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Umwelt

Samstag, September 06, 2008

Ölpest-Gefahr in Mikronesien

2. Weltkrieg wirft bedrohliche Schatten

Der vor über 60 Jahren im Pazifikkrieg untergegangene Tanker Hoyo Maru leckt. Das Wrack liegt vor der Insel Chuuk inmitten der Inselwelt Mikronesiens. Weltweit ist diese Region wegen ihres Artenreichtums und auch als beliebtes Taucherparadies bekannt. Doch nun breitet sich dort ein inzwischen mehr als fünf Kilometer langer Ölteppich beständig aus.

Dabei ist völlig unklar, wieviel Liter das Schiff noch an Bord hatte, als es damals sank. Fest steht allerdings, dass die Hoyo Maru ein Ladevolumen von 15 Millionen Litern besaß. Das weisen alte Pläne aus, die einem Team von Wissenschaftlern der australischen James Cook University vorliegen. Bei dieser riesigen Ölmenge befürchten die Forscher eine ähnliche Umweltkatastrophe wie 1989 bei der Havarie der Exxon Valdez im Süden Alaskas. Dabei ergossen sich nahezu 40 Millionen Liter Rohöl ins Meer, weil der Tanker im Prinz-William-Sund gegen ein Riff stieß. Laut Greenpeace haben sich dort bis heute nur wenige Vogelarten von dem Unglück erholt. Nach 19 Jahren ernähren sich Seevögel und Otter immer noch von belasteten Heringen und Muscheln, und auf einem großen Teil der Strände setzt der zähe Ölfilm beständig Gifte frei.

Womit die Bewohner an der alaskischen Küste bis heute kämpfen, steht den Insulanern von Chuuk wohl noch bevor: ölverklebte Küsten, verendete Fische in unbrauchbaren Netzen, ein mehr oder weniger eingeschränktes Fischfangverbot und damit vielleicht sogar der Entzug ihres Lebensunterhalts auf unbestimmte Zeit. Wären nicht die Wissenschaftler, blieben die betroffenen Menschen ohne helfende Hand. Engagiert nehmen sich die Forscher ihrem Schicksal an und versuchen, die intakte Meeresfauna rechtzeitig zu retten. Sie haben bereits bei der Umweltorganisation Earthwatch um Soforthilfe gebeten.

Denn weitere 52 japanische Wracks ruhen hier auf dem Meeresgrund. Tag für Tag nagt das Salzwasser an ihren Stahltanks, die bisher das Auslaufen von 32 Millionen Litern Öl und eine Katastrophe verhindert haben.

Posted by Paul on 09/06 at 10:52 AM
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Donnerstag, August 21, 2008

Bau-Zusatzstoff reinigt Stadtluft

Rote Karte für Stickoxide

Täglich schleicht der Stop-and-go-Verkehr durch die Städte. In Stoßzeiten erreichen die Luftbelastungen sehr hohe Werte. Dann geht vielen Menschen im wahrsten Sinne die Luft aus: Sie leiden an Atembeschwerden, Kopfschmerzen oder Schwindelgefühlen.

Inversions-Wetterlagen verschärfen die Situation zusätzlich: Dabei lasten träge Luftschichten über den Metropolen, und der berüchtigte Smog lässt kaum einen Luftaustausch zu. Ein lebensbedrohlicher Zustand, besonders für Kinder, Herz- und Kreislaufkranke oder auch ältere Bürger. Zahlen machen diese harten Tatsachen greifbarer: So sterben jedes Jahr 40.000 Franzosen, Österreicher und Schweizer an den Folgen schadstoffbelasteter Stadtluft. In ganz Europa wohnen 75 Prozent der Bevölkerung in Städten. Davon leben 30 bis 40 Prozent unter sehr viel höheren Belastungen als die Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation WHO vorgeben.

Stickoxide regieren die Großstädte
Daran hat das Bundesimissionsschutz-Gesetz kaum etwas geändert. Zwar werden die Luftbelastungen in Großstädten jetzt regelmäßig kontrolliert, dauerhafte Maßnahmen zur Schadstoff-Minderung brauchen jedoch Zeit. Inzwischen versuchen Umweltexperten, Verkehrsplaner und politische Entscheider, Knoten zu entwirren und Lösungen einzufädeln. Oft genug bleiben dabei aber kurzfristig umsetzbare Potentiale im Sande stecken.

Stickstoffoxide – oder auch kurz Stickoxide genannt – sind starke Atemgifte. Sie entstehen bei der Kraftstoffverbrennung und bilden ein Gemisch aus Kohlenmonoxid und -dioxid sowie Schwefeldioxid. Also einen wahren Gift-Cocktail, auf den Kinder besonders empfindlich reagieren. Immerhin stellen sie im Straßenverkehr die schwächste Gruppe dar. Aufgrund ihrer geringen Körpergröße nehmen sie natürlich regelmäßig mehr Abgase auf als Erwachsene. Eine kleine Menge davon genügt schon, um bei ihnen Atemwegserkrankungen oder Infektionen auszulösen.

Vor diesem Hintergrund türmen sich erschreckende Zahlen auf: Alljährlich verfahren die Deutschen 35 Milliarden Liter Benzin und nahezu ebenso viel Diesel. Dabei setzt jeder verbrannte Liter Treibstoff 10.000 Liter Abgase frei. Die darin enthaltenen Stickoxide führen nachweislich zu saurem Regen und bilden in der Atmosphäre das Atemgift Ozon.

Titandioxid reduziert Schadstoffe
Ein niederländisches Forscherteam der Universität Twente weckt nun in dieser Hinsicht Hoffnung. Die Wissenschaftler entwickelten im Labor ein vielversprechendes Verfahren, um Stickoxid-Belastungen dauerhaft zu vermindern. Der Schlüssel zum Erfolg heißt Titandioxid. Seine besondere Eigenschaft: Er wandelt organische und anorganische Verbindungen um. Deshalb eignet er sich ebenfalls zur Reduktion von Stickoxiden, die er in umweltverträgliche Nitrate überführt. Dabei wirkt Titandioxid als Fotokatalysator: Es braucht Sonnenlicht, um Schadstoffe unschädlich zu machen. Damit bietet sich sein Einsatz genau dort an, wo die Abgase entstehen: Auf der Straße.

Die Vorbereitungen zu einem ersten Feldversuch laufen bereits. Mit Titandioxid versehene Pflastersteine werden auf dem Castorweg der Stadt Hengelo verlegt. Bekanntlich ziehen die Niederländer beim Straßenbau Pflastersteine den üblichen Teerstraßen vor. Im Sommer 2009 nehmen die Wissenschaftler die ersten Luftmessungen im Testgebiet vor. Sie erwarten dann ebenso gute, vielleicht sogar bessere Quoten als bei den Labortests. Dabei gelang es ihnen, 30 bis 40 Prozent der Abgase unschädlich zu machen.

„Tx Active“ erobert die Welt
Der ursprünglich in Japan entwickelte Werkstoff Titandioxid gewinnt mehr und mehr als Bauzusatzstoff an Bedeutung. Das in den Niederlanden durchgeführte Pilotprojekt ist dafür ein aktuelles Beispiel. Italcementi, der größte Zementhersteller Italiens, setzt allerdings bereits seit über zehn Jahren mit Erfolg auf dieses Material. Das Unternehmen verwendet es als Additiv in fertigen Bauteilen, im Straßenbelag oder Gebäudeputz. Je nach Sonneneinstrahlung und Luftbewegung wandelt das Reduktionsmittel bis zu 75 Prozent der Autoabgase in harmlose Stoffe um. Salzkristalle, Wasser und Kohlensäure bleiben übrig und werden schließlich durch Niederschläge abgewaschen.

Inzwischen ist das Zement-Additiv „Tx Active“ der Firma Italcementi neunfach patentiert worden. Denn der Zusatzstoff leistet neben dem Entzug von Luftschadstoffen noch mehr: Er reinigt und konserviert das damit versehene Baumaterial. So werden Straßen und sogar ältere Gebäude vor weiterer Verwitterung geschützt, wie zum Beispiel die Kirche Dives in Misericordia. Italcementi vertreibt ihr Produkt „Tx Active“ ebenso in Frankreich und den Vereinigten Staaten. Vielleicht erobert Titandioxid schon in naher Zukunft den ganzen Erdball. Damit auch bald die Menschen in New York, Dehli, Bejing oder Shanghai gesündere Luft atmen.

Posted by Paul on 08/21 at 12:09 PM
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Mittwoch, August 06, 2008

ÖkoWorld bietet Investition in Wasser

Die versiko-Tochter ÖkoWorld Lux S.A. hat den ersten Wasserfond auf dem deutschen Markt lanciert. Somit kann durch den Fond ein breites Publikum ab jetzt auch in die in Zukunft verknappende Ressource investieren. Der bislang lediglich im Private Placement offerierte Fond ist nun auch über den öffentlichen Vertrieb der ÖkoWorld Water for Life zu erhalten. Water for Life möchte ihr Produkt vor allem im Bereich von Unternehmen, die sich mit der Erschließung von Trinkwasserquellen, Wasseraufbereitung und Wasserinfrastruktur befassen, vermarkten. Aus Kriterien ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit wird das Portfolio zusammengesetzt.

Water for Life konzentriert sich dabei auf Investoren, die es sich zum Ziel gesetzt haben, durch eine bestimmte Kapitalanlage langfristig von den steigenden Unternehmensgewinnen zu profitieren. Kurzfristig ist von sehr guten Renditen auszugehen, nichtsdestotrotz wird von Experten zu einem Anlagehorizont von sieben bis zehn Jahren geraten. Mit WKN A0NBKM kann der Fond ÖkoWorld Water for Life bei Sparkassen, Banken, Finanzdienstleistern und Vermögensverwaltungen gezeichnet werden. In jedem Fall ist der der Water for Life Fond von Vorteil für Anleger, die dann indirekt aus der drohenden Verknappung des Wassers sogar noch Profit schlagen.

Posted by Saskia on 08/06 at 04:49 PM
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Donnerstag, Juli 31, 2008

Bauspar-Mittel fließen immer öfter in Modernisierungen

Immer mehr Bausparmittel werden von Verbrauchern nicht zum Erwerb bzw. zum Bau eines Eigenheims verwendet, sondern zu Modernisierungs- und Sanierungszwecken herangezogen. Die Bausparkasse Schwäbisch Hall, einer der größten Vertreter der Branche, teilte mit, dass eine wachsende Zahl von Bausparern schon bei Abschluss der Verträge bauliche Maßnahmen an bereits im Besitz befindlichen Immobilien planten.

Grund für die stärkere Aktivität der Eigentümer ist nach Ansicht von Experten eine gestiegene Sensitivität im Hinblick auf die Energieeffizienz eines Gebäudes. Nicht nur die gesellschaftliche Debatte um CO2-Emissionen und deren schädliche Auswirkungen auf das Klima, sondern auch und gerade die explodierenden Kosten für Energie, besonders bei Öl und Gas, wecken bei vielen Hausbesitzern den Wunsch nach Maßnahmen, die zu einer Reduktion des Primärenergieverbrauchs führen.

Möglichkeiten dazu existieren viele: Neben einer Dämmung der Außenhülle des Gebäudes zur Reduktion des Transmissionswärmeverlustes kann der Einbau einer modernen Heizungsanlage viel zu geringeren Energiekosten beitragen. Auch die Installation von Holzpellet-Anlagen ist möglich, wodurch die Versorgung mit Heizungstechnik nicht nur günstig, sondern darüber hinaus auch unabhängig von den weiteren Entwicklungen an den Energiemärkten ist.

Eine weitere populäre Möglichkeit zur Senkung der Betriebskosten einer Immobilie ist die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach, mit der Strom produziert und ins Versorgungsnetz eingespeist werden kann. Durch die staatlich garantierte Abnahme der gesamten Produktion zu Festpreisen lässt sich ein Profit erzielen, mit dem andere Belastungen ausgeglichen werden können.

Die Entwicklung der Energiepreise und der insgesamt rein zyklisch bedingt wachsende Modernisierungsbedarf des Immobilienbestands in der Bundesrepublik werden auch in Zukunft viele Bausparer zu einer Verwendung ihrer Verträge zu baulichen Maßnahmen am Eigenheim motivieren.

Posted by Gerald on 07/31 at 06:33 AM
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Montag, Juli 28, 2008

Teil Vier der Olympischen Smog-Spiele

Man könnte wirklich darüber lachen, wenn es nicht so ernst wäre. So sagte der Vizechef des Umweltschutzamts von Peking, Du Shaozhong, am Samstag: “Gute Luftqualität heißt nicht zwingend blauer Himmel. Wir können eine gute Qualität der Luft während der Spiele garantieren“. Bei solchen Worten bleibt einem denkenden Menschen das Lachen dann doch im Halse stecken. Und weiter im Text: “Wir sollten die Luftverschmutzung auf der Basis wissenschaftlicher Fakten bewerten. In einem dampfigen Badezimmer sieht man häufig auch nicht gut, trotzdem würde niemand das auf Luftverschmutzung schieben”, erklärte er den nicht sonnigen Himmel dann einfach als klare Luft.

Seit einer Woche existiert nun folgendes Bild auf Pekings Straßen: Die Hälfte der privaten Fahrzeuge wurde aus dem Straßenverkehr verbannt. An den geraden Tagen dürfen nur noch die Fahrzeuge mit den geraden Kennzeichen-Nummern fahren, an den ungeraden Tagen nur noch jene mit den ungeraden Zahlen auf ihrem Nummernschild. Fakt ist jedoch: Die Luftverschmutzung ist immer noch mehr als doppelt so hoch wie der Messwert für Feinstaub, den die WHO, die Weltgesundheitsorganisation, herausgegeben hat. In Peking liegt man mit mehr als 100 Mikrogramm eindeutig über den als gerade noch gesundheitsverträglichen 50 Mikrogramm Feinstaub je Kubikmeter.

Den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 2008 bekam China übrigens im Jahr 2001. Damals wurden grüne Spiele versprochen. Tja, da hätten die Funktionäre wohl genau hinhören sollen. Grün bedeutet im Fall von Peking nämlich nicht reine Luft und gesunde, auf normaler Umgebung wachsende Pflanzen. Nein. Über 40 Millionen Kübel mit Blumen sollen nun für das Grün sorgen. Fast wieder ein neuer Witz, über den man, wenn es eben nicht so ernst wäre, lachen könnte. Die Luft wird dadurch nicht besser werden. Die Belastung für die Athleten, unter anderem für ihre Atemwege, wird enorm sein. Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs mit drei neuen U-Bahnlinien wird sicher ein wenig für Entlastung sorgen, irgendwann in der Zukunft. Nicht aber bereits kurz nach der Einweihung vor wenigen Tagen. Und vor allem nicht dadurch, dass damit nur ein begrenzter Personenkreis durch die die Straßen von Peking fahren darf.

Posted by Christel on 07/28 at 02:27 PM
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Donnerstag, Juli 24, 2008

Helvetia-Solarversicherung mit neuen Konditionen

Die Helvetia-Versicherungsgruppe hat die Konditionen ihrer Photovoltaik-Police verändert und unter anderem die Versicherungssumme auf künftig zwei Millionen Euro verdoppelt. Darüber hinaus können für Solaranlagen, die auf fremden Grundstücken betrieben werden, auch Haftpflichtpolicen mit eingeschlossen werden, wodurch sich der Versicherungsschutz insgesamt erweitert.
Die Prämien bei Versicherungen für Solaranlagen, die auf privaten Gebäuden installiert sind, beginnen in Zukunft bei 70 Euro monatlich; bei gewerblich genutzten Gebäuden oder Anlagen, die auf dem Betriebsgelände installiert sind, sind mindestens 140 Euro je Monat fällig.
Die Police deckt Schäden an Photovoltaikanlagen ab, die durch Hagel, Feuer, Regen oder Blitz entstehen. Darüber hinaus sind auch Fahrlässigkeit, nicht sachgemäße Behandlung, Vandalismus und Diebstahl sowie Material- und Konstruktionsfehler versichert. Kann die Anlage aufgrund eines Schadens keinen Strom produzieren, zahlt die Assekuranz für einen Zeitraum von drei Monaten den erlittenen Verlust, wobei in Zukunft dabei nicht mehr zwischen Sommer- und Wintermonaten unterschieden wird. Ebenfalls im Leistungsumfang enthalten sind Kosten für Aufräumarbeiten Entsorgung und Flächendekontaminierung im Schadensfall.
Solaranlagen, die auf fremden oder gewerblich genutzten Flächen installiert sind, können potenziell Schäden an Dritten verursachen, indem beispielsweise Module herabstürzen und Gegenstände oder Personen beschädigen bzw. diese verletzen. Für derartige Ereignisse haftet im Zweifelsfalle der Betreiber der Solaranlage. Die Betreiber-Haftpflicht, die Kunden der Helvetia künftig anschließen können, sichert gegen die Kosten an Dritten verursachter Schäden bis zu einer maximalen Deckungssumme in Höhe von drei bzw. wahlweise auch fünf Millionen Euro ab. Insgesamt haben sich die Versicherungsleistungen demnach erweitert; Kunden können darüber hinaus künftig alle notwendigen Policen aus dem Angebot eines Versicherers beziehen.

Posted by Stefan on 07/24 at 08:05 AM
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Montag, Juli 21, 2008

Dritter Teil der Olympischen Smog-Spiele 2008

Peking und der Smog. Ein leidiges Thema, ein nicht zu Ende bringendes Thema. Eines, das uns über das ganze Jahr hinweg nicht interessiert, außer jenen, die dort Urlaub machen möchten oder arbeiten müssen. Nun aber sieht die ganze Welt auf Peking, in wenigen Tagen beginnen sie, die Olympischen Sommerspiele 2008. Aber irgendwie scheinen diese Spiele unter keinem guten Stern zu stehen. Schon den Fackellauf hatte sehr viel Kritik begleitet und eine Diskussion darüber, wie China mit Tibet umzugehen hätte. Diese Diskussionen sind verebbt, die Spiele rücken näher. Und nun zeigt sich wohl auch bei den Verantwortlichen des Internationalen Olympischen Komitees, dass die Vergabe der Sommerspiele 2008 an China vielleicht ein Fehler war. Dabei hätte man längst wissen müssen, wie es um die (schlechte) Luft in der Hauptstadt Peking bestellt ist. Die gemessenen Durchschnittswerte der Feinstaubbelastung sind ein Mehrfaches der von der WHO, der Weltgesundheitsorganisation, vorgegebenen Richtwerte.

Und nun will Peking dem Smog trotzen und hat ihm den Kampf angesagt. Ein wenig spät, mag man meinen. Eingeführt wurden gestern Fahrverbote, die größten, die Peking jemals erlebt hat. Gut zwei Monate lang, bis zum Ende der Olympischen Sommerspiele dieses Jahres, darf nur noch ein Teil der Autos auf die Straße. Die dortige Regierung hat sich eine Idee ausgedacht, die fast richtig lustig wäre, würde es sich hierbei nicht um eine sehr ernste Angelegenheit handeln. Und um einen äußerst fragwürdigen Eingriff des chinesischen Staates in die Freiheit von Millionen Autofahrern. So dürfen seit dem gestrigen Tage nur jene Fahrzeuge unterwegs sein, welche die richtige Autonummer haben. Heute, am 21. Juli, sind dies die Autos, die ein ungerades Nummernschild ihr eigen nennen dürfen. Dies hört sich fast nach einer Art Schildbürgerstreich an, wäre die Lage nicht so ernst. Mit weiteren Verboten will man den Verkehr auf Pekings Straßen übrigens weiter herunter “säubern“. Von den derzeit 3,2 Millionen Fahrzeugen sollen dann bis zu zwei Millionen Autos aus dem Stadtbild verschwunden sein als fahrbare Untersätze. 

Unterdessen wurden am Samstag drei neue U-Bahn-Linien in der chinesischen Hauptstadt eingeweiht. Eine davon fährt zu den wichtigsten der Wettkampfstätten und entlastet damit den Verkehr. Freigegeben für den „normalen“ Fahrgast Pekings ist sie jedoch noch lange nicht. Bis nach den Paralympischen Spielen sind sie für die gewöhnliche Bevölkerung tabu. Mitfahren dürfen bis dahin nur die Sportler sowie ihre Trainer, Journalisten, die eine Akkreditierung für die Spiele besitzen und Zuschauer, die eine Eintrittskarte für eine der Wettkampfstätten haben. Für die Zuschauer ist die Fahrt übrigens kostenlos, da die Eintrittskarte gleichzeitig als Berechtigung für die Fahrt gilt. Wenigstens hier wurde mitgedacht, muss man positiv hervorheben.

Schlimm ist es aber, wenn Sportler schon im Vorfeld ihre Konsequenzen ziehen. So hat der große Star des Marathons, der Weltrekordler Haile Gebrselassie aus Äthiopien, seine Teilnahme wegen der Gesundheitsbelastung durch die verdammt miese Luft in Peking abgesagt. Dies ist natürlich etwas, was die Olympischen Sommerspiele 2008 auch in der eines Tages erfolgenden Rückschau nicht zu guten Spielen machen wird. Haile Gebrselassie ist eben nicht nur irgendein Marathonläufer, er ist das Zugpferd der männlichen Garde dieses Sports und damit auch der Zuschauermagnet überhaupt. Hier stellt sich dann erneut die Frage: Hätten die Spiele nach China vergeben werden müssen, in die Hauptstadt des Smogs? Es wird sich zeigen, wie die Spiele laufen werden und ob nicht der eine oder andere Sportler auch während der Olympischen Smog-Spiele 2008 freiwillig die Segel streicht und das Handtuch wirft, weil die Gesundheitsgefährdung nicht mehr tragbar war. Die ersten beiden Teile dieser Artikelserie zu den Olympischen Sommerspielen 2008 finden Sie übrigens hier (Teil Eins und Teil Zwei). Und natürlich werden wir Sie auch weiterhin auf dem Laufenden halten, was vor und während der Spiele passieren wird.

Posted by Christel on 07/21 at 02:50 PM
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Freitag, Juli 18, 2008

Die Olympischen Smog-Spiele 2008 – zweiter Teil

Es gibt Dinge, die kann man sich wohl in der westlichen Welt einfach nicht vorstellen. Stilllegung von Fabriken auf staatlichen Befehl hin? Produktionsstop, weil die Regierung es verlangt, und das gleich bei mehreren hundert Fabriken? In China ist alles anders. Ganz besonders in Peking, das von manchen auch als die Smog-Hauptstadt der Welt bezeichnet wird. Da setzt die Regierung einfach so manchem Unternehmen die Entscheidung vor die Nase und gut ist. Der Industriestandort Langfang, der eine gute Autostunde von der chinesischen Hauptstadt entfernt liegt, ist wichtig, auch für deutsche Unternehmen. Vor kurzem haben 86 dort ansässige Betriebe die Nachricht erhalten, dass sie in der Zeit vom 15. Juli bis zum Ende des Monats September ihre Produktion einzustellen hätten. Von den 86 Unternehmen sind sechs deutsche Unternehmen, die dort produzieren. In der ganzen Gegend um Peking sind mehr als 1.100 Betriebe von einem Produktionsstop betroffen, in der Mehrzahl innerländische, das heißt chinesische Betriebe, aber auch Unternehmen aus Korea, Japan, Dänemark, Schweden und eben auch aus Deutschland.

Die deutschen Unternehmen haben zwischenzeitlich ihre Geschütze aufgefahren und verkündet, dass sie sowohl juristische wie auch politische Wege suchen würden, um die Produktionsstop nicht durchführen zu müssen. Inzwischen haben sie es geschafft, Ausnahmegenehmigungen für diese Zeit zu erhalten und die Produktion weiterfahren zu können. Warum dies nun möglich war, kann keiner so richtig sagen. Vielleicht aber ist China verstärkt die Wichtigkeit des Ansehens im Rest der Welt wichtig geworden. Smog ist dort ein Problem, das sich sicher nicht mit dem Eindämmen oder Stoppen der Produktion einiger Betriebe eindämmen lässt. Es erfordert eine neue Umweltgesetzgebung und geänderte Maßstäbe. Hiervon ist China jedoch, wie es scheint, noch weit entfernt.

Wie wir bereits im Teil Eins der Olympischen Smog-Spiele 2008 berichtet haben, wurde bei allen Planungen nicht an die Gesundheit der Sportler gedacht. Hoffen wir, dass die Athleten aus aller Welt gut durch die Sommerspiele dieses Jahres kommen, trotz Smog. Die gemessenen Durchschnittswerte der Feinstaubbelastung in Peking sind auf jeden Fall sieben Mal höher als die Werte, welche die WHO, die Weltgesundheitsorganisation als Maßstab ausgegeben hat. Die chinesische Regierung in Peking wollte nun wohl eine Schönheitskorrektur betreiben durch den staatlich verordneten Zwangsproduktionsstop. Doch die Uhren ticken in der Welt nicht so, wie China es nur zu oft gerne haben möchte. Schon gar nicht in der auf dem globalen Finanzmarkt, wo ganz andere Gesetze herrschen. Was nun als Nächstes kommen wird seitens der Regierung ist nicht absehbar. Sicher ist nur, dass die Olympischen Sommerspiele 2008 in der Zeit vom 8. August bis zum 24. August stattfinden werden. Obwohl, so ganz sicher ist das auch wieder nicht. China wird zum Grenzfall, nachdem das IOC, das Internationale Olympische Komitee, inzwischen eine mögliche Verschiebung der Spiele angekündigt hat, sollte die Belastung durch den Feinstaub zu hoch sein. Wobei ich eher denke, diese Ankündigung ist weniger wert als das Papier, auf dem sie geschrieben stand. Schließlich hat das IOC die Olympischen Sommerspiele 2008 an China vergeben und hat damit die Olympischen Smog-Spiele erst möglich gemacht. Denken ist eben Glückssache, sagt man doch so schön. Dies ist vor allem dann wohl schwierig, wenn es um das Geld geht. Und eben nicht um den Sport an sich und die Athleten selbst. Der Geist von Olympia scheint gerade dieses Jahr nicht auffindbar zu sein, da er sich unter dem Smog der chinesischen Hauptstadt versteckt zu haben scheint.  Hoffen wir dennoch das Beste und vor allem auf viel Regen, damit der Smog verschwindet und man die Sportler und ihre Leistungen auch sehen kann. Und auch, damit es zu fairen Wettkämpfen kommt und nicht zu welchen, bei denen ein Teil der Athleten eine Atemmaske tragen muss, weil die Gesundheit sonst zu sehr angegriffen wird. Hoffen wir auf gute Spiele, die nicht ganz zu den Olympischen Smog-Spielen verkommen, wie es inzwischen in vielen Teilen der Welt vermutet wird. Hoffen wir, dass der Geist von Olympia zurückkehrt aus der Smogglocke und uns Olympische Spiele schenkt, die diesen Namen auch mit Würde und Stolz tragen!

Posted by Christel on 07/18 at 02:57 PM
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Montag, Juni 30, 2008

Das neue Umweltschadensgesetz

Beinahe täglich lesen Sie in der Presse von Umweltschäden: Hier brennt eine Werkshalle nieder, und vergiftetes Löschwasser sickert still und tödlich in den Fluss. Dort wabern saure Dämpfe ungehindert in eine städtische Naherholungszone, wo Kinder herumtollen oder artgeschützte Fledermäuse leben. Was ändert daran das neue Umweltschadensgesetz?

Es wird kaum Schäden vermeiden, aber Verursacher vorsichtiger machen. Denn das Gesetz regelt nun auch die Haftpflicht aus öffentlich-rechtlichen Ansprüchen. So gewinnt bei uns der Umweltschutz deutlich an Boden.

Was bedeutet das in der Praxis? Endlich schützt ein Gesetz auch öffentliche Umweltpfade wie Böden, Gewässer oder Artenvielfalten. Also Ihren Stadtpark, Ihr beliebtes Wandergebiet, den Staatswald mit seinen reichhaltigen Pilzvorkommen oder auch Ihren romantischen Badesee, an dem Sie sich im Sommer so gern entspannen.

Jetzt verfügen Bürger, Umweltbehörden und Umweltschützer endlich über wirksame Rechtsmittel, um aktiv Schäden zu verhindern. Sie sind aber auch in der Lage, den Verursacher zur Sanierung des ökologischen Schadens zu zwingen. Eine besondere Rolle kommt dabei Umweltverbänden zu: Reagieren zum Beispiel die Behörden bei einem drohenden Umweltschaden zu langsam oder gar nicht, haben Umweltverbände das Recht, gegen sie eine Untätigkeitsklage zu führen.

Für wen gilt das neue Umweltschadensgesetz? Freiberufler und Gewerbetreibende fallen ebenso darunter wie große Unternehmen und Landwirte. Das Gesetz bringt für sie neben der Ausweitung der Haftung auf öffentlich-rechtliche Ansprüche aber auch besondere Härten:

So unterliegt der Landwirt jetzt der verschuldensunabhängigen Haftung. Vorstände und Geschäftsführer von Unternehmen haften nun sogar persönlich für die Wiederherstellung des entstandenen Umweltschadens. Das regelt die neue Durchgriffshaftung. Übrigens auch dann, wenn zum Beispiel ein Unternehmen die Behörden über ein umweltgefährdendes Herstellungsverfahren unterrichtet, das diese dann so genehmigen. Eine behördliche Erlaubnis entbindet also keineswegs von der gesetzlichen Haftung.

Die deutsche Versicherungswirtschaft antwortet mit klaren Lösungen. Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft hat dazu Musterbedingungen vorgelegt. So passen Unternehmer, Gewerbetreibende, Freiberufler oder Landwirte leicht ihre Policen an. Oder vereinbaren Neuverträge. Allerdings sollten diese die Überprüfung und Erweiterung ihrer Verträge nicht auf die lange Bank schieben. Denn das neue Gesetz (UschadG) ist bereits am 14.11.2007 in Kraft getreten. Es gilt rückwirkend seit dem 30.04.2007.

In der Regel erfolgt die Änderung laufender Versicherungen problemlos. Denn die Risikomerkmale des Betriebes liegen dem Versicherer schon vor. Vielleicht sind aber bei dieser Gelegenheit ein paar Prozent Rabatt verhandelbar.

Eine Kündigung bestehender Policen ist wegen dieser gesetzlichen Änderung nicht möglich. Wer zu einem günstigeren Mitbewerber wechseln möchte, wählt also lieber nur eine einjährige Laufzeit. In den nächsten Jahren erhöhen sich jedoch gewiss die Beiträge für diese empfindlichen Umweltsparten. Eine gute Beratung zahlt sich hier also besonders aus.

Ergänzen Sie Ihre Betriebshaftpflicht-Versicherung durch die sogenannte Umweltschadens-Basisversicherung. So stehen Sie auf der sicheren Seite, wenn Sie einen ökologischen Schaden verursachen.

Sie handeln zum Beispiel mit Ölen und Fetten und haben deshalb eine Umwelthaftpflicht-Versicherung? Dann erweitern Sie diese einfach durch die sogenannte Umweltschadensversicherung. Wählen Sie in jedem Fall ausreichend hohe Deckungssummen.

Der Versicherungsmarkt bietet darüberhinaus Zusatzbausteine, die den Schutz im Einzelnen abrunden. So versichert der Unternehmer zum Beispiel gleich Umweltschäden an eigenen Grundstücken oder Gewässern mit.

Das Umweltschadensgesetz bringt den Versicherern zwar gute Geschäfte, aber auch ein schwer abzuschätzendes Risikopotential. Bis 2010 beruht die sogenannte Deckungsvorsorge der Versicherer noch auf freiwilliger Grundlage. Erst dann prüft die Europäische Union, ob dafür eine Höchstgrenze eingeführt wird.

Der Erhalt unserer Umwelt ist teuer. Die Sanierung von Umweltschäden kostet zigmillionen Euros. Deshalb braucht unser Land neben modernen Gesetzen auch viele ausgeschlafene Unternehmer. Solche, die schon vor dem Schaden für unsere Umwelt Verantwortung tragen.

Posted by Paul on 06/30 at 12:17 AM
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