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Berufsunfähigkeit
Donnerstag, November 04, 2010
BU-Schutz: Hauptsache jung und gesund
Dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig ist, darüber wurde schon oft geschrieben. Auch darüber, dass viele Interessenten aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt oder mit so hohen Beiträgen konfrontiert werden, dass sie sich den Schutz nicht leisten können. Für die Branche ergibt sich daraus ein gewisses Dilemma. Sie will verkaufen, aber nicht an jeden. Ob die Unternehmen nun aus der Not eine Tugend machen, wenn sie vor allem junge, gesunde Kunden mit günstigen und anpassbaren Tarifen umwerben, sei dahingestellt. Flächendeckend interessanter sind wohl eher Alternativ-Produkte.
Der Trend, gezielt Schüler, Studenten und Berufsanfänger anzusprechen, ist jedenfalls unverkennbar. Aus Expertensicht versuchen die Assekuranzen auf diese Weise, das eher schleppend verlaufende Geschäft mit den traditionellen Lebensversicherungen zu kompensieren. Das sieht dann so aus, dass in den ersten Jahren vergleichsweise wenig für die Berufsunfähigkeitsversicherung bezahlt werden muss und die Prämie erst nach und nach steigt. Teilweise wird der preiswertere Schutz auch nur für einen gewissen Zeitraum gewährt. Die Kunden haben dann die Möglichkeit, eine reguläre BU-Versicherung zu erhalten - idealer Weise ohne weitere Gesundheitsprüfung.
Die Einstufung erfolgt in dem Fall ausschließlich nach dem Beruf oder Berufsbild. Denn auch in dieser Hinsicht beweist die Versicherungsbranche, dass sie lernfähig ist. Aus einer Handvoll Schubladen, in die man die Kunden anfangs steckte, sind inzwischen hunderte von Kriterien, teilweise mit Rabattoptionen für reine Bürotätigkeiten, geworden. Das ändert allerdings nichts daran, dass je nach Vorerkrankung – auch bei jungen Menschen – gar kein Vertrag angeboten wird. Als Alternative blieb bisher meistens nur eine Unfallversicherung, wenngleich auch Erwerbsunfähigkeits- und Dread-Disesase-Versicherungen auf dem Markt sind.
Die Axa geht nun einen neuen Weg. Existenzschutzversicherung nennt sich das Produkt. Gezahlt wird bei Unfall mit Invaliditätsfolge, schweren Erkrankungen, Pflegebedürftigkeit und beim Verlust von Grundfähigkeiten wie zum Beispiel Sehen und Sprechen. Die Unterschiede zur reinen Berufsunfähigkeitsversicherung sind zwar gravierend, dafür deckt die Police ein sehr weites Spektrum ab. Zudem, so Axa-Sprecherin Sabine Friedrich: „Anders als bei der Berufsunfähigkeit können wir auch Menschen mit Vorerkrankung aufnehmen.“
Dienstag, Oktober 12, 2010
Neue Tariftabelle und Bonus bei der Berufsunfähigkeitspolice der Continentale
Immer mehr Versicherungsgesellschaften gehen dazu über, ihre Berufsunfähigkeitsversicherungen neu zu strukturieren, um günstiger zu werden und damit mehr Kunden anzusprechen. Kein Wunder: In der Regel sind es Kostengründe, die Interessenten davon abhalten, überhaupt einen Antrag zu stellen. Das hat auch die Continentale Lebensversicherung AG erkannt. Sie arbeitet künftig mit einer diffizileren Einteilung der Berufsgruppen und einem Qualitätsbonus. Unter dem Strich sollen Versicherte damit bis zu einem Drittel sparen können
Die größte Veränderung bei der Berufsunfähigkeitsversicherung „Vorsorge Premium“ der Continentale dürfte die neue Klassifizierung der Berufsgruppen sein. Gab es bislang nur drei Kategorien, umfasst die Tariftabelle jetzt 8.000 Tätigkeiten, die wiederum in sechs Gruppen unterteilt werden. Damit möchte das Unternehmen für mehr Beitragsgerechtigkeit sorgen. In die Kalkulation und die Risikoeinschätzung fließt daher neben dem eigentlichen Job auch die Qualifikation ein. Mehr Verantwortung und eine bessere Ausbildung sind nun gleichbedeutend mit einem höheren Bonus. Nach wie vor gilt: Von dem System profitieren vor allem Arbeitnehmer mit akademischem Hintergrund und kaufmännischer Ausbildung.
Dazu hat der Versicherungskonzern einige Beispiele erarbeitet. Ausgehend von einer Berufsunfähigkeitsrente in Höhe von 1.000 Euro zahlt ein 30-jähriger Sachbearbeiter einen monatlichen Beitrag von 87,34 Euro. Wird der Qualitätsbonus berücksichtigt, ergibt sich eine Prämie von 34,96 Euro. Damit der Bonus, der sich nicht auf die Leistung der Police auswirkt, gewährt wird, muss der Kunde in diesem Fall zu zwei Dritteln eine Bürotätigkeit ausüben und eine leitende Funktion haben. Bei handwerklichen Berufen fällt der Bonus deutlich geringer aus. Ein Malermeister spart maximal 14 Euro im Monat. Auf die übrigen Vertragskonditionen hat der Beruf keine Auswirkungen. Jeder Kunde hat die Möglichkeit einer Beitragsstundung von bis zu sechs Monaten oder kann eine Beitragsfreistellung von einem Jahr vereinbaren, etwa bei Arbeitslosigkeit.
Posted by Andre on 10/12 at 10:57 AM
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Donnerstag, September 30, 2010
Neuer Berufsunfähigkeitsschutz der Zurich
Die Zurich Versicherung hat die Konditionen für ihre Berufsunfähigkeitsversicherung überarbeitet und bringt ab sofort ein neues Modell ihrer Police auf den Markt. Ziel ist es, die tatsächlichen Risiken und die Art der Beschäftigung bei der Beitragskalkulation noch genauer berücksichtigen zu können. Dank dieser risikogerechteren Einstufung wird es für viele Interessenten künftig deutlich günstiger, sich gegen die Folgen von Berufsunfähigkeit zu versichern.
Die Prämie orientiert sich zum Beispiel an der beruflichen Qualifikation des Kunden, dem Anteil der reinen Bürotätigkeit und der Führungsspanne. Jedes dieser Kriterien wirkt sich positiv auf den Versicherungsbeitrag aus. Darüber hinaus wurden 450 Berufe in eine bessere, sprich günstigere Gruppe eingestuft und erhalten 150 davon einen umfassenderen Schutz. „Insgesamt erhalten mehr als 25.000 Berufe eine preisliche Verbesserung in der Grundeinstufung“, erklärt die Zurich.
Von den Neuerungen profitieren u.a. Versicherungsnehmer, die einen Meisterbrief oder einen Fachwirtabschluss vorweisen können. Die Assekuranz stuft sie besser ein. Positiv wirken sich die Veränderungen zudem auf diejenigen aus, die in künstlerischen Berufen tätig sind, ob nun Grafiker, Fotografen oder Designer. Sie blieben bei der Berufsunfähigkeitsversicherung bislang häufig außen vor und können sich jetzt erstmals absichern. Dieser Schutz gilt ab sofort für alle versicherbaren Berufe bis zum 67. Lebensjahr und kann bei Bedarf sowie abhängig von der ausgeübten Tätigkeit auch verlängert werden.
Versicherte, die körperlich bis schwer körperlich tätig sind, darunter fallen unter anderem Dachdecker und Köche, müssen künftig auch nicht mehr mit einer abstrakten Verweisung rechnen. Es sei denn, sie wollen die Klausel in ihren Vertrag aufnehmen und dadurch 20 Prozent Prämie sparen. Dann ist es der Zurich gestattet, im Schadenfall zu prüfen, ob dem Kunden ein anderer, gleichwertiger Beruf nahegelegt werden kann. „Dieser sollte mit der zuletzt ausgeübten Tätigkeit vergleichbar sein und vom Versicherungsnehmer auch ausgeübt werden können“, so das Unternehmen.
Posted by Andre on 09/30 at 11:09 AM
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Mittwoch, September 08, 2010
Die Berufsunfähigkeitsversicherung hat ein Recht auf Mitwirkung des Kunden
Wer von einer Versicherung im Schadens- oder Leistungsfall Geld erwartet, muss auch etwas dafür tun. In erster Linie natürlich die Prämien zahlen. Hinzu kommen die Mitwirkungspflichten. Um diese Pflichten ging es bei einem Verfahren vor dem Oberlandesgericht Hamburg. Eine Frau weigerte sich, dem Versicherungsunternehmen sämtliche Informationen zukommen zu lassen, die nötig gewesen wären, um sich ein genaues Bild von der Berufsunfähigkeit machen zu können. Daraufhin stellte sich auch die Assekuranz quer und zahlte keine Rente - zu Recht, erklärten die Richter (Aktenzeichen 9 U 186/09).
Im konkreten Fall verlangte die Frau Leistungen aus ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung. Damit die Rente bewilligt werden kann, hätte sie sowohl den Arzt als auch die Krankenversicherung von der Schweigepflicht entbinden müssen. Stattdessen schickte sie der Versicherung nur einen Teil der Unterlagen. Für eine Prüfung reichten die Daten nicht aus. Schließlich möchte die Gesellschaft sichergehen, dass die Gesundheitsfragen auch wahrheitsgemäß beantwortet wurden. Anderenfalls könnte sie den Vertrag anfechten und müsste gar nicht zahlen.
Dass die Berufsunfähigkeitsversicherung auch im vorliegenden Fall die Leistung verweigern darf, liegt schlicht daran, dass die Frau ihren vertraglichen Pflichten nicht nachkommen wollte. In der Regel müssen ärztliche Berichte vorgelegt werden, und zwar nicht nur zur Berufsunfähigkeit, sondern zum gesamten Behandlungsverlauf der vergangenen Jahre bei allen Ärzten, die aufgesucht wurden. Ergänzt werden die medizinischen Befunde um Unterlagen, aus denen sich die letzte berufliche Stellung und Tätigkeit sowie die durch Invalidität bzw. Berufsunfähigkeit bedingten Veränderungen ablesen lassen.
Deshalb: Bei den Gesundheitsfragen für die Berufsunfähigkeitsversicherung niemals flunkern und lieber zwei Mal nachfragen, insbesondere beim behandelnden Arzt. Denn auf Dauer käme die Schönfärberei doch ans Tageslicht. Hat man die Wahrheit zu seinen Gunsten verbogen, muss man mit den möglichen Konsequenzen leben. Wie das Urteil aus Hamburg zeigt, würde es auch nichts bringen, die Unterlagen auf eigene Faust zu zensieren, denn irgendwo – ob nun beim Arzt oder der Krankenkasse – ist dann doch gespeichert, wie es um die Gesundheit bestellt war und ist.
Posted by Andre on 09/08 at 11:42 AM
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Donnerstag, September 02, 2010
Qualifikationsbonus beim BU-Schutz
BU-Vorsorge Premium nennt sich die neue Berufsunfähigkeitsversicherung der Continentale. Sie unterscheidet sich von anderen Policen vor allem durch die noch differenziertere Beitragsberechnung. Dazu wurde die Zahl der Berufsgruppen auf sechs erhöht und gleichzeitig ein Qualifikationsbonus eingeführt. „Mit dieser Betrachtungsweise können wir im Sinne des Versicherten bei vielen Berufen noch attraktivere Beiträge anbieten“, so Continentale-Vorstandsmitglied Heinz Jürgen Scholz.
Gehört der ausgeübte Beruf seit jeher zu den klassischen Prämienmerkmalen einer BU-Versicherung, wurde die berufliche Qualifikation bislang wenig oder gar nicht berücksichtigt. Das hat die Continentale in ihrem System jetzt geändert. Sollte ein Interessent in seinem Beruf zum Beispiel einen Meistertitel haben, hauptsächlich Aufsichtstätigkeiten übernehmen oder die meiste Zeit am Schreibtisch verbringen, wird der Vertrag gegebenenfalls günstiger, ohne dabei die wichtigsten Qualitätsmerkmale einer Berufsunfähigkeitsversicherung außer Acht zu lassen.
Dazu gehört bei der BU-Vorsorge Premium der Verzicht auf eine abstrakte Verweisung. „Das heißt, dass wir von dem Betroffenen nicht verlangen, irgendeine andere berufliche Tätigkeit aufzunehmen, um weiterhin Geld zu verdienen“, so Heinz Jürgen Scholz. Darüber hinaus ist der Versicherungsschutz flexibel anpassbar. Bei Heirat oder der Geburt eines Kindes lässt sich problemlos eine höhere Rentensumme vereinbaren. Sollte andererseits das Geld einmal knapp werden, kann der Vertrag vorzeitig beitragsfrei gestellt und innerhalb eines Jahres wieder aufgenommen werden, ohne dass eine neue Gesundheitsprüfung nötig wäre.
Wie wichtig eine solide Berufsunfähigkeitsversicherung ist, wird von vielen nach wie vor unterschätzt. 75 Prozent sind nicht oder nicht sinnvoll gegen die Folgen von Berufsunfähigkeit versichert. Das mag an veralteten Vorstellungen liegen. Viele gehen davon aus, dass nur Rückleiden oder Unfälle zu Berufsunfähigkeit führen. Dabei sind in erster Linie psychische Leiden der Auslöser. Zudem halten es nur 13 Prozent für wahrscheinlich, berufsunfähig zu werden. Eine gefährliche Einschätzung, weiß auch Heinz Jürgen Scholz: „Wir empfehlen vor allem jungen Menschen, sich möglichst früh gegen die Risiken einer Berufsunfähigkeit abzusichern.“ Dazu bietet die Continentale die starterVorsorge BU Premium, die später in einen Vertrag mit regulärer Laufzeit überführt werden kann.
Posted by Andre on 09/02 at 10:21 AM
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Freitag, August 20, 2010
Günstig versichert dank Einsteiger-Option
Berufseinsteigern und generell jungen Menschen wird eine Vielzahl von Versicherungen ans Herz gelegt, für den Risikoschutz und die private Altersvorsorge. Dabei stellt sich dann die Frage nach der Finanzierbarkeit oder anders formuliert: Kann ich mir das leisten? Damit nicht finanzielle Gründe vom Abschluss einer Versicherung abhalten, gehen immer mehr Unternehmen dazu über, Optionen für Einsteiger bzw. junge Kunden zu entwickeln – so auch die Württembergische Lebensversicherung AG.
Der zum Vorsorgespezialisten Wüstenrot & Württembergische gehörende Konzern bietet jungen Menschen im Alter von 15 bis 30 Jahren eine Einsteiger-Option bei der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Sie gehört zu den wichtigsten Policen und sollte so früh wie möglich abgeschlossen werden. Einerseits, um von Anfang an gegen die Folgen von Berufsunfähigkeit versichert zu sein. Andererseits, weil die Beiträge für jüngere Kunden in der Regel deutlich niedriger sind. In diesem Sinne wartet auch die Einsteiger-BU der Württembergischen mit einem günstigen Anfangsbeitrag auf, der Auszubildenden, Berufsanfängern und Studierenden entgegenkommt.
Vereinbart wird eine abgekürzte Versicherungsdauer. Sie kann zwischen sechs und 15 Jahren gewählt werden. Sollte innerhalb dieses Zeitfensters der Leistungsfall eintreten, zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung bis zum 67. Lebensjahr des Kunden. Um die Versicherungsdauer zu verlängern, kann später in eine selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung gewechselt werden, ohne erneute Gesundheitsprüfung. Diese Option besteht frühestens fünf Jahre, bevor die in der Einsteiger-BU vereinbarte Laufzeit endet, und endet mit dem 35. Lebensjahr des Versicherungsnehmers. Die Eingruppierung erfolgt anhand des Eintrittsalter und des ausgeübten Berufes. Änderungen am Vertrag, um zum Beispiel die Rente anzupassen oder weil geheiratet wurde, sind auch später noch möglich.
Posted by Andre on 08/20 at 04:29 PM
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Montag, August 09, 2010
Der Verdienstausfall bei Berufsunfähigkeit
Michael Wortberg ist Verbraucherschützer in Rheinland-Pfalz. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem, Jugendliche davon zu überzeugen, wie wichtig eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist. Keine leichte Aufgabe: Denn wer möchte sich heute schon Gedanken darüber machen, was in fünf, zehn oder vielleicht 30 Jahren sein könnte? Um das Interesse der jungen Zuhörer zu wecken, reicht dem Experten mittlerweile eine Zahl: eine Million Euro. So hoch ist der Verdienstausfall eines Mannes Mitte 20, wenn er nach einem Unfall nicht mehr arbeiten kann. Wortberg sagt daher ganz klar: „Berufsunfähigkeit gefährdet die Existenz.“
Diese Ausführungen sitzen und wecken selbst beratungsresistente Jugendliche aus ihren Tagträumen. Wer sich nicht absichere, handele fahrlässig, gibt Michael Wortberg mit auf den Weg. Gäbe es mehr Berater, die das Thema nicht nur theoretisch, sondern auch plastisch darstellen, hätte die Berufsunfähigkeitsversicherung vermutlich eine weitaus bessere Quote. Aktuell hat etwa jeder fünfte Bundesbürger eine entsprechende Police im Ordner – teilweise zwar über eine viel zu niedrige Rente, aber immerhin. Denn in einem Punkt sind sich alle Experten einig: „Die BUV ist unverzichtbar.“
Das predigt auch Hermann-Josef Tenhagen seit Jahren. Der Chefredakteur von „Finanztest“ gibt Schülern den Rat, die Berufsunfähigkeitsversicherung so früh wie möglich abzuschließen. Weil der Gesundheitszustand den Assekuranzen noch keinen Grund zur Klage gibt, sind die Beiträge bei jüngeren Kunden niedrig. Das ändert sich allerdings ganz schnell, sobald Vorerkrankungen die weiße Weste trüben. Eine Allergie oder Schmerzen im Rücken und schon wird der Vertrag teurer oder von Anfang an abgelehnt. Auf diese Weise sichern die Assekuranzen sich ab. Schließlich müssen sie im Schadensfall über Jahre hinweg tief in die Tasche greifen.
Angesichts der rigiden Vertragspolitik auf die Idee zu kommen, bei den Fragebögen zur Gesundheit „ungenau“ zu arbeiten, wäre allerdings der falsche Weg. Hermann-Josef Tenhagen warnt davor, zu schummeln. Tritt der Leistungsfall ein, ginge man sonst leer aus. Sein Tipp: Lieber einen Risikozuschlag oder Ausschlüsse in Kauf nehmen. Ideal sei es, wenn vereinbart werden könne, dass die Ausschlüsse aufgehoben werden, sobald die gesundheitlichen Probleme nicht mehr auftreten. Wer befürchtet, abgelehnt zu werden, sollte anonyme Voranfragen bei mehreren Versicherungen stellen. Einmal abgelehnt wird es sonst sehr schwer, eine andere Assekuranz davon zu überzeugen, dem Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung zuzustimmen. Klappt alles, kommt es auf die Leistung an.
Posted by Andre on 08/09 at 09:14 AM
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Freitag, August 06, 2010
Versicherungstipps für Berufseinsteiger
Mit Beginn der Ausbildung steht die Frage im Raum, welche Versicherungen benötigt werden, sowohl für die private Altersvorsorge als auch den Risikoschutz. Für die Branche ist das der ideale Zeitpunkt, auf ihre Angebote hinzuweisen. „In den nächsten Wochen werden sich jungen Menschen vor Angeboten der Versicherer kaum noch retten können“, weiß Lilo Blunck, Vorstandsvorsitzende des Bundes der Versicherten (BdV). Damit sich Auszubildende und Studierende nicht von Anfang an verzetteln oder zu Verträgen überreden lassen, die sie noch gar nicht benötigen, hat der BdV die Broschüre „Gut versichert in Ausbildung und Studium“ neu aufgelegt. Das 39 Seiten umfassende Heft ist kostenlos beim Bund der Versicherten (www.bundderversicherten.de) erhältlich.
Angesichts eines eher schmalen Geldbeutels sollten sich Berufseinsteiger sehr gut informieren, welche Policen sie unterschreiben. Nur so ist gewährleistet, dass der erste eigene Lohn nicht für teure Verträge draufgeht und wichtige Policen wie die Berufsunfähigkeitsversicherung auf der Strecke bleiben. Das perfekte Rundum-Sorglos-Paket, das viele Versicherungen der jungen Kundschaft versprechen, macht dabei häufig keinen Sinn und ist teilweise deutlich teurer als gute Einzelverträge. Darauf weisen auch die Verbraucherzentralen hin. Sie raten wie der BdV nach günstigen Singletarifen zu fragen und sich überflüssige Verträge gar nicht erst aufdrängen zu lassen. Dazu gehört aus Sicht der Verbraucherschützer unter anderem die Kapitallebensversicherung.
Empfohlen wird hingegen eine private Haftpflichtversicherung. Sie gilt als unverzichtbar. Gleiches trifft auf die Berufsunfähigkeitsversicherung zu, auch wenn dieser Schutz – immer abhängig von Beruf und gesundheitlichen Einschränkungen – nicht unbedingt günstig zu haben ist. Allerdings: Je eher eine BU-Police abgeschlossen wird, desto niedriger die Beiträge. Ergänzen lässt sich der Berufsunfähigkeitsschutz durch eine Unfallversicherung. Zu ihr wird geraten, wenn der finanzielle Spielraum ausreichend Luft lässt. In puncto private Altersvorsorge gehört die Riester-Rente zu den absoluten Favoriten, weil sie vom Staat mit Zulagen gefördert wird. Berufseinsteiger profitieren zudem von einem einmaligen Bonus, mit dem das Sparen für das Alter schmackhaft gemacht werden soll.
Mittwoch, Juli 14, 2010
Rürup-Rente und Berufsunfähigkeitspolice machen sich nicht gut als Pärchen
Kombiprodukte und Paketlösungen werden im Versicherungsbereich sehr häufig angeboten, quasi als Rundum-Schutz mit Preisvorteil. Doch nicht alle Pärchen, die auf diese Weise gebildet werden, passen zusammen oder bieten tatsächlich die Vorteile, mit denen sie beworben werden. Der Bundesverband der deutschen Versicherungsberater (BVVB) nennt dazu als Beispiel die Kombination aus Rürup-Rente für die private Altersvorsorge und Berufsunfähigkeitsversicherung für den Risikoschutz: Die Basisrente sei als „Vehikel zur Absicherung der Arbeitskraft“ zu teuer.
Beide Verträge, einzeln für sich genommen, insbesondere die Berufsunfähigkeitspolice, gehören zu den gängigen und absolut empfehlenswerten Produkten für die eigene Vorsorge. Bedenkt man, dass rein statistisch jeder vierte Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen aufhören und den Beruf an den Nagel hängen muss, steht die BU-Absicherung nicht ohne Grund auf Platz zwei der wichtigsten Policen, direkt hinter der privaten Haftpflichtversicherung. Sie aus Gründen der Steuerersparnis mit einer Rürup-Rente zu kombinieren oder eine bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung umzuwandeln, macht aus Sicht des BVVB allerdings keinen Sinn.
Das Argument, 2010 70 Prozent der Beiträge für die Basisrente als Vorsorgeaufwendungen bei der Steuer geltend machen zu können, sei nur die halbe Wahrheit. „Die meisten Vermittler erwähnen nicht, dass die Rente im Fall einer Berufsunfähigkeit deutlich höher besteuert wird. Der Vorteil schlägt sehr schnell in einen finanziellen Nachteil um“, erklärt der Verband in einer Pressemitteilung. Dazu ein Beispiel: Wer 550 Euro in die BU-Police einzahlt, spart etwa 130 Euro Steuern. Macht in 15 Jahren bei einer Verzinsung von 4,0 Prozent knapp 3.400 Euro Ersparnis. Im Versicherungsfall müssen die Leistungen dann versteuert werden. In dem Fall wären es rund 115 Euro pro Monat und damit knapp 20.000 Euro über die gesamte Restlaufzeit der Rente. Besser sei es, Versichern und Sparen zu trennen, um jederzeit flexibel reagieren zu können.
Dienstag, Juni 15, 2010
Viele Fragen, viele Optionen und nicht für jeden: die Berufsunfähigkeitsversicherung
„Versicherungsmedizinische Gründe“ heißt es vonseiten der Assekuranzen, wenn sie einen Kunden wegen Vorerkrankungen oder einer medizinisch eher schlechten Prognose ablehnen bzw. ihm nur einen Vertrag mit Risikoaufschlag oder Ausschlüssen anbieten. Das passiert bei der Berufsunfähigkeitsversicherung besonders oft. Die Stiftung Warentest hat ihre Leser im vergangenen Jahr deshalb aufgerufen, ihre Erfahrungen mit dem Antrag auf einen BU-Schutz zu schildern. Gleichzeitig startete sie eine Onlineumfrage, laut der von 1.200 Teilnehmern letztlich nur 700 Erfolg hatten.
Bei den 274 Fällen, die von der Redaktion intensiver ausgewertet wurden, erhielten 66 Verbraucher den gewünschten Vertrag ohne Abstriche. Die übrigen 208 AntragstellerInnen für eine Berufsunfähigkeitsversicherung mussten sich mit Einschränkungen zufriedengeben, wurden abgelehnt oder haben aufgrund der Konditionen selbst das Handtuch geworfen. In Zahlen: Bei 56 Kunden wurde der Vertrag modifiziert, mit geringerer Rente, Zusatzbeiträgen oder anderen Laufzeiten. 152 gingen leer aus. Davon 82, weil ihnen das Angebot nicht akzeptabel erschien und 70, weil die Versicherung sie nicht als Kunden haben wollte.
Die Teilnehmer der Studie – im Schnitt 33 Jahre alt und mit dem Ziel, eine Berufsunfähigkeitspolice über eine Rente von 1.000 Euro mit Laufzeit bis zum Alter von 65 Jahren abzuschließen – hatten sich vor allem an Unternehmen gewandt, deren Tarife von der Stiftung Warentest mit „gut“ oder „sehr gut“ bewertet worden waren. Dazu nutzten sie hauptsächlich das Internet, einige wandten sich an Vermittler oder Vertreter. Die ersten Angebote, die dabei erstellt werden, haben keinen verbindlichen Charakter. Die genauen Bedingungen und die Prämie teilt die Versicherung erst mit, nachdem die Daten aus dem Antragsformular geprüft und gegebenenfalls der Bericht vom Hausarzt vorliegt. Das dauert – von einigen Wochen bis zu einem Jahr.
Das Wichtigste: ehrlich bleiben. Wer bei den Fragen zur Gesundheit die Wahrheit ein wenig zu seinen Gunsten verdreht, läuft Gefahr, später keinen Cent zu erhalten. Auch die Hinweise von Vermittlern, dieser oder jene Punkt im Fragebogen sei nicht relevant oder es komme nur auf aktuelle Vorerkrankungen an, führen zu Problemen. Dass die Versicherungsvermittler schon einmal etwas „unter den Tisch“ fallen lassen, zeigten die Berichte der Test-Teilnehmer. Problematisch wird es auch, wenn der Arzt gleich die ganze Krankenakte einreicht. Besser ist es, vorher mit dem Hausarzt zu sprechen. Dass selbst Bagatellen wie Pubertätsakne zu Ausschlüssen führen, kann passieren, hängt aber von der Versicherung ab. Laut Test kann sich Verhandeln durchaus lohnen.
Posted by Andre on 06/15 at 11:00 AM
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Freitag, Juni 11, 2010
BU-Schutz wird oft zu niedrig gewählt
Prioritäten, die beim Versicherungsschutz gesetzt werden, lassen sich anhand von Statistiken sehr leicht ablesen. Sehr weit vorne steht die Lebensversicherung. Sie kommt in der Bundesrepublik auf über 70 Millionen Policen. Ihre Aufgabe: Sie soll passend zur Rente ein paar Euro zusätzlich in die Kasse spülen und die Familie absichern. Deutlich seltener nachgefragt wird die Berufsunfähigkeitsversicherung. Bis Ende 2009 verbuchten die Assekuranzen lediglich 16,6 Millionen Verträge. Dabei gilt der BU-Schutz als eine der wichtigsten Absicherungen, direkt nach der privaten Haftpflichtversicherung.
Die Zahlen vom Handelsblatt belegen allerdings nicht nur, dass die Deutschen eine Lebensversicherung für wichtiger erachten als den Berufsunfähigkeitsschutz. Sie zeigen auch, dass die meisten Kunden einen Vertrag mit viel zu geringer Leistung gewählt haben. Die Ratingagentur Franke und Bornberg ermittelte, dass 70 bis 90 Prozent der Verträge auf eine Rente von unter 1.000 Euro im Monat kommen. Bei eigenständigen Policen seien es rund 900 Euro. Werde die BU-Versicherung als Zusatz zu einer Lebensversicherung vereinbart, ergebe sich ein Durchschnitt von 500 Euro.
Dass es mit solchen Beträgen relativ schwer sein dürfte, über die Runden zu kommen, steht außer Frage. Denn wer seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht weiter ausüben kann – ein Schicksal, das mittlerweile jedem Vierten droht – steht allein auf weiter Flur. Vom Staat ist nicht viel zu erwarten - da hilft nur private Vorsorge. Deshalb sind Policen mit niedriger Rente zwar lobenswert, weil man sich Gedanken über den Fall der Fälle gemacht hat, aber nicht dazu geeignet, den Lebensstandard zu sichern. „Das ist deutlich zu wenig und hat damit zu tun, dass in den meisten Fällen keine bedarfsgerechte Beratung geführt wird“, moniert Michael Franke von der Ratingagentur.
Beratung ist gerade bei der Berufsunfähigkeitsversicherung das A und O. Der Aufwand ist zwar vergleichsweise groß, unter anderem, weil ein Fragenkatalog zur Gesundheit beantwortet werden muss - aber er lohnt sich. Nur ein maßgeschneiderter Schutz passt später auch. Das Problem bei der BU-Police: Viele Interessenten werden abgelehnt und in einigen Berufsgruppen liegen die Prämien aufgrund des vermuteten Risikos extrem hoch. Gegenüber dem Handelsblatt kritisiert Michael Franke daher, dass gerade für diejenigen, die den Schutz dringend nötig hätten – auch weil sie nur ein niedriges Einkommen erzielen –, sich die Prämien „verdoppelt bis vervierfacht“ haben.
Posted by Andre on 06/11 at 09:39 PM
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Donnerstag, Mai 20, 2010
Die Versicherung sofort informieren
Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV) gehört zu den Policen, von denen man hofft, sie nie in Anspruch nehmen zu müssen. Doch wenn der Fall eintreten sollte, dass man seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, gilt es, sofort die Versicherung zu informieren. Anderenfalls verliert man durch die verspätete Meldung viel Geld. Die Versicherungsbedingungen sehen in der Regel klare Meldefristen vor. In dem vor dem Oberlandesgericht Oldenburg verhandelten Fall waren es sechs Monate. Der Kunde hatte sich aber zwölf Monate Zeit gelassen und pochte auf rückwirkende Leistungen, die ihm von der Versicherung und den Richtern verweigert wurden (Aktenzeichen 12 U 79/09).
Der Mann meldete sich erst bei seiner Berufsunfähigkeitsversicherung, nachdem die Entscheidung der Deutschen Rentenversicherung zur Rente wegen voller Erwerbsminderung vorlag. Das dauerte seine Zeit, war dem Versicherten aber anscheinend wichtiger, als die Assekuranz über den Schadensfall in Kenntnis zu setzen. Nachdem mit der Rente alles in trockenen Tüchern war, wollte er die Leistungen aus seinem BUV-Vertrag rückwirkend ausgezahlt bekommen. Dagegen sprach Paragraph 4 der Versicherungsbedingungen, in dem es in Absatz 2 klipp und klar heißt: „Wird uns die Berufsunfähigkeit später als sechs Monate nach ihrem Eintritt schriftlich mitgeteilt, so entsteht der Anspruch auf die Berufsunfähigkeitsleistungen erst mit Beginn des Monats der Mitteilung“.
Daran hielt sich das Versicherungsunternehmen und wurde daraufhin vom Kunden verklagt. Seiner Ansicht nach sind die Bedingungen aufgrund „überraschender Klauseln“ unwirksam. Das sahen weder die Richter am Landgericht Karlsruhe noch später die am Oberlandesgericht so. Sie wiesen die Klage mit dem Hinweis ab, dass die Bedingungen in keinster Weise „überraschend“ seien. Sie erklärten vielmehr, dass die Verpflichtung, die Versicherung so schnell wie möglich zu informieren, im Versicherungsrecht immanent und die Mitwirkung des Kunden selbstverständlich sei. Für die Richter gab es keinen ersichtlichen Grund, weshalb der Kunde sich nicht bei Rentenversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung gleichermaßen zeitnah gemeldet hat.
Posted by Andre on 05/20 at 10:35 AM
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Freitag, April 30, 2010
Existenzschutzversicherung der AXA
Wer nach 1961 geboren ist, kann sich für den Fall der Berufsunfähigkeit nicht mehr auf den Staat verlassen, sondern muss selbst aktiv werden und sich absichern. Erste Wahl ist dabei nach wie vor die Berufsunfähigkeitsversicherung. „Doch nicht jeder hat die finanziellen Möglichkeiten oder gesundheitlichen Voraussetzungen, um eine solche Police abzuschließen“, sagt die AXA. Sie bietet daher eine „günstigere Alternative“ namens Existenzschutzversicherung an. Auch sie zahlt im Leistungsfall eine vom Versicherungsnehmer vertraglich festgelegte Rente.
Ab wann die Versicherung zahlt, ist laut AXA „anhand von eindeutigen objektiven und medizinischen Kriterien klar festgelegt“. Das wären eine mindestens 50-prozentige Invalidität nach einem Unfall, eine Schädigung wichtiger Organe wie Herz, Lunge und Leber, die Einstufung in die Pflegestufe 1 der gesetzlichen Pflegeversicherung oder der Verlust von Grundfähigkeiten wie Sehen, Sprechen und Hören. Die Rente wird in dem Fall ein Leben lang gezahlt, unabhängig davon, ob bereits andere Versicherungen Leistungen erbringen.
Während Kunden ein monatliches Kündigungsrecht haben, ist die AXA bis zum vereinbarten End-Alter an den Vertrag gebunden. Er lässt sich bis zum 45. Lebensjahr zu besonderen Anlässen aufstocken. Bei einer Hochzeit oder der Geburt eines Kindes kann die Rente um bis zu 50 Prozent, maximal um 500 Euro, angehoben werden, ohne eine weitere Gesundheitsprüfung durchlaufen zu müssen. Zudem bietet der Vertrag die Option, innerhalb von fünf Jahren die Existenzschutz- mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu ergänzen – ebenfalls ohne erneuten Gesundheitscheck.
Angeboten wird der Existenzschutz auch speziell für Kinder. Die Leistungen decken sich weitgehend mit denen für Erwachsene, allerdings sind die medizinischen Kriterien auf die Absicherung von Kindern abgestimmt. So zahlt die Versicherung eine halbe Jahresrente, sollte ein größerer chirurgischer Eingriff, zum Beispiel am Herzen, vorgenommen werden müssen. Sobald der Versicherte das 18. Lebensjahr erreicht, kann nahtlos in die Existenzschutzversicherung für Erwachsene gewechselt werden.
Posted by Andre on 04/30 at 08:50 AM
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Montag, April 19, 2010
Vom Risiko der Berufsunfähigkeit ( II )
Fortsetzung zu Vom Risiko der Berufsunfähigkeit (I)
Allgemeine Lebens, Berufs- und Freizeit-Risiken sind sowohl abhängig wie auch unabhängig vom Alter. Und unterschiedlich ist immer auch der Status des Betroffenen. Aus finanziellen, ja aus existenziellem Gründen die eigene Berufs- und Arbeitsfähigkeit abzusichern, ist für Jungunternehmer, für Nachfolger in Meisterbetrieben oder auch für Freiberufler unverzichtbar.
Weil staatliche Unterstützung im Schadensfall dürftig bleibt, ist zusätzlicher Schutz notwendig. Dieser greift mit derBerufsunfähigkeits-Versicherung BUV dann, wenn nur noch höchstens 50 Prozent der Arbeitszeit gearbeitet werden kann.
Der Versicherte erhält nach einem Unfall oder nach schwerer Krankheit regelmäßiges monatliches Einkommen. Damit der bisherige Lebensstandard gehalten werden kann, sollten mindestens 1500 Euro vereinbart werden.
Eine eindeutige Empfehlung gibt es nicht, weil die versicherte Rente auch vom Vermögen und der Lebenssituation des Versicherten abhängt. Wer genügend Geld auf dem Konto hat und bereits vor dem Rentenalter steht, dem reicht für zwei oder drei Jahre auch eine geringe staatliche Erwerbsminderungsrente.
Die Alternative UV
Wer wegen Vorerkrankung als eher unerwünschtes Risiko gilt und deswegen keinen Berufsunfähigkeitsschutz erhält, kann statt dessen mit einer Unfallversicherung einen Teil seiner Risiken absichern.
Für die Prämie spielt dann der Gefährdungsgrad des ausgeübten Berufe eine Rolle. Als höher gefährdet gelten im Handwerk Installateure, Schlosser, Mechaniker, Bäcker, Fleischer, Bauberufe, Dachdecker, Zimmerer, Tischler und Maler.
Versichert sind Verletzungen oder dauerhaften Gesundheitsschäden durch einen Unfall, wofür bei Abschluss keine Gesundheitsprüfung erforderlich ist.
Klauseln prüfen
Bereits beim Vorgespräch kann man sich als Interessent einer BUV daran halten, eine Checkliste abzufragen. Von Bedeutung sind nachstehende Merkmale:
Gesundheitsfragen - Hier ist alles korrekt zu beantworten, sonst riskiert man den Versicherungsschutz im Leistungsfall.
Leistung - Hier sind mindestens 1000 Euro BUV-Rente zu vereinbaren, verbunden mit der Option, ohne erneute Gesundheitsprüfung später aufzustocken. Dies ist wichtig nach der Meisterprüfung, der Geburt eines Kindes oder einem Immobilienkauf.
Laufzeit - Die sollte mindestens bis zum 60. Lebensjahr dauern, besser bis zum 65. Lebensjahr. Häufig lauten die Angebote bis zum 67. Lebensjahr.
Beitragsverrechnung - Hier werden Überschüsse mit dem Beitrag verrechnet. Die Prämie kann aber steigen, wenn ein Geschäftsjahr für die Versicherung mal nicht so gut war. Deshalb sind bei Vertragsabschluss Netto- und Bruttoprämie (höchstmöglicher Beitrag) zu vergleichen.
Kombination - Eine BUV sollte aus Kostengründen nicht mit einer Kapital-Lebens- oder einer privaten Rentenversicherung gekoppelt werden. Die Kombination mit einer Risikolebensversicherung ist jedoch sinnvoll - vor allem bei Unternehmern mit Familie.
Beratungsprotokoll - Der Verlauf des Gesprächs mit dem Versicherungsvermittler oder -makler ist zu dokumentieren und muss unterschrieben werden. Unterschrieben wird jedoch erst, wenn man zuhause noch mal alle Punkte gelesen hat.
Abstrakte Verweisung - In jedem Fall ist zu prüfen, ob die Versicherung eben auf diesen Punkt verzichtet. Denn mit der Klausel können Betroffene auf einen gleichwertigen Beruf verwiesen werden. Auch wenn dort keine Anstellung gefunden wird, zahlt die Versicherung keine BUV-Rente. Dagegen greift in neuen Verträgen oft die konkrete Verweisung. Mit ihr entfällt die Rentenzahlung nur, wenn der Betreffende anderweitig arbeitet und dabei nicht weniger verdient als vorher.
Donnerstag, April 15, 2010
Interessant für Selbständige: Dread Disease
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist wichtig, kann aber längst nicht von jedem abgeschlossen werden. Vorerkrankungen oder gesundheitliche Risiken führen schnell zur Absage durch die Assekuranz. Hinzu kommt ein weiteres Problem, insbesondere für Selbständige und Freiberufler: Tritt der Schadensfall ein und wird der Kunde berufsunfähig, heißt das noch lange nicht, dass die Versicherung auch zahlt. Wer Angestellte hat, die mit ihrer Arbeit für den Lebensunterhalt des Chefs aufkommen, geht oft leer aus. Weniger problembelastet, dafür aber auch weit weniger bekannt ist die Dread Disease-Versicherung als Absicherung gegen schwere Krankheiten.
Berufsunfähigkeits- und Dread-Disease-Versicherung lassen sich allerdings nicht auf eine Stufe stellen. Die Berufsunfähigkeitspolice zahlt – oder sollte es zumindest – für den Fall, dass der Kunde seinem Beruf nicht mehr nachgehen kann. Auslöser hierfür sind in der Regel gesundheitliche Gründe. Die Versicherung prüft dann sehr genau, ob sie tatsächlich in der Pflicht ist. Wurde eine abstrakte Verweisung vereinbart, worauf besser verzichten sollte, kann das Unternehmen darauf bestehen, dass der Kunde einen anderen, möglicherweise weniger gut bezahlten Job annimmt.
Die Dread-Disease-Police hingegen zahlt, sobald eine im Vertrag berücksichtigte Krankheit respektive Erkrankung diagnostiziert wird. Dafür reichen die Berichte vom Arzt, vom Labor und von der Krankenversicherung. Das Geld steht sofort zur Verfügung. Ideal also für Selbständige und Freiberufler, die mit dem Kapital zumindest eine gewisse Zeit überbrücken können. Die Canada Life, Marktführer in der Bundesrepublik, zahlte in den zurückliegenden zwölf Jahren insgesamt 58 Millionen Euro aus. Je Fall entspricht das einer Schadensleistung von über 72.000 Euro.
Anders als man vielleicht vermuten könnte sind Kunden, die ihre Dread-Disease-Versicherung in Anspruch nehmen müssen, noch relativ jung. 31 Prozent sind jünger als 40 Jahre, 38 Prozent jünger als 50 Jahre. Laut Statistik ist Krebs mit 63 Prozent der häufigste Grund, weshalb die Assekuranz zahlen muss, gefolgt von Herzinfarkt (13 %), Multiple Sklerose (6 %), Schlaganfall (6%) und sonstigen Vorfallen wie einem Bypass oder Koma (12 %). Gegen welche Erkrankungen und Krankheiten man sich versichern möchte, kann individuell geklärt werden. Bei der Canada Life umfasst die Liste zum Beispiel 41 Krankheiten.
Posted by Andre on 04/15 at 09:22 AM
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