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Wirtschaft
Montag, März 08, 2010
Arbeitsausfallversicherung für Film-Ratten
Lebensversicherungen, Rentenpolicen, Hausrat und Haftpflicht gehören zum Angebot, das man einer Versicherung gemeinhin zuschreibt. Weitgehend unbekannt sind die vielen Spezialversicherungen einzelner Konzerne. Fireman´s Fund aus Kalifornien gehört zu den Unternehmen, die dabei in einem mehr oder weniger glamourösen Umfeld aktiv sind. Die Allianz-Tochter versichert Risiken bei Filmproduktionen und wird die Oscar-Nacht deshalb genauso gespannt verfolgt haben wie Fans und Schauspieler.
Wendy Diaz, Direktorin des Bereiches Entertainment bei Fireman´s Fund, erklärte im Gespräch mit dem Tagesspiegel jedenfalls, sie wäre sehr stolz, „wenn einer der von uns versicherten Filme einen Oscar gewinnt“. Leicht ist ihr Job nicht. Sie muss die Risiken einschätzen. Die sind, je nach Produktion, extrem hoch. Da sich die Studios Ausfälle nicht leisten können, wird bereits im Vorfeld nahezu jedes Detail berücksichtigt. Eine der kurioseren Geschichten, die Wendy Diaz erzählen kann, stammt vom Film „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“. 2.000 Ratten sollten gegen (Arbeits-)Ausfall versichert werden, etwa wenn die Nager krank werden oder schlicht die Arbeit verweigern. Schließlich wurde die Police zu der Bedingung unterschrieben, dass erst gezahlt wird, wenn mindestens 1.000 Ratten nicht „mitspielen“ können.
In diesem Fall musste der Spezialversicherer keine Leistung erbringen, alles lief glatt. Bei „Troja“ hingegen sorgte ein Hurrikan für einen Schaden in Millionenhöhe. Ein Großteil der Kulissen wurde zerstört. Neben den reinen Sachversicherungen, unter anderem für Kameras und Requisiten, werden auch Verträge für die Schauspieler aufgesetzt und gibt es Haftpflichtversicherungen für die Studios. Damit deckt Fireman´s Fund im Filmgeschäft das gesamte Spektrum an Versicherungsleistungen ab.
An Erfahrung mangelt es dem Unternehmen nicht: Es ist seit den Tagen des Stummfilms im Geschäft und arbeitet für vier der fünf großen Studios. 2009 hat das der Allianz-Tochter Prämieneinnahmen von rund 200 Millionen US-Dollar eingebracht. Im Schnitt sind das zwei Prozent des Budgets. Dafür sind die Mitarbeiter von Anfang an in die Produktion integriert. Das beginnt mit dem Studium der Drehbücher, um unnötige Risiken zu vermeiden. Danach stehen Experten beratend zur Seite, wenn die Drehorte bestimmt werden, und achten darauf, dass die Sicherheitsvorschriften eingehalten werden.
Posted by Andre on 03/08 at 10:31 AM
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Montag, März 01, 2010
Noch längst nicht einfach: Die Steuererklärung mit KAP
Die Steuerpflicht transparenter zu machen war Ziel der noch recht neuen Abgeltungsteuer, wodurch ab 2009 alles oder auch nur vieles einfacher werden sollte. Ein neues System der Besteuerung von Erträgen aus Kapitalanlagen wurde eingeführt. Für den Steuerbürger war dies jedoch keine spürbare Entlastung, auch wenn dies die eigentliche Absicht des Bundesfinanzministeriums war.
Gleichzeitig die Banken zu entlasten, weil diese die zig-millionenschweren Jahresbescheinigungen nicht mehr ausstellen müssen, blieb als Spareffekt jedoch eher aus.
Fakt wurde: Ein hohe Zahl an Steuer-Bürgern kommt nicht darum herum, weiterhin individuelle Steuerformulare auszufüllen. So mancher würde gar Geld verschenken, wenn er dies nicht tut.
Galt alles auch als recht vielversprechend, dass der Steuerpflichtige die Summe seiner Kapitalerträge nicht mehr in verwirrende Formulare eintragen muss, ist das örtliche Finanzamt bezüglich der Steuerlast nicht immer auch zweifelsfrei zufrieden…
Berechnet also die Bank die Steuer, dann liegen die Erträge für den Single über dem Sparer-Pauschbetrag von 801 oder über 1602 Euro bei Ehepaaren. Einbehalten werden 25 Prozent der Kapitalerträge, die darüber liegen, plus Soli und Kirchensteuer. Damit ist grundsätzlich diese eine von insgesamt sieben Einkunftsarten im Zusammenhang mit der Jahres-Einkommensteuer abgegolten.
Doch nicht alle Anleger sind damit „aus dem Schneider“. Sie müssen trotzdem Bescheinigungen von ihrem Institut anfordern und die Werte in den Anlagebogen eintragen. Wer nämlich noch anderes zu anderen Einkunftsarten absetzen will, der kann sich der Anlage KAP nicht verweigern. Sie ist für Kapitalerträge Pflicht. Wer nun weiterhin hohe Werbungskosten oder Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen aus Operation, Todesfall, Wegeunfall oder Scheidung im Jahr 2009 von seinen Einkünften absetzen will, der muss auch alle Kapitalerträge und die geleistete Ertragssteuer nennen. Damit kann es sich lohnen, Erträge anzugeben, denn im Steuerrecht gibt es ohne eigentliche Überraschung auch Ausnahmen von der Regel. Also, Steuerpflichtige, auch wenn bereits ein bestimmter Betrag an Abgeltungsteuer geleistet wurde, Anlage KAP ausfüllen!
Dies Aufforderung gilt jenen, die als Steuerpflichtige einer der beiden Volkskirchen treu sind, aber dem Institut, das die Anlage betreut, keinen Auftrag erteilt hat, auch die anteiligen Kirchensteuer abzuführen. Die Abgabe der Anlage KAP ist natürlich auch dann obligat, wenn die Abgeltungsteuer noch nicht abgeführt wurde, weil die Erträge aus dem Ausland stammen.
Alles auf den Tisch…
Steuerzahler sind oft auch verblüfft, dass eine besondere finanzielle Belastung im Steuerjahr dazu veranlassen kann, die Kapitalerträge offen zu legen. Wer nämlich Ausgaben für eine Scheidung, eine teure Therapie samt Arztkosten, teure Medikamente, die Ausgaben für einen Todesfall oder die Brille mit Verlaufsgläsern auf das Implantat einer künstlichen Linse absetzen will, muss das Kreuzchen im Mantelbogen bei KAP machen. Mit Beleg sind auch anzugeben absetzbare Unterhaltsleistungen an bedürftige Personen oder zu den Einkünften und Bezügen eines volljährigen Kindes in der Ausbildung, was mit dem Kindergeld korrespondiert. Auch Zinseinnahmen über dem Sparer-Pauschbetrag machen die Finanzämter neugierig.
Und dann auch noch Gebühren
Seit die Abgeltungsteuer eingeführt ist, werden Freistellungsaufträge immer wichtiger. Wer dabei schlampt, sollte wenigstens bei der Steuererklärung aufpassen. Wer als Anleger nun seine Steuererstattung sichern will, braucht eine Steuerbescheinigung der Bank. Doch da wartet man auf die früher klassische Jahresbescheinigung vergeblich, denn die Institute haben den gewohnten Versand der Jahresbescheinigung vielfach eingestellt. Da bleiben Beschwerden über Gebühren für einen Jahressteuerbeleg nicht aus, denn nicht nur der Bankenverband stellt fest: Gesetzlich verpflichtende Aufstellungen sind entgeltfrei; für allen anderen Aufstellungen sind Gebühren denkbar. Möglicherweise mit der Abgeltungsteuer auch ein Fall für die Juristen…
Donnerstag, Februar 25, 2010
Kapitalisierte Leben o d e r Früher war alles besser….
„Die Schärfe des Werkzeugs bestimmt die Rentabilität des Betriebes“ war einst das Motto desjenigen, der den Fahrtenschreiber entwickelte, der bei Kienzle gefertigt wurde. Wenn heute die Kunden von Lebensversicherern nach ihrer Rentabilität fragen, dann werden sie auch in 2010 spüren, wie eben die globalen Werkzeuge der globalen Finanzkrise ganz subjektiv und subtil auf den Einzelnen gewirkt haben oder noch wirken.
Sieben Jahre ist es her, dass die großen Anbieter für Lebensversicherungen zuletzt die Gesamtverzinsung, die Überschussbeteiligung zurücknahmen, für 2010 ergibt sich damit eine geringere Verzinsung. Für Experten ist klar, dass dies alle Gesellschaften in ähnlicher Weise so praktizieren werden. Anpassungen und Korrekturen gab es schließlich immer auch schon in den vergangenen Jahren.
Was nun aber bedeutet die Reduktion? Der Sparanteil wird zum Beispiel nur noch mit 4,3 statt wie bisher mit 4,5 Prozent verzinst. Dies bezieht sich auf den Betrag der Prämien, der sich als Differenz nach Abzug der Kosten und des Aufwands für den Risikoschutz ergibt. Hinzu gerechnet werden „Schluss-Überschussanteile“ am Ende der Laufzeit und Beteiligungen an den stillen Reserven, für die jedoch nicht von vornherein garantiert wird. Was für den Verbraucher wichtig ist, ist aber gerade der Wert der Überschussbeteiligung.
Wenn der Kapitalmarkt „schlecht zahlt“
Gerechtfertigt wird die schwächere Rendite damit, dass ein niedriges Zinsniveau auf den Kapitalmärkten zu wenig Margen hergibt. Und weil nicht damit gerechnet wird, dass absehbar die Zinsen deutlich steigen, wird der Trend anhalten. Und weil die Entscheidung der Großen im Versicherungs-Business immer auch Signalwirkung für die Branche haben, lehnt man sich als Wettbewerber nicht aus dem Fenster, bevor nicht die größten deutschen Lebensversicherer ihre Zahlen veröffentlicht haben.
In klaren Zahlen beweisen Ablaufleistungen aus 2008, wie groß die Unterschiede zwischen den Anbietern sein können: Gab es bei der Debeka für einen 30-Jahres-Vertrag noch 112.617 Euro, bot die Allianz 89.972 und die Ideal 79.700 Euro. Im Durchschnitt liegt derzeit eine aktuelle Ablaufleistung nach 30 Jahren bei 88.673 Euro - zweitausend Euro weniger als noch vor einem Jahr. Bei Abschlussalter 30 und Schlussalter 60 wurden dabei pro Jahr angenommene 1.200 Euro einbezahlt. Macht zunächst nur mal ‘unverzinst’ auf 30 Jahre „schlappe 36.000 Euro“. Würden sich Verbraucher nicht nur ausnahmsweise, sondern vorher immer gut informieren, könnten einige mehr erfahren, dass stets 5 von 10 der großen und größten Lebensversicherer nicht zu den ganz starken Anbietern zählen.
Dienstag, Februar 23, 2010
Immobile Schnäppchen und keiner will sie haben!
Da mag kein Häuslebauer dran denken und auch der Käufer einer Eigentumswohnung hat den schlechtesten Fall meist nicht im Visier. Immobilien können dann zu einem Klotz am Bein werden, wenn sie dringend verkauft werden sollen, das Objekt aber keinen Käufer findet. Einer der Gründe - wie in Fürth, wo das Versandhaus Quelle als Arbeitgeber ausfiel - ist, dass Schuldner arbeitslos werden.
Vor allem in strukturschwachen Regionen gehen die Immobilien-Angebote zahlenmäßig nach oben, doch die Objektwerte gehen nicht mit. Zu viele Hausbesitzer versuchen ihre Immobilien loszuwerden, weil sie den monatlich verpflichtenden Kapitaldienst aus Zins und Tilgung nicht mehr leisten können. Doch die Käufer sind selbst bei einer Zwangsversteigerung kaum zu finden. Da bleiben die bisherigen Eigentümer auf ihrem Objekt sitzen, veranlassen Tilgungsaussetzung oder auch, dass die Zinsen der Schuld zugerechnet werden sollen. Da siegt der Fatalismus über das eigentliche Wollen und auch über das finanzielle Können.
Auch fixe Kosten bleiben Pflicht
Abgesehen von den Verpflichtungen für die Gläubiger sind auch die Nebenkosten wie Grundsteuer und Energie ein zusätzlicher Brocken. Denn auch der zählt bei den Eigentümern zu den fixen Kosten, auch wen man sparsam sein will. Ganz abgesehen von den Kosten für Instandhaltung und Pflege, die man mit geringem Einkommen oder der Transferleistung von der Arbeitsagentur nicht mehr bringen kann.
Wohneigentum aufgeben für die Insolvenz
Die frühere Wunsch-Immobilie, die meist als mietsparende Altersvorsorge gedacht war, wird zum Problem, denn für ein von Schulden befreiendes privates Insolvenzverfahren müsste sie verkauft werden. Doch woher einen Käufer nehmen, wenn dies nicht einmal bei der Zwangsversteigerung gelingt?
Da kann ein Blick ins BGB helfen: Paragraph 928 regelt, wie man bisheriges Eigentum aufgibt. Unter “Aufgabe des Eigentums, Aneignung des Fiskus” steht zu lesen “(1) Das Eigentum an einem Grundstück kann dadurch aufgegeben werden, dass der Eigentümer gegenüber dem Grundbuchamt den Verzicht erklärt und dieser in das Grundbuch eingetragen wird. (2) Das Recht zur Aneignung des aufgegebenen Grundstücks steht dem Fiskus des Landes zu, in dem das Grundstück liegt. Der Fiskus erwirbt das Eigentum dadurch, dass er sich als Eigentümer in das Grundbuch eintragen lässt.”.
Pflicht bleibt beim Eigentümer
Doch der Weisheit letzter Schluss ist dies auch nicht. Bekannt wurde das Prozedere zuletzt dadurch, dass die Eigentümerin einer baufälligen Scheune alle Ansprüche daran aufgab. Doch ihre Wohngemeinde wollte die Immobilie auch nicht nicht haben.
Da sind dann Kreis oder Gemeindebeamte schnell bei der Sache: Der Eigentümer bleibt solange in der Pflicht, wie kein neuer Eigentümer gefunden wird. Was im BGB nicht steht: Der Fiskus hat keinesfalls die Pflicht zur Aneignung, sondern lediglich das Recht dazu.
Donnerstag, Februar 18, 2010
Der Bankenverband zum Risiko Altersarmut
„Risiko Altersarmut“ nennt sich die Broschüre, die der Bundesverband deutscher Banken am Mittwoch präsentierte. Sie enthält die Ergebnisse der gleichnamige Studie und hat einen unmissverständlichen Tenor: „Wenn wir nicht gegensteuern, könnte Altersarmut in Deutschland in den kommenden Jahrzehnten zu einem gravierenden Problem werden“, so Geschäftsführer Bernd Brabänder. Beste Chancen, die Gefahr zu umschiffen, sieht er in einem höheren Niveau bei Bildung und Ausbildung, Wirtschaftswachstum und letztlich auch einem besseren Altersvorsorgesystem. Die zwei Säulen gesetzliche und Riester-Rente reichten zukünftig nicht mehr aus, um im Alter über die Runden zu kommen.
Aus Sicht des Bundesverbandes deutscher Banken könnte die betriebliche Altersvorsorge mit eingebauter Dynamik der Schlüssel sein, um Altersarmut zu vermeiden. Der Abschluss eines neuen Arbeitsvertrages müsse direkt an die Vorsorge gekoppelt sein. Damit es arbeitsrechtlich keine Probleme gebe, schlägt der Bankenverband eine Widerspruchslösung vor. Das heißt, wer möchte, könnte sich aktiv gegen diese Vorsorgelösung entscheiden. Die Erfahrung habe jedoch gezeigt, dass viele die Vereinbarung annehmen, wenn sie vor die Wahl Zusatzabsicherung ja oder nein gestellt würden. Anderenfalls werde die Entscheidung für eine kapitalgedeckte Vorsorge meistens aufgeschoben.
Wie genau das System aussehen soll, darüber schweigt sich der Bankenverband aus. Da es bereits ähnliche Zusatz-Rentenmodelle gebe, wolle man als Verband, in dem Geldhäuser miteinander konkurrieren, keine Empfehlung aussprechen. Eindeutig ist hingegen die Aussage gegen eine aus Steuermitteln finanzierte Mindestrente. Auch eine Umverteilung bei der Rente, etwa durch Extra-Boni bei den Rentenanwartschaften, um die Zeiten von Langzeitarbeitslosigkeit höher werten zu können, lehnt der Verband ab. „Eine Mindestrente enthält nur solange einen Arbeitsanreiz, bis die Mindest-Anwartschaft erreicht ist“, so Brabänder. Positiv sieht der Verband die Riester-Rente, wenngleich nur 40 Prozent der Berechtigten sie auch nutzen.
Dienstag, Februar 16, 2010
KarstadtQuelle-Versicherung ist Geschichte – ab jetzt ist es die Ergo Direkt
Gestern war es soweit: Der Ergo-Konzern hat der KarstadtQuelle-Versicherung einen neuen Namen und ein neues Gewand verpasst. Ergo Direkt nennt sich die Versicherung jetzt. Damit leitete das Unternehmen seine Markenstrategie ein, bei der auch bekannte Namen wie Hamburg-Mannheimer von der Bildfläche verschwinden werden.
Ziel ist ein international einheitlicher Auftritt des Konzerns. Bei der KarstadtQuelle-Versicherung kam der negative Beigeschmack der alten Marke hinzu, ausgelöst durch die Sanierung des Warenhauskonzerns und den Niedergang des Versandhauses. Dabei gehört der Versicherer schon seit 2008 zu 100 Prozent zur Ergo.
Der Vorstandsvorsitzende Peter Endres erklärt gestern, der Name KarstadtQuelle sei in letzter Zeit immer ein Thema gewesen. „Die Zahlen im Neugeschäft haben gezeigt, dass es schwierig war, unter diesen Umständen das Vertrauen potenzieller Kunden zu gewinnen“, so Endres. Das habe soweit geführt, dass selbst Manager des Unternehmens in Hotels Vorkasse leisten mussten, weil der ehemalige Mutterkonzern Arcandor in den Schlagzeilen war. Kein Wunder also, dass der Direktversicherer keine Probleme damit hat, jetzt Ergo Direkt zu heißen und der Markenumstellung positiv gegenübersteht.
Trotz schlechter Rahmenbedingungen hat Ergo Direkt im vergangenen Jahr eine recht positive Entwicklung genommen. 300.000 Neukunden haben sich für Produkte des Unternehmens entschieden. Insgesamt vertrauen mittlerweile 4,3 Millionen Menschen der Versicherung. Der Gewinn stieg im gleichen Zeitraum rasant von 17 auf 31,5 Millionen Euro an, vor allem weil weniger für die Werbung ausgegeben wurde. Um sich als Ergo Direkt einen Namen zu machen, werden die Ausgaben für Werbung in diesem Jahr wohl deutlich höher liegen.
Interessanterweise hat KarstadtQuelle im zurückliegenden Jahr weniger mit den klassischen Versicherungsangeboten, sondern mit einem Geldanlageprodukt punkten können – dem Monatsgeld. Mit zwei Prozent Verzinsung eine durchaus interessante Option auf dem Markt für Fest- und Tagesgeld, die dem Unternehmen 300 Millionen Euro Einnahmen in die Kassen spülte. Eingebrochen ist hingegen das Neugeschäft mit Lebensversicherungen, um minus 20 Prozent. Weitgehend stabil bleiben die Zahlen in den Sparten Sach- und Krankenversicherung. Wie sich das Geschäft mit neuem Namen und einer intensiveren Zusammenarbeit mit dem Ergo-Konzern jetzt entwickelt, wird sich zeigen.
Posted by Andre on 02/16 at 10:48 AM
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Montag, Februar 15, 2010
Zinsen sind Ausgabe und Aufwand…
Wer sich verschuldet, achtet meist auf den Preis, den er für die Nutzung von Geld oder Sachen zahlen muss. Dies ist umso mehr des Schuldners Pflicht, als die Laufzeit gleich über mehrere Jahre geht, ja länger als ein Jahrzehnt dauert.
Aktuell liegen Kredite mit 12-15-jähriger Zinsbindung tatsächlich im Trend. Gut für Bauherren, die sich so das aktuelle Zinstief langfristig sichern können, auch wenn diese Art der Finanzierung effektiv etwas teurer wird. Was über Jahre als Klassiker galt, nämlich Immobilien-Kredite mit 10-jähriger Zinsbindung, darf und wird sich derzeit mit dem momentanen Zinstief ändern. Denn wer den Zins unten weiß, der mag nicht daran denken, dass es in absehbarere Zukunft gleich mit höheren Zinsen erwischt. Und so planen die Käufer oder Bauherren von Immobilien langfristiger. Wer sich auf Tiefstand befindliche Kreditzinsen gleich 15 bis 20 Jahre sichert, ist einige Zeit vor einer Anschlussfinanzierung zu höheren Zinsen geschützt.
Macht ‘nen 40er mehr pro Monat!
Um sowohl für Gläubiger wie auch für den Schuldner ein partnerschaftliches, weil ausgewogenes und ausgleichendes Verhältnis zu finden, hat ein “Lafri-Kredit” dann aber auch einen leicht höheren Preis. Wer auf lange Zeit Kredite vergibt, der lässt sich dies dann auch mit einem Aufschlag bezahlen: So wird eine 15-jährige Laufzeit um rund 0,3 Prozentpunkte teurer als eine 10-jährige. Das nun macht bei einem Kredit über 150.000 Euro und längerer Planungssicherheit während all der 180 Monate Laufzeit 40 Euro zusätzlich pro Monat.
Kündigung nach zehn Jahren möglich
Wer eine lange Zinsbindung bevorzugt, der hat noch ein Vorteil auf seiner Seite. Da ist zum einen der tatsächlich günstige Zinssatz oder aber die Möglichkeit, nach 10 Jahren umzusteigen. Trifft nämlich die Vermutung nach steigendem Zinsniveau während der Laufzeit nicht zu, können Darlehen, für die 15- oder 20-jährige Laufzeit vereinbart wurden, nach zehn Jahren einmalig ohne zusätzliche Kosten gekündigt werden. Das garantiert ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht, auf dessen Anwendung auch die sonst übliche Vorfälligkeits-Entschädigung als finanzieller Ausgleich für eine vorzeitige Kündigung nicht anfällt.
Dienstag, Februar 09, 2010
YoungTravel Work&Learn der Allianz
Auslandssemester machen sich gut im Lebenslauf. Der Schritt, für längere Zeit an einer ausländischen Hochschule zu studieren, will jedoch sorgfältig durchdacht sein – insbesondere in Versicherungsfragen. Die Allianz hat sich diesbezüglich Gedanken gemacht und ein Baustein-System entwickelt, mit dem sich die Studierende und Praktikanten bestens für ihren Aufenthalt im Ausland absichern können, ob sie nun nach London gehen oder in China lernen wollen. Zur Auswahl stehen beim Allianz „YoungTravel Work&Learn“ insgesamt sechs Policen, die beliebig miteinander kombiniert werden können.
Zweifelsohne der wichtigste Schutz ist die Reisekrankenversicherung. Sie gilt weltweit und nicht nur in den Ländern, mit denen die Bundesrepublik ein Sozialversicherungsabkommen vereinbart hat. Für 32 Euro im Monat umfasst die Versicherung alle ambulanten Leistungen, stationäre Klinikaufenthalte, Heilbehandlungen und über „Assistance“ auch die Reisekosten für eine beliebige Person, sollte man schwer erkranken. Auf Zahnersatz muss man bei „YoungTravel Work&Learn“ allerdings verzichten. Der Vertrag kann individuell über zwei Monate bis hin zu zwei Jahren – eine Verlängerung ist nicht möglich – abgeschlossen werden und unterscheidet sich damit deutlich von den Auslandsreisekrankenversicherungen für den Urlaub.
Ein weiterer Baustein ist der Unfallschutz. Da die gesetzliche Unfallversicherung nur greift, wenn an einer deutschen Universität studiert wird oder zumindest ein direkter Bezug zu einer Universität in Deutschland besteht, ist die private Absicherung gegen die Folgen von Unfällen eine sinnvolle Ergänzung. Mit 4,66 Euro Beitrag im Monat ein durchaus finanzierbarer Schutz. Das gilt auch für die Bereiche Privathaftpflicht und Rechtsschutz, die im Ausland teilweise ganz anderen Maßstäben unterliegen und daher nicht unterschätzt werden sollten. Der Auslandsreiserechtsschutz kostet 4,00 Euro und die private Haftpflichtpolice 6,80 Euro monatlich. Sie lassen sich um eine Reiserücktrittskostenversicherung (4,20 Euro) und eine Reisegepäckversicherung (8,50 Euro) aufstocken.
Zwei Bausteine müssen beim „YoungTravel Work&Learn“ der Allianz mindestens gewählt werden. Der große Vorteil dieser Paketlösung: Man hat nur einen Ansprechpartner, insbesondere dann, wenn ein Unfall oder sonstiger Schaden gleiche mehrere Policen betrifft.
Freitag, Januar 29, 2010
HUK-Coburg und Debeka bündeln Notrufservice
Im Ausland zu erkranken, stellt die meisten Urlauber vor eine Reihe von Problemen: Wo finde ich den nächsten Arzt oder das nächste Krankenhaus? Gibt es Spezialisten? Was muss ich beachten? In einer solchen Situation ist es von Vorteil, eine Auslandsreisekrankenversicherung zu haben, die auch eine Notrufzentrale betreibt. Die HUK-Coburg-Holding AG und der Debeka Krankenversicherungsverein auf Gegenseitigkeit wissen um die Bedeutung dieser Serviceleistung und sind für diese Zwecke eine Kooperation eingegangen. Das gemeinsame „Kind“ nennt sich Private Healthcare Assistance GmbH (PHA).
Das Unternehmen agiert als Notrufdienstorganisation und ist für die Versicherten beider Assekuranzen zuständig. HUK-Coburg und Debeka versprechen sich davon einerseits eine deutlich bessere und schnellere Hilfe als sie bisher gewährleistet werden konnte. Andererseits würden mit der PHA Kosten eingespart. Das komme den Kunden zugute – insgesamt sechs Millionen bei beiden Versicherungen – und sorge für mehr Transparenz auf der Leistungsseite.
Sitz der Private Healthcare Assistance GmbH ist Frankfurt am Main. „Als Geschäftsführer fungieren Reinhard Wüstenberg, Debeka, und Roland Weidmann, HUK-Coburg“, erklären die neuen Partner in einer Pressemitteilung. Die Kooperation beschränke sich allerdings ausschließlich auf den Auslandsnotrufservice.
Dienstag, Januar 05, 2010
Prämien contra Sparen wollen
Risiken lassen sich subjektiv nicht vergleichen
Wenn die großen Discounter zum Jahreswechsel Bügelordner, Textmarker und Dokumentenhüllen anbieten, dann ist nicht nur der Termin zum Steuerbelege sortieren gekommen, sondern auch Zeit, mal wieder den Versicherungsstatus für sich und seinen Partner oder eben für die gesamte Familie zu bestimmen.
Schließlich sind es die Hinweise der Verbraucherorganisationen, die immer mal wieder darauf hinweisen, dass es im Bestand des individuellen Haushalts doch den einen oder anderen „Geldfresser“ gibt, statt denen - wenn sie erst entdeckt sind - schon mal “Hunderte von Euro gespart werden könnten.
Ob das nun als „Werbung“ dafür gilt, dass Versicherte ihren Policen-Ordner prüfen sollen, weil zum Ende des Jahres der eine oder andere Vertrag ausläuft, den zu kündigen gemäß Vereinbarung gar nicht zeitgerecht wäre, oder ob man nur ans Sparen nicht aber ans Versichert-Sein denkt - so leicht sind die Feststellungen gar nicht zu treffen. Schon gar nicht auf die Schnelle zum 1. oder zum 2. Januar.
Was die konkrete Seite angeht, so liegen die Schätzungen beim Bund der Versicherten (BdV) bei 400 Euro pro Jahr, die der Durchschnittsdeutsche sparen könnte, wenn er nur erst prüft, wie er versichert ist und wie er es günstiger sein könnte oder sollte. Von der Branche wird ein solcher Wert angezweifelt, denn der Nachholbedarf bei der Altersvorsorge gilt als noch nicht gedeckt, weshalb der Einzelne sich noch stärker daran orientieren sollte. Wie es sich genau verhält, liegt wohl bei der Risikoeinschätzung, dem Bedarf und den verfügbaren Mitteln, so auch die Versicherungsexperten bei den Verbraucherzentralen. So soll jeder seinen Bedarf individuell prüfen und er wird dabei wohl feststellen, dass 400 Euro kaum gespart werden können. Als zutreffend gilt jedoch, dass Leistungen und Beiträge je nach Anbieter recht unterschiedlich ausfallen können.
Das Potenzial, gewisse Beiträge zu sparen, gilt dennoch als gegeben. Zum Grundschutz gehört allerdings weder die Handy-Versicherung, nicht zwingend die Glasbruchschutz und auch nicht der unklare Schutz gegen “häusliche Notfälle”. Nimmt man die Zahlen der Versicherungswirtschaft als Fakt, dann gaben die Deutschen 2008 je Kopf 1800 Euro aus, was 150 Euro pro Monat macht. Und da gehört bei den meisten die Kfz-Versicherung und die (teure) Rechtsschutz schon dazu…
Donnerstag, Dezember 31, 2009
Baugeld: Niedrig und günstig in 2010!
“Wir bieten mehr als Schuld und Zinsen!”, lautete ‘vor Urzeiten’ ein Werbeslogan der Volksbanken. Mit einiger Ironie wurde daraus: Wir bieten mehr als Sie schulden und zinsen… Heute lässt sich auch ohne markante Werbung ein Blick auf die zu erwartenden Baugeldzinsen in 2010 wagen. Und was meinen die Zinsexperten zur jüngsten Marktentwicklung und den Folgen für Baugeld-Konditionen? Worauf ist von Immobilienkäufern und Eigenheimern im neuen Jahr unbedingt zu achten?
War das Jahr 2009 überschattet von der Finanzmarktkrise und der Rezession in den USA und in Europa, was bei den Notenbanken die Leitzinsen in den Keller drückte, haben die Fast-Null-Zins-Politik und die sinkenden Renditen von Staatsanleihen zu historisch niedrigen Baugeldzinsen in Deutschland geführt. Mit klarem Vorteil für Bauherren und Immobilienkäufer.
Für die kommenden Monate in 2010 muss als entscheidend gelten, woran die Zentralbanken ihre Leitzinspolitik ausrichten. Viel ändern wird sich bei der Europäischen Zentralbank und deren Leitzins von 1,0 in den nächsten sechs Monate wohl nichts.
Baugeld-Konditionen mit kurzen Laufzeiten bleiben demnach relativ stabil; wer sich für seine Zinskonditionen langfristig festlegen will, der muss eher mit Schwankungen rechnen. Käme im zweiten Halbjahr die erste Leitzinserhöhung, macht dies dann auch beim Baugeld weitere Prozentpunkte aus. Wer als Bauherr und Immobilienkäufer aktuell entscheiden will, der sollte 2010 gleich nutzen, um noch günstige Baugeldkonditionen für einen möglichst langen Zeitraum festzuschreiben. Das erlaubt dann bei niedrigen Zinsen auch punktuell eine höhere Tilgung und Schuldenabbau.
Als bisherige Top-Konditionen von unter 4,5 Prozent effektiv gehörten die Zinssätze für lange Laufzeiten Ende 2009 zu den tiefsten der vergangenen 50 Jahre. Ein Darlehen über 150.000 Euro mit einer Laufzeit von 15 Jahren kann selbst bei einer Tilgung von 2 Prozent mit einer Monatsrate von 800 Euro bedient werden. Für 200.000 Euro läge die Rate bei 1.050 Euro.
Folglich sollten auch Darlehensnehmer, die bereits im Eigentum sind, das Frühjahr 2010 nutzen, mit unabhängigem Berater klären, wie bei einer Anschlussfinanzierung ein Zinsanstiegs-Risiko vermeidbar sein könnte. Trotz derzeitiger Zinsbindung für die nächsten 12 bis 60 Monaten können Anschlussfinanzierer bereits 2010 aktuell niedrige Zinsen nutzen - abhängig von der Vorlaufzeit auch durch Baukredite ohne Bereitstellungszinsen oder über Forward-Darlehen.
Samstag, Dezember 26, 2009
Bei Restschuld-Versicherung Widerruf beachten!
Bei Krediten gibt es immer zwei Seiten: Die des Darlehensgebers bzw. Gläubigers und die des Darlehensnehmers bzw. Schuldners. Fordert der Darlehensgeber bei zweifelhafter, weil unsicherer Zukunft seines Schuldners eine Restschuld-Versicherung, gelten beide Verträge als verbundenes Geschäfte. Dies hat jüngst der BGH entschieden (Az.: XI ZR 45/09), weil in der Rechts-Literatur und auch in den Instanzgerichte die Frage noch nicht zweifelsfrei beantwortet wurde.
Im strittigen Fall nahm die klagende Bank ein Ehepaar wegen Rückzahlung eines gekündigten Darlehens in Regress. Die beiden hatten mit dem Darlehensvertrag einen Restschuld-Versicherung bei erhöhter Darlehenssumme vereinbart. Deswegen vertraten sie vor Gericht die Auffassung, dass beide Verträge verbundene Geschäfte im Sinne des § 358 Abs. 3 BGB bilden würden.
Dieser Tatsache habe jedoch die Widerrufsbelehrung bei verbundenen Geschäften nicht entsprochen, weshalb man noch zum Widerruf des Darlehensvertrages berechtigt sei. Dieser Argumentation stimmte der BGH zu. Beide Verträge bildeten deswegen eine “wirtschaftliche Einheit”, weil aus dem Darlehensbetrag teilweise auch die Restschuldversicherung bedient werden sollte, so die Richter. Um aufzuklären, inwieweit und in welcher Höhe der Klägerin ein Anspruch gegen die Beklagten zusteht, nachdem diese wirksam den Widerruf des Darlehensvertrages erklärten, der sich auch auf den verbundenen Restschuldversicherungsvertrag erstreckt, wurde der Fall an das Berufungsgericht zurückverwiesen.
Bankenfachverband entwarnt!
Trotz dieses Urteils geht der Bankenfachverband nicht davon aus, dass es gleich massenhaft zu Kündigungen bestehender Kreditverträge kommen wird. Wenn nämlich Verbraucher ihren Kreditvertrag widerrufen, ist der Kreditbetrag sofort fällig, was bei eventueller Umschuldung des Kredits den Verbrauchern erhöhte Konditionen brächte. Zudem würden Verbraucher bei einem Widerruf ihres Kreditvertrags mit sofortiger Wirkung ihren Versicherungsschutz verlieren. Wer dies so entscheide und veranlasse, der muss nun bei einem allgemeinen Arbeitsmarkt-Risiko als Kreditnehmer abwägen, ob die Versicherung nicht lieber doch bleiben solle oder ob in jedem Fall für den Kapitaldienst haften will.
Statistisch gilt nach einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung GfK, dass 27 von 100 Schuldner eines Ratenkredits eine Restschuldversicherung abgeschlossen haben. Das Geschäft mit Ratenzahlungen machen zumeist die 57 Kreditbanken des Bankenfachverbandes. Sie finanzieren privaten Konsum und gewerbliche Investitionen, insbesondere Fahrzeuge. Das Volumen beträgt nach deren Angaben mehr als 115 Milliarden Euro, die an Verbraucher und Unternehmen ausgeliehen sind. Dies nun macht einem Anteil von 48 Prozent aus, mit dem man Marktführer in der Konsumfinanzierung sei.
Mittwoch, Dezember 16, 2009
Bauherren denken an Energetik!
Zum Jubeln war sie nicht, die Baukonjunktur 2009. Meist bewegte sich der Wohnungsneubau in fallende Richtung. Jetzt scheint es so, als ob die Geschäfte wieder anziehen oder wenigstens leicht angezogen hätten. Einen Maßstab dafür bietet die KfW Bankengruppe, die für 2009 bei zusätzlichen Mitteln aus dem ersten Konjunkturpaket höchste Förderungs-Quoten für energieeffiziente Gebäude meldet.
Seit die Förderprogramme aufgelegt wurden, waren noch nie mehr Mittel beansprucht und genehmigt worden wie in 2009. Und nicht nur private Bauherren wurden begünstigt, auch Baufirmen und letztendlich die Umwelt partizipierten.
Angesagt: Wärmedämmung
Und so liegt energetisches Sanieren und Bauen von Wohngebäuden noch immer im Trend: Bis Ende November 2009 vergab die KfW über 200.000 Kredite oder Zuschüsse. Es entstand ein Fördervolumen von mehr als 8 Milliarden Euro. In der Summe ein knappes Viertel dessen, was seit 2001 die bisherige Gesamtsumme von 30 Milliarden Euro ausmacht. Und weil die Mittel ausgeschöpft wurden, sind weitere mit dem ersten Konjunkturpaket bei hoher Nachfrage zur Jahresmitte genehmigt worden. Fördergelder, mit denen Investitionen im Umfang von 17 Milliarden angestoßen wurden. Mehr als eine halbe Million Wohnungen (550.000) wurden auf neueste energetische Standards gebracht.
Wieder mehr Deckungsbeitrag
Mit positiven Deckungsbeiträgen - nach Abzug der variablen Kosten vom Stückpreis - konnte sich auch die Bauindustrie erholen und fließende Mittel abschöpfen. Für die KfW bedeutet dies auch Sicherheit für 270.000 Arbeitsplätze bis Ende 2009 und wohl auch darüber hinaus. Auch wird der Ausstoß des Treibhausgases CO² durch besser gedämmte Gebäude mit moderner Heiztechnik dauerhaft um jährlich 1,3 Millionen Tonnen gesenkt. Und Hausbesitzer und Mieter können sich zudem über geringere Heizkosten trotz steigender Gaspreise freuen.
Wie eine Maßnahme durch die KfW gefördert wird, hängt von der Energiemenge ab, die ein Gebäude im Vergleich zu einem Neubau verbraucht. So wurde das Förderprogramm durch den “KfW-Effizienzhaus”-Standard gestrafft und vereinfacht. Ein “Effizienzhaus 70” verbraucht demnach nur 70 Prozent der Energie eines Standard-Neubaus. Je kleiner die Zahl, desto höher die Energie-Effizienz. Alles ganz easy…
Mittwoch, Dezember 09, 2009
Bauqualität muss wieder besser werden
Bis in die Kleinstadt zieht sich die Gefahr der Insolvenz in der Baubranche. Untersteht doch die Bauwirtschaft einem massiven Preiskampf. Europaweite Ausschreibungen, latente Angst, dass Korruption zum Vorwurf wird, wenn kommunal-politisches Entscheiden eine Rolle spielt, die Wirtschaftskrise und verzweifelte, weil ruinöse Angebote von Firmen, die eigentlich schon platt sind, schädigen volkswirtschaftlich, verursachen den Verdrängungswettbewerb und verhindern seriöse Arbeit von qualitätsbewussten Unternehmen.
Doch was tun? Statt Billig-Bauen sollte wieder Qualitäts-Bauen praktiziert werden. Das nun würde wenigstens die deutsche Bauwirtschaft sichern und am ehesten die Folgekosten von Bauschäden verhindern. Doch ohne gemeinsame Zielsetzung wird sich wirtschaftliches, nachhaltiges und gesundes Bauen nicht durchsetzen können. Deshalb müssen Bauherren und Planer, Bauunternehmen und Handwerker im Sinne der Initiative Neue Qualität des Bauens (INQA-Bauen) handeln.
Unter diesem Dach werden Referenzen und Kooperationen auch regional genutzt, indem Partner ihre Strukturen und Angebote abstimmen und Qualitätsstandards für die jeweilige Region definieren. Ergebnisse aus Netzwerken für Berlin Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein, Hessen, Niedersachsen, NRW und das Saarland sind bereits gegeben.
Jetzt auch im “Ländle”
Für “Gutes Bauen in Baden-Württemberg” fand der Auftakt im November 2009 statt, wobei “Gutes Bauen” mit hoher Bauqualität einhergeht. Über die Initiativen “Architektur und Baukultur”, “Kostengünstig qualitätsbewusst Bauen” und das “Leitbild Bauwirtschaft der Bundesrepublik Deutschland” sind
* Bauherren zu motivieren, qualitätsbewusst und wirtschaftlich zu bauen,
* Bauunternehmen und Handwerksbetriebe bei Arbeits- und
Geschäftsabläufen zu unterstützen,
* Planer und Architekten zum engeren Kommunikationsaustausch zu bringen und
* Dienstleister regional auf abgestimmte Angebote zu trimmen.
Die Ziele mit regionalen Netzwerken und verschiedener Praxishilfen und Instrumente umzusetzen könnte gelingen mit
* Check-bauen,
* CASA-bauen und
* Gute-Bauunternehmen.de.
Check-bauen hilft, Bauprojekte erfolgreich durchzuführen; CASA-bauen liefert Bauunternehmern systematische Informationen durch Selbstbewertung, was zur Voraussetzung wird, in die Datenbank Gute-Bauunternehmen.de aufgenommen zu werden.
Dabei ist vorgesehen, dass die Datensätze die Unternehmen angeben, die Qualitätssiegel besitzen und insbesondere auch, ob diese durch den Verein für die Prä-Qualifikation von Bauunternehmen e.V. zertifiziert sind.
Freitag, Dezember 04, 2009
Versicherer-Seiten mit Licht und Schatten
Die 13. Auflage der Studie „Die Assekuranz im Internet“ beweist: Noch sind viele Versicherungen von einer kundenfreundlichen und übersichtlichen Internetpräsenz weit entfernt. Zwar gab es im Vergleich zur vorherigen Untersuchung hier und da ein paar Verbesserungen. Insgesamt bestehe aber noch großer Nachholbedarf, so der Assekuranz Marketing Circle (AMC), der 125 Versicherer-Seiten auf Herz und Nieren prüfte.
Lob gab es für die Navigation und Orientierungshilfen, die inzwischen 72 Prozent der Unternehmen bieten. Das ist mit plus 23 Prozent ein gewaltiger Schritt nach vorne. Bei den selektiven Leistungsbeschreibungen, die Kunden einen kurzen und informativen Überblick zu den Produkten ermöglichen sollen, liegt die Quote um zehn Prozent höher bei nunmehr 38 Prozent. Aufpoliert wurden auch die Kontaktmöglichkeiten, die zu 65 Prozent – sechs Prozent mehr im Vergleich zur letzten Studie – als differenziert und bedarfsorientiert gewertet wurden. Zudem verabschiedeten sich deutlich mehr Versicherer von Seiten, die eher an eine Broschüre denn an einen modernen Internetauftritt erinnern.
Mängel gibt es vor allem bei den Ladezeiten der Seiten. 30 Prozent der untersuchten Präsenzen benötigen einfach zu lange, bis sie auf dem Bildschirm erscheinen. Eine Bedarfsanalayse fehlt bei 78 Prozent. Auf eine erweiterte Suche verzichten immer noch 83 Prozent der Unternehmen, wobei schon die einfache Suche in 69 Prozent der Fälle nicht mit hilfreichen Ergebnissen aufwarten kann. Rückläufig ist die effiziente Einbindung von Vermittlern. Sie nahm um vier Prozent ab. Zugenommen haben hingegen die Aktivitäten außerhalb der „eigenen vier Wände“. Viele Unternehmen, darunter Asstel oder KarstadtQuelle, nutzen Portale wie Youtube oder Twitter, um sich Kunden zu präsentieren.
Die Gewinner der Studie: Den ersten Platz sicherte sich die DKV vor der Allianz und der Gothaer. Es folgen Cosmos Direkt, Westfälische Provinzial, Asstel, Hannoversche Leben, Barmenia, KarstadtQuelle und die Hamburg-Mannheimer, die aufgrund der neuen Ergo-Markenstrategie wohl letztmalig bei der Studie vertreten ist.
Posted by Andre on 12/04 at 07:16 AM
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