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Altersvorsorge
Montag, August 29, 2011
Riester-Rente gerät erneut in die Kritik
Die Riester-Rente hat seit ihrer Einführung schon oft Nackenschläge einstecken müssen. Bislang blieb die Kritik weitgehend wirkungslos, wie die Entwicklung der staatlich geförderten Altersvorsorge eindrucksvoll beweist. Die Zahl der Verträge schnellte bis Juni 2011 auf 14,6 Millionen nach oben. Doch mittlerweile scheint das Fass übergelaufen zu sein: Der Riester-Renten-Skandal bei der Ergo, unerfüllte Rendite-Hoffnungen und dazu noch Verträge, die für viele Sparer eher ein Buch mit sieben Siegeln sind, zeigen Wirkung. In der Folge wurden 1,4 Millionen Verträge gekündigt und 1,8 Millionen Policen ruhend gestellt.
Mit den Daten, die kürzlich von der Leipziger Volkszeitung genannt wurden, dürfte das Misstrauen in die Riester-Policen, ob nun klassisch oder fondsgebunden, noch weiter zunehmen. Laut Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Linkspartei hat der Staat bislang 4,2 Milliarden Euro an Grundzulagen in die Verträge eingezahlt, plus vier Milliarden Euro Kinderzulagen. In der Summe wurden staatlicherseits also bereits 8,2 Milliarden Euro investiert. Auf der anderen Seite, so die Zeitung, landeten 5,9 Milliarden Euro Verwaltungskosten und Provisionen auf den Konten der Banken und Versicherungsunternehmen. Daraus ergebe sich für Riester-Produkte ein Sparanteil von 84 Prozent. Die restlichen 16 Prozent gehen an Geldhäuser und Assekuranzen, statt im Vorsorgetopf zu landen.
Für den Chef der Linkspartei, Klaus Ernst, Grund genug, das Prinzip der Riester-Rente in Zweifel zu ziehen: „Jetzt ist nicht mehr zu leugnen, dass von den Riesterzulagen vor allem Banken und Versicherungen profitieren. Milliarden versickern in deren Kassen“, sagte er der Leipziger Volkszeitung. Sein Vorschlag lautet, das Geld lieber für eine Mindestrente in Höhe von 850 Euro zu nutzen. Dieser Wunsch, die staatlich geförderte private Altersvorsorge ganz vom Tisch zu nehmen, wird sich wohl nicht erfüllen. Vielmehr arbeitet das Bundesministerium für Finanzen an Lösungen, das Image der Riester-Rente aufzupolieren und sie wieder in einem attraktiveren Licht zu präsentieren. Ein erster Schritt: Produktinformationsblätter sollen für mehr Transparenz sorgen, insbesondere bei den Kosten.
Posted by Andre on 08/29 at 11:43 AM
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Freitag, Juli 29, 2011
Neue Vorwürfe gegen den Ergo-Konzern
Der Ergo-Konzern kommt nicht zur Ruhe. Es scheint fast so, als habe jemand die Büchse der Pandora geöffnet, aus der jetzt nach und nach alle Verfehlungen der Assekuranz an die Öffentlichkeit drängen. Die Liste reicht inzwischen vom Sex-Skandal über fehlerhafte Anträge zur Riester-Rente bis hin zur rein provisionsgesteuerten Beratung, wobei der letzte Punkt auch auf die vierte „Offenbarung“ eines Generalvertreters zutrifft. Mitarbeiter der Versicherung sollen für die betriebliche Altersvorsorge nicht die günstigen Rahmenverträge sondern Einzelpolicen an den Mann und die Frau gebracht haben. Darüber berichtete am Donnerstag dieser Woche das Handelsblatt.
Weil die Provision für einen einzelnen Vertrag ungleich höher ausfällt als für Policen mit Sonderkonditionen, war die Verlockung sicherlich groß, ein paar Euro mehr zu verdienen. Dass dabei „massenhaft Verträge mit falschen Konditionen geschlossen wurden“, hätte aber jemandem auffallen müssen, sagt Lars Gatschke vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. Interne und externe Aufsicht hätten in dem Fall versagt. Ähnlich sieht es auch der Bund der Versicherten. Hier fühlt man sich an den Riester-Renten-Skandal der Ergo erinnert: „Es wird nicht lange dauern, bis man wieder sagt: Die Dinge waren uns bekannt. Und es ist schlimm genug, dass man jahrelang nicht dagegen getan hat.“ Der Vorwurf an den Konzern lautet daher schlichtweg, alles unter dem Deckel halten zu wollen.
Das hat nicht funktioniert und muss – sagen sowohl der Bundesverband der Verbraucherzentralen als auch der Bund der Versicherten – Konsequenzen haben. Ein erster Schritt, um zu vermeiden, dass Vertreter und Makler „aus Versehen“ zu den falschen Anträgen greifen, wäre ein neues Provisionsmodell. Seitens der Verbraucherschützer wird eine Deckelung der Vergütung gefordert. „Mit der gängigen Praxis werden die Anreize völlig falsch gesetzt“, heißt es. Ins gleiche Horn stößt auch ein Ergo-Konkurrent. Die Allianz arbeitet im Bereich Altersvorsorge mit fixen Provisionen. Diese Diskussion wird vermutlich noch längere Zeit anhalten. Vorher muss die von Skandalen gebeutelte Assekuranz wieder einmal prüfen, wie viele Kunden betroffen sind. Potenziell, so das Handelsblatt, seien es „Hunderttausende von Versicherten“.
Posted by Andre on 07/29 at 09:01 AM
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Mittwoch, Juli 27, 2011
Verständlicher formuliert: Mitteilungen zum Stand der Riester-Rente
Die Riester-Rente geht einher mit einer jährlichen Information über den aktuellen Stand der Dinge, sprich: Die Versicherung oder Bank teilt dem Sparer mit, wie viel Geld er investiert hat, welche Zulagen gewährt und in welcher Höhe Kosten geltend gemacht wurden. Beim Blick auf dieses Papier hat es vielen Kunden bislang die Sprache verschlagen, weil sie die Jahresmitteilung nur bedingt oder gar nicht verstanden haben. Die Stiftung Warentest machte bereits vor drei Jahren auf dieses Dilemma aufmerksam. Seither hat sich viel getan.
Die Kritik scheint bei den Unternehmen angekommen und auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein. Statt im alten Trott weiterzumachen und die Kunden in gewohnter Weise über ihre Riester-Rente zu informieren, wurden die Mitteilungen bei vielen Assekuranzen grundlegend überarbeitet. Schließlich macht es wenig Sinn, die Vorzüge der privaten Altersvorsorge in den buntesten Farben zu schildern, um die Kunden später mit feinstem Amtsdeutsch zu verärgern und im Unklaren darüber zu lassen, was die Bemühungen künftig bringen werden.
Das Umdenken der Riester-Anbieter wurde jetzt belohnt, wenngleich die Zeitschrift „Finanztest“ nach wie vor Verbesserungspotenzial sieht. Sie hat sich erneut mit dem Thema Jahresmitteilung befasst und die Unterlagen von 37 Unternehmen überprüft. Entscheidend war dabei, ob die Informationen logisch und vollständig aufgebaut sowie lesbar und verständlich formuliert sind. Einige der Kandidaten schafften im zweiten Anlauf ein „gut“ oder „sehr gut“. Probleme bereiten nach wie vor Riester-Renten auf Fondsbasis. Sie gelten, insbesondere aufgrund der Kostenstruktur, als sehr kompliziert. Hier war das höchste der Gefühle ein „befriedigend“. Ein wenig Feinschliff kann daher nicht schaden. Denn nur Kunden, die von A bis Z verstehen, was ihnen schwarz auf weiß vorgelegt wird, sind auch zufriedene Kunden.
Posted by Andre on 07/27 at 09:09 AM
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Freitag, Juli 01, 2011
GDV: Riester-Rente bleibt auch in Zukunft attraktiv
Zehn Jahre Riester-Rente. Während dieser Zeit gab es immer mal wieder Kritik an den Kosten, den Rahmenbedingungen und der Rendite. Letztlich hat sich die staatlich geförderte Altersvorsorge aber durchsetzen können und sorgt beinahe quartalsweise für neue Rekordmeldungen. Aktuell steht der Pegel bei etwa 14,7 Millionen Policen. Wir haben den runden Geburtstag zum Anlass genommen, beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) nachzufragen. Hasso Suliak von der Pressestelle stand Rede und Antwort zur Erfolgsgeschichte der Riester-Rente, der Zukunft und den Wünschen der Branche.
Die Riester-Rente werde vom Gesetzgeber konzeptionell als ein unverzichtbares Instrument zur Reduzierung von Versorgungslücken gesehen und von der Bevölkerung auch entsprechend verstanden. „Dieser Notwendigkeit entspricht die durchaus positive Entwicklung, die die Verbreitung der Riester-Rente in den letzten zehn Jahren genommen hat. Unsere Geschäftszahlen von 2010 bestätigen den Trend: Bei der geförderten Altersvorsorge wuchsen die Bestände weiter an (plus 5,0 Prozent bei Riester bzw. plus 18,1 % bei den Basisrenten). Viele Rentner von morgen tun also etwas gegen das Armutsrisiko und erschließen sich schon heute mehrere Quellen für ihre Versorgung im Alter“, betont Hasso Suliak.
Beim Blick nach vorn ist der GDV zuversichtlich gestimmt: „Wir gehen davon aus, dass Riester-Produkte auch in Zukunft für die Menschen als notwendige Ergänzung der staatlichen Altersvorsorge attraktiv sein werden.“ Gleichwohl zeige sich immer wieder, dass man Gutes durchaus noch besser machen und einzelne Rahmenbedingungen bedarfsgerecht weiter optimieren könne. Dazu nennt Hasso Suliak zwei Beispiele. So wünscht sich der GDV zum einen, „dass die Förderung der kapitalgedeckten Altersvorsorge entsprechend den mit der Einkommens- und Inflationsentwicklung wachsenden Versorgungslücken angehoben werden sollte“. Konkret heißt das: Die Förderhöchstgrenze von derzeit 2.100 Euro soll dynamisiert werden – aktuell auf 2.640 Euro. Der zweite Punkte, an dem der GDV Verbesserungen vornehmen würde, ist die Zielgruppe der Riester-Rente: „Für die Stärkung der notwendigen kapitalgedeckten Vorsorge innerhalb des bewährten gegliederten Systems der Alterssicherung sollte die Förderung künftig insbesondere auch Gewerbetreibenden und anderen selbständig Tätigen eröffnet werden. Gerade für sie wäre eine Einbeziehung in den Kreis der Förderberechtigten sozialpolitisch sinnvoll und wünschenswert, zumal wenn sie nur über ein geringes Einkommen verfügen und Kinder haben.“ Damit sei es auch für Selbstständige und Freiberufler möglich, nachhaltig Altersvorsorge zu betrieben.
Lob gibt es vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft für die jüngsten Bemühungen der Regierung, die Riester-Rente attraktiver zu gestalten (Beiträge können nachgezahlt werden, um die volle Zulage zu erhalten), und den Vorschlag für ein neues Produktinformationsblatt. „Der Zielsetzung des Vorhabens – Verbesserung der Transparenz und der Vergleichbarkeit von geförderten Altersvorsorgeprodukten – stimmen wir uneingeschränkt zu“, betont Hasso Suliak. Diesbezüglich erinnert er an das vom GDV entwickelte Preis-Leistungsverhältnis und stellt noch einmal klar: „Im langfristigen Vergleich haben Riester-Rentenversicherungen de facto deutlich niedrigere Kosten als vergleichbare Produkte.“
Mittwoch, Juni 29, 2011
Riester: 8,7 Milliarden Euro Zuschüsse
Die Riester-Rente gehört zu den beliebtesten Vorsorgeprodukten der Deutschen. 14,6 Millionen Bundesbürger haben seit der Einführung der staatlich geförderten Altersvorsorge einen entsprechenden Vertrag unterschrieben (Stand: 1. Quartal 2011). Für die Linksfraktion Grund genug, sich näher mit dem Thema zu befassen und eine kleine Anfrage zu den ersten Erfahrungen sowie den Gründen für die häufig unter den Erwartungen liegenden Renten zu stellen (17/5849).
Mit Zahlen und Fakten kann die Regierung aufwarten. Sie geht davon aus, dass derzeit 15 Prozent der Riester-Verträge ruhen und keine Beiträge gezahlt werden. Zudem seien bis Ende 2008 rund 1,4 Millionen Policen wieder gekündigt worden. In puncto Rendite wird es dann schon schwerer, eine klare Aussage zu treffen. „Die Rendite und die Höhe der Rentenzahlung sind davon abhängig, für welchen Anbieter und für welches Altersvorsorgeprodukt sich der Anleger entscheidet“, so die Antwort der Bundesregierung. Sie verweist darauf, dass jedes Produkte Vor- und Nachteile habe. Banksparpläne warteten zum Beispiel mit einer geringen Rendite, dafür aber mit einem sicheren Altersvorsorgevermögen auf, wohingegen Fondssparpläne höhere Risiken mit sich brächten.
Zum Ziel der Riester-Rente heißt es, „sie sei ein Angebot des Staates an förderberechtigte Bürger, im Rahmen von Lebensversicherungen, Bank-, Fonds- und Bausparplänen eine Zusatzrente aufzubauen“. Das Konzept beruhe auf einer freiwilligen privaten zusätzlichen kapitalgedeckten Altersvorsorge – und kostet den Staat viel Geld. Das geht aus den Daten hervor, die das Bundesfinanzministerium am Freitag nannte. Demnach wurden bislang (die Riester-Rente feiert in diesem Jahr ihren zehnten Geburtstag) 8,7 Milliarden Euro an Zuschüssen gezahlt. Hinzu kommen 635 Millionen Euro, die Riester-Sparer an Steuern gespart hätten. Erfolgskontrollen, ob sich das Engagement überhaupt lohnt, seien nicht möglich, so das Finanzministerium, zumindest derzeit noch nicht.
Posted by Andre on 06/29 at 09:43 AM
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Montag, Juni 20, 2011
Ergo berechnet Riester-Renten neu
Die Panne mit fehlerhaften Antragsformularen und, daraus resultierend, falsch berechneten Riester-Renten will die Ergo-Versicherungsgruppe jetzt schnellstmöglich ausbügeln. Wie das Unternehmen Ende vergangener Woche mitteilte, wird der finanzielle Ausfall umgehend kompensiert. Nach Angaben des Konzerns gilt das für rund 14.000 Riester-Sparer, die sich im Jahr 2005 für die sogenannte Kaiser-Rente entschieden hatten. Die Verträge, die für den Skandal sorgten, stammten von der Ergo-Tochter Hamburg-Mannheimer.
„Wir gehen selbst auf die Kunden zu und werden unaufgefordert die Neuberechnung vornehmen“, erklärte der für Privatkunden zuständige Vorstand des Konzerns, Johannes Löper, „Ergo bestätigt den Vorfall, bedauert ihn und wird sämtliche Kunden finanziell so stellen, wie es dem Formular entspricht – also besser.“ Im gleichen Atemzug stellte Johannes Löper klar, dass die anfangs von den Medien genannte Zahl von etwa 70.000 betroffenen Kunden „viel zu hoch“ war. Die Entschädigungszahlungen werden die Assekuranz ersten Schätzungen zufolge einen einstelligen Millionenbetrag kosten, sind aber nur der erste Schritt. Der gesamte Vorfall soll weiter untersucht werden.
Wo genau der Fehler lag, weiß man bereits. Policen und Angebotssoftware seien mit Blick auf den 2005 angebotenen Tarif fehlerfrei gewesen. „Auf der Rückseite des Antragsformulars wurde jedoch irrtümlich ein zu niedriger Kostensatz genannt“, so die Versicherung. Konkret, so die „Berliner Morgenpost“, seien im Antrag die günstigeren Gebühren von 2004 aufgeführt worden. Jetzt werden die Riester-Renten gemäß der preiswerteren Variante neu kalkuliert. Die Kunden sollte es freuen, wenngleich es absolut unverständlich ist, dass ein Fehler, der schon seit Oktober 2005 bekannt ist, erst jetzt behoben wird.
Freitag, Juni 17, 2011
Mangelndes Finanzwissen und die Folgen
Zinsen, Inflation und Risikostreuung sind Begriffe, die im Rahmen der Geldanlage und der private Altersvorsorge tagtäglich verwendet werden. Das Problem: Die Worte kennt fast jeder, nur nicht deren genaue Bedeutung – auch wenn es kaum jemand zugeben würde. Wissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang von Finanz-Analphabetismus und fordern angesichts der wenig erfreulichen Ergebnisse einer weltweit durchgeführten Studie gezielte Bildungsmaßnahmen. Denn aus ihrer Sicht besteht, so „Welt online“, ein klarer Zusammenhang zwischen mangelndem Finanzwissen und Altersarmut.
Im Rahmen der Studie wurden drei vermeintlich einfache Fragen gestellt. Zum einen ging es um die Verzinsung von Guthaben, zum anderen um die Folgen der Inflation. Über die dritte Frage zur Risikostreuung wurden zudem Aktien und Fonds ins Spiel gebracht. Schon die Zinsfrage, ob bei zwei Prozent Zinsen pro Jahr nach fünf Jahren mehr als 102 Euro auf dem Sparbuch sind (Ausgangswert 100 Euro), war für jeden Fünften zu schwer. Zwei richtige Antworten, zu Zinsen und Inflation, schafften nur 72 Prozent der Bundesbürger. An der letzten Frage, ob eine einzelne Aktie oder ein Fonds sicherer ist, scheiterte fast die Hälfte aller Teilnehmer.
Kombiniert man nun die Studienergebnisse mit den Plänen für die private Altersvorsorge, lässt sich daraus durchaus schließen, dass Finanz-Analphabetismus Altersarmut bedingen kann. Diejenigen, die sich näher mit ihrer finanziellen Situation im Alter befassen, beantworteten die Fragen zu 70 Prozent richtig. Die Quote sinkt auf 54 Prozent bei Personen, die nicht über die Zukunft nachdenken (wollen). Eine der Studienautorinnen schreibt dazu: „Gerade die Ergebnisse über das verhältnismäßig geringe Finanzwissen in den ostdeutschen Bundesländern sind alarmierend“. Dabei bezieht sie sich auf die häufig unterbrochenen Erwerbsbiografien und die hohe Arbeitslosenquote.
Auffallend ist darüber hinaus, dass gerade junge Menschen unter 35 Jahren Probleme hatten, die drei Finanzfragen zu beantworten. Gleiches gilt für über 65-Jährige, was allerdings eher auf die mangelnde Praxis zurückgeführt wird. Diese Schwäche gestehen sich Ältere allerdings nicht ein. Sie überschätzen sich gerne, wohingegen die Jugend ganz offen mit den Wissenslücken umgeht. Sie „füllen“ zu wollen, hat die Regierung schon oft angekündigt. Entsprechende Bildungsprogramme, die sich an unterschiedliche Altersgruppen wenden, sind jedoch nach wie vor Mangelware.
Posted by Andre on 06/17 at 11:39 AM
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Freitag, Mai 20, 2011
Riester-Rente: Verbraucher trotz Neuerungen skeptisch
Vertrauen muss man sich erarbeiten. Diesbezüglich war die Riester-Rente trotz regelmäßiger Kritik auf einem sehr guten Weg, hat durch den jüngsten „Zwischenfall“ aber mächtig an Boden verloren. Dass bereits auf dem Rentenkonto verbuchte Zuschüsse wieder gestrichen wurden, scheint sich nachhaltiger in das Gedächtnis der Sparer eingebrannt zu haben, als von der Politik angenommen. Das Pflaster in Form von Vereinfachungen, das schnell auf die klaffende Wunde geklebt wurde, hilft nur bedingt. Diesen Schluss lassen die Ergebnisse einer Umfrage der Beratungsgesellschaft Faktenkontor und der Marktforschung Toluna zu.
Die beiden Unternehmen haben 1.000 Bundesbürger zur Riester-Rente und den Neuerungen befragt. Nur 16 Prozent gehen davon aus, dass die staatlich geförderte Rente jetzt deutlich verbraucherfreundlicher ist. Die überwiegende Mehrheit, immerhin 82 Prozent, halten die Vereinfachungen für nicht ausreichend. Dahinter steckt, so die Auswertung der Umfrage, aber vielmehr Skepsis als pure Ablehnung. Es herrscht schlichtweg Unsicherheit darüber, ob künftig tatsächlich darüber informiert wird, ob und in welcher Höhe Beiträge gezahlt werden müssen. Das gilt für jeden dritten Sparer. „29 Prozent glauben daran, dass die automatische Benachrichtigung funktioniert“, erklärt die Faktenkontor GmbH in einer Pressemitteilung. Allerdings: Geht es um das Vertrauen in die Riester-Rente, stimmen die Änderungen am Altersvorsorgemodell nur 15 Prozent der Umfrageteilnehmer gnädig.
14,6 Millionen Verträge als neue Rekordmarke sind für die Bundesregierung also ganz gewiss keine Lorbeeren, auf denen man sich ausruhen kann. Dass ab 2012 in jeden Riester-Vertrag eigene Beiträge gezahlt werden müssen und Versäumnisse aus der Vergangenheit mit einer Nachzahlung bereinigt werden können, ist nur ein erster Schritt. Jetzt ist es an der Zeit, eines der grundlegenden Probleme, das schon seit Jahren moniert wird, in Angriff zu nehmen - mangelnde Information.
Posted by Andre on 05/20 at 01:29 PM
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Mittwoch, Mai 18, 2011
Riester-Rekord: 14,6 Millionen Verträge
Die Riester-Rente erfreut sich nach wie vor größter Beliebtheit. Laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) wurden im ersten Quartal dieses Jahres 193.000 neue Verträge abgeschlossen. Unter dem Strich riestern jetzt insgesamt 14,6 Millionen Bundesbürger (Stand: 31. März). Dieser Wert markiert einen neuen Rekordstand. „Den prozentual größten Zuwachs mit 10,8 Prozent allein in den ersten drei Monaten des Jahres 2011 verzeichnete einmal mehr die 2008 eingeführte Eigenheimrente (Wohn-Riester)“, erklärt das BMAS in einer Pressemitteilung. Der Wohn-Riester kommt damit auf einen Bestand von 544.000 Policen.
Den durchweg positiven Zahlen stand dieses Mal allerdings auch ein weniger erfreuliches Thema gegenüber: der Ärger um die Zulagenkürzungen. Sie hatten die Riester-Rente für kurze Zeit wieder in die Negativ-Schlagzeilen gebracht. Millionen Sparer bekamen den Rotstift zu spüren, weil sie vergessen hatten, wichtige Informationen wie ein höheres Einkommen mitzuteilen. Die Konsequenz war, dass die Zuschüsse nachträglich gekürzt oder ganz gestrichen wurden. Immerhin hat sich die Regierung dieses Mal sehr schnell dazu entschlossen, auf die Kritik zu reagieren.
„Die Riester-Rente wird laufend auf ihre Verbraucherfreundlichkeit hin überprüft. Wenn sich zeigt, dass Teile des Verfahrens verbesserungswürdig sind, werden Änderungen vorgenommen“, so das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Als Beispiel wird die mittelbare Zulagenberechtigung von Ehefrauen genannt, die zwar einen eigenen Vertrag haben und die staatliche Finanzspritze erhalten, aber keine Beiträge zahlen müssen. Das wurde nach der Geburt eines Kindes zum Problem, weil in dem Fall aufgrund der dreijährigen Rentenversicherungspflicht auch die Beitragspflicht der Riester-Rente einsetzte. Wurde nicht reagiert, zog die Zentrale Zulagenstelle das Geld wieder ab.
Dadurch, dass die Beiträge jetzt nachträglich gezahlt werden können, wurde Betroffenen ein großer Schritt entgegengekommen. „Für die Zukunft wird das Problem dadurch gelöst, das ab 2012 alle Riester-Sparer immer einen Eigenbeitrag von mindestens 60 Euro im Jahr (also fünf Euro pro Monate) auf ihren Vertrag einzahlen müssen, um die volle Zulage zu erhalten“, erklärt das BMAS. Dadurch würden die Regeln für die Zulagenberechtigung einfacher und transparenter.
Posted by Andre on 05/18 at 09:53 AM
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Freitag, Mai 13, 2011
Riester-Rente mit neuen Regeln
Der Gedanke, dass Millionen von Riester-Sparern die Zulagen gekürzt oder gestrichen werden, scheint der Bundesregierung nicht wirklich gefallen zu haben. Das Erfolgsprodukt zur privaten Altersvorsorge hätte dadurch einen irreparablen Schaden erlitten. Deshalb wurde nachgebessert und die Option eingeräumt, Fehler aus der Vergangenheit nachträglich auszumerzen. Das kommt all jenen entgegen, die vergessen haben, ihre Verträge anzupassen oder Änderungen der Lebensumstände mitzuteilen.
Eines der typischen Beispiele: Eine kinderlose, nicht berufstätige Ehefrau hatte bislang einen beitragsfreien Zulagenanspruch über ihren Mann. Nach der Geburt eines Kindes ist die Frau jedoch drei Jahre lang rentenversicherungspflichtig und müsste dementsprechend selbst in die Riester-Rente einzahlen. Verlangt wird in dem Fall der Mindesteigenbetrag von 60 Euro jährlich. Das haben viele Paare übersehen. Den 180 Euro, die nicht gezahlt wurden (in der Regel aus Unwissenheit), standen 462 Euro Grundzulage gegenüber, die gestrichen werden sollten. Jetzt kann nachgezahlt werden, um die Ansprüche aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig werden die Zulagen ab 2012 nur noch gewährt, wenn eigene Beiträge geleistet werden. Auf diese Lösung haben sich Finanzminister Wolfgang Schäuble und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen geeinigt.
Riester-Sparer, die von einer Kürzung betroffen sind und dank der Neuregelung fehlende Beiträge rückwirkend einzahlen dürfen, werden laut Bundesregierung schriftlich informiert. Die Nachzahlung erfolgt dann über den Anbieter der Riester-Rente. Die Banken und Versicherungen, bei deren Kunden der Rotstift angesetzt wurde, dürften ebenso aufatmen wie die Verbraucher. Denn ihnen drohte eine Welle von Klagen, weil sie nicht ausreichend beraten hatten. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte die jährliche Abrechnung genau studiert werden. Zudem gilt es, jede Änderung, insbesondere beim Einkommen, sofort zu melden. Wer nicht genau einschätzen kann, ob eine Veränderung relevant ist, kann sowohl bei seiner Assekuranz als auch bei der Zentralen Zulagenstelle nachhaken.
Montag, Mai 09, 2011
BVI fordert Öffnung der Riester-Rente für Selbstständige
Der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) empfiehlt Verbrauchern, die bislang keine Riester-Rente abgeschlossen haben, noch in diesem Jahr aktiv zu werden und in die staatlich geförderte Altersvorsorge einzusteigen. Hintergrund ist die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters. Sie wirkt sich direkt auf die frühestmögliche Auszahlung der Riester-Rente aus. Aktuell ist es möglich, sich die private Rente bereits ab Vollendung des 60. Lebensjahres überweisen zu lassen. Ab 2012 liegt die Grenze bei 62 Jahren.
Abgesehen von dem Tipp für Sparer hat der BVI auch eine Forderung an die Politik: „Mit Blick auf etwa 25 Millionen Förderberechtigte und insgesamt rund 15 Millionen Riester-Sparer spricht sich der BVI dafür aus, die – seit acht Jahren unveränderte – Förderhöchstgrenze von 2.100 Euro pro Jahr zu dynamisieren“, erklärt der Verband in einer Pressemitteilung. Nur so bleibe die geförderte Altersvorsorge attraktiv und werde die Inflation berücksichtigt.
Ein zweiter Punkt, für den sich der BVI starkmacht: Die Riester Rente soll auch für Selbstständige und Freiberufler zugänglich gemacht werden. Dieses Ziel hat die Bundesregierung im Koalitionsvertrag zwar formuliert, aber noch nicht in Angriff genommen. Im Vertrag heißt es: „Wir bekennen uns zur staatlich geförderten Altersvorsorge. Eine Vielzahl von Menschen nutzt diesen Weg, um private Vorsorge zu betreiben. Wir werden prüfen, ob es notwendig und finanziell darstellbar ist, weiteren Personengruppen, insbesondere Selbstständigen, den Zugang zur staatlich geförderten Altersvorsorge zu ermöglichen.”
Insgesamt ist der Bundesverband Investment und Asset Management allerdings recht zufrieden mit der Entwicklung. Derzeit riestern rund 2,85 Millionen Bundesbürger mit Investmentfonds. Das Gesamtvermögen beläuft sich auf etwa 7,6 Milliarden Euro. Diese Zahlen spiegeln den Stand am 31. März 2011 wider. Ein Jahr zuvor lag die Zahl der Verträge bei 2,68 Millionen und das Gesamtvermögen bei 5,6 Milliarden Euro. Der Aufwärtstrend ist unverkennbar. Sehr gut entwickelt hat sich auch das vermögenswirksame Sparen mit Fonds. Diese Variante nutzen 3,3 Millionen Arbeitnehmer. Ihnen empfiehlt der BVI, nach der sechsjährigen Einzahlphase direkt einen neuen Vertrag unter Dach und Fach zu bringen.
Posted by Andre on 05/09 at 09:23 AM
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Montag, Mai 02, 2011
Anpassungen bei Rürup-Renten genau prüfen
Die staatliche Förderung bei der privaten Altersvorsorge ist an gewisse Regeln gebunden. Das gilt für die Riester- ebenso wie für die Rürup-Rente. Während die Verträge und Daten der Riester-Policen seit einiger Zeit genauer unter die Lupe genommen und die Zulagen aufgrund fehlender Informationen gegebenenfalls wieder gestrichen werden, muss die Versicherungsbranche bei der Rürurp-Rente schon seit 2010 für klare Verhältnisse sorgen. Nur bei Policen, die offiziell zertifiziert sind, können Sparer die Steuervorteile auch in Anspruch nehmen. Das setzte bei vielen Verträgen Änderungen voraus.
Der Bund der Versicherten (BdV) warnt jetzt: „Zwar sollten Kunden die Änderungen unterschreiben, damit ihnen der Steuervorteil erhalten bleibt. Sie sollten vorher aber genau prüfen, ob sich dadurch Nachteile für sie ergeben.“ Über die Korrekturen an den Basisrenten-Verträgen werden die Versicherten schriftlich informiert. Sie erhalten Post mit teils kryptischen Hinweisen auf die neuen Vertragskonditionen. Das größte Problem: Gerade für Laien ist es nur schwer ersichtlich, ob die Neuerungen ausschließlich aufgrund der Zertifizierungsvorschriften erfolgen oder ob die Assekuranz ihnen nicht auch andere Verbesserungen „unterjubeln“ will.
„Falls die Versicherer solche Modifizierungen nicht eindeutig gekennzeichnet haben, sollten Verbraucher von den Gesellschaften eine schriftliche Erklärung über die nicht zwingend erforderlichen Änderungen verlangen“, rät der BdV in einer Pressemitteilung. Nötig sind Anpassungen in der Regel, wenn es sich um eine Kombination aus Rürup-Rente und Berufsunfähigkeitsversicherung handelt. Denn die Soforthilfe – die Zahlung eines Kapitalbetrags direkt nach Eintritt der Berufsunfähigkeit –, bislang Bestandteil vieler Verträge, widerspricht den Vorgaben für die Basisrente. Sie muss daher entfallen. Der BdV sieht die Leistungskürzung zwar als notwendig an, erwartet aber auch, dass die Beiträge entsprechend reduziert werden. Da viele Assekuranzen das nicht für nötig halten, will der Bund der Versicherten dagegen vorgehen.
Posted by Andre on 05/02 at 08:03 AM
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Mittwoch, April 27, 2011
Den Deutschen mangelt es bei der privaten Altersvorsorge an Orientierung
Sämtliche Bemühungen, die Altersvorsorgethematik nachhaltig zu vermitteln, scheinen größtenteils im Sand verlaufen zu sein. Eine Studie der Fondsgesellschaft Fidelity International zeigt, dass sowohl zur gesetzlichen Rente als auch zu den privaten und betrieblichen Vorsorgemaßnahmen noch zu viele Fragen offen sind, um eine eigene Strategie für den Ruhestand entwickeln zu können. „Vielen Berufstätigen mangelt es bei der Altersvorsorge offenkundig an ausreichender Orientierung. Von einer optimalen Nutzung der Angebote sind sie daher weit entfernt“, resümiert Hans-Jürgen Hoffmann, Leiter des Psephos Instituts für Markt-, Politik- und Sozialforschung, das die Umfrage durchgeführt hat.
60 Prozent der Bundesbürger kennen nicht einmal das viel zitierte 3-Säulen-Modell aus gesetzlicher, privater und betrieblicher Vorsorge. Von denen, die behaupteten, das Modell zu kennen, stuften zwölf Prozent die Riester-Rente als eine der Säulen ein. Die Konsequenzen dieser Fehlinformation lassen sich an den Gesamteinkünften der heutigen Rentnergeneration ablesen. 88 Prozent der Bezüge stammen von der gesetzlichen Rentenversicherung. Die private Vorsorge macht nur fünf und die betriebliche vier Prozent aus. In den Niederlanden ist der Mix deutlich besser: 58 Prozent der Einkünfte sind gesetzlicher Natur, 29 stammen aus der betrieblichen und zwölf Prozent aus der privaten Altersvorsorge.
Eine der Ursachen, weshalb die Deutschen immer noch auf die gesetzliche Rente bauen und 31 Prozent keine private Vorsorge betreiben, dürfte die falsche Vorstellung von der Höhe der Altersbezüge sein. Vier von fünf Bundesbürgern rechnen damit, mindestens 60 Prozent des aktuellen Nettolohns zu erhalten. Vier von zehn erwarten sogar 80 bis 100 Prozent. Im Schnitt werden es, so die aktuellen Zahlen, 56 Prozent sein. Der Sprecher der Geschäftsführung von Fidelity Internation, Christian Wrede, nennt daher als Ziel: „Es muss transparenter werden, über welche Einkünfte die Deutschen im Ruhestand verfügen können und wie groß die Rentenlücke tatsächlich ist.“ Er plädiert für einen Kontoauszug mit allen Bestandteilen der Altersvorsorge, wie er in Schweden üblich ist. „Denn die mangelnde Altersvorsorge ist ein gesellschaftliches Problem, das langfristig unser Sozialsystem gefährdet“, so Wrede.
Posted by Andre on 04/27 at 08:50 AM
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Montag, April 18, 2011
Altersvorsorge: Riester-Zulagen nicht aufs Spiel setzen
Dass die Riester-Zulagenberechtigungen jetzt auf Punkt und Komma überprüft und Zuschüsse gegebenenfalls wieder gestrichen werden, ist für Kritiker der staatlich geförderten Altersvorsorge wie Wasser auf die Mühlen. Sie sagen seit jeher, die Riester-Rente sei zu kompliziert, zu bürokratisch und für viele Verbraucher eher ein Buch mit sieben Siegeln. Dabei sind die „Spielregeln“ für die Zulagen relativ klar formuliert. Meistens hapert es schlichtweg daran, dass Versicherte oder Sparer vergessen, Informationen weiterzugeben und die Daten für den Vertrag auf dem aktuellsten Stand zu halten.
Um zu vermeiden, dass auf der Jahresübersicht plötzlich ein Abzug steht – wie er aktuell rund 1,5 Millionen Nutzern der Riester-Rente droht –, hat die Frankfurter Rundschau eine Liste erarbeitet, worauf geachtet werden muss. Aus Sicht der Redaktion sind von den Rückforderungen, die durch die Zentrale Zulagenstelle (ZfA) vorgenommen werden, zum einen Kunden betroffen, die gar keinen Riester-Vertrag hätten unterschreiben dürfen, wie die meisten Selbstständigen. Zum anderen beruhen die Forderungen darauf, dass Veränderungen der persönlichen Verhältnisse nicht mitgeteilt wurden.
Gegen die Rückforderung, die automatisch vom Vorsorgekonto gebucht wird, können Betroffene herzlich wenig ausrichten. Es sei denn, sie stellen einen Festsetzungsantrag und sind bereit, die Ansprüche auch vor Gericht geltend zu machen. Ansonsten gilt: Rückwirkend sind Änderungen und Korrekturen des Zulagenantrags nur innerhalb von zwei Jahren möglich. Danach wäre es zu spät.
Um für die Zukunft gerüstet zu sein, raten Experten, die Voraussetzungen für die Riester-Rente Jahr für Jahr genau zu überprüfen und der Versicherung bzw. Bank Änderungen mitzuteilen. Das gilt in erster Linie für die Höhe des Einkommens. Ebenso wichtig sind Ereignisse wie die Geburt eines Kindes. Beispiel: Sollte die Frau nicht berufstätig gewesen sein und Zulagen über den Riester-Vertrag des Mannes erhalten haben, gilt sie drei Jahre nach der Geburt als rentenversicherungspflichtig und muss den Mindestbeitrag von 60 Euro einzahlen. Im Zweifelsfall sollte man sich informieren, statt zu schweigen.
Posted by Andre on 04/18 at 09:47 AM
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Mittwoch, April 13, 2011
Riester-Rente: Zulagenberechtigung wird jetzt genauestens kontrolliert
Die Riester-Rente zeichnet sich durch das Zusammenspiel von staatlichen Zuschüssen und eigenen Sparbeiträgen aus. Das klingt an sich recht einfach, ist für viele Verbraucher aufgrund der komplizierten Vorschriften aber nur schwer nachzuvollziehen. Da passiert es relativ schnell, dass Fehler gemacht werden, die sich jetzt rächen könnten. Zum Beispiel, wenn man aus Unwissenheit vergessen hat, der Zulagenstelle seine neuen Lebensumstände mitzuteilen.
„Wir haben ein automatisches Kontrollsystem aufgebaut“, erklärte eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums (BMF). Sparer müssen sich also darauf einstellen, dass ihnen die Zuschüsse wieder gestrichen werden, wenn sie unberechtigt gezahlt worden sein sollten.
Während das BMF vorzeitige Kündigungen der Riester-Rente als Hauptgrund für die Rückforderungen nennt, sieht die Versicherungsbranche den Schwerpunkt an ganz anderer Stelle. Sie halten die Kündigungen nur für die Spitze des Eisbergs. Da es aber keine Statistiken oder weiterführende Daten zu den Forderungen gibt, bleibt oftmals nur Spekulation. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vermutet jedenfalls, dass fehlende Informationen zu den Lebensumständen den Löwenanteil ausmachen. Laut Financial Times Deutschland mimt der Dauerzulagenantrag, der es Verbrauchern eigentlich leichter machen sollte, die Hauptrolle in dem für Sparer unangenehmen Spiel.
Bislang wurden für den Zeitraum von 2005 bis 2007 bereits 1,5 Millionen unberechtigte Zulagenzahlungen in Höhe von 490 Millionen Euro registriert. Möglich macht das der Datenabgleich der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) mit den übrigen Behörden wie dem Finanzamt und den Rentenversicherungsträgern. Wer „erwischt“ wird, dem zieht die ZfA die Zulagen schlichtweg wieder ab.
Um solche Probleme zu vermeiden, raten Experten, die Jahresmitteilungen zur Riester-Rente regelmäßig zu überprüfen und die Daten gegebenenfalls zu korrigieren. Ebenso wichtig wäre es aber, die Verbraucher besser über die Förderkriterien und Voraussetzungen zu informieren. Daran hapert es schon seit Jahren, trotz aller Bemühungen wie der Initiative „Altersvorsorge macht Schule“.
Posted by Andre on 04/13 at 08:20 PM
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