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Lebensversicherung
Montag, Februar 14, 2011
Lebensversicherungen geraten unter Druck
Die Lebensversicherer sehen ihre Felle davon schwimmen. Mit der Ankündigung des Finanzministeriums, den Garantiezins vielleicht schon zum 1. Juli dieses Jahres von derzeit 2,25 auf 1,75 Prozent zu senken, droht die Kapitallebensversicherung merklich an Attraktivität zu verlieren. Hinzu kommt viel Arbeit, weil sämtliche Systeme auf den neuen Kurs umgestellt werden müssten. Damit nicht genug steht ein weiteres Problem im Raum: Auch andere Anlageformen wie Fondssparpläne sollen künftig steuerliche Vorteile genießen, was zu einem enormen Verdrängungswettbewerb führen könnte.
Da scheint die Empfehlung der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV), den Höchstrechnungszins vorerst auf dem alten Niveau zu belassen, fast schon wie ein rettender Strohhalm. Der ist allerdings sehr kurz und dünn. Denn es ist nicht abzusehen, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble auf die DAV hört – sehr zum Verdruss der Assekuranzen. Im Gespräch mit der „Welt“ beschwert sich Johannes Löper vom Vorstand der Ergo über die kurzfristige Umstellung: „Die Zeit bis zur Jahresmitte ist dafür sehr knapp bemessen.“ Schließlich bedeutet der neue Zinssatz für die Branche, dass sämtliche Produkte, die der garantierten Verzinsung unterliegen, neu kalkuliert werden müssen.
Neu rechnen sollten aus Sicht von Vermögensberatern auch die Kunden. Wenn es künftig nur 1,75 Prozent sein sollten – plus Überschussbeteiligung und Schlussüberschuss – stellt sich die Frage: Lohnt sich eine Kapitallebensversicherung überhaupt noch? Aus Sicht der Experten scheint eine klare Trennung von Versicherung und Sparen sinnvoller. Auch mit Blick auf die künftige Entwicklung der Gesamtverzinsung. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht schaut den Unternehmen sehr genau auf die Finger. Die Verlockung, mit Zahlen zu werben, die dann doch nicht eingehalten werden können, ist hoch. Aktuell und vermutlich auch in naher Zukunft müssen sich Sparer jedoch keine Sorgen machen. Die Ratingagenturen sehen die Unternehmen in einem relativ sicheren Fahrwasser. Die Lebensversicherung hat also nach wie vor ihre Berechtigung.
Posted by Andre on 02/14 at 08:00 AM
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Montag, Februar 07, 2011
Österreicher investieren weniger Geld in kapitalbildende Lebensversicherungen
Deutsche und Österreicher verfolgen bei der Geldanlage nahezu die gleichen Ziele. Dass auch die gleichen Instrumente zum Einsatz kommen, sollte deshalb nicht verwundern. In beide Nationen steht die Sicherheit an erster Stelle. Die erhoffen sich Sparer dies- und jenseits der Grenze vor allem von Bausparverträgen und dem guten alten Sparbuch, wobei in der Bundesrepublik das Tagesgeldkonto inzwischen etwas beliebter ist als der Klassiker. In der Gunst der Verbraucher deutlich nachgelassen haben Wertpapiere aller Couleur und die Lebensversicherung.
Vergleicht man die jüngsten Umfrageergebnisse zu den Geldanlage-Präferenzen in Österreich und Deutschland, ergeben sich zwar leichte Unterschiede bezogen auf die Prozentzahlen. Dafür sind die Trends eindeutig: Immobilien und damit auch das Thema Bausparen gehören schon seit Jahren zu bevorzugten Optionen. Laut Studie der Spectra Marktforschungsges.m.b.H. sprachen sich sowohl im Februar als auch im Dezember 2010 jeweils 53 Prozent der Österreicher für den Bausparvertrag als beste Möglichkeit aus, Geld anzulegen. Zwei Prozentpunkte verloren hat in diesem Zeitraum das Sparbuch - von 54 auf jetzt 52 Prozent. Ähnlich erging es der Lebensversicherung: Hier sank die Quote von 25 auf nunmehr 23 Prozent.
Die Gründe dafür, dass Kapitallebensversicherungen in der Alpenrepublik stagnieren und in der Tabelle weiter nach unten gereicht werden, sieht Spectra-Geschäftsführer Peter Bruckmüller in der Wirtschafts- und Finanzkrise und der dadurch angeknacksten Einstellung zu Versicherungen. „Offensichtlich ist die Bevölkerung der Meinung, dass sich die Ertragsstärke der Lebensversicherung eher reduziert hat“, erklärt er, „das hat sicher auch damit zu tun, dass man vom allgemeinen Zinsniveau ausgeht und die Policen nicht als ertragreiche Form sieht.“ Der Vertrag werde derzeit eher als Vorsorge- denn als Anlageprodukte genutzt. Das sah 2004 bis 2007 noch ganz anders aus_ Da war die Lebensversicherung teils sogar beliebter als das Sparbuch.
Posted by Andre on 02/07 at 07:40 AM
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Dienstag, Januar 25, 2011
Aufgepasst beim Verkauf von Lebensversicherungen
Kapital-Lebensversicherungen haben in den vergangenen Jahren stark an Attraktivität verloren. Die einstige Geldmaschine der Versicherungsbranche verkauft sich vergleichsweise schlecht, weil sich zunehmend mehr Personen der Tatsache bewusst werden, dass sie einen solchen Schutz überhaupt nicht benötigen oder dass andere Formen der Altersvorsorge eine bessere Rendite bringen. Etliche Versicherte, die trotzdem eine klassische Lebensversicherung abgeschlossen haben, stellen sich nun die Frage, wie sie aus ihrer Police am besten herauskommen. Häufig fällt die Entscheidung zugunsten einer Auflösung - das jedoch ist nicht unbedingt die beste Variante. Wer die Police beim Versicherer einfach aufkündigt, verliert relativ viel Geld, da in den ersten Jahren fast kein verzinsbares Guthaben aufgebaut wird, sondern der Großteil der Einzahlungen der Tigung von Gebühren dient. Sinnvoller ist es daher, sich nach anderen Möglichkeiten umzusehen.
Wie die „Welt Online“ schreibt, besteht eine attraktive Möglichkeit darin, eine Lebensversicherung zu beleihen. Sie dient als Kreditsicherheit, wodurch ein Kredit mit guten Konditionen zugänglich wird. Gerade wenn jemand kurzfristig Geld benötigt und seinen Versicherungsschutz behalten möchte, ist diese Variante äußerst interessant.
Wer vollständig Kasse machen will, setzt man sich am besten mit mehreren Anbietern in Verbindung, die Lebensversicherungen aufkaufen. Wer seine kapitalgebundene Lebensversicherung nicht kündigt und auszahlen lässt, sondern sie an einen spezialisierten Finanzdienstleister verkauft, erzielt im Regelfall einen höheren Verkaufswert - gleichzeitig kann sichergestellt werden, dass der Versicherungsschutz weiterhin besteht. Doch gerade bei dieser Vorgehensweise ist es enorm wichtig, sich auf dem Markt in aller Ruhe umzusehen bzw. Angebote einzuholen und diese zu vergleichen. Die Erlösunterschiede sind enorm, zumal auch Einschränkungen existieren können: Einige Anbieter leisten beispielsweise den Kaufpreis nicht auf einmal, sondern in Raten. Nur ein Anbietervergleich kann letztlich sicherstellen, dass ein maximaler Erlös erzielt werden kann.
Posted by Jochen on 01/25 at 09:48 AM
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Dienstag, Januar 11, 2011
Dubiose Angebote für den Ankauf von Lebensversicherungen nehmen zu
Eine Lebensversicherung wird in der Regel relativ früh unterschrieben. Wenn sich die Vorzeichen im Laufe der Jahre ändern, das Budget zu knapp ist oder andere Investitionen wichtiger sind, wird der Vertrag kurzerhand gekündigt. Die Assekuranz zahlt den Rückkaufwert und das Thema ist erledigt. Verluste sind bei dieser Variante fast immer vorprogrammiert. Da scheinen die Angebote für den Ankauf der Lebensversicherung oft wesentlich lukrativer zu sein – bis man sich die Details ansieht. Denn auf dem Zweitmarkt für Lebens- und Rentenversicherungen tummeln sich inzwischen viele Firmen, deren Geschäftsmodell eher zweifelhaft ist.
Seriöse Aufkäufer, die sehr genau selektieren, welche Policen für sie infrage kommen und dementsprechend klare Richtlinien haben, zahlen den Betrag auf einen Schlag. Bei den Angeboten, die mit extrem hohen Werten locken – teils 100 Prozent über dem Rückkaufwert – erfolgt die Auszahlung hingegen in mehreren Raten über viele Jahre hinweg. Verschwindet das Unternehmen von der Bildfläche, ist auch das Geld futsch. Edda Castelló von der Hamburger Verbraucherzentrale warnt im Abendblatt vor derlei Offerten. „Das Risiko von Verlusten ist sehr hoch.“
Dieses Problem hat auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erkannt und untersagte drei Firmen den Ankauf von Lebensversicherungen. Begründung: „Wir verbieten diese Geschäfte, weil die Firmen keine Erlaubnis für das Bankgeschäft haben.“ Die wäre nötig, weil die Policen gekündigt und das Kapital mit dem Versprechen einer höheren Rendite wieder investiert wird. Bis den Unternehmen endgültig der Hahn zugedreht werden kann, dauert es allerdings. Denn die Anwälte der Policenkäufer sorgen dafür, dass sich ein Gericht mit dem Thema befassen muss.
Auch die Verbraucherzentralen erhalten sehr schnell Post von den Juristen, wenn ein Angebot als unseriös eingestuft wird. Das passiert immer öfter, denn die nachlassende Verzinsung mache Verbraucher anfällig für dubiose Angebote, weiß der Bund der Versicherten. Schließlich geht es um viel Geld, und zwar auf beiden Seiten. Dadurch steigt die Zahl der zweifelhaften Offerten. Der Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) stellt daher klar: „Bei den Mitgliedern im BVZL können sich Verbraucher auf einheitliche Mindestqualitätsstandards verlassen.“ Wer seine Lebens- oder Rentenpolice kündigen oder verkaufen möchte, sollte sich also sehr genau informieren, auch über Alternativen wie eine Beitragsfreistellung.
Posted by Andre on 01/11 at 11:52 AM
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Montag, Januar 03, 2011
Finanzministerium dampft Garantiezins ein
Dass die Luft für Lebensversicherer dünner wird, hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten bereits abgezeichnet. Bestätigt wurde diese Entwicklung durch die Zahlen zur laufenden Verzinsung. Besonders gespannt war die Branche in dem Zusammenhang auf die Daten der Allianz. Der Branchenprimus kürzte die Verzinsung von 4,30 auf nunmehr 4,10 Prozent und bewegt sich damit nach wie vor im guten Durchschnitt. Der liegt laut Branchendienst „,map-Report“ bei 4,07 Prozent – damit 0,15 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres (4,22 Prozent).
Doch es kommt noch schlimmer: Bedingt durch die Finanz- und Wirtschaftskrise lässt sich der Garantiezins nicht mehr allzu lange auf dem aktuellen Niveau halten. 2,25 Prozent stehen derzeit zu Buche. Diesen Zins müssen die Versicherer bei kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen mindestens einräumen. Gut haben es Kunden, die bereits vor einigen Jahren ihre Unterschrift auf den Lebensversicherungsvertrag gesetzt haben. Seinerzeit lag der garantierte Zins noch bei 4,00 Prozent. Er gilt für die gesamte Laufzeit. Eine solche Rendite wird es die kommenden Jahre sicherlich nicht mehr geben. Denn es geht bergab.
Das Finanzministerium arbeitet an einem neuen Garantiezins für Lebensversicherungen. Statt 2,25 sollen es demnächst (vermutlich noch in diesem Jahr) nur noch 1,75 Prozent sein. Der Abwärtstrend wird mit der Lage an den Finanzmärkten begründet. Staatsanleihen und Festgeld bringen kaum noch Gewinne. Dadurch wird es für die Versicherungsunternehmen zunehmend schwerer, das Kapital der Kunden ordentlich zu verzinsen und zumindest die versprochene Leistung zu erbringen. Schrumpft die gesetzlich vorgegebene Mindestverzinsung, kommt das einer Prise Extra-Sauerstoff für die Assekuranzen gleich, um wieder Luft holen zu können.
Posted by Andre on 01/03 at 09:53 AM
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Dienstag, Dezember 14, 2010
Lebensversicherungswechsel oft unrentabel
Lebensversicherer müssen ihren Kunden allesamt den Garantiezins von derzeit 2,25 Prozent zahlen. Bei älteren Verträgen sind es teils noch 4,00 Prozent, die für die gesamte Laufzeit gelten. Darüber hinaus wird die Rendite bei klassischen Policen von nicht garantierten Bestandteilen wie der Überschussbeteiligung geprägt. Hier ergeben sich, wie die aktuellen Zahlen der Unternehmen belegen, enorme Unterschiede. Sich deshalb dazu verleiten oder von einem Versicherungsvertreter überreden zu lassen, den alten gegen einen neuen Vertrag zu tauschen, wäre allerdings töricht.
Die Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht im Deutschen Anwaltsverein (DAV) warnt vor einem Wechsel. Eine neue Lebensversicherung abzuschließen und eine bestehende dafür aufzugeben – in Fachkreisen spricht man von Umdeckung –, lohne sich nur in den seltensten Fällen. Zwar ließe sich mit einer anderen Police eventuell eine höhere Rendite erzielen. Sie würde aber sofort geschmälert. Zum einen durch die Verluste bei der Kündigung, zum anderen durch die Abschlusskosten, wenn ein neuer Vertrag unterschrieben wird.
Lebensversicherungen, die schon einige Jahre laufen, befänden sich bereits in der Ansparphase, so Versicherungsexperte Thomas Leithoff. Die Gebühren für Abschluss und Provision seien in dem Fall schon ganz oder zumindest zu einem großen Teil finanziert. Bei einer Kündigung sei das Geld dann verloren und werde nur ein Teil der bislang eingezahlten Beiträge erstattet. Was für den Kunden zum Nachteil wird, freut den Makler, der die Umdeckung empfiehlt. Er bekommt die Provision für den neuen Vertrag. Allerdings: Macht der Berater nicht auf die wirtschaftlichen Nachteile aufmerksam und hält sie nicht im Beratungsprotokoll fest, könnte der Kunde Ersatzansprüche stellen und habe zudem die Möglichkeit, wieder in den alten Vertrag einzuzahlen. Die neue Police erlischt in diesem Fall.
Posted by Andre on 12/14 at 12:01 PM
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Freitag, Dezember 10, 2010
Risikoversicherung Plus der Hannoverschen
Der Direktversicherer Hannoversche Leben wartet mit einem neuen Tarif im Bereich Risikolebensversicherungen auf. Er zeichnet sich zum einen durch seine Flexibilität aus. Zum anderen bietet er im Vergleich zu klassischen Verträgen mehr Leistung. Dementsprechend wurde der jüngste Spross des Unternehmens schlicht „Risikoversicherung Plus“ getauft.
Die Police umfasst die klassischen Leistungsmerkmale einer Risikolebensversicherung, in erster Linie also die Todesfallvorsorge und damit den finanziellen Schutz der Hinterbliebenen. Dabei gilt in beiden Tarifvarianten ein vorläufiger Versicherungsschutz ab Antragseingang bis 100.000 Euro und kann auf Wunsch eine Dynamik Option vereinbart werden. Sie sorgt dafür, dass der Tarif bis auf Widerruf jährlich angepasst wird, ohne dass eine erneute Gesundheitsprüfung notwendig ist. Darüber hinaus besteht bei der Risikoversicherung – sowohl klassisch als auch Plus – ein jederzeitiges Kündigungsrecht.
Die Unterschiede im Leistungsumfang zeigen sich, sobald es um die Optionen zur Nachversicherung geht. Die Risikolebensversicherung Plus erlaubt eine Erhöhung der Versicherungssumme um bis zu 30.000 Euro (Klassik: 10.000 Euro). Das gilt bei Heirat, der Geburt oder Adoption eines Kindes, bei Bau oder Erwerb einer selbst genutzten Immobilie und in der Plus-Version zudem bei einem höheren Einkommen, dem Abschluss des Studiums, der Berufsausbildung und der Meisterprüfung sowie bei Eintritt in die Selbständigkeit. Neu ist auch die vorgezogene Todesfallleistung. Solle der Versicherte schwer erkranken und eine Lebenserwartung von weniger als zwölf Monaten haben, zahlt die Hannoversche Leben die vereinbarte Leistung vorzeitig aus.
Weitere Neuerungen: Der Direktversicherer stockt die eigentliche Leistung im Todesfall ein Jahr lang um ein Extra-Kindergeld in Höhe von monatlich 200 Euro für Jungen und Mädchen unter sieben Jahren auf. Versicherte haben zudem die Möglichkeit, ihren Vertrag innerhalb der ersten 15 Jahre zu verlängern. Dadurch lässt sich der Versicherungsschutz ohne neue Gesundheitsprüfung um maximal zehn Jahre erweitern. Interessant, insbesondere für Bauherren, ist der sogenannte Bau-Bonus. Das Unternehmen erhöht die Versicherungssumme während der Bauphase einer selbst genutzten Immobilie für bis zu neun Monate um zehn Prozent, maximal 30.000 Euro – ohne Mehrbeitrag.
Posted by Andre on 12/10 at 02:07 PM
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Donnerstag, Dezember 09, 2010
Allianz kürzt die laufende Verzinsung
Wenn die Allianz ihre Zahlen zur laufenden Verzinsung präsentiert, hört die Branche ganz genau hin. Deutschlands größter Versicherer ist zwar kein Gradmesser für andere Unternehmen. Dafür haben die Entscheidungen gerade in Bezug auf den Überschuss bei Lebens- und Rentenpolice fast schon wegweisenden Charakter. Erfreut dürften die Kunden in diesem Jahr nicht sein: Es geht erneut bergab. Der Konzern kürzt die laufende Verzinsung um 0,2 Prozentpunkte von aktuell 4,3 auf 4,1 Prozent und setzt damit die Talfahrt aus dem vergangenen Jahr fort. Auch 2009 wurde die Verzinsung um 20 Basispunkte gesenkt.
Das wirkt sich direkt auf die Rendite aus, die 2011 mit Lebens- und Rentenversicherungen erzielt werden kann. Betrug sie bislang 4,95 Prozent, müssen sich Sparer künftig mit 4,7 Prozent zufriedengeben. Dieser Wert basiert auf sämtlichen Bestandteilen, die in die Rendite einfließen. Die laufende Verzinsung an sich setzt sich aus dem Garantiezins (2,25 Prozent) und dem Überschuss zusammen. Während der garantierte Zins für alle Lebensversicherer gleich ist und in der Vergangenheit mächtig an Substanz verloren hat – einst waren es 4,00 Prozent –, müssen die Unternehmen bei der Überschussbeteiligung zeigen, wie gut sie haushalten und mit den Kundengeldern arbeiten können.
Am Wollen und Können liegt es momentan jedoch nicht, dass viele Unternehmen die Verzinsung nach unten korrigieren müssen. Die Rahmenbedingungen sind seit der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht mehr so, dass Rekorde gebrochen werden könnten. Vielmehr muss man sich schon über kleinere Brötchen freuen. Die Allianz erklärte diesbezüglich wie schon andere Assekuranzen zuvor: „Mit der Anpassung der laufenden Verzinsung der Verträge tragen wir dem historischen Zinstief Rechnung.“ Vergleicht man die Zinsen für Renten- und Kapitallebensversicherungen mit anderen Anlageformen, bewegen sie sich auf einem durchaus passablen Niveau, auch wenn es merklich nachgelassen hat. 1998 bot die Allianz noch 7,5 Prozent.
Freitag, Dezember 03, 2010
Überschussverzinsung geht leicht zurück
Die Überschussbeteiligung macht einen Großteil der Rendite von Lebensversicherungen aus. Sie richtet sich unter anderem danach, wie gut die Gesellschaften gewirtschaftet haben bzw. angesichts der Marktlage wirtschaften konnten. Jetzt ist wieder die Zeit, in der die Assekuranzen die Karten auf den Tisch legen und die laufende Überschussbeteiligung präsentieren. Die bisher vorliegenden Zahlen lesen sich durchaus positiv, geben aber leider keinen Aufschluss darüber, wie es in den kommenden Jahren aussehen wird.
Aktuell dürfen sich die Kunden noch über weitgehend stabile Überschüsse freuen. Die Rheinische Post hat diesbezüglich eine Reihe von Daten aufgelistet. Bei der Gothaer Versicherung stehen bei Kapitallebensversicherungen 3,8 und bei Rentenpolicen 4,0 Prozent zu Buche. Mit den gleichen Prozentsätzen arbeitet die Asstel als Online-Tochter des Konzerns. Die Alte Leipziger kommt auf 4,1 Prozent und die Targobank auf immerhin 4,8 Prozent. Einen leichten Schritt nach oben, von 3,50 auf 3,75 Prozent, wagt die Inter Versicherung. Lediglich bei der R+V geht es von 4,3 auf 4,1 Prozent bergab. Branchenintern besonders interessant sind die Zahlen der Allianz. Sie werden kommende Woche vorgelegt.
Insgesamt schätzen Experten wie der Versicherungsmathematiker Peter Schramm, dass die „Überschussverzinsung 2011 leicht um 0,1 oder 0,2 Prozentpunkte sinken wird“. Die meisten Unternehmen profitierten aktuell noch von höher verzinsten Anlagen, die vor Jahren gekauft wurden. Sollte der Zinssatz leicht einbrechen, ist das allerdings kein Grund, sofort die Kündigung zu tippen. Schließlich gibt es noch den Garantiezins. Bei Verträgen, die vor dem Jahr 2000 unterschrieben wurden, sind es 4,00 Prozent – eine Hausmarke, von der man heute nur träumen darf. Dieser Zinssatz ist für die gesamte Laufzeit garantiert.
Branchenexperte Manfred Poweleit warnt daher: „Kunden mit hohen Garantieverträgen wären angesichts des historischen Zinstiefs an allen Märkten mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn sie ihren Vertrag aufgeben.“ Besser sei in dem Fall, die Police beitragsfrei zu stellen. Denn einen garantierten Zins von vier Prozent wird es so schnell nicht wieder geben. Aktuell sind es noch 2,25 Prozent. Doch schon 2012 könnte eine Anpassung ins Haus stehen. Poweleit prognostiziert eine Garantieverzinsung bei Lebens- und Rentenversicherung von künftig 1,75 Prozent.
Posted by Andre on 12/03 at 08:40 AM
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Mittwoch, November 24, 2010
Der Garantiezins bei Lebensversicherungen steht derzeit auf tönernen Füßen
Die aktuelle Niedrigzinspolitik, ausgelöst durch die Finanzkrise, lässt nach und nach auch eines der beliebtesten Vorsorgeprodukte der Deutschen ins Wanken geraten: die Lebensversicherung. Einst erzielte Renditen von bis zu sieben Prozent wecken derzeit höchstens Erinnerungen an die gute alte Zeit. Doch die ist vorbei: Für die Unternehmen wird es immer schwerer, ihren Kunden überhaupt noch einen soliden Gewinn oberhalb des Garantiezinses zu erwirtschaften. Jetzt steht auch dieser Wert, aktuell 2,25 Prozent, auf der Kippe.
Das Problem der Branche ist schlichtweg, dass der Markt nicht mehr hergibt. Lebensversicherer bauen vor allem auf festverzinsliche Papiere. Sie machen knapp 90 Prozent des Anlagevolumens aus, bieten im Moment aber nur einen mageren Zins. Bundesanleihen über zehn Jahre kommen auf 2,50 Prozent. Bei sieben Jahren sind es gerade einmal zwei Prozent - und damit weniger als die Versicherungen ihren Kunden garantieren müssen. Die Ratingagentur Standard & Poor´s bringt das Dilemma auf den Punkt: „Die niedrigen Zinsen erodieren den finanziellen Spielraum der Lebensversicherer, weil der Abstand zwischen erwirtschafteter Rendite und den Garantien für die Versicherten immer kleiner wird.“
Gefragt ist jetzt vor allem Kreativität, um die Kapitallebensversicherung auch weiterhin einigermaßen attraktiv zu gestalten. Die Allianz geht bereits neue Wege. Anlagechef Andreas Gruber setzt laut „Welt online“ zum Beispiel auf unternehmerische Beteiligungen und investiert unter anderem in Solar- und Windparks. Je nachdem wie erfolgreich die Unternehmen arbeiten, können schon kleine Veränderungen viel bewirken. Eine Police, in die 30 Jahre lang 100 Euro monatlich eingezahlt werden, ergibt mit Garantiezins einen Wert von etwa 52.000 Euro, bei 4,00 Prozent sind es schon 70.000 Euro, einst – bei 8,00 Prozent – durften Sparer sogar auf 150.000 Euro hoffen.
Derzeit liegt die durchschnittliche Verzinsung noch bei 4,6 Prozent. Experten gehen aber davon aus, dass bald schon eine Drei vor dem Komma stehen könnte und den Kunden nicht mehr geboten wird, als die ohnehin garantieren 2,25 Prozent. Wie lange dieser Höchstrechnungszins noch Bestand hat, ist fraglich. Womöglich wird er von der Deutschen Aktuarvereinigung nach unten korrigiert. Denn der Orientierungspunkt – 60 Prozent des Zehnjahresdurchschnitts der Umlaufrendite – ist bald erreicht. Die Folgen zeichnen sich jetzt schon ab. Viele Verträge werden gekündigt, wobei der Zweitmarkt für Lebensversicherungen ebenfalls unter der Situation leidet, und im Neugeschäft sind vor allem Einmalbeiträge gefragt.
Posted by Andre on 11/24 at 02:09 PM
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Mittwoch, November 17, 2010
Die Sofort-Rente gegen Einmalbeitrag
Das Einmalbeitragsgeschäft wird für die Versicherungsbranche zunehmend wichtiger. Bestes Beispiel dafür sind die aktuellen Ergebnisse der Generali Deutschland Gruppe. Die Neunmonats-Zahlen des Konzerns für die Sparte Leben weisen eine abgeschlossene Beitragssumme von insgesamt 7,95 Milliarden Euro auf. Die Verträge gegen Einmalbeitrag haben daran einen Anteil von 2,14 Milliarden Euro und ihr Volumen im Vergleich zum Vorjahr damit fast verdoppelt. Doch was hat es mit dem Einmalbeitrag und einer daraus resultierenden Sofort-Rente auf sich?
Normalerweise werden die Beiträge für Renten- und Lebensversicherungen monatlich, selten auch vierteljährlich oder jährlich gezahlt. Bei einer Police gegen Einmalbeitrag erfolgt dem Namen entsprechend eine Einmalzahlung über einen höheren Betrag. Häufig handelt es sich dabei um das Kapital aus einer abgelaufenen Lebensversicherung. Das Geld fließt dann sofort in eine lebenslange monatliche Rente, deren Höhe vom Einzahlungsbetrag, dem Alter und dem Geschlecht des Versicherten abhängig ist.
Interessant ist eine solche Sofort-Rente, wenn damit die Renten-Lücke weiter geschlossen werden kann und ein zusätzliches Einkommen erzielt werden soll. Darüber hinaus übernimmt die Versicherung die Aufgabe, das vorhandene Kapital anzulegen. Der Nachteil: Damit sich das Geschäft lohnt, müssen Versicherte entsprechend alt werden. Berechnungen der Stiftung Warentest zufolge ist bei Männern, die den Vertrag mit 65 Jahren abschließen, erst nach 20 Jahren ein Plus möglich Bei Frauen dauert es 22 Jahre. Frauen müssen aufgrund der höheren Lebenserwartung auch mit einer niedrigeren Rente rechnen.
Der aktuelle Vergleich der Stiftung Warentest zeigt, dass Männer – bei Vertragsabschluss mit 65 – für eine Einmalzahlung in Höhe von 60.000 Euro zwischen 230 und 248 Euro Rente bekommen, Frauen zwischen 215 und 232 Euro. Die Werte spiegeln die garantierte Anfangsrente wider. Die Rendite ergibt sich bei solchen Policen wie bei allen Lebens- und Rentenversicherungen aus den Überschüssen, die jedoch nicht garantiert werden.
Dienstag, November 16, 2010
Premiumrisiko der Württembergischen
Gesundheitsbewusste Kunden sind Lebensversicherern nach wie vor am liebsten. Das belegt auch der neue Tarif „Premiumrisiko“ der Württembergischen. Hierbei handelt es sich um eine Risikolebensversicherung mit Vergünstigungen, wenn der Antragsteller nicht raucht und/oder sich sein Gewicht gemäß dem sogenannten Body-Mass-Index im Normalbereich bewegt. Schwerer haben es hingegen Kunden, die einem gefährlichen Beruf oder Hobby nachgehen.
Da auch die Württembergische Lebensversicherung AG nicht einfach so Prozente verschenkt, müssen Nichtraucher sich auf eine medizinische Nachprüfung im dreijährigen Zeitabstand einstellen. Sollte man nach Vertragsschluss regelmäßig zum Glimmstängel gegriffen haben, ist es durchaus möglich, dass der Tarif umgestellt und der Rabatt gestrichen wird. Andersherum haben Raucher, die im Laufe der Zeit die Kippe an den Nagel hängen, keine Chance, nachträglich den Rabatt zu erhalten.
Unabhängig davon, ob eine oder beide Rabattstufen erklommen wurden, bietet die Risikolebensversicherung einige Besonderheiten. Versicherten, die schwer erkranken und eine Lebenserwartung von maximal zwölf Monaten haben – was sowohl vom eigenen als auch vom Arzt der Assekuranz bestätigt werden muss – zahlt die Württembergische die Versicherungssumme schon vor dem eigentlichen Todesfall aus. Darüber hinaus kann die Leistung zu besonderen Ereignissen wie Hochzeit, Geburt eines Kinder oder einer Scheidung jeweils um höchstens 25.000 Euro angepasst werden. Stirbt der Versicherte innerhalb eines halben Jahres nach der Geburt eines Kindes, zahlt das Unternehmen 10.000 Euro extra.
Wie sich die Rabatte für Nichtraucher und Normalgewichtige auswirken, zeigt die Versicherung anhand von Musterkunden. Sie sind 30 Jahre jung und arbeiten als Industriekaufmann bzw. –frau. Vereinbarten wurden eine Laufzeit von 25 Jahren und eine Todesfallsumme von 150.000 Euro. Wer nicht raucht und einen normalen BMI hat, zahlt als Mann monatlich brutto 42,68 Euro und als Frau 29,73 Euro. Wer nur einen großen Bogen um Zigaretten macht, ist mit 59,81 Euro bzw. 41,07 Euro dabei. Raucher bezahlen deutlich mehr: 103,66 Euro bzw. 69,73 Euro.
Posted by Andre on 11/16 at 05:47 PM
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Freitag, Oktober 08, 2010
Allianz unterliegt im Rechtsstreit um den Rückkaufswert von Lebensversicherungen
Lebens- und Rentenversicherungen haben die Gerichte schon mehrfach beschäftigt. Vor dem Landgericht Stuttgart ging es dieses Mal um die Verträge der Allianz. Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Hamburg. Sie monierte die „undurchsichtigen“ Klauseln in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) zu Kündigung, Beitragsfreistellung und der Verrechnung der Abschlusskosten. Die Richter bestätigten die Sichtweise der Verbraucherschützer und erklärten die AVB für unwirksam (Aktenzeichen: 20 O 87/19). Das heißt für Kunden, die ihre Policen gekündigt haben: Sie können auf einen Nachschlag hoffen.
Das Urteil bezieht sich auf die Vertragsklauseln, die seit Juli 2001 verwendet werden. Laut Verbraucherzentrale Hamburg werde nicht hinreichend deutlich, welche Konsequenzen eine Kündigung oder eine Beitragsfreistellung hat. Darüber hinaus könnten Kunden nicht erkennen, wie die Abschlusskosten verrechnet werden und dass Stornokosten anfallen. Das Landgericht erklärte dazu: „Die im Tenor genannten Klauseln benachteiligen den Verbraucher wegen eines Verstoßes gegen das Transparenzgebot.“ Demnach müssen sowohl die Rechte als auch die Pflichten der Vertragspartner klar und durchschaubar dargestellt werden, insbesondere, wenn es um mögliche Nachteile und Belastungen gehe.
„Diesen Anforderungen genügen weder die streitgegenständlichen Klauseln für die Kapitallebensversicherung noch diejenigen für die Rentenversicherungen“, heißt es in der Urteilsschrift. Die Richter untersagten der Allianz, die AVB weiter zu verwenden. Der Konzern will jetzt Berufung einlegen. Bei den Vertragsbedingungen sei die Entscheidung des Bundesgerichtshofes zu den Rückkaufswerten aus dem Jahr 2001 berücksichtigt worden, so ein Sprecher. Dass dieser Fall bis in die letzte Instanz geht, daran zweifeln auch die Verbraucherschützer nicht. Sollte die Versicherung unterliegen, geht die Verbraucherzentrale von 1,3 bis 4,0 Milliarden Euro aus, die die Allianz nachzahlen müsste.
Posted by Andre on 10/08 at 02:00 PM
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Mittwoch, Oktober 06, 2010
Viele fahren bei der Vorsorge eingleisig
An Möglichkeiten, privat für das Alter vorzusorgen, mangelt es ganz gewiss nicht. Auch hier gilt: „Wer die Wahl hat, hat die Qual.“ Dabei entscheiden sich laut einer von der Standard Life Versicherung in Auftrag gegebenen Umfrage die meisten Bundesbürger für den Klassiker, die Kapitallebensversicherung. Viele belassen es dann bei dieser einen Police, statt die private Altersvorsorge auf mehrere Beine zu stellen. Grund hierfür ist in den meisten Fällen die finanzielle Situation, wie die vom Marktforschungsinstitut YouGovPsychonomics erhobenen Daten zeigen.
Dass die Kapitallebensversicherung das beliebteste Vorsorgeprodukt der Deutschen ist, sollte nicht verwundern. 90 Millionen Verträge sprechen für sich. In der Statistik kommt sie auf einen Anteil von 35 Prozent. Doch auch die private Rentenversicherung weiß zu überzeugen und findet sich in den Ordnern von 30 Prozent der Bundesbürger. Nicht ganz so gefragt, mit 22 Prozent aber durchaus gut im Rennen, ist die fondsgebundene Rentenversicherung. Auf den weiteren Plätzen folgen der Bausparvertrag mit 19 Prozent, Renten- und Aktienfonds (neun Prozent), Aktien (acht Prozent), festverzinsliche Wertpapiere und Immobilienfonds (jeweils vier Prozent).
Von der Option, mehrere Produkte zu kombinieren, um einen ausgewogenen Vorsorgemix zu erzielen, haben bislang nur knapp 50 Prozent der Befragten Gebrauch gemacht. Jeder Siebte plant diesen Schritt in Zukunft. Ansonsten mangelt es schlichtweg an Geld, um in mehrere Verträge einzuzahlen. Das trifft auf gut die Hälfte der Umfrageteilnehmer zu. 25 Prozent bleiben auf einer Spur, weil sie den anderen Vorsorgemodellen nicht trauen oder nicht ausreichend über die Produkte informiert sind. Zweigleisig fährt etwa jeder Dritte und jeder Siebte hat bereits drei oder mehr Policen abgeschlossen.
Wer mit mehr als einem Fahrschein unterwegs ist, nennt als wichtigsten Grund das Gefühl der Sicherheit. Hinzu kommt, dass man von den unterschiedlichen Chancen mehrerer Anlageformen profitieren möchte. Dass der Zufall die Streuung bestimmt und nur bei etwa 25 Prozent der Befragten vom Vermittler dazu geraten wurde, mehrere Standbeine zu wählen, ist wohl eher suboptimal. Passend dazu sind die Ergebnisse einer GfK-Umfrage für die Heidelberger Lebensversicherung. Demnach kommt es über der Hälfte der Deutschen auf Sicherheit an, ein Drittel setzt auf Sicherheit und Renditechancen, während der reine Renditegedanke ganz weit abgeschlagen ist.
Freitag, Oktober 01, 2010
25 Prozent der Deutschen sorgen nicht vor
Die Ergebnisse von Umfragen zur privaten Altersvorsorge haben fast immer einen unangenehmen Beigeschmack. Die vom Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) erstellte Studie „Verbraucherschutz durch Vergütungsmodelle im Finanzvertrieb“ wartet jedenfalls mit Zahlen auf, die keinem so recht schmecken dürften, weder der Politik noch der Versicherungsbranche: 40 Prozent der Bürger in den neuen Bundesländern lassen das Thema Vorsorge links liegen. Doch auch im Westen der Republik sieht es nicht viel besser aus.
Die von Canada Life, Standard Life, Stuttgarter Versicherung, Volkswohl Bund und Zurich Versicherung in Auftrag gegebene Umfrage, an der über 2.000 Bundesbürger teilgenommen haben, beweist eindrucksvoll, dass noch viel getan werden muss. Seit Jahren wird mit Nachdruck und Zahlenbeispielen darauf hingewiesen, dass private Altersvorsorge inzwischen unumgänglich geworden ist, um den Lebensstandard auch im Rentenalter halten zu können. Doch angekommen ist die Botschaft längst noch nicht - sonst sähen die Zahlen anders aus. Angesichts des Ergebnisse der Umfrage lassen die Experten keinen Zweifel daran: Die Gefahr der Altersarmut ist in den neuen Bundesländern am größten.
Das ist für die Einwohner der alten Bundesländer kein Grund, sich beruhigt zurückzulegen. Auch hier liegt in puncto Vorsorgebereitschaft noch vieles im Argen. Interessant ist dabei, dass im Westen die betriebliche Altersvorsorge und die private Rentenversicherung bevorzugt werden. „Jeder Dritte Befragte hat einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen“, erklärt das IMWF in einer Pressemitteilung. Im Osten liegt hingegen die staatlich geförderte Riester-Rente mit einem Anteil von 32 Prozent ganz vorne. Insgesamt gibt es bundesweit aber 25 Prozent, die gar nichts unternehmen. Helfen könnte eine professionelle Beratung. Als Ansprechpartner würden dazu vor allem Versicherungsvertreter, Bankberater und Vermittler, eher selten Honorarberater aufgesucht.
Die Ergebnisse der Umfrage, sortiert nach Bundesländern; in Klammern steht der prozentuale Anteil der Einwohner, die sich bislang noch nicht um die private Altersvorsorge oder generell eine finanzielle Vorsorge bemüht haben: Berlin (42 Prozent), Saarland (41), Sachsen-Anhalt (40), Sachsen (40), Thüringen (37), Brandenburg (35), Nordrhein-Westfalen (35), Hamburg (31), Schleswig-Holstein (31), Rheinland-Pfalz (28), Bayern (28), Niedersachsen (28), Mecklenburg-Vorpommern (26), Baden-Württemberg (26), Hessen (19) und Bremen (17).
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