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Krankenversicherung

Montag, März 01, 2010

Kranken- und Pflegeschutz nach einem Unfall

Ein schwerer Unfall endet oft im Krankenhaus und manchmal leider auch unter Pflegebedürftigkeit. Da die Leistungen aus der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung eher mager sind und die tatsächlichen Kosten nicht decken, kann Vorsorge auch in diesen Bereichen nicht schaden, dachte sich der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) und kombinierte beide Bereiche in einer neuartigen Police. Sie wird ab heute angeboten: Der ADAC-Kranken- und Pflegeschutz nach Unfall.

Auf der einen Seite umfasst der Versicherungsschutz Pflegezusatzleistungen. Dazu gehören ein Unfallpflegegeld, das in der Pflegestufe II 750 Euro und in der Pflegestufe III 1.500 Euro beträgt, sowie Hilfe und Beratung durch einen ADAC-Unfall- und Pflegebetreuer. Übernommen werden zudem bis zu 500 Euro für Hilfs- und Pflegemittel, 1.000 Euro für eine vollstationäre Kurzzeitpflege, 600 Euro für osteopathische Behandlungen sowie die Aufwendungen für die Vermittlung einer Pflegeperson.

Auf der anderen Seite haben Versicherte mit dem „ADAC-Kranken- und Pflegeschutz nach Unfall“ Anspruch auf zusätzliche Leistungen im Krankenhaus. Sie werden privatärztlich im Zweibettzimmer behandelt und können sich aussuchen, in welches deutsche Krankenhaus sie möchten. Ein großer Vorteil dieser Versicherung: Der ADAC verzichtet auch bei älteren Kunden auf eine Gesundheitsprüfung, die bei vielen anderen Krankenzusatzversicherungen sonst gängige Praxis ist und in einigen Fällen auch zur Ablehnung durch die Assekuranz führt.

Die Police, mit der sich Unfallfolgen gleich auf zwei Ebenen absichern lassen, ist durchaus dazu geeignet, die Lücke zwischen Pflegekosten und staatlicher Leistung zu verringern. Die Prämie für die Versicherung (jeweils für ADAC-Mitglieder): Als Einzelvertrag ist der Unfallschutz ab 11,60 Euro im Monat zu haben. Familien zahlen ab 23,20 Euro monatlich.

Posted by Andre on 03/01 at 11:29 AM
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Freitag, Februar 19, 2010

Zahnzusatzpolicen für Kinder meist unnötig

Eltern wollen für ihre Kinder immer nur das Beste. Deshalb sollte man sich bei einer Zahnzusatzversicherung für die Kleinen auch nicht mit den günstigsten Tarifen zufriedengeben. Erstens, weil man für zwei Euro im Monat nicht viel erwarten kann. Zweitens, weil man sich irgendwann über den Vertrag ärgern würde. Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten lehnt derlei Zusatzversicherungen für Kinder ab. „Ich würde sie den Eltern ausreden“, sagt er und meint damit vor allem Angebote, die auf den ersten Blick sehr günstig scheinen.

Je preiswerter die Police, desto genauer sollten sich Eltern die Vertragsbedingungen ansehen. Schon bei Zahnzusatzversicherungen für Erwachsene ist es selbst für Experten inzwischen extrem schwer geworden, den Durchblick zu behalten. Es gibt zu viele Varianten mit unterschiedlichsten Prozentwerten zur Übernahme möglicher Kosten und Behandlungen. Wer glaubt, für ein oder zwei Euro monatlich das volle Programm zu erhalten, wird bitter enttäuscht. Meistens decken solche Policen auch bei Kindern nur den Zahnersatz ab. Dass dieser Fall eintritt, ist aus Sicht von Thorsten Rudnik allerdings eher selten, insbesondere weil mehr Wert auf Zahnhygiene gelegt werde. Wenn ein Zahn ersetzt werden müsse, meistens nach einem Unfall oder wenn es andere, zum Beispiel erbliche Vorbelastungen gebe. Ob die Versicherung in diesen Fällen eine Leistung erbringe, sei eher fraglich.

Zurzeit übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen noch einen Großteil der Kosten, wenn Kinder zum Zahnarzt müssen. Das gilt auch für medizinisch notwendige kieferorthopädische Behandlungen. Die Kosten, die zusätzlich entstehen bzw. selbst getragen werden müssen, halten sich laut Bund der Versicherten in Grenzen. Soll die Zahnzusatzversicherung für Kinder auch den nicht von der Kasse gedeckten Teil der Rechnung oder eine kosmetisch bedingte Korrektur der Zähne bezahlen, muss man wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Allerdings warnt Rudnik: „Einen Tarif, der alle Differenzkosten übernimmt, gibt es nicht“. Er rät den Eltern, monatlich Geld für die Gesundheit der Kinder auf die Seite zu legen und sich darum zu bemühen, erst einmal die existenziellen Risiken abzusichern, etwa mit einer Kinderunfall- oder -Invaliditätsversicherung.

Posted by Andre on 02/19 at 10:59 AM
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Dienstag, Februar 09, 2010

YoungTravel Work&Learn der Allianz

Auslandssemester machen sich gut im Lebenslauf. Der Schritt, für längere Zeit an einer ausländischen Hochschule zu studieren, will jedoch sorgfältig durchdacht sein – insbesondere in Versicherungsfragen. Die Allianz hat sich diesbezüglich Gedanken gemacht und ein Baustein-System entwickelt, mit dem sich die Studierende und Praktikanten bestens für ihren Aufenthalt im Ausland absichern können, ob sie nun nach London gehen oder in China lernen wollen. Zur Auswahl stehen beim Allianz „YoungTravel Work&Learn“ insgesamt sechs Policen, die beliebig miteinander kombiniert werden können.

Zweifelsohne der wichtigste Schutz ist die Reisekrankenversicherung. Sie gilt weltweit und nicht nur in den Ländern, mit denen die Bundesrepublik ein Sozialversicherungsabkommen vereinbart hat. Für 32 Euro im Monat umfasst die Versicherung alle ambulanten Leistungen, stationäre Klinikaufenthalte, Heilbehandlungen und über „Assistance“ auch die Reisekosten für eine beliebige Person, sollte man schwer erkranken. Auf Zahnersatz muss man bei „YoungTravel Work&Learn“ allerdings verzichten. Der Vertrag kann individuell über zwei Monate bis hin zu zwei Jahren – eine Verlängerung ist nicht möglich – abgeschlossen werden und unterscheidet sich damit deutlich von den Auslandsreisekrankenversicherungen für den Urlaub.

Ein weiterer Baustein ist der Unfallschutz. Da die gesetzliche Unfallversicherung nur greift, wenn an einer deutschen Universität studiert wird oder zumindest ein direkter Bezug zu einer Universität in Deutschland besteht, ist die private Absicherung gegen die Folgen von Unfällen eine sinnvolle Ergänzung. Mit 4,66 Euro Beitrag im Monat ein durchaus finanzierbarer Schutz. Das gilt auch für die Bereiche Privathaftpflicht und Rechtsschutz, die im Ausland teilweise ganz anderen Maßstäben unterliegen und daher nicht unterschätzt werden sollten. Der Auslandsreiserechtsschutz kostet 4,00 Euro und die private Haftpflichtpolice 6,80 Euro monatlich. Sie lassen sich um eine Reiserücktrittskostenversicherung (4,20 Euro) und eine Reisegepäckversicherung (8,50 Euro) aufstocken.

Zwei Bausteine müssen beim „YoungTravel Work&Learn“ der Allianz mindestens gewählt werden. Der große Vorteil dieser Paketlösung: Man hat nur einen Ansprechpartner, insbesondere dann, wenn ein Unfall oder sonstiger Schaden gleiche mehrere Policen betrifft.

Posted by Andre on 02/09 at 08:49 AM
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Freitag, Januar 29, 2010

HUK-Coburg und Debeka bündeln Notrufservice

Im Ausland zu erkranken, stellt die meisten Urlauber vor eine Reihe von Problemen: Wo finde ich den nächsten Arzt oder das nächste Krankenhaus? Gibt es Spezialisten? Was muss ich beachten? In einer solchen Situation ist es von Vorteil, eine Auslandsreisekrankenversicherung zu haben, die auch eine Notrufzentrale betreibt. Die HUK-Coburg-Holding AG und der Debeka Krankenversicherungsverein auf Gegenseitigkeit wissen um die Bedeutung dieser Serviceleistung und sind für diese Zwecke eine Kooperation eingegangen. Das gemeinsame „Kind“ nennt sich Private Healthcare Assistance GmbH (PHA).

Das Unternehmen agiert als Notrufdienstorganisation und ist für die Versicherten beider Assekuranzen zuständig. HUK-Coburg und Debeka versprechen sich davon einerseits eine deutlich bessere und schnellere Hilfe als sie bisher gewährleistet werden konnte. Andererseits würden mit der PHA Kosten eingespart. Das komme den Kunden zugute – insgesamt sechs Millionen bei beiden Versicherungen – und sorge für mehr Transparenz auf der Leistungsseite.

Sitz der Private Healthcare Assistance GmbH ist Frankfurt am Main. „Als Geschäftsführer fungieren Reinhard Wüstenberg, Debeka, und Roland Weidmann, HUK-Coburg“, erklären die neuen Partner in einer Pressemitteilung. Die Kooperation beschränke sich allerdings ausschließlich auf den Auslandsnotrufservice.

Posted by Andre on 01/29 at 05:53 AM
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Dienstag, Januar 26, 2010

Krankenkassen erheben Zusatzbeiträge

Gestern war es soweit: Die Chefs der gesetzlichen Krankenkassen haben sich vor die Presse gestellt und verkündet, dass sie demnächst Zusatzbeiträge von ihren Mitgliedern verlangen werden. Herbert Rebscher, Vorstandsvorsitzender der DAK, begründete den Schritt damit, dass die Kassen sich entschlossen hätten, „den Weg der seriösen Kalkulation zu gehen“. Gleichzeitig sprach er mit stolz geschwellter Brust von einer Enttabuisierung und präsentierte sich als „Vorreiter eines neuen Gesundheitssystems“. Dabei ist es nicht anderes als eine Beitragserhöhung und in gewisser Hinsicht auch eine Preisabsprache.

Bei der DAK werden die 4,6 Millionen Mitglieder schon ab Februar acht Euro mehr bezahlen müssen. Das Gehalt, sonst Grundlage für die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung, bleibt bei dieser Pauschale völlig außen vor. Auch die KKH Allianz, die AOK Schleswig-Holstein, die BKK Gesundheit, die BKK Heilberufe, kptBKK und Novitas BKK kündigten an, eine Pauschale zu verlangen. Das ist für die Kassen der einfachste Weg, weil sie nicht detailliert rechnen müssen. Bei einem Betrag über acht Euro wären sie verpflichtet, für jedes einzelne Mitglied den Zusatzbeitrag – maximal ein Prozent des Einkommens bis höchstens 37,50 Euro im Monat – zu kalkulieren. Die Pauschale ist im Vergleich dazu schön einfach. Lediglich die BKK Westfalen-Lippe scheint mehr verlangen zu wollen.

13 Monate keimt der Gedanke, die Option der Zusatzbeiträge zu ziehen, inzwischen bei den gesetzlichen Krankenkassen. Damals war der Gesundheitsfonds eingeführt worden. Doch die Angst, als erste Kasse die Hand aufzuhalten, war bislang zu groß. Schließlich haben Kunden in diesem Fall ein Sonderkündigungsrecht und könnten sich eine Krankenversicherung suchen, die besser mit ihrem Geld wirtschaftet. Da jetzt beinahe flächendeckend ein Zusatzbeitrag erhoben werden soll, scheint keine große Wanderung mehr befürchtet zu werden. Dieter Paffrath von der AOK Schleswig-Holstein warnt jedenfalls vor einem Wechsel. Es lohne sich nicht, weil acht Euro den meisten Kassen bald schon nicht mehr reichen würden.

Verwunderlich ist das nicht. Denn alleine der Zusatzbeitrag wird Verwaltungskosten von rund einer Milliarden Euro verursachen. Von den acht Euro fließen etwa zwei Euro in die Bürokratie. Jedes Mitglied muss schriftlich darüber informiert werden, dass ein Zusatzbeitrag erhoben wird. Für die Versicherten ist das ebenfalls mit Arbeit verbunden: Sie müssen den Betrag Monat für Monat überwiesen, weil er nicht automatisch abgebucht wird. Wer nicht zahlt, dem droht ein Inkassoverfahren. Dann steht möglicherweise der Zoll vor der Tür. Er wurde von der großen Koalition als Geldeintreiber vorgesehen.

Posted by Andre on 01/26 at 09:00 AM
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Montag, Januar 18, 2010

Zahnzusatzversicherungen – Augen auf bei Tarifwahl und Kleingedrucktem

Sie boomen und bescheren den Versicherungsunternehmen Zuwachsraten, von denen man in vielen anderen Bereichen nur träumen kann. Die Rede ist von Zahnzusatzversicherungen, mit denen die kargen Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen aufgestockt werden sollen. Schließlich gehen Eingriffe für die Zahngesundheit gewaltig ins Geld. Bislang haben rund 11,7 Millionen Deutsche eine entsprechende Zusatzpolice abgeschlossen. 46 Prozent der Krankenkassenmitglieder denken darüber nach, sich abzusichern. Bei rund 300 Tarifen ist es allerdings ratsam, genau zu vergleichen.

Die Kosten für eine Zahnzusatzversicherung bewegen sich in einer extrem weiten Spanne von unter zehn bis weit über 25 Euro im Monat. Dass man bei einer günstigen Absicherung Abstriche bei der Leistung in Kauf nehmen muss, darauf weist die Stiftung Warentest schon seit Jahren hin. Doch auch bei Verträgen, die teurer sind, sollte man sich nicht von den Hochglanzprospekten blenden lassen. Sonst übersieht man das Kleingedruckte. Darin befinden sich die vielen kleinen Haken, die erst dann zum Tragen kommen, wenn die Rechnung vom Zahnarzt auf dem Tisch liegt und eine Leistung von der Versicherung eingefordert wird.

Damit es etwas leichter wird, hat Hans Waizmann den sogennnten Waizmann-Wert entwickelt. Der Makler gilt als Spezialist für Zusatzversicherungen und hat sich die Mühe gemacht, die Tarife und Angebote zu bewerten. Das Ergebnis zeigt, wie viel Prozent des Eigenanteils die Policen innerhalb der ersten vier Jahre und weiteren vier Folgejahre decken. Dafür wurde ein Leistungsfallkorb erarbeitet, der den typischen Behandlungsbedarf widerspiegelt. Die Rechnungen würden sich mit einem Implantat, einem Inlay, acht professionellen Zahnreinigungen, fünf Kunststofffüllungen, einer Vollkeramikkrone und einer erweiterten Wurzelbehandlung auf insgesamt 5.940 Euro belaufen. Die Kasse zahlt als Festzuschuss 970 Euro. Also fast 5.000 Euro, die zulasten des Muster-Patienten gehen.

Der Index stellt zweifellos eine große Hilfe dar, zumal die Tarife als Gesamtpaket und nicht einzelne Bereiche gesondert beurteilt werden. Die Werte basieren allerdings auf Annahmen, die längst nicht für jeden zutreffen. Die Verbraucherzentralen raten daher zu einer gründlichen Bedarfsanalyse. „Vollkasko“ sei bei Zahnzusatzversicherungen „völlig überzogen und überflüssig“. Wie bei allen Versicherungen komme es darauf an, dass die Leistung stimme. Hier gebe der Waizmann-Wert durchaus die Richtung vor, sollte aber um weitere Tests und Vergleiche ergänzt werden.

Posted by Andre on 01/18 at 11:26 AM
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Donnerstag, Dezember 10, 2009

2010 drohen Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung

Für gesetzlich Krankenversicherte könnte das kommende Jahr eine unangenehme Überraschung bereithalten – in Form von Zusatzbeiträgen. Viele Krankenkassen haben bereits angekündigt, 2010 einen höheren Beitrag von ihren Versicherten verlangen zu wollen. Grund ist ein milliardenschweres Minus, das der gesetzlichen Krankenversicherung droht. Laut Schätzerkreis fehlen in diesem Jahr 2,1 Milliarden und im kommenden Jahr rund vier Milliarden Euro. Viel Holz.

Der Schätzerkreis geht für 2010 von Einnahmen in Höhe von 171,1 Milliarden Euro aus, inklusive des Bundeszuschusses. Demgegenüber stehen Ausgaben in Höhe von 174,3 Milliarden Euro. Berücksichtigt man noch die Liquiditätsreserve über 0,8 Milliarden Euro, öffnet sich für die gesetzlichen Krankenkassen ein Vier-Milliarden-Loch. Gestopft werden soll es mit Zusatzbeiträgen und damit auf Kosten der Versicherten. Berechnet werden dürfen ein Prozent des Einkommens oder aber pauschal acht Euro, wobei in dem Fall keine Einkommensprüfung erfolgt.

Für den neuen Gesundheitsminister, Philipp Rösler (FPD), beginnt jetzt ein Tanz auf dem Drahtseil. Er muss sehen, wo Ausgaben gekürzt werden können oder aber das System grundlegend erneuern. Überlegungen hierzu wurden schon während des Wahlkampfes angestellt. Aktuell äußert sich Rösler noch nicht dazu, an welcher Stelle er den Rotstift ansetzen will. Sicher sei nur: „Niemand im System, ob Ärzte, Apotheker, Pharmahersteller, Krankenhäuser oder Krankenkassen, bekommt einen Freibrief“.

Damit schlägt er in die gleiche Kerbe wie kürzlich der Chef der DKV – einer der größten privaten Krankenversicherungen (PKV) Europas – Günter Dibbern. Die PKV wollen mehr Mitspracherecht bei den Honoraren, um so die Kostenexplosion ein wenig zu mindern. Denn nicht nur den gesetzlich, sondern auch den privat Versicherten stehen 2010 deutlich höhere Ausgaben für die Gesundheit ins Haus. Bei einigen PKV bewegt sich die Beitragserhöhung mit zehn Prozent auf einem sehr hohen Level. Im Schnitt wird mit einer Anpassung um drei bis sechs Prozent gerechnet.

Posted by Andre on 12/10 at 10:46 AM
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Samstag, September 26, 2009

Beitragsbemessungsgrenzen für 2010

Jahr für Jahr werden die Rechengrößen der Sozialversicherung gemäß der Lohn- und Gehaltsentwicklung in Deutschland neu berechnet und im Rahmen der Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung bekannt gegeben. Mittlerweile hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) einen Referentenentwurf für eine “Verordnung über maßgebliche Rechengrößen der Sozialversicherung für 2010” vorgelegt, der zwar noch der Zustimmung des Bundesrates bedarf, aller Voraussicht nach aber schon die endgültigen Zahlen enthält. Demzufolge werden die Beitragsbemessungsgrenzen der einzelnen Sozialversicherungssparten um mehr als 2% angehoben.

Die Beitragsbemessungsgrenzen für die gesetzliche Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung 2010 werden demnach bei 66.000 € in den alten Bundesländern und 55.800 € in den neuen Bundesländern liegen. Die Bemessungsgrenzen der knappschaftlichen Rentenversicherung liegen bei 81.600 € im Westen und 68.400 € im Osten Deutschlands.

In der gesetzlichen Krankenversicherung und sozialen Pflegeversicherung wird die Beitragsbemessungsgrenze bei 45.000 € liegen, einheitlich für die alten und neuen Bundesländer. Dieser Wert regelt die Höhe der Krankenkassen-Beiträge.

Weiterhin wurden die Grenzwerte für die Versicherungspflichtgrenze (auch unter der Bezeichnung Jahresarbeitsentgeltgrenze bzw. JAEG bekannt) veröffentlicht. Dieser Wert liegt zukünftig bei bundeseinheitlichen 49.950 €, ein Anstieg um 2,7% gegenüber dem Vorjahr. Die Versicherungspflichtgrenze regelt den Zugang zur Privaten Krankenversicherung.

Und zum Schluss noch der Link zum Referentenentwurf für die Rechengrößen der Sozialversicherung 2010

Posted by Gerald on 09/26 at 01:43 PM
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Montag, September 07, 2009

PKV-Basistarif fast schon ein Reinfall

Zum 1. Januar 2009 mussten die privaten Krankenversicherungen (PKV) den so genannten Basistarif ins Programm nehmen. Mit Widerwillen folgten die Unternehmen dem Auftrag aus der Politik, der später vom Bundesverfassungsgericht als rechtens bewertet wurde. Sie hätten sich gar nicht so sehr zieren müssen. Denn besonders gefragt ist der neue Tarif ohnehin nicht. Die jüngsten Zahlen beweisen vielmehr, dass der Basistarif ein echter Flopp ist. Er bietet die Leistungen, die auch gesetzlich Versicherte erwarten dürfen, und kostet rund 570 Euro im Monat. Das entspricht dem Höchstsatz in der gesetzlichen Krankenversicherung.

9800 Kunden haben sich bislang für den Basistarif entschieden. Diese Zahl nennt der Verband der privaten Krankenversicherung. Sie stammt vom 1. Juli dieses Jahres. Bei den drei größten Anbietern sind es 1475 (Debeka), 1106 (Allianz) und 725 neue Kunden bei der DKV. Das ist deutlich weniger als die Planer der Gesundheitsreform erwartet hatten. Ihr Ziel bestand darin, Nicht-Versicherte wieder unter den schützenden Mantel einer PKV zu bringen und allen, die sich von ihrer Versicherung gebeutelt fühlen, eine günstigere Alternative zu bieten. Aufgrund einer zu hohen Prämie sind nur ganz wenige Kunden in den Basistarif eines anderen Unternehmens gewechselt. Die Debeka hat gerade einmal 16 solcher Kunden in ihre Reihen aufnehmen können.

Besonders überraschend sind diese Zahlen und das schwache Abschneiden des neuen Tarifs nicht. Die Gesundheitsexpertin der Verbraucherzentrale Berlin, Dörte Elß, sagt beispielsweise: „Ohne Not geht keiner in den Basistarif.“. Das ist eine sehr klare Aussage. Sie begründet sich hauptsächlich mit den im Vergleich zu anderen PKV-Tarifen sehr mageren Leistungen. Vom Ein-Bett-Zimmer im Krankenhaus können Kunden mit Basistarif nur träumen. So sind es neben einigen Beamten derzeit fast nur ehemals Nicht-Versicherte, ältere und kranke Menschen, denen ihr alter Vertrag zu teuer wurde, und Empfänger von Harz-IV-Leistungen, die den Basistarif nutzen. Viele von ihnen würden mit einem anderen Tarif besser und günstiger fahren.

Posted by Andre on 09/07 at 08:19 AM
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Montag, August 24, 2009

Erste Krankenkasse erhebt Zusatzbeiträge

Das ging schneller als erwartet: Die erste gesetzliche Krankenkasse kommt mit dem ihr aus dem Gesundheitsfonds zugewiesenen Geld nicht aus und erhebt Zusatzbeiträge. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, der Kölner Stadtanzeiger und RP-Online berichten, wird die Gemeinsame Betriebskrankenkasse Köln (GBK) rückwirkend zum 1. Juli von jedem Versicherten acht Euro mehr im Monat verlangen. Fällig wird der Betrag erstmals zum 20. September. Als Grund nennt der Vorstand der GBK, Helmut Wasserfuhr, „außergewöhnliche Behandlungskosten für Schwerstkranke“, konkret zwei seltene Bluter-Erkrankungen, die mit 14 Millionen Euro ein enormes Loch in die Finanzdecke gerissen haben.

Die Gemeinsame Betriebskrankenkasse Köln markiert damit den Anfang einer Entwicklung, die vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung bereits vor einiger Zeit prognostiziert wurde. Ins gleiche Horn stößt jetzt die KKH-Allianz. Deren Chef, Ingo Kailuweit, rechnet damit, dass spätestens im kommenden Jahr 50 Millionen gesetzlich Krankenversicherte tiefer in die Taschen greifen müssen, weil Zusatzbeiträge erhoben werden. Die Zeichen für eine Teuerung seien unübersehbar: Zehn Prozent höhere Arzthonorare, sechs Prozent mehr für Arzneimittel und die Kosten für die Impfung gegen die Schweinegrippe. Allein bei der GBK wird diese Maßnahme voraussichtlich Ausgaben in Höhe von 600.000 Euro verursachen.

Ob in Folge der Zusatzbeiträge ein reges Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel starten wird, lässt sich nur schwer vorhersagen. Klar ist nur, dass Kunden, die mehr zahlen sollen, weil ihre Krankenkasse nicht mit dem Budget auskommt, ein Sonderkündigungsrecht haben. Dann darf man gespannt sein, wie sehr die besser aufgestellten Unternehmen um neue Kunden buhlen. Ohnehin wird sehr viel Geld mit Marketing verpulvert. Dazu gehören laut Wolfgang Greiner, Gesundheitsökonom an der Universität Bielefeld, auch die 300 Millionen Euro, die voriges Jahr für die Gesundheitsförderung beispielsweise durch Ernährungsberatung ausgegeben wurden, und die 100 Millionen Euro, die in die Bonusprogramme flossen.

Posted by Andre on 08/24 at 09:00 AM
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Freitag, August 21, 2009

Abschlusskosten der PKV deutlich gestiegen

Der Streit um die Gesundheitsreform inklusive Niederlage vor Gericht, kaum mehr neue Kunden und die ewigen Sticheleien um Preistreiberei wie sie kürzlich wieder seitens der Barmer Ersatzkasse erfolgten – leicht haben es die privaten Krankenversicherungen (PKV) momentan wohl nicht. Da dürfte die Meldung der Stiftung Warentest über hohe und deutlich gestiegene Abschlusskosten bei den PKV die Stimmung in der Branche nicht gerade aufhellen. 2,55 Milliarden Euro haben die Unternehmen laut Rechenschaftsbericht des Verbandes der privaten Krankenversicherungen voriges Jahr alleine für die Abschlusskosten auf den Tisch gelegt.

Diesen Posten muss man sich als großen Topf vorstellen, in den alles kommt, was auch nur ansatzweise mit dem Abschluss neuer Verträge in Verbindung steht. Das wären unter anderem die Risikoprüfung samt Arztbericht für den möglichen Neukunden, die Provision für den Vermittler bzw. Versicherungsvertreter und natürlich die Kosten, die für die Bearbeitung anfallen. Dass die Abschlusskosten im Vergleich zum Vorjahr allerdings gleich um 7,1 Prozent steigen, ist schon verwunderlich. Denn mit 69.800 Personen, die 2008 in die PKV gewechselt sind, hat man nicht gerade einen neuen Rekord aufgestellt – wenn, dann in negativer Hinsicht.

Im Jahr 2000 betrug der Zuwachs noch 137.400 Kunden mit Vollversicherung. Damals wurden trotz fast doppelt so vieler Neukunden nur 1,92 Milliarden Euro als Abschlusskosten angegeben. Ärgerlich ist dieser Anstieg vor allem für diejenigen, die sich für eine private Krankenversicherung entschieden haben. Denn die Kosten gehen komplett auf ihre Kappe und werden fein säuberlich in die Beiträge eingerechnet. Dass es 2008 zu dieser Kostenexplosion gekommen ist, hat laut Verband einen einfachen Grund: Extreme Vertriebsanstrengungen. Sehr erfolgreich waren sie damit offensichtlich nicht.

Zudem bestätigen die Zahlen in gewisser Hinsicht die Ergebnisse einer Studie des Institutes für Demoskopie Allensbach im Rahmen des Gesundheitsreports. Demnach widerstrebt vielen Deutschen ein Wechsel in die PKV, weil die Beitragskosten unberechenbar seien, insbesondere im Alter.

Posted by Andre on 08/21 at 08:28 AM
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Montag, August 10, 2009

Höhere Renten für Raucher

Ein tiefer Zug an der Zigarette, fettiges Essen – Ärzte schütteln angesichts einer solchen Lebensweise den Kopf und heben mahnend den Zeigefinger. Versicherungen reiben sich hingegen die Hände. Kunden, deren Lebenserwartung aufgrund von zu viel Tabak und Bluthochdruck als eher gering eingestuft wird, sind zumindest bei der privaten Rentenversicherung gerne gesehen und werden jetzt sogar extra umworben. Ihnen machen die Assekuranzen seit einiger Zeit mit Versprechungen über eine höhere Rentenzahlung den Hof.

Die Rechnung der Versicherer ist ganz einfach: Kunden, die lange leben – die durchschnittliche Lebenserwartung steigt stetig – halten auch länger die Hand auf und stellen damit eine enorme finanzielle Belastung dar. Wer aber in Kauf nimmt, aufgrund seiner Nikotinsucht eher zu sterben, kommt in der Regel nur für ein paar Jahre in den Genuss seiner Rente. Ob nun Herzkranke, Diabetiker, Raucher oder Übergewichtige: Sie alle sind plötzlich wesentlich beliebter, geht es rein um die private Altersvorsorge. Damit nicht geschummelt wird, muss der Hausarzt ran. Mit einem Nikotintest kontrolliert er, ob auch ausreichend viel Rauch inhaliert wird.

In Großbritannien sind solche Policen schon seit Jahren erhältlich. Sie richten sich an Nicht-Standardversicherte und nennen sich dort „Non-Standard-Annuities“. Der deutsche Markt ist gerade erst dabei, sich langsam zu entwickeln. Die Anbieter orientieren sich bei ihrer Kalkulation teilweise auch nur an bestimmten Krankheiten. Die LV 1871 bietet zum Beispiel an, den Vertrag so zu gestalten, dass erst mit Eintritt des Krankheitsfalls eine höhere Rente garantiert wird. Höher heißt dann bei einigen Versicherungen sogar doppelt so hoch. Ob es sich dafür lohnt, ungesund zu leben, ist wohl eher fraglich.

Denn spätestens, wenn andere Lebensbereiche abgesichert werden sollen, gibt es echte Probleme. Raucher, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung wünschen, und darüber hinaus noch ein paar Pfund zu viel auf den Rippen haben, werden meistens direkt abgelehnt, müssen mehr zahlen oder Leistungsausschlüsse hinnehmen. Ähnlich sieht es bei der privaten Krankenversicherung und Krankenzusatzversicherungen aus. Da heißt es dann abwägen: Mehr Rente oder doch lieber rundum bestens geschützt.

Posted by Andre on 08/10 at 09:00 AM
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Freitag, August 07, 2009

Wichtige Versicherungen für Azubis

Mit der Ausbildung und dem Einstieg ins Berufsleben startet in diesen Tagen für viele jungen Menschen ein neuer Lebensabschnitt. Dabei sollten sie sich nicht wundern, wenn sie plötzlich heftig umworben werden - von Versicherungen. Auszubildende sind begehrte Kunden und erhalten entsprechend viel Post, Anrufe oder gar Besuche von Vertretern. Der Bund der Versicherten (BdV) hat diesbezüglich einen ganz einfachen Tipp: „Gut, wenn sich Berufseinsteiger schon vorher Gedanken gemacht haben“. Welche Policen sinnvoll sind und schon in jungen Jahren abgeschlossen werden sollten, verrät der BdV unter anderem in der Broschüre „Gut versichert in Ausbildung und Studium“, die auf www.bundderversicherten.de im Bereich Publikationen abgerufen werden kann.

Zum absoluten Pflichtprogramm gehört die Krankenversicherung: In der Regel werden die Auszubildenden in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert, wobei sie die Wahl haben, welcher Kasse sie ihr Vertrauen schenken. An zweiter Stelle folgt direkt die private Haftpflichtversicherung. Hier gilt es, genau in den Vertrag der Eltern zu sehen. „Wenn die Eltern eine solche Police haben, sind Kinder meist mitversichert. Vorausgesetzt, sie sind in der Ausbildung und nicht verheiratet“, erklärt die Vorstandsvorsitzende des Bundes der Versicherten, Lilo Blunck.

Als unverzichtbar bezeichnet sie die Berufsunfähigkeitsversicherung, die so früh wie möglich abgeschlossen werden sollte. Von der gesetzlichen Rentenversicherung darf die heutige Generation der Auszubildenden nicht mehr viel erwarten, wenn Krankheit oder ein Unfall dafür sorgen sollten, dass der Beruf nicht länger ausgeübt werden kann. Fünf Jahre muss mindestens in die gesetzlichen Kassen eingezahlt werden, bis ein minimaler Betrag fällig wird. „Die private Berufsunfähigkeitsversicherung springt dagegen sofort ein“, so Lilo Blunck. Empfohlen werden eine monatliche Rente von mindestens 1.000 Euro und eine Laufzeit bis zum 67. Lebensjahr. Die Police sollte auf jeden Fall eine Nachversicherungsgarantie enthalten, um den Vertrag flexibel auf veränderte Gegebenheiten anpassen zu können.

Posted by Andre on 08/07 at 09:42 AM
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Montag, Juli 13, 2009

76 Prozent der Deutschen wollen keine höheren Krankenkassenbeiträge

Ginge es nach den Bundesbürgern, wäre die Gesundheitsreform in ihrer aktuellen Form längst wie eine überreife Melone geplatzt. Von Zufriedenheit kann derzeit jedenfalls keine Rede sein. Da treffen Vorschläge zu einer allgemeinen, solidarisch finanzierten Alternative – wie hier kürzlich vorgestellt – durchaus auf offene Ohren. Das Nachrichtenmagazin „Focus“ hat eine Emnid-Umfrage zur Gesundheitspolitik und den Krankenkassenbeiträgen in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse nicht überraschen. Gerade einmal vier Prozent der Deutschen können den einheitlichen Prämien der gesetzlichen Kassen und dem Gesundheitsfonds positive Aspekte abgewinnen. Über 30 Prozent erwarten Nachteile.

Noch deutlicher ist das Bild, wenn es um die Finanzierung der neuen Ärztehonorare geht. Die steigenden Kosten im Gesundheitswesen über höhere Beiträge für die Krankenkasse auszugleichen, kommt für die Mehrheit nicht in Frage. 74 Prozent der Bürger in Westdeutschland und 86 Prozent der Ostdeutschen (im Schnitt 76 Prozent) lehnen es ab, noch tiefer in die Taschen greifen zu müssen. Als Lösung plädieren 63 Prozent dafür, die Zweiteilung in privat und gesetzlich versichert endgültig aufzuheben und ein einheitliches System für alle zu schaffen. Eine zweite Möglichkeit, die von 48 Prozent der Befragten präferiert wird, wären Steuerzuschüsse. Lediglich 24 Prozent wären bereit, mehr für die Krankenversicherung zu bezahlen.

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) sieht die Schuld für das Dilemma in erster Linie bei den gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Sie redeten alles nur schlecht. „Die Kassen erzählen seit Jahren, dass sie zu wenig Geld hätten“, so die Ministerin. Vorschläge, wie man das Gesundheitswesen besser organisieren könne, würden vom Spitzenverband der GKV aber keine gemacht. Stattdessen würden Warnungen ausgesprochen, dass künftig Zusatzbeiträge von bis zu 36,75 Euro monatlich verlangt werden müssten, um vernünftig wirtschaften zu können. Sollte eine Krankenkasse tatsächlich in diese Situation kommen, hat Ulla Schmidt einen Vorschlag: Dann sollte die Kasse besser fusionieren. Dem Bürger bringt dieses Hick-Hack wenig – aber das kümmert weder die GKV noch die Politik.

Posted by Andre on 07/13 at 09:41 AM
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Donnerstag, Juli 09, 2009

Neues Konzept für das Gesundheitssystem

Ideen, wie das Gesundheitssystem sozial verträglicher, gerechter und besser finanziert werden kann, gibt es viele. Durchgesetzt hat sich bislang keine davon. Eckart Fiedler, seines Zeichens Gesundheitsökonom und ehemaliger Chef der Barmer Ersatzkasse, hat jetzt zusammen mit anderen Experten für die Friedrich-Ebert-Stiftung ein neues Modell gezeichnet. Es greift alte Vorschläge auf und modifiziert sie vor allem mit Blick auf die finanzielle Lage der Versicherten. Der Grundgedanke: ein solidarisch finanziertes Gesamtsystem.

Damit würde die bisherige Zweiteilung in gesetzliche Krankenkassen und private Krankenversicherung (PKV) aufgebrochen. Das erinnert ein wenig an das Prinzip Bürgerversicherung, das jüngst immer mal wieder diskutiert wurde. Allerdings ist das Fiedler-Modell einkommensabhängig. Das Experten-Team rechnet angesichts der besser Verdienenden, die bislang zumeist in der PKV versichert sind, mit Mehreinnahmen von zehn Milliarden Euro. Berücksichtigt wurden bei dieser Rechnung bereits die Leistungen, die von den 8,6 Millionen Privatpatienten in Anspruch genommen werden.

Weitere 2,2 Milliarden Euro erhofft sich die Gruppe um Eckart Fiedler aus Einnahmen, die über die Kapitaleinkünfte der Versicherten generiert werden sollen. Der Gerechtigkeit halber müsse auch diese Einnahmequelle in die Beitragsberechnung einfließen. Um den Aufwand in Grenzen zu halten, soll das Geld in Form eines fünfprozentigen Aufschlags auf die Abgeltungssteuer kassiert und in den Gesundheitsfonds gezahlt werden. Fünf Milliarden Euro erhofft man sich zudem von einer Neuregelung der kostenfreien Mitversicherung von Ehepartnern, die nicht erwerbstätig sind.

Der dickste Batzen, mit stolzen 15 Milliarden Euro, soll über die Kindermitversicherung in die Kassen gespült werden. Die Beitragsbefreiung bliebe bestehen, werde aber nicht länger von den Versicherungen, sondern von den Steuerzahlern getragen. Unter dem Strich stehen damit 32,2 Milliarden Euro mehr für das Gesundheitssystem zur Verfügung, um auch für schlechte Zeiten gewappnet zu sein. Aus Expertensicht wird sich die demographische Entwicklung ab 2030 besonders deutlich bemerkbar machen. Bis dahin werden vermutlich noch viele Ideen präsentiert.

Posted by Andre on 07/09 at 09:40 AM
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