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Wirtschaft

Mittwoch, September 10, 2008

Künstlersozialkasse soll abgeschafft werden

Die Künstlersozialkasse (KSK) steht schon längere Zeit in der Kritik. Jetzt drohen einige Bundesländer mit dem Aus der Pflicht-Sozialversicherung. Sie zahlt für rund 160.000 auf freiberuflicher Basis tätige Publizisten und Künstler die Arbeitgeberbeiträge für Krankenversicherung und Co. Der Vorstoß, über den am 19. September im Bundesrat entschieden werden soll, trifft nicht nur auf offene Ohren. Parteien und Verbände sprechen sich einhellig für die KSK aus, ohne deren Unterstützung viele weder renten- noch anderweitig sozialversichert wären.

25 Jahre gibt es die Künstlersozialkasse mittlerweile, zuständig ist seit einiger Zeit die Rentenversicherung. Finanziert wird sie zur Hälfte aus Beiträgen der Versicherten. Die übrigen 50 Prozent gehen zu Lasten der Auftraggeber von Künstlern und Publizisten sowie des Staates, der einen Bundeszuschuss gewährt. Von diesem System profitieren zurzeit bildende Künstler (36 Prozent), Musiker (27 Prozent), Journalisten und Publizisten (25 Prozent) sowie darstellende Künstler (zwölf Prozent).

Um den Mittelstand zu entlasten, der einen Teil der Beiträge stemmen muss, soll die KSK jetzt abgeschafft werden. Dafür sprechen sich in erster Linie die Wirtschaftsausschüsse des Bundesrates aus. Grund ist der unangemessen hohe Aufwand, mit dem die Beiträge erhoben werden. Wenn die Künstlersozialkasse nicht komplett gestrichen werde, müsse sie zumindest „unternehmerfreundlich reformiert“ werden.

Bundessozialminister Olaf Scholz (SPD) gehört zu den Befürwortern der KSK und sagt ganz klar: „Der Vorschlag ist unverantwortlich und völlig abwegig. Das wird niemals kommen.“ Ein solcher Schritt käme einem Angriff auf das kulturelle Leben in Deutschland gleich. Rückendeckung erhält er von den Grünen und der Union. Auch der Deutsche Journalistenverband äußerte sich empört über die Bundesratsinitiative. Sie würde das Aus für den freien Journalismus in Deutschland bedeuten. Ohne KSK, ergänzt der Kulturrat, wäre ein Großteil ohne Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung.  Mit einem durchschnittlichen Einkommen von 12.600 Euro im Jahr sei eine private Absicherung nicht möglich.

Wie es mit der Künstlersozialkasse weitergeht, zeigt sich am 19. September. Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein sind für die Abschaffung. Für den Erhalt sprechen sich Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen aus.

Posted by Andre on 09/10 at 04:06 AM
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Montag, September 01, 2008

Commerzbank übernimmt für 9,8 Milliarden Euro die Dresdner Bank

Grünes Licht für den Verkauf der „grünen“ Bank:  Am Wochenende einigten sich die Aufsichtsräte des Allianz-Konzerns und der Commerzbank nach monatelangen Verhandlungen um die Übernahme der Dresdner Bank auf eine Kaufsumme von 9,8 Milliarden Euro. Die Versicherung ist damit ihr größtes Sorgenkind los und die Commerzbank macht einen Riesenschritt in die Top-10 der europäischen Bankhäuser.

Der Deal wird in zwei Schritten abgewickelt. In der ersten Stufe übernimmt die Commerzbank 60,2 Prozent der Dresdner Bank. Den Kaufpreis begleicht sie mit 2,5 Milliarden Euro in bar, einem Aktienpaket in Höhe von 3,4 Milliarden Euro und der mit 700 Millionen Euro bewerteten Fondsgesellschaft Cominvest. Das Kapital wird nicht gänzlich auf die Konten der Versicherung wandern. 975 Millionen Euro bleiben als Risikoabschirmung. Denn der Kaufpreis übersteigt deutlich den Wert, mit dem Analysten die Dresdner Bank beziffern. Sollten sich einige Papiere des Bankhauses als zu wackelig erweisen, gewährt die Allianz die millionenschwere Garantie. Schritt zwei soll bis Ende 2009 vollzogen werden. Dann wechseln 3,2 Milliarden Euro in Commerzbank-Aktien den Besitzer und sorgen für eine rund 30prozentige Beteiligung der Allianz. Die Versicherung steigt damit zum größten Aktionär der Commerzbank auf.

Vor allem aber hält die Allianz dadurch an ihrem Ziel fest, auch weiterhin als Allfinanzkonzern zu agieren: Der Vertriebskanal Dresdner Bank wurde nicht gänzlich „trockengelegt“, zudem eröffnen sich mit der Commerzbank ganz neue Möglichkeiten. Die Bank wird – sobald die Kooperation mit der AMB Generali ausläuft – exklusiv die Produkte der Allianz anbieten. Auf der anderen Seite bezieht die Allianz ihre Bankprodukte von der Commerzbank und der Oldenburgischen Landesbank. Derlei Synergieeffekte können die Mitarbeiter nicht verbuchen. 9.000 Vollzeitstellen fallen in den kommenden drei Jahren weg, 6.500 davon in Deutschland. Betriebsbedingte Kündigungen seien dabei ausgeschlossen, so die Commerzbank. Sie setzt auf die „natürliche Fluktuation“.

Posted by Andre on 09/01 at 04:38 AM
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Donnerstag, August 28, 2008

ASSDEX bleibt bei 50 Zählern – Absatzpotenzial liegt bei 4,9 Millionen Neuverträgen

Der von der psychonomics AG erstellte „Assekuranz Absatzpotenzial-Index“, kurz ASSDEX, für das dritte Quartal 2008 liegt vor. Sonderlich erfreut dürfte die Versicherungswirtschaft über das Ergebnis nicht sein. Die Deutschen sind nach wie vor eher versicherungsmüde und haben kein sonderlich großes Interesse daran, neue Policen abzuschließen oder bestehende Verträge zu ändern. Mit nur 50 Indexpunkten hat sich im Vergleich zum vorherigen Quartal zwar nichts verändert. Dafür ist die Tendenz mit Blick auf das Ergebnis aus dem Vorjahr (52) und das vierte Quartal 2007 (56) leicht rückläufig.

Lediglich 37 Prozent der Kunden spielen mit dem Gedanken ihren Versicherungsschutz auszuweiten oder den Anbieter zu wechseln. Das sind fünf Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Hoffnung machen die Versicherungsnehmer, die in der Studie als grundsätzlich abschlussbereit gelistet werden. Ihr Anteil stieg von 22 auf 24 Prozent. Aus diesen beiden Werten errechnet die psychonomics AG ein mögliches Absatzvolumen für das laufende Quartal von rund 4,9 Millionen Neuverträgen. Damit wird die Prognose für das Vorjahr nur leicht unterschritten. Sie lag bei 5,0 Millionen Verträgen. Christoph Müller, zuständig für die Studie, kennt die Gründe: „Vielen Kunden fehlen derzeit die Impulse und konkreten Anreize für einen Versicherungsabschluss. Auch die Abgeltungsteuer ist hier bisher eher wirkungslos geblieben.“

Die Detailergebnisse des ASSDEX weisen den Bereich Schaden-Unfall-Haftpflicht als derzeit besonders schwach aus. Das Abschlusspotenzial wird mit 1,4 Millionen beziffert und hat deutlich nachgelassen. Im vorigen Quartal wies die Studie noch einen Wert von 1,8 Millionen aus. Auch bei der Altersvorsorge müssen die Unternehmen Abstriche in Kauf nehmen. Statt 0,5 Millionen im zweiten, sind es nur noch 0,3 Millionen Neuverträge, von denen aktuell ausgegangen wird. Die Abschlussbereitschaft ist vor allem bei der Riester-Rente deutlich zurückgegangen. Positiv entwickelte sich die Kfz-Sparte. Hier liegt die potenzielle Nachfrage bei rund 1,5 Millionen neuen Policen, wobei sich vor allem die bis 30jährigen als durchaus abschlussfreudig zeigen. Als Partner in allen Versicherungsfragen liegen dabei die Allianz, die Debeka und die HUK-Coburg auf den ersten drei Plätzen der Umfrage.

Posted by Andre on 08/28 at 05:26 AM
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Dienstag, August 26, 2008

Die Allianz will den Verkauf der Dresdner Bank angeblich in trockene Tücher bringen

Die Mutter möchte die ungeliebte Tochter ziehen lassen und sucht nur noch nach einem passenden Partner für den Nachwuchs. Um nicht gänzlich die Kontrolle zu verlieren, schließlich hat man sich jahrelang um das Kind bemüht, bleibt die Tür einen Spalt weit offen. So ähnlich verhält es sich derzeit beim Allianz-Konzern, dem die Dresdner Bank schon seit einigen Jahren die Bilanz verhagelt. Lieber gestern als heute möchte man sich von dem Spross trennen, den man seit 2001 an seiner Brust nährt. Glaubt man dem Branchen-Tratsch, könnte am Wochenende alles in trockene Tücher gebracht werden. Sowohl der Aufsichtsrat der Allianz als auch das Kontrollgremium der Commerzbank haben angeblich Treffen anberaumt.

Damit stehen alle Zeichen auf eine Übernahme der Dresdner durch die Commerzbank, wenngleich keines der beteiligten Unternehmen sich dazu äußern wollte. Mit im Rennen ist noch die China Development Bank. Auch sie hat Interesse gezeigt. Ob sie Chancen hat, dazu schweigen die Buschtrommeln. Durchgesickert ist allerdings, dass der Allianz-Konzern sich nicht ganz von der Bank trennen sondern einen Anteil von unter 30 Prozent halten wird. Investoren hatten die Versicherungen immer wieder dazu aufgefordert, die mit dem Bankgeschäft verknüpften Risiken zu minimieren. Dieser Bitte kommt man nun offensichtlich nach, zumindest stimmen die Vorzeichen.

Seit zwei Monaten werden die Bücher der beiden Bankhäuser geprüft und macht sich jeder einen Eindruck vom anderen. Normalerweise bedarf dieses gegenseitige „Beschnuppern“ sechs bis zehn Wochen, schließlich gilt auch für den Finanzbereich: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet.“ Für Branchenexperten heißt das, lange kann es nicht mehr dauern, bis eine Entscheidung gefallen ist. Vor allem aber müssten sich jetzt langsam die pro und contra für einen Zusammenschluss finden lassen. Als größtes Problem gilt die Bewertungsfrage. Übernommen wurde die Dresdner Bank für 24 Milliarden Euro, bewertet wird sie mit maximal neun Milliarden Euro und in den Büchern der Allianz steht sie angeblich mit 16 Milliarden Euro. Hinzu kommt der operative Verlust von 566 Millionen Euro bei der Dresdner Bank im zweiten Quartal, das die Commerzbank mit schwarzen Zahlen abschloss.

Die mögliche Übernahme wird nicht nur von der Branche, sondern auch von den Arbeitnehmer-Vertretern mit Argusaugen beobachtet. Sie fordern, dass es bei keiner der beiden Banken betriebsbedingte Kündigungen geben dürfe. Zu wünschen wäre es. Allerdings vermuten Experten, dass viele der insgesamt 50.000 Jobs wegfallen werden. Gleich, wie es ausgeht: Ginge die Dresdner an die Commerzbank, hätte die Allianz mit einem Anteil von 30 Prozent zugleich einen neuen Vertriebspartner mit gut ausgebautem Filialnetz gewonnen. Entstehen würde eine Bank mit einer Bilanzsumme von 1,11 Billionen Euro. Unangefochten an der Spitze bleibt die Deutsche Bank, die auf zwei Billionen Euro kommt.

Posted by Andre on 08/26 at 04:44 AM
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Freitag, August 22, 2008

MLP entzieht sich dem Zugriff durch die Swiss Life

Der Versuch des Schweizer Versicherungskonzerns Swiss Life, einen Fuß in die Tür des unabhängigen Finanzberaters MLP zu bekommen, blieb nicht ohne Echo. Nachdem es dem Lebensversicherer dank AWD-Gründer Carsten Maschmeyer gelungen war, einen über der Sperrminorität liegenden Anteil von 26,75 Prozent zu erwerben, schlug die MLP AG jetzt zurück. Ganz alleine hätte man es vermutlich nicht geschafft. Mit der Allianz, dem französischen Axa-Konzern und der britischen HBOS an der Seite und zehn Millionen neuen Stammaktien stach man die Schweizer aus und stellte sich neu auf.

123 Millionen Euro spült dieser Schritt in die Kassen der MLP, deren Vorstand am Donnerstag grünes Licht für die Kapitalerhöhung gegeben hatte. Jetzt sind 107,8 Millionen Aktien des Unternehmens im Umlauf. Von den neuen Papieren gingen jeweils 46 Prozent an die Lebensversicherungen Axa und Allianz sowie acht Prozent an die zur HBOS gehörenden Uberior Ena Ltd. Konsequenz aus diesem Schritt: Die Anteile der bisherigen Aktionäre wurden stark verwässert. Für den Gründer der MLP, Manfred Lautenschläger und seine Familie heißt das, statt bisher 32 halten sie nur noch 29,4 Prozent. Viel wichtiger aber: Der Anteil der Swiss Life sank durch diesen Schachzug auf 24,3 Prozent und damit unter die Sperrminorität von 25 Prozent.

„Wir sichern durch diesen gemeinsamen Schritt von MLP und bedeutenden Produktpartnern dauerhaft das Geschäftsmodell des unabhängigen Beratungshauses“, so der Vorstandsvorsitzende Uwe Schroeder-Wildberg. Mit den eingenommenen Barmitteln wolle man die Position des Unternehmens stärken, um aktiv an der Konsolidierung in der Finanzdienstleistungsbranche teilzunehmen. Die Swiss Life nahm es gelassen. Sie hatten immer auf einen Dialog mit der MLP bestanden, der stets abgelehnt wurde. „Für uns ändert sich nichts“, ließ sie wissen. Dank der 97-prozentigen Beteiligung an der AWD und dem Anteil an der MLP habe man eine starke Stellung im Bereich der unabhängigen Finanzberatung inne.

Ganz locker lassen wird die Swiss Life vorerst nicht. Sie verweist nach wie vor auf mögliche Synergien und die Vorteile, die eine Zusammenarbeit mit ihr und dem AWD bringen würden. Dazu wird es aber wohl nicht kommen. Sowohl Carsten Maschmeyer als auch der Chief Operating Officer des AWD und ehemalige MLP-Finanzvorstand Nils Frowein genießen bei der MLP-Spitze keine Sympathien. Dass sich dafür unter anderem die Allianz sehr stark engagiert, wird damit begründet, dass die langfristige Wahrung der Unabhängigkeit von MLP im Interesse des Marktes sei. An einer Kontrollmehrheit habe man seitens der Allianz kein Interesse, sondern wolle einfach nur unabhängige Anteilseigner stärken.

Posted by Andre on 08/22 at 03:53 AM
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Donnerstag, August 21, 2008

Ohne Moos nix los!? Welchen Wert hat die “Ein-Euro-Firma”

Da staunt selbst der weltberühmte Tellerwäscher:  Die künftige “Unternehmergesellschaft” kommt mit einem Stammkapital von 1,00 Euro aus. Noch nie war es in Deutschland so einfach, eine Firma zu gründen; mit Ausnahme der Offenen Handelsgesellschaft OHG. Auch sie bedarf von keinem der mindestens zwei Vollhaftern als Beteiligten ein Mindestkapital. Doch die Banken fremdeln.

Das “Projekt” der Bundesregierung zur ‘Rechtsform-Reform’, die so genannte “Unternehmergesellschaft UG”, gilt allerdings bei der Opposition bereits als “gescheitert”. Das ‘Herzstück’ der kürzlich beschlossenen GmbH-Reform scheint also kaum vielversprechend mit der UG, bei der künftig schon mit einem Euro Stammkapital eine Gesellschaft mit Kaufmannseigenschaft nach HGB gegründet werden kann.  Die neue GmbH für Einsteiger gilt als Ausgleich dafür, das im GmbH-Gesetz bei der letzten Reform am Stammkapital nichts geändert wurde. Noch immer gelten für die GmbH 25.000 Euro als Mindestkapital. Die GmbH-Reform gilt als ausgelöst wegen der britischen Limited (Ltd.) - der britischen Variante der GmbH. Immer öfter tragen die Neu-Einträge im Handelsregister den Zusatz Limited, der als sehr beliebt gilt.

Der persönliche Kredit ist der sicherste!

Der Europäischen Gerichtshofs hatte 2003 den Wettbewerb mit einem seiner Urteile eröffnet. Seitdem dürfen sich Kaufleute überall in der EU einer Rechtsform bedienen, die in irgendeinem Mitgliedsstaat gesetzlich zugelassen ist. Selbst ein Friseur-Salon für Hunde könnte in Sachsen in der Rechtsform einer niederländischen ‘Besloten Vennootschap’ (BV) gegründet werden. Grund genug, als deutscher Jungunternehmer verstärkt der Verlockung einer Limited zu erliegen. Kann man sie doch “sau-billig” mit einem Stammkapital von nur einem Pfund gründen. Ein Betrag aber, der nicht nach Vermögen und Sicherheit aussieht. Ob die Unternehmergesellschaft statt der “richtigen” GmbH glänzen kann, muss fraglich bleiben. Für den Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH).gilt die UG als “mutig und richtig” und beim Deutschen Industrie und Handelskammertag steigt ganz stetig die Zahl der Anfragen von Unternehmensgründern nach der UG.

Wie zum Erfolg kommen?

Bei “toller Geschäftsidee” und wenig Kapital gilt die UG auf dem Papier als “eine schöne Sache.” Wie aber mit zu wenig eigenen Mitteln zum wirtschaftlichem Erfolg kommen? Hat doch die UG gleich mit der ersten Bilanz zur Eröffnung ein großes Vertrauensproblem - und der Bankberater wird stutzen; selbst wenn die eigenen Mittel bei 10.000 Euro liegen sollten. Denn dem Banker geht es bei der Vergabe von Krediten immer auch um die Sicherheiten; und die sind bei der UG auf der Vermögensseite eben nicht vorhanden. Was bleibt, ist die die persönliche Haftung wie beim Einzelunternehmer oder denen der OHG.

Firmierungen als UG schaffen also kaum Vertrauen bei Kreditgebern und Geschäftspartnern, weil man gleich spekuliert, dass der oder die Firmengründer eben kein Geld haben oder sich eine GmbH nicht leisten können. Geschäftspartner als Lieferanten oder Kunden zu finden, dürfte gleichermaßen schwer sein. Jedes zweite befragte Unternehmen in der Region IHK Mainfranken meinte bereits 2006, die Probleme lägen bei Handel und Wandel mit einer Ein-Euro-GmbH auf der Hand. Bezweifelt wird die Verlässlichkeit und ein hohes Ausfallrisiko der “Anfänger-GmbH”. Und jeder Fünfte unkte, dass die Geschäfte mit einer UG mit höheren Kosten verbunden sein werden, weil der “deren Pflichtenheft” aus dem Vertrag stärker überwacht werden müsse. Vertrauen geht irgendwie anders…

Posted by wob. on 08/21 at 12:51 AM
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