Bei der Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft, die vergangene Woche in München stattfand, gab es so einige Stimmen, die eine Unterversorgung der an Diabetes Erkrankten bemängelten. Vor allem bei Altersdiabetes, dem so genannten Typ 2, sind viele weit von der Standardversorgung entfernt, wenn auch der Weg zur Verbesserung gegangen wird. Gerade beim Typ 2 der Diabetes kommt es oft zu einem Verlust des Augenlichts, zu Fußgeschwüren, zu Herzinfarkt oder zu Schlaganfall und möglicherweise zu Nierenschädigungen, die dann zu einer Abhängigkeit von der Dialyse führen. Dies liegt an einer Therapie, die nicht genau auf den Patienten zugeschnitten ist. Außerdem wurde kritisiert, dass die Diabetes, die eine Störung im Stoffwechsel des Körpers ist, oft gar nicht als solche erkannt wird.
Bei einer Studie in der Region Augsburg wurde in der Zwischenzeit festgestellt, dass in der Altersgruppe der 55 bis 74 Jährigen gut acht Prozent eine Diabetes vom Typ 2 haben, die nicht entdeckt worden war. Das entspricht in etwa den Werten der durch die richtige Diagnose erkannten Diabetiker. Wenn man diese Zahlen zu Hilfe nimmt und sie genau betrachtet, stellt man fest, dass somit etwa die Hälfte der an Diabetes Typ 2 Erkrankten gar nicht die entsprechende Diagnose und dementsprechend auch richtig behandelt wurde. Dies sind dann natürlich erschreckende Zahlen und ein erschreckendes Ausmaß, wie oft hier Fehl- oder gar keine Diagnosen gestellt werden. Auch der gestörte Zuckerhaushalt, der sich – noch - nicht in einen Diabetes gefestigt hatte, wurde in 16 % der Fälle übersehen. Deshalb ist es auch so wichtig, dass die frühen Hinweise als Warnsignale erkannt werden. Diese sind Bluthochdruck, eine mangelhafte Wirkung von Insulin, vorhandene Speckpolster am Bauch sowie eine Erhöhung der Blutfettwerte.
Deutschland nimmt leider den traurigen Spitzenplatz ein bei den an Diabetes erkrankten. So gab der Präsident der Deutschen Diabetes-Union Zahlen von mehr als neun Prozent bei Erkrankungen unter den Erwachsenen an. Im Vergleich zu den anderen europäischen Ländern sei Deutschland hiermit ein „Diabetesland“. Die bei uns als teuerste Krankheit des ganzen Gesundheitswesens geltende Krankheit belastet dieses mit ca. 18 Milliarden Euro im Jahr. Das ist natürlich eine ganz bittere Zahl, die in Frage stellt, wo und wie richtige Ernährung noch stattfindet. Auf der anderen Seite sind ein großer Teil dieser Kosten die Folge von körperlichen Schäden, die aus dem Diabetes heraus entstehen. Diese könne aber durch häufigere Kontrollen des Blutzuckerspiegels und eine Betrachtung und Behandlung der Risikofaktoren wie erhöhte Blutdruckwerte und Blut, das zu fetthaltig ist, abgewendet werden. Eine aktuelle Studie aus dem klinischen Umfeld belegen diese Fakten inzwischen übrigens, und sind veröffentlicht im “New England Journal of Medicine“, Bd. 358, S. 580.
Posted by Christel at 02:01 PM. Filed under: Gesundheit •
(0) Comments • (0) Trackbacks • Permalink