drittel niedriger aus als bei Alt-Verträgen. Das Problem seien die Rahmenbedingungen: Den neuen und schlechteren Vertragskonditionen ist der Finanzmathematiker Axel Kleinlein im Auftrag der Friedrich-Ebert Stiftung auf den Grund gegangen. Zum einen sei der Garantiezins zwischenzeitlich gesunken, zum anderen legten die Unternehmen neue Sterbetafeln zugrunde und packten bis zu 30 Prozent des Kapitals auf die hohe Kante, um den Kunden auch jenseits von 85 Jahren eine Rente zahlen zu können.
Das Fazit von Axel Kleinlein ist ernüchternd und wird von der Zeitschrift „Öko-Test“ bestätigt: Die Riester-Rente lohnt sich bei vielen Verträgen nicht. Ein Vergleich mit ungeförderten Rentenversicherungen ergab, dass Riester-Policen aufgrund ihrer Kostenstruktur eine deutlich niedrigere Garantierente bieten. Finanzexpertin Barbara Sternberger-Frey kommt zu dem Schluss: „Die Produkte sind zu teuer.“ Sie plädiert dafür, die staatliche Förderung sinnvoller anzulegen, um Altersarmut zu vermeiden. Diesem Ziel haben sich inzwischen auch die Verbraucherschutzminister einiger Bundesländer verschrieben. Sie planen ein von öffentlichen Einrichtungen verwaltetes Vorsorgekonto. Nur so würden die Zulagen wieder den Kunden und nicht den Konten der Versicherungen gutgeschrieben.
Montag, September 19, 2011
Riester-Rente soll transparenter werden
Die Riester-Rente soll im Rahmen der Renten-Reform ebenfalls einen neuen Anstrich erhalten. Das berichten die Zeitungen der Essener WAZ-Mediengruppe. Ziel sei es, mehr Verbraucherschutz bei der privaten Altersvorsorge zu gewährleisten. Ein Sprecher des Bundesarbeitsministeriums verriet zwar keine Details, wohl aber die grundlegenden Gedanken hinter dem Vorstoß: „Wir prüfen gemeinsam mit den Beteiligten im Rentendialog, welche Schritte für mehr Transparenz, Verbraucherschutz und Attraktivität der Riester-Rente möglich sind.“
Auf dem Plan steht daher gleich eine ganze Reihe an Änderungen zum Wohle der Sparer. Kunden sollen besser als bisher über die Kosten und die garantierte Rentenleistung informiert werden. Darüber hinaus werde überlegt, die Provisionen per Gesetz zu deckeln. Mit diesen Ideen rennt die Regierung offene Türen ein. Schließlich hat es in den vergangenen zehn Jahren, die die Riester-Rente inzwischen auf dem Markt ist, genug Kritik gehagelt. Ein Aspekt, der von Verbraucherschützern immer wieder aufgegriffen und moniert wurde, waren die zu hohen Kosten, die bei schlecht gestrickten Verträgen die staatlichen Zuschüsse beinahe komplett schlucken.
Gerd Billen, Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, sieht sich angesichts der Pläne bestätigt. „Die Kopplung der Zuschuss-Rente an die private Vorsorge kann man nur machen, wenn die Riester-Rente verbraucherfreundlicher, einfacher und transparenter wird“, erklärte er gegenüber der WAZ-Gruppe. Gleichzeitig wiederholte er die Kritik, dass die Förderung dank Provisionen und Abschlusskosten weitgehend auf den Konten der Banken und Versicherungsgesellschaften landen. „Das kann nicht sein“, mahnte Billen. Er spricht sich nicht nur für eine Kostendeckelung, sondern auch für eine bessere Kontrolle von Angeboten und Anbietern aus.
Posted by Andre on 09/19 at 09:31 AM
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Montag, September 12, 2011
Private Altersvorsorge wird unterschätzt
Der Vorwurf an die Bundesbürger, überversichert zu sein, trifft nur bedingt zu. Auf der einen Seite wird mit Sachversicherungen jeder Eventualität vorgebeugt. Auf der anderen Seite übersehen die Deutschen die eigentlichen Risiken und vernachlässigen die Themen Altersarmut und Berufsunfähigkeit. Im Vergleich zu anderen europäischen Nationen ist die private Altersvorsorge dementsprechend eher mager ausgebaut. Das Problem, so Edda Castello von der Verbraucherzentrale Hamburg: „90 bis 95 Prozent der Deutschen sind komplett falsch versichert.“
Blickt man auf die Verteilung der Policen, sollte man meinen, alles sei im Lot: 80 Prozent der Haushalte haben eine Hausratversicherung, 70 Prozent eine private Haftpflichtversicherung, 63 Prozent kapitalbildende Lebens- und Rentenversicherungen und 50 Prozent eine Rechtsschutzpolice. „Doch die wichtigsten Versicherungen fehlen“, erklärt die Verbraucherschützerin gegenüber der Zeit. Das größte Problem: Es fließt zu wenig Geld in die private Altersvorsorge.
Insgesamt bezahlen die Deutschen Jahr für Jahr knapp 1.955 Euro für ihre Policen. Davon entfallen 1.100 Euro auf die Vorsorge für das Alter. Mit diesem Wert liegt die Bundesrepublik auf dem drittletzten Rang innerhalb Europas. Nur in Österreich und Spanien wird noch weniger in die eigene Zukunft investiert. Ulrike Pott vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), sieht die Zahlen kritisch: „In vielen Ländern sind die Pro-Kopf-Beiträge für Lebensversicherungen teilweise mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland, etwa in der Schweiz, Großbritannien, Frankreich und Schweden.“ Die Lebensversicherung steht dabei eher symbolisch für das Bemühen um eine private Altersvorsorge.
Die Konsequenzen werden erst in einigen Jahren sichtbar sein, aus Expertensicht jedoch dramatische Züge annehmen. Deutschland droht die größte Rentenlücke in Europa, heißt es. Die Holländer hingegen hätten es gut. Selbst in Italien und Frankreich reichten ein paar Tausend Euro Ersparnis, um die spätere Lücke zu füllen. Zwei weitere Probleme: Nur 19 Prozent der Bundesbürger haben eine Berufsunfähigkeitsversicherung und 30 Prozent verzichten auf eine private Haftpflichtversicherung. Letztere kann problemlos jederzeit abgeschlossen werden. Wartet man hingegen zu lange mit dem Schutz gegen Berufsunfähigkeit, wird es teuer oder extrem schwer, eine Police zu erhalten.
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