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Wirtschaft

Freitag, November 07, 2008

Stabiler Wunsch nach dem Eigenheim

“Schlussalter 65” war vor 30 und mehr Jahren die Maßgabe für die Finanzierung beim schlüsselfertigen Reihenhaus für 238 000 Mark ohne Aussenanlage und die zugehörige Risiko-Lebensversicherung. Und auch heute genießt die eigen-genutzte Immobilie hohen Stellenwert bei möglichen Bauherren oder Käufern. Bei einer Umfrage der Deutschen Bank schätzten allerdings unter heutigen Bedingungen 75 von 100 Befragten das geforderte Eigenkapital bei der Finanzierung höher ein als nötig. Und schließlich zeigt man sich auch bereit, insbesondere ökologisch bauen zu wollen.

Als die derzeit stabilste Kapitalanlage gilt die eigen-genutzte Wohnimmobilie. Nicht zuletzt deshalb, weil mit der Leitzinssenkung der EZB die Zinsen für Grundpfandkredite (Grundschuld und Hypothek) günstiger geworden sind. Die nun lassen sich auch über “Forward-Darlehen” langfristig sichern.
Alles in allem Ausdruck und Tendenz dafür, dass Immobilien-Käufer in Deutschland sich wegen der Turbulenzen an den Kapitalmärkten keine Sorgen zu machen brauchen, so dass Spitzen-Management für Baufinanzierung bei der Deutschen Bank.

Doch beim Erwerb eines Eigenheims sind trotz guter Aussichten für Wohn-Immobilien viele Deutsche eher zögerlich. Dies liege unter anderem daran, dass die meisten potenziellen Käufer für die Finanzierung fehl einschätzen, wieviel Eigenheim sie sich tatsächlich leisten können, so das Ergebnis der Befragung.

Geben doch zwei von drei Befragten an, eben zu wenig Eigenkapital für eine Immobilie zu haben. Gilt bei Experten als Faustregel eine Eigenkapital-Quote von 20 Prozent als günstig, gilt bei drei von vier Befragten der Eigenkapitalbedarf als höher. Eine Haltung, durch die viele Deutsche die Chance auf die eigenen vier Wände nicht nutzen, auch wenn aktuell durch die neuerliche Zinssenkung (Oktober 2008) eine Finanzierung zu attraktiven Konditionen möglich wäre, so die Experten.

Wer an einer Immobilie interessiert ist, dem ist folglich eine ausführliche Beratung empfohlen. Insbesondere auch, um staatliche Fördermöglichkeiten bei der Finanzierung auszuschöpfen, vor allem beim ökologischen Anspruch ans Bauen.

Ökologisch darf teurer sein!

Denn nahezu jeder Deutsche wäre bereit, für ökologisches Bauen und Wohnen die Ausgaben höher anzusetzen; für jeden Dritten dürften das gar Mehrkosten von über zehn Prozent sei. Dabei wissen die Bürger deutlich zu wenig über die staatlichen Fördermöglichkeiten, auch wenn sie ganz anderer Auffassung zu ihrem Kenntnisstand sind. Doch nur knapp Einer von Zehn fühlt sich gut über die mögliche Förderung im Bilde. Und je jünger die Interessenten an Immobilien, desto geringer das Wissen und umso höher der Info- und Beratungsbedarf.

Als möglichen Finanzierungspartner betrachten neun von zehn Befragten die persönliche Beratung vor Ort mit einem festen Ansprechpartner als wichtig. Schließlich soll der Kreditberater als Baufinanzierungsexperte die individuelle Situation des Bauherren genau analysieren, um die Finanzierung den Möglichkeiten für den Kapitaldienst anzupassen.
Beteiligt an der Trendstudie ‘Baufinanzierung’ der Deutschen Bank waren 1001 nach dem Zufall ausgewählte Bundesbürger im Alter von 18 bis 68 Jahren.

Posted by Wolfgang on 11/07 at 12:16 AM
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Donnerstag, November 06, 2008

Privates Leasing - warum eigentlich nicht?

Wie man ein Auto finanziert

Eigentum und Besitz oder nur Besitz und Nutzung? - Wer ein Auto fahren will, der muss sich entscheiden, ob es ihm laut Fahrzeugbrief gehören soll, oder ob er es mit dem Fahrzeugschein nur fahren will. Wesentlich dürfte sein, wieviel Kaufkraft dem Mobilisten pro Monat abfließt, wenn es darum geht, von A nach B zu kommen. Und so kann nur derjenige den tatsächlichen Unterschied zwischen ‘echter’ Finanzierung ermessen, der sich rechnerisch dieselbe (!) Laufzeit darstellt, was ihn die Finanzierung pro Monat kostet.

Damit ist eines klar: wer ein Auto auf drei Jahre least, der muss schon wegen des Restwertes nach drei Jahren auch weniger an Abnutzung bedienen, die er seinem Fahrzeug “zugefügt” hat. Der, der finanziert, muss in derselben Zeit das Fahrzeug auf den Schuldwert “null” bedienen oder bis zur Schluss-Ballon-Rate.
Wenn er diese leistet, hat er aber dann einen dreijährigen Gebrauchten und woher die Schlussrate nehmen...? Wer also least, der kann pro Monat Kaufkraft sparen, die er entweder in eine andere Verwendung einsetzt oder er die rechnerische Differenz zur Abzahlungsfinanzierung einfach aufs Sparkonto trägt.

Autoverkäufer sind trotz allem in der Bredouille: die Zahlen der Neuzulassungen gehen stetig zurück, was die Hersteller zu immer neuen Rabatt- und Sonderaktionen veranlasst. Wenn es darum geht, wie ein neues Auto bezahlt werden soll, gibt es drei Möglichkeiten: Finanzierung oder Leasing oder eben bar bezahlen.

Vergleich nur bei gleicher Laufzeit zulässig!

Sind die drei Möglichkeiten genannt, gerät - warum auch immer- das Leasing für private Käufer in die “Nebenrolle”. Nur elf von 100 Befragten gaben an, dass sie für ihr nächstes Auto Leasing als Bezahlungsart wählen würden.
Als “großer Gewinner” gilt dagegen der “Finanzierer”.

Beim Leasing betonen zwar auch Experten, dass es eigentlich nur lohne, wenn man die Leasingrate von der Steuer absetzen könne. Doch die Betrachtung ist zu einseitig. Und auch beim AvD in Frankfurt/Main gilt Leasing als “die teuerste Variante”, wenn auch die Begründung ausbleibt.

Legt der Verkäufer keine “Fallstricken in Leasingverträgen” und gilt auch die Kilometerleistung als ausreichend, hat man den richtigen Leasingpartner gefunden, auch wenn zusätzliche Kilometer schließlich gesondert bezahlt werden müssen.

Bei der Finanzierung mit Ballonrate lockt zunächst eine niedrige monatliche Rate, die dann aber durch eine hohe Schlussrate erkauft wird. Andere Modelle sehen eine höhere Zahlung beim Kauf und danach moderate monatliche Zahlungen vor. Korrekt, um zum Leasing zu vergleichen, sind monatlich gleich bleibende Raten, die den Vorteil der ersparten Kaufkraft beim Leasing erkennen lassen.

Rabatte - aber wie??

Die Theorie bei der Barzahlung: Wer mit Bargeld beim Händler auftaucht, hat bessere Chancen auf einen großzügigen Rabatt. Und: dem Käufer gehört das Auto von Anfang an. Das nun ist manchem sehr wichtig, auch wenn es auf dem Fahrzeug nicht drauf steht.
Rabatte haben sich dennoch im Automobilgeschäft durchgesetzt, allerdings waren die Minderungen zuletzt wieder rückläufig. Lag das durchschnittliche Rabattniveau im Juli noch bei 17,5 Prozent, waren es nach CAR, dem Center Automotive Research, der Fachhochschule Gelsenkirchen kurz danach nur noch 16 Prozent. Zur Zeit lässt sich in Anbetracht der Krise bei Neuwagenverkauf (November 2008) wieder besser verhandeln. Wenn der Partner erst mal angibt, wieviel er an einem Fahrzeug verdient, könnte man sich auf “Kippe” einigen - jeder von beiden soll denselben Vorteil haben. Das nun könnte tatsächlich noch kommen…

Posted by Wolfgang on 11/06 at 08:40 AM
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Sonntag, November 02, 2008

Gaspreise 08/09

Der nächste Winter wird teurer! Auf jeden Fall!

Die einen gelten als Gas-Rebellen, andere als Gaspreis-Widersacher, ihre Initiativen ‘firmieren’ als Forum oder sie sind einfach nur gegen die Tarifstruktur und gegen die in vielen Städten und Gemeinden praktizierte Querfinanzierung öffentlicher Aufgaben - Hallenbad, ÖPNV oder Parkhäuser -, und diese millionenschwere Finanzierung dann auch ohne Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit des einzelnen Verbrauchers, nicht auf seine Familie, nicht auf sein Einkommen. Begründet nur dadurch, dass jemand Energie verbraucht.

Die Spezialisten des Energie-Portals Verivox haben nun erneut die neuen Gaspreise zum 1. Oktober, dem Beginn der Heizperiode, untersucht und zweifelsfrei festgestellt:  329 der etwa 750 Gasversorger in Deutschland erhöhten die Gaspreise um durchschnittlich 15 Prozent. Für den normalen Haushalt eine jährliche Mehrbelastung von 213 Euro.

Ob Stadtwerke Herne (Nordrhein-Westfalen), Vereinigte Stadtwerke GmbH (Schleswig-Holstein), die Stadtwerke Kempen (Nordrhein-Westfalen) oder die Stadtwerke Witten (Nordrhein-Westfalen) - mit über 30 Prozent sind Tausende Haushalte dabei, was jährliche Mehrkosten von über 350 Euro bedeutet.

Weil seit den 60-er Jahren der Gaspreis an den Ölpreis gekoppelt wurde, als dies noch Sinn machte, kommen die starken Ölpreisschwankungen in 2008 erst verspätet bei den Gasverbrauchern. Weitere Gasversorger werden im November und Dezember die Preise erhöhen, so Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox.

Weitere 29 Gasanbieter haben schon jetzt Preiserhöhungen zum 1. November um durchschnittlich 13 Prozent angekündigt. Fünf werden die Preise um über 20 Prozent anheben - die Stadtwerke Zirndorf i gar um 24 Prozent, was jährlich 333 Euro zusätzlicher Ausgaben bedeutet.

Seit Januar 2005 sind die durchschnittlichen Kosten für Gaskunden in Deutschland um über 40 Prozent gestiegen. Nur wenige Hundert oder vielleicht auch einige Tausend haben schon in 2005 den Gaspreiserhöhungen schriftlich widersprochen. Seither wurden einige Gerichtsverfahren entschieden, die mal den sperrigen Verbrauchern aber auch den Versorgern Recht gaben.
Noch immer ist jedoch die Rechtslage verworren: für einige Versorger gilt, dass deren Preiserhöhungsklauseln in Sonderverträgen über Jahre hinweg rechtsunwirksam waren. Grund genug für “ ganz harte Rebellen”, deshalb nur den Altpreis aus 2005 zu zahlen oder eben den seit dem ersten Widerspruch.
Inzwischen sind vielerorts die Sonderverträge auf den 31.12. gekündigt, und zwar gleichermaßen für Rebellen und für bislang brave Zahler.
Wer neue und teurere Sonder-Tarife nicht akzeptieren will, der fällt als Konsequenz in die normale und ebenfalls (noch) teurere Ersatzversorgung (=Grundversorgungstarif) oder er kümmert sich um einen anderen Gasversorger. Die Experten von Verivox raten daher zum Vergleich der Gaspreise.
Inzwischen kann man meist zwischen wenigstens zwei Gasversorgern wählen (so liefern Konstanz und Friedrichshafen auch in den angrenzenden Schwarzwald-Baar-Kreis).
Der Wechsel ist einfach und risikolos - die Versorgung wird auf keinen Fall unterbrochen. Und ein Wechsel kann finanziell entlasten. Die Bundesnetzagentur geht beim Wechsel des Gasanbieters von einer durchschnittlichen Ersparnis von 100 Euro jährlich aus.
(siehe auch verivox.de; energieverbraucher.de oder Verbraucherzentrale.de und dort benannte Gaspreis-Initiativen).

Posted by Wolfgang on 11/02 at 11:02 AM
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Samstag, November 01, 2008

Sport mit Haftpflicht: Günstig Golfen

Fern-Mitgliedschaften in DGV-Golfclubs

“Querschläger beim Sport..??”, das gibt es wohl am ehesten bei den Sportschützen. Doch auch ein Golfer kann in Haftpflicht genommen werden, wenn sein kleiner, weißer Ball “abirrt” und nicht die erwünschte Flugbahn nimmt; er mit zweifelhafter Flugbahn ins Gelände, gegen den Spazierweg, die Straße oder auf die Bahn daneben streut. Doch für die Rabbits, die Anfänger bei Golfsport, die kreuz und quer wie die Hasen ihren Bällen hinterher rennen oder sie diese am Rande des Fairways suchen, muss es halt irgendwie mit dem einst elitären Sport losgehen.

So hat der Einsteiger seinen Schnupperkurs längst hinter sich, andere spazierten bereits mehrmals ums Golfgelände und ließen sich neugierig machen und immer mehr Nachwuchsgolfer (aller Jahrgänge) wissen mit dem Kurs zur Platzreife, was alles zu geschehen hat, um überhaupt spielen zu dürfen.
Bei recht hohen Aufnahmegebühren und ebenfalls hohen Jahrsbeiträgen sind dann auch sogenannte Fernmitgliedschaften eine Möglichkeit, sich dem Golfspiel zu verschreiben.
Sport- oder Event-Agenturen vermitteln Fernmitgliedschaften in Golfclubs, die dem Deutschen Golfverband (DGV) angeschlossen sind. Eine solche Fernmitgliedschaft berechtigt zum Golfspiel auf allen Plätzen in Deutschland (und weltweit) gegen Greenfee, die Spielgebühr.
Mehrere Tausend Mitglieder, die mindestens 150 Kilometer von ihrem Club entfernt wohnen, haben sich bereits für eine Golf-Fernmitgliedschaft in einem DGV-Golfclub anmelden lassen.

Die Clubheimat fehlt!

Mit einer Fernmitgliedschaft 2009 im deutschen DGV-Golfclub entstehen für den Golfsportler keine weiteren Kosten; er erhält - zwar weitab von seinem Golfclub - von diesem den erforderlichen und zweifelsfrei anerkannten Original DGV-Ausweis - so auch für 2009
Um eine günstige Golf Fernmitgliedschaft zu beantragen, benötigt der meist noch in den spielerischen Anfängen steckende Golfer die sogenannte Golf-Platzreife oder ein bereits erspieltes Handicap.
Wer seine Golf-Kosten senken will, der nutzt seine Fernmitgliedschaft, wo immer er will. In Clubs mit einer 9-Loch-Anlage besteht meist gar kein Zweifel, ob Fremde spielen dürfen; bei Gästen mit Fernmitgliedschaft ist auf “nur” 18-Loch-Plätzen jedoch oft ein Handicap von besser 36 erforderlich

Der Vorteil: es ist günstig!

Zahlreich sind die Mitglieder, die seit Jahren auf ihre “fremden” DGV-Golfclubs vertrauen, für deren Vermittler bereits “Testsieger” gefunden wurden. Der fremde, neue Heimatclub übernimmt die Handicapverwaltung inklusive.
Zum offiziellen DGV-Ausweis gehört das kostenlose DGV-Stammblatt für das jeweilige Restjahr; eine Fernmitgliedschaft kostet keine Aufnahmegebühr, die Handicap-Verwaltung und alle weiteren Gebühren (DGV, LGV) sind im Preis inklusive.
Eine Fernmitgliedschaft in einem deutschen Golfclub berechtigt zum weltweiten Golfspiel bietet all jenen ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis, die im Jahr nur fünf mal oder auch 20 mal spielen.
Nicht zu vergessen: von Gästespieler verlangt jeder Club das Greenfee, die Spielgebühr, und die liegt wochentags meist bei mindestens 20 Euro.

Posted by Wolfgang on 11/01 at 10:06 AM
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Freitag, Oktober 31, 2008

Überschuldet? = Privatinsolvenz!

Jeder gelernte Kaufmann kennt sie aus dem ersten Buchführungsunterricht, die Grundgleichung der doppelten Buchführung: das Vermögen kann nur so groß sein wie der Einsatz von eigenem Kapital und dem von Fremden. Klettern die Schulden auf den Wert des Vermögens, wird es eng, sehr eng; das Eigenkapital schmilzt gegen null. Wer dann seine Gläubiger nicht mit Tilgung und/oder Zinsen bedient, ist insolvent.

Das Gesetz ermöglicht es auch Privatpersonen und Kleingewerbe-Treibenden (= Nichtkaufleute lt. Gesetz) Insolvenz, das heißt den klassischen “Konkurs” anzumelden.
Im das Verfahren eröffnen zu können, muss der Schuldner zunächst versuchen, sich mit dem oder den Gläubigern außergerichtlich zu einigen.
Wenn ihm dies nicht gelingt, muss ein Anwalt oder ein Schuldnerberater erklären, dass die Verhandlungen gescheitert sind.
Danach kann das Verfahren durch das Amtsgericht eröffnet werden.
Seit 1999 gilt das Recht, dass der Schuldner sechs Jahre möglichst viele seiner Schulden ausgleichen muss.
Während dieser “Phase des Wohlverhaltens” dürfen beim Schuldner, der keine Unterhaltspflicht hat, 990 Euro seines monatlichen Einkommens verbleiben.

Posted by Wolfgang on 10/31 at 09:39 AM
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Mittwoch, Oktober 29, 2008

Schulden durch Kaufen!

Oft gilt als Grund: Jung mit Kind und deshalb arm!

Die Zahlen kommen jährlich: die Menge an Personen, die als überschuldet gilt, nimmt von Jahr zu Jahr zu. Das weiß ziemlich genau das Statistische Bundesamt. Und auch das zugehörige Risiko ist deutlich: Alleinerziehend!
Begleitender Umstand für Überschuldung ist natürlich auch die Arbeitslosigkeit. Und wer schließlich als “pleite” gilt, der hat im statistischen Mittel 36000 Euro Schulden.

Die aktuelle Erhebung beweist aber auch, dass erstmals seit neun Jahren die Zahl der Privat-Insolvenzen gesunken ist. Für 2007 brachte dies dann aber doch 105000 Personen in das Insolvenzverfahren, und 2008 könnten es schließlich knapp 100000 Verfahren werden.
Glaubt man beim Statistischen Bundesamt für den Rückgang noch an die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, könnte die Finanz- und Konjunkturkrise seit Ende September 2008 daran doch noch was ändern. Klar ist indessen: das monatliche Nettoeinkommen der verschuldeten Haushalte liegt im Durchschnitt bei 1165 Euro.

Die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung aller Verbände mahnte deshalb mehr Personal an. Zu lang sind die Wartezeiten, wodurch die Menschen in die Fänge zweifelhafter, gewerblicher Schuldenregulierer gerieten.
Gefordert wird mehr Geld von den Ländern und zu kritisieren sei, dass die Banken sich nicht an der Beratung beteiligten. So würden eben nur zehn bis 15 Prozent der Schuldner erreicht…

Jeder Zwölfte überschuldet!

Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft sind bundesweit rund drei Millionen Haushalte beziehungsweise Einzelpersonen aus vielen sozialen Schichten überschuldet - etwa jeder zwölfte Haushalt.
Für 1,2 Millionen Konsumenten und Verbraucher bestehe die Gefahr, das diese demnächst in die Schuldenfalle tappen.
Wer von seinem Geld gerade mal nur so leben könne, wer eine defekte Waschmaschine nicht ersetzen und die steigenden Energiepreise nicht zahlen könne, der gerate ziemlich schnell in den finanziellen Kollaps.

Bei vier von 10 Überschuldungs-Fällen waren und sind auch immer Kinder betroffen. Mehr als 20 von 100 der wegen ihrer hohen Schulden Beratenen sind oder waren Paare mit Kindern.
Zählen die Haushalte mit Alleinerziehende in der Bevölkerung nur sechs Prozent, waren sie mit 14 Prozent mehr als doppelt so häufig die Klientel der Schuldnerberatungsstellen.

Hohe Mietnebenkosten

Wegen ihrer Einkäufe bei Versandhäusern und wegen der Mietzahlungen samt Nebenkosten waren und sind Alleinerziehende mit drei und mehr Kindern überdurchschnittlich verschuldet. Jugendliche Personen (soziologisch bis 25 Jahre) verschulden sich dagegen beim Telefonieren über ihre Handy-Tarife.
Um die Erhebung auszuwerten, wurden statistische Angaben von 56000 Personen verwertet. Deren Daten stammten einmal von 212 der rund 950 Schuldnerberatungsstellen in Deutschland, zum anderen aus den Monatsdaten zu Insolvenzverfahren bei den Gerichten.

Posted by Wolfgang on 10/29 at 08:15 AM
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Samstag, Oktober 25, 2008

Geld allein macht nicht glücklich…

...man muss es auch besitzen!

Mit mehr Geld ist es nur wenig besser, als es mit wenig Geld schlechter ist...! Wem dieser Satz auch zugeschrieben wird, er wird auch andersrum nicht besser. Denn Verbraucher in Deutschland geben ihr Geld eher nur für Normales statt für Güter des Luxus’ aus.

Es war wieder mal eine Studie, nach deren Erkenntnis kaum Geld für Luxusartikel ausgegeben wird. Von den Umsätzen für den privaten Konsum im Einzelhandel von durchschnittlich 5602 Euro waren nur 56 Euro oder ein Prozent für den sogenannten Luxus: Uhren oder Schmuck, wie in Nürnberg die Studie von GfK Geo Marketing deutlich machte.
Nur bei den Ausgaben für Telekommunikation mit 32 Euro oder 0,6 Prozent und bei Kinderartikeln mit zwölf Euro (0,2 Prozent) war der Anteil noch geringer.

Das nun hat beim Wert der benannten 5602 Euro für die Ausgaben eines Otto Normalverbrauchers damit zu tun, dass mit den ersten paar hundert Euros, die einer verdient, die dringenden Bedürfnisse zu befriedigen sind. Und wer kurzfristig mal gar nichts verdient, der wird - der Konsum-Theorie zur Folge - erstmals seine Ersparnisse aufzehren - sofern er die überhaupt hat.

Den größten Anteil am privaten Konsum verursachen mit gut 36 Prozent die Ausgaben für Nahrungs- und Genussmittel, die sich auf gut 5602 Euro pro Kopf belaufen. Auf Rang zwei der Kauf-Liste liegen Artikel für Gesundheits- und Körperpflege mit einem Anteil von 14,4 Prozent.

Gilt die Studie als repräsentativ, werden demnach für Kleidung 8,4 Prozent des Haushaltsgeldes ausgegeben. Das aber ist geschlechts-spezifisch zu betrachten. Während Männer für ihre Klamotten - ausgenommen Wäsche, Socken und Accessoires - jährlich und durchschnittlich 109 Euro ausgeben, liegen die Umsätze bei Frauen mit durchschnittlich 236 Euro doppelt so hoch.

Was immer die Marktforscher grundsätzlich feststellen wollten, sie taten dies auch zwischen dem Verbrauch Stadt - Land.
In und um München, Erlangen und Frankfurt am Main geben die Menschen deutlich mehr Geld für Kleidung und für Geräte der Informationstechnologie aus.

Posted by Wolfgang on 10/25 at 10:01 AM
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Donnerstag, Oktober 23, 2008

Kaufen auf Pump - noch immer verlockend!

Schräge Konsumfinanzierung

Wie im Kindervers vom Scheich und dem Emir (...da geh’n wir lieber gleich...) geht es nicht! Denn eine Leistung zu zahlen, ist eine der Erfüllungspflichten aus dem Kaufvertrag. Doch was verlockend klingt - heute kaufen und später zahlen - wird europaweit zum Konsum-Köder. Die Idee kommt vom Handel, der da hofft, dass die Umsatzsegel wieder gebläht werden. Sinkender Konsum bedeutet nämlich auch lange Lagerzeiten, und die kosten Geld!

Wie aber lässt sich vermeiden, dass Einzelne ihrer Kaufsucht wegen bei durchschnittlichem Einkommen in die Schuldenfalle tappen? “Der” Konsument - anonym und im Durchschnitt - findet zunehmend Gefallen am Kauf auf Pump, den auch große Handelsketten offensiv mit Teilzahlung beweben.
Bei schwacher Nachfrage und lahmender Konjunktur sind Anreize zum Konsum selbst für die Banken eine Geschäft: kleine Kredite verursachen eher weniger Ausfallrisiken als wenige Großkredite.
Jede Menge an Arbeit und Information also auch für die Schuldnerberater, denen die Devise “heute kaufen und später zahlen” ein Dorn im Auge ist.

Finanzieren ist (zu) bequem

Wer als Händler mit Ratenzahlungen bis zu 30 Monaten und zinsenfrei lockt, der versucht, Kunden mit Aktionen für sich zu gewinnen. Besonders beliebt: Ratenzahlung bei Küchen. Die Kundenkredite zahlen sich aus; sie schaffen Konkurrenzvorteile und führen dazu, das schon mal ein Kauf früher getätigt wird als er geplant war. Doch auch kleine Einrichter haben die Ratenzahlung für langlebige Konsumgüter entdeckt. Denn Konsumentenkredite sind Dienstleistungen. Je einfacher die Finanzierung, desto eher wird gekauft. Es entspricht dem Trend zu Convenience, zur Bequemlichkeit, und gehört vielfach zum Beratungsgespräch.

Abstottern nicht mehr in Verruf

Studien zeigten: Jeder zweite Verbraucher ist bereit, mehr als geplant für Einrichtung auszugeben, wenn sich ihm Teilzahlung anbietet. Das nun gilt bereits für sieben Prozent der Möbel, die über Raten finanziert werden.
Und das ist nicht nur eine Einstellung für junge Leute oder solche mit geringem Einkommen, glauben 89 Prozent der Befragten. Kauf mit Anzahlung und Raten ist also aus der Ecke des Verrufs rausgekommen, wird doch auch die Vereinbarung dazu leger abgewickelt.
Ganz klar im Trend sind Teilzahlungen im Auto- und im Versandhandel. Finanzierungspartner sind meist die Herstellerbanken, die die Bonität prüfen und das Inkasso übernehmen. Die Laufzeiten liegen bei bis zu fünf Jahren. Werden Kredite zinsfrei ausgehandelt, gibt es - wenn überhaupt - nur noch geringe Rabatte.
Zu beachten sind Bearbeitungs- und Kreditgebühren oder auch der Abschluss einer Restwertversicherung zu Lasten des Schuldners.
Zum Problem für Schulderberater werden die Fälle, bei denen eine finanzschwache und bereits verschuldete Klientel weiter auf Pump kauft.
Kredite bei Banken sind da längst nicht mehr drin, weshalb der Ratenkauf als Warenkredit dann vom Verbraucher mit seinen vielen Wünschen als “berechtigt” betrachtet wird. Käme dazu noch die Reisefinanzierung, gilt die schräge Konsumfinanzierung als komplett.

Posted by Wolfgang on 10/23 at 03:13 PM
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Sonntag, Oktober 05, 2008

Elterngeld - für sie, für ihn, für beide!

Seit Januar 2007 hat das Elterngeld das bisherige Erziehungsgeld abgelöst. Für Kinder, die vor dem 1. Januar 2007 geboren wurden, kann weiterhin Erziehungsgeld beantragt und auch bezogen werden.

Ist nach der Geburt eines Kindes das monatliche Einkommen der Eltern geringer als zuvor, kann das Elterngeld 67 Prozent davon bis zu maximal 1.800 Euro ausgleichen. Diesen Anspruch über mindestens 300 Euro haben auch nicht erwerbstätige Elternteile. Für Geringverdiener, Mehrkind-Familien und Familien mit Mehrlingen wird das Elterngeld darüber hinaus erhöht.

Maßgebend für die Höhe des Elterngeldes ist das Nettoeinkommen der letzten zwölf Kalendermonate vor der Geburt des Kindes.
Nicht mitgezählt bei diesen zwölf Kalendermonaten werden die Monate mit Mutterschaftsgeld oder Elterngeld sowie die Monate, in denen aufgrund einer schwangerschafts-bedingten Erkrankung das Einkommen gesunken ist.

Statt dieser nicht zählenden Monate werden weiter zurück liegende Monate für den Durchschnitt einbezogen. Bezogenes Mutterschaftsgeld einschließlich des Arbeitgeberzuschusses werden auf das Elterngeld voll angerechnet.

Für alle Arbeitnehmer und Gleichgestellte

Elterngeld gibt es für berufstätige Väter oder Mütter, für Beamte, für Selbstständige und erwerbslose Elternteile, für Studierende und Auszubildende. Neben den leiblichen Eltern können Adoptiv-Eltern, in Ausnahmefällen auch Verwandte bis dritten Grades (wie Urgroßeltern, Großeltern, Tanten und Onkel sowie Geschwister) Elterngeld erhalten.

Anspruch auf Elterngeld haben Eltern, die
* ihre Kinder nach der Geburt selbst betreuen und erziehen,
* nicht mehr als 30 Stunden in der Woche erwerbstätig sind,
* mit ihren Kindern in einem Haushalt leben und
* einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben.

Elterngeld kann ein Elternteil für höchstens für zwölf Monate beantragen. Anspruch auf 14 statt 12 Monatsbeträge haben die Eltern, die im Wechsel vom Angebot des Elterngeldes Gebrauch machen möchten (Partner-Monate). Anspruch darauf besteht, wenn sich bei den Eltern in den Bezugsmonaten das Einkommen durch reduzierte Arbeitszeit während der Elternzeit oder im Mutterschutz mindert. Dann ist auch Teilzeitarbeit während der Partner-Monate zulässig, wenn die Arbeitzeit 30 Wochenstunden im Durchschnitt eines Bezugsmonats nicht überschreitet.

Neben Sozialleistungen, die vom Einkommen abhängen, wie dem Arbeitslosengeld II, der Sozialhilfe, dem Wohngeld oder dem Kinderzuschlag, erhalten Berechtigte zusätzlich 300 Euro Elterngeld.
Entgelt-Ersatzleistungen, wie zum Beispiel Arbeitslosengeld oder Rentenzahlungen, die während des Elterngeldes für das Einkommen vor der Geburt gezahlt werden, mindern das Elterngeld, soweit es den Mindestbetrag von 300 Euro überschreitet.
Sind Unterhaltsansprüche festzustellen, wird das Elterngeld auf beiden Seiten nur berücksichtigt, soweit es den Betrag von 300 Euro monatlich übersteigt.

Der Antrag auf Elterngeld muss schriftlich gestellt werden und kann von jedem Elternteil jeweils einmal gestellt werden. Dis muss nicht sofort nach der Geburt des Kindes erfolgen, doch werden rückwirkende Zahlungen nur für die letzten drei Monate vor Beginn des Monats geleistet, in dem der Antrag auf Elterngeld eingegangen ist.

Posted by Wolfgang on 10/05 at 06:40 PM
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Aktuelle Geldanlage - Gibt es Renditen ohne Risiko?!

Hektik-Panik-Stress! Turbulenzen im internationalen Finanzsystem! - Das aber sollte nicht zum Normalfall werden, wenn Verbraucher mit großer Besorgnis ihr Geld anlagen. Wie sicher sind aber Geldanlagen in der “Bank-Pleiten und Looser-Epoche” 2008 ? Wie reagieren aktuell (Oktober 2008) Kapital- und Geldmärkte? Mit dem kritischen Blick auf Rendite-Ziel, Partner und Betrag kann sich das Risiko, können sich Verluste minimieren.

Bundeswertpapiere

Nichts ist sicherer als Geldanlagen beim Bund. Schließlich kann ein Staat nicht im klassischen Sinne Pleite gehen. Anders als früher, müssen Anleger bei der Bundesfinanzagentur ihr Geld nicht mehr auf mehrere Jahre festlegen. Bei der Tagesanleihe ist das Kapital täglich verfügbar und im Zinssatz mit Tagesgeldkonten vergleichbar. Daneben reizen auch Finanzierungsschätze (Laufzeit zwei Jahre), Bundesobligationen (fünf Jahre), Bundesschatzbriefe (sechs und sieben Jahre) und Bundesanleihen (zehn Jahre).

Festgeld

Festgeld bei deutschen Banken ist vergleichbar sicher. Bei einer Anlagedauer zwischen drei und zwölf Monaten rentiert sich der angelegte Betrag zwischen vier und fünf Prozent Zinsen. Das Geld bei deutschen Instituten ist in aller Regel durch den Einlagensicherungsfonds der Banken in großem Umfang abgesichert. Ausländische Banken als Schuldner sichern oft nur bis zu einem bestimmten Betrag ab.

Immobile Werte

Gebäude und Grundstücke können auch eine sehr sichere Anlage sein. Schließlich erwirbt der Anleger hier eine wirkliche Sache. Beim Haus- oder Wohnungskauf ohne eigene Nutzung sollten Anleger aber stets wie bei der selbst genutzten Immobilie auf den Standort achten.
Bei Immobilien in guten Lagen, bei denen ich ein Wertzuwachs abschätzen lässt, geht wenig schief. Acht geben sollten Anleger jedoch bei sogenannten Erwerbermodellen. Dabei handelt es sich meist um ältere Wohnanlagen, die von Investoren vermarktet werden. Hier sind oft versteckte Kosten zu erwarten.

Investmentfonds

Anleger streuen mit Investmentfonds ihr Kurs-Risiko deutlich breit, weil nicht nur in Aktien-Beteiligung eines Unternehmens investiert wird. Das Fonds-Management kauft eine Vielzahl von Papieren, investiert damit in verschiede Branchen oder bildet Börsenindizes ab. Geht’s mit der Branche in den Keller oder der Markt, der einem Index zugrunde liegt, verlieren auch Fonds entsprechend an Wert.

Aktien

Mit dem Kauf von Aktien setzen Anleger ihr Geld dem Risiko aus, dass sich ihre Beteiligung wie das Unternehmen entwickelt und der Kapitalmarktreagiert. Wer noch vor Monaten mit seiner Anlage auf Bank-Aktien setzte, musste wohl deutliche Buch-Verluste oder aber realisierte Verluste hinnehmen. Die Papiere brachen dramatisch ein. Niedrige Kurse bieten aber auch eine Chance einzusteigen.
Bei Anlegern, die in Aktien und Fonds investierten, sind gute Nerven Voraussetzung, denn das Risiko gilt als hoch.

Edelmetalle

Gold gilt meist immer erst in Krisenzeiten als sicherste Anlage, wenn auch ohne direkte Rendite. Ähnlich wie Aktien unterliegen Rohstoffpreise starken Kursschwankungen. Der Goldpreis markierte im März 2008 ein Allzeit-Hoch von 1000 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm); rutschte dann aber wieder auf rund 750 Dollar ab.

Zertifikate

Mit Zertifikaten spekulieren Anleger darauf, wie sich bestimmte Aktien, Finanzprodukte oder Börsenindizes entwickeln. Seit geraumer Zeit auch durch die Gäste in Talk-Shows und die Interview-Partner immer häufiger als “Wette” charakterisiert.
Rechtlich gesehen handelt es sich um Schuldverschreibungen, die von bestimmten Banken herausgegeben werden. Doch die Verlustrisiken werden von den Sicherungseinrichtungen der Banken nicht getragen. Der Anleger “spielt” selbst auf volles Risiko. Zertifikate gelten als besonders komplizierte und risikoreiche Geldanlage. Es sind meist Derivate, das heißt, es sind nur rein abgeleitete Wertvorstellungen real verlaufender Entwicklungen, an denen man aber eben nicht beteiligt ist.

Posted by Wolfgang on 10/05 at 09:42 AM
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Samstag, Oktober 04, 2008

Immobilien aktuell

Nicht nur für Schwaben - Die Zeit der kleinen Käufer

Längst hat jeder Erwachsene irgendwie davon erfahren: die Finanzkrise zeigt auch dem deutschen Immobilienmarkt ihre Krallen. Geraten doch die großen Investmentfirmen unter Verkaufsdruck. Ihr Kapitaldienst für Kredite wird deutlich teurer. Dagegen gewinnen andere: Käufer mit deutlich kleinem Budget könnten ordentlich profitieren.

Gravierend ist der Preisverfall bei Häusern und Wohnungen in Großbritannien, und zwar so, dass Immobilieneigentümer zu radikalen Maßnahmen greifen. Selbst Geschäftsleute starten ungeahnte Aktionen: Geht ein Anwesen in der ostenglischen Grafschaft Essex für eine Million Pfund (rund 1,26 Millionen Euro) nicht zu verkaufen, muss halt als Draufgabe der 150 000 Pfund teure Lamborghini des Verkäufers mit ins Paket.
Für den gesamten Markt gilt offenkundig eine depressive Stimmung, und die ist nun mal auch für Makler überraschend.

Eigentümer in Deutschland haben solche Auto-Zugaben noch nicht nötig, um sich von Haus oder Wohnung mittels Kaufvertrag trennen zu können. Eine Spekulationsblase hat es im Gegensatz zu den USA, zu Großbritannien und zu Spanien in der Republik nämlich nicht gegeben. Grund dafür ist, dass
der Markt auch nicht so stark eingebrochen war, so Branchenexperten.

Wenn Risiken sich tatsächlich realisieren lassen, dann für Investorengesellschaften, die in den vergangenen Jahren wahre Kontingente an Wohnungen in Deutschland erworben haben.
Steigen durch die Finanzkrise die Zinsen, wird nun mal die Finanzierung immer teurer. Banken wimmeln ab, weil die realen Sicherheiten im Wert schwächeln.
In der Folge sind die Kauf-Budgets der Investoren kleiner; hohe Preise nicht mehr bezahlbar.
So sind die Preise von Eigenheimen sowie Eigentums- und Mietwohnungen in Deutschland von Anfang Juli 2007 bis Ende Juni 2008 im Schnitt um 2,5 Prozent gefallen.
Bei den privaten Käufern zeigt sich deren Sorge vor einem Wirtschaftsabschwung bei steigenden Energiepreisen. Und auch die Bundesbank muss erkennen: Das Volumen aller Hypothekenkredite in Deutschland ist von 94,4 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2007 auf 87,5 Milliarden Euro in der ersten Jahreshälfte 2008 gesunken.

Eigenheimpreise fallen

Die Preise für Immobilien sind aber nicht auf breiter Front unter Druck geraten. Nach dem Index für Hauspreise der Hypoport AG sank der Wert bestehender Eigenheime seit Januar um 2,4 Prozent von 191.500 Euro auf 187.000 Euro. Dagegen verteuerten sich Eigentumswohnungen im Schnitt um 0,8 Prozent von 137.000 Euro auf 138.130 Euro.
Doch die Preisentwicklung bei Eigenheimen und Wohnungen ist weniger eine Folge der Finanzkrise als vielmehr die der gestiegenen Energie-Preise. Zudem belasten hohen Kraftstoffkosten das Interesse an Eigenheimen in Stadtrandlagen oder auf dem nahen Lande, was zu einer stärkeren Nachfrage nach Eigentumswohnungen in den Stadtzentren führt.
Für die Bundeshauptstadt stieg nicht zuletzt deshalb der durchschnittliche Quadratmeterpreis von Eigentumswohnungen im ersten Halbjahr dieses Jahres wohl auch deswegen von 1360 pro Quadratmeter wenn auch nur knapp auf 1370 Euro.

Wieder entdeckt: der Privatkunde

Wer also eine Immobilie für den eigenen Bedarf kauft und dabei genau sein Haushaltsbudget im Blick hat, wird statt der Investments und Wohn-Paketkäufer auf dem Markt der kleinen Käufer wieder wichtig. Dreißig Prozent der potenziellen Käufer rechnen deshalb auch mit leicht sinkenden Preisen.

Wer allerdings schnell seine Immobilie verkaufen muss oder will, wird jedoch den richtigen Käufer über Preisabschläge suchen müssen. Eher also abwarten rät die Branche, denn jede besondere Konjunkturlage entspannt sich auch wieder.

Und das gilt auch für die Käufer: die besten Zinssätze bei Darlehen für zehn Jahre von effektiv 4,56 Prozent lagen vor einem Jahr später auch nur bei 4,73 Prozent. Im Juli 2008 dagegen lagen die Zinsen für ein Zehnjahresdarlehen zeitweise bei “nur” 5,05 Prozent.

Posted by Wolfgang on 10/04 at 05:47 AM
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Freitag, Oktober 03, 2008

Sicherheit bei Sparkassen

Wer bietet mehr als man schuldet und zinst?

Von leichter Unruhe bis Panik regt sich die Gefühlswelt derer, die ihr Geld bei der Bank statt unterm Kopfkissen haben. Dafür hat eine Finanzkrise gesorgt, die sich gewaschen hat. Derivate und Zertifikate sind absolut in Verruf gekommen. Das “Leergeschäft” hat große Chancen, zum Unwort im Herbst 2008 zu werden.

Gegen die weitere Verunsicherung von Bankkunden hat nun zum Tag der deutschen Einheit der Präsident des Sparkassenverbandes erneut die Sicherheit der Geldanlagen bei deutschen Banken beteuert.

Wer sein Geld bei einer Sparkasse, bei einer Volksbank oder einer deutschen Privatbank, müsse sich keine Sorgen machen, so Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes im Interview mit der “Passauer Neuen Presse”.
Und auch der normale Häuslebauer, der jetzt Kredit benötige, brauche sich keine Sorgen machen. Das Geschäft mit Darlehen sei von der Finanzkrise kaum betroffen.

Bei international tätigen Banken sähe es jedoch anders aus, denn bei denen gebe es jetzt einen Mangel an Liquidität. Finanzielle Projekte in Milliardenhöhe sind folglich kaum bis sehr schwer zu finanzieren.
Die Lage gilt als ernst, doch ohne Grund zur Panik. Das Präsidium hofft, dass das “Rettungspaket” der US-Regierung mit 700 Milliarden Dollar die Finanzmärkte beruhigen könne, hat doch der US-Senat zum Monatsbeginn Oktober das Hilfspaket auch mit größeren Garantien für Sparkonten gebilligt.

Posted by Wolfgang on 10/03 at 05:02 PM
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Dienstag, September 30, 2008

Finanzkrise

Wie sicher sind Versicherungen?

Einfluss auch auf Lebensversicherer - Erträge sinken - Pleiten sind unwahrscheinlich.

Wer immer sich dazu zählt oder dazu gezählt wird: die Finanzwelt steht Kopf.  Amerikanische Banken gelten als ruiniert, ein Versicherungsriese muss staatlich therapiert werden, die Notenbanken bieten dem Geldmarkt günstige Milliarden an, um das Finanzsystem zu stabilisieren. Deutsche Bürger wurden kurz mal nervös, sorgen sie sich doch auch um ihre Altersvorsorge. Doch wie sicher sind unsere Lebensversicherungen, Riester- und Betriebsrenten?

Deutsche Versicherer haben über ihre Kunden Geld im Wert von rund 700 Milliarden gesammelt, die von der Branche weltweit und möglichst mit Rendite investiert wurden.
In der Mehrzahl der Fälle Geldanlagen, für die strenge Vorschriften gelten, weshalb die hohen Summen meist in sicheren Anlagen wie festverzinslichen Wertpapieren und Pfandbriefen stecken.
Dagegen dürfen nur maximal 35 Prozent der Anlagesumme in Risikokapital investiert werden - also beispielsweise in Aktien, Unternehmensbeteiligungen oder Hedgefonds.

Dass nun auch umstrittenen Schrott-Hypotheken gekauft wurden, ist wahrscheinlich, wenn auch nur wenige. Denn zum erlaubten Risikokapital gehören auch Wertpapiere, die mit Kreditforderungen bpw. als Hypotheken unterlegt sind.
Deshalb haben also auch deutsche Versicherer solche Subprime-Titel in ihren Portfolios, allerdings nur zu einem sehr geringen Teil.
Und deshalb gibt auch die staatliche Aufsicht, die BaFin, Entwarnung. Von ihr wurden die Wirkungen der Subprime-Krise und der Ruin der Investmentbank Lehman Brothers auf die deutschen Versicherer untersucht.
Fazit: Nach den bisherigen Erkenntnissen der BaFin sind die Wirkungen auf die deutschen Versicherer begrenzt.

Ob es trotz allem Einfluss des Börsengeschehens auf die Lebensversicherung gibt, hängt vom weiteren verlauf des DAX ab.
Sind doch die Börsen-Kurse der Aktien-Bestände bei den Versicherungsgesellschaften zunächst gefallen. Da aber die Aktienquote in der Branche nur noch bei rund zehn Prozent liegt und damit halb so hoch wie beim Börsencrash 2002 ist ein Crash wie 2002 bei der Mannheimer Versicherung auszuschließen.
Geschätzt wird trotz allem, dass die Branche wegen der Finanzkrise maximal 400 Millionen Euro abschreiben muss.
Gemessen an Kapitalanlagen von über 120 Milliarden Euro ist das jedoch deutlich weniger als ein Prozent.

Wenn die Finanzkrise allerdings auch die Rendite der Anleihen schmälert, trifft dies insgesamt härter als Abschreibungen auf Subprime-Titel oder sinkende Börsenkurse.
Wer sich also in sichere, fest verzinsliche Anlagen flüchtet, der verursacht, das die Kurse der Wertpapiere steigen; der Preis für die Papiere steigt; die Verzinsung nimmt ab, die Renditen sinken.
Das hat schließlich Folgen für die Überschussbeteiligung der Versicherungskunden.

Entschieden wird bei den Versicherern aber traditionell erst am Jahresende, was die Gesellschaften ihren Kunden für das kommende Jahr gutschreiben werden. Bei düsteren Prognosen müssen die Versicherten für die Zukunft mit sinkenden Erträgen rechnen.

Posted by Wolfgang on 09/30 at 06:30 AM
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Freitag, September 19, 2008

Bankenkrise - Wir alle werden die Zeche zahlen

Gestern hat die staatseigene Förderbank KfW 300 Millionen Euro aus unser aller Steuergeldern an die insolvente US-Investmentbank Lehman Brothers überwiesen. Geld, dass wir wahrscheinlich nie oder nur zum Teil wiedersehen werden. Und das, obwohl die Pleite dieser großen Bank bereits bekannt war. Außerdem wurde bekannt, dass die deutsche Filiale von Lehman Brothers 11 Milliarden Euro abschreiben muss, die aus dem Einlagesicherungsfonds bezahlt werden müssen. Nur zwei Beispiele dafür, dass es letztlich doch wieder der Steuerzahler sein wird, der die Zeche für irrsinniges Spekulantentum bezahlen muss.

In den letzten Monaten wurde immer wieder behauptet, dass Deutschland kaum von den Folgen der US-Bankenkrise betroffen sein wird. Und das Geld des einzelnen Bankkunden wäre ja sowieso absolut sicher, weil es in Deutschland ja den sogenannten Einlagesicherungsfonds der deutschen Banken gibt, aus dem mögliche Probleme ja auf jeden Fall bezahlt werden könnten. Nachdem ich persönlich mich schon eine Weile gefragt habe, was eigentlich mit dem Einlagesicherungsfond passieren würde, wenn wir hier eine Krise ähnlicher Größenordnung wie in USA mit mehreren Hundert Milliarden Verlusten bekommen würden - oder warum gerade jetzt zwei Megafusionen auf dem deutschen Bankmarkt stattgefunden haben, haben wir alle heute eine Erklärung bekommen.

Im Berliner Tagesspiegel ist beispielsweise zu lesen, dass der Einlagensicherungsfond gerade mal vier bis neun Milliarden Euro enthält. Ein Wert, der geschätzt werden muss, weil die Banken das anscheinend geheim halten. Aber trotzdem von uns verlangen, dass wir uns damit sicher fühlen. Da jetzt schon klar ist, dass die Ausfälle der deutschen Filiale von Lehmann Brothers 11 Milliarden Euro betragen werden, dürfte damit auch klar sein, dass der Einlagensicherungsfonds damit mehr als leer ist. Schon die Pleite einer Bank reicht also aus, um dieses Sicherungsinstrument außer Kraft zu setzen. Da der Einlagesicherungsfonds aber weiterhin die Einlagen der deutschen Anleger schützen soll, müssen die Banken nachschießen. Ob sie - oder ihre teuer bezahlten Chefs - dies wohl aus ihrer eigenen Tasche zahlen werden? Wohl kaum.

Posted by Thorsten on 09/19 at 05:32 AM
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Dienstag, September 16, 2008

Lehman Pleite zieht österreichische Lebensversicherer mit in die Tiefe

In Österreich geht die Angst um: Die Pleite der US-amerikanischen Bank Lehman Brothers reißt viele Versicherungskunden mit in die Krise. Das Bankhaus diente vielen Assekuranzen als Garant für ihre kapitalgarantierten Lebensversicherungen. 20.000 Euro hat jeder Kunde im Schnitt investiert und trägt angesichts der Insolvenz jetzt selbst das Risiko, da die Versicherungen bei Policen dieser Art keine Haftung übernehmen. Betroffen sind unter anderem Kunden der Allianz und der Generali. Sie hatten die Produkte gerade angesichts der Turbulenzen an den Börsen beworben und ihren Kunden hohe Renditen und Sicherheit für das eingezahlte Kapital versprochen.

Jetzt wird sich zeigen müssen, wie kundenfreundlich die Versicherungen sind und ob sie nicht doch ein Netz spannen, damit die Anleger nicht den Boden unter den Füßen verlieren. Bei der Allianz wurde eine Hotline eingerichtet. Chef Wolfram Littich erklärte: „Unsere Kunden sind auf der sicheren Seite. Wir werden auch unter diesen schwierigen Umständen die Interessen der Anleger selbstverständlich wahren.“ Insgesamt geht es alleine bei der Allianz um 20 Millionen Euro. Etwas tiefer im Schlamassel steckt die Wüstenrot-Versicherung. Sie selbst ist mit zehn Millionen Euro dabei, die Kunden mit 20 Millionen Euro. Da die Wüstenrot mit der holländischen Tochter von Lehman Brothers zusammenarbeitet, kann noch niemand sagen, wie und ob sich die Pleite auswirken wird. Im Zweifelsfall müsse man den Betrag wertberichtigen, so Helmut Geier von der Wüstenrot.

Mit im Boot sitzt auch die Nürnberger Versicherung, die allerdings schon Anfang September die Reißlinie zog und keine weitere Policen verkaufte. Viele Versicherungen hatten sich auf das Rendite-Versprechen von Lehman Brothers verlassen. Da keine Assekuranz nachstehen wollte, ergab sich der Dominoeffekt und sprang jeder auf den Zug auf. Dass man jetzt im wahrsten Sinne des Wortes umfällt, ist den Unternehmen eher peinlich. Da auch andere Banken aus den USA als Garant für österreichische Versicherungen fungieren, fühlt sich im Moment kein Anleger wohl in seiner Haut. Der Ruf der Wiener Versicherungsmakler nach klaren Richtlinien ist daher nur verständlich. Seitens der Verbraucherschützer aus Österreich wird von den Versicherungen gefordert, zumindest die Einzahlungen zu erstatten – eine Verpflichtung dazu gibt es allerdings nicht.

Posted by Andre on 09/16 at 07:41 AM
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