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Freitag, Juli 25, 2008

Dachfonds - Stein der Weisen oder nur teuer?

Eine Zeitlang wurden die Dachfonds als Stein der Weisen, sogar als Königsklasse im Bereich der Fonds gehandelt. Mittlerweile sieht man die Dinge wesentlich differenzierter. Dachfonds investieren nicht in Einzelwerte, sondern in andere unterschiedliche Fonds. Wobei diese Unterfonds ganz normale Investmentfonds am Markt sind, die sich z.B. Aktien, Immobilien, dem Geldmarktbereich oder Rententhemen etc. widmen. Der Vorteil des Dachfonds entsteht daraus, dass die Risikostreuung wesentlich verbessert ist, der Anleger einen einzigen Fonds kauft und damit an zahlreichen anderen Fonds automatisch beteiligt ist und dies weltweit. Wobei es bestimmte Grenzen der Dachfonds für die Investition in einzelne Asset-Klassen, also Anlagearten gibt. Z.B. dürfen sie nicht mehr als einen bestimmten Prozentsatz in Aktienfonds anlegen. Aus den Werten der Asset-Verteilung, wie ein Dachfonds aufgestellt ist, kann der Anleger das Risikoprofil bestimmen. Ein Dachfonds, der einen Schwerpunkt im Immobilien- oder Rentenfondsbereich hat, ist mit Sicherheit konservativer gestrickt und insofern etwas sicherer.

Dem Vorteil für den Anleger, dass die Unterfonds von einem Management ausgesucht werden und im Laufe der Zeit umgeschichtet werden, stehen gewisse Nachteile gegenüber. Im Prinzip beschäftigt der Fondsanleger nicht nur ein Management, sondern in der Struktur sogar deren zwei bzw. in jedem Fonds eins. Insofern erhöhen sich die Managementgebühren, möglicherweise die Ausgabeaufschläge und die Gesamtkosten eines Dachfonds. Nicht notwendigerweise um den Faktor zwei, aber doch um einiges. Damit sich das Ganze lohnt für den Anleger muss er zwangsläufig Dachfonds finden, die entweder niedrige Managementkosten und Ausgabeaufschläge anrechnen oder die eine hohe Rendite möglichst oberhalb von 10 Prozent erwirtschaften. Ansonsten lohnt sich die Mühe kaum das Risiko herunterzufahren, aber gleichzeitig eine Rendite nach allen Kosten in der Nähe von Null zu erreichen.

Ab 01. Januar 2009 gilt, wie für alle andere Anlagearten auch die Abgeltungssteuer, auch wenn manche Stimmen das anders interpretieren mögen. Die Fakten sprechen eine klare Sprache. Wobei ein Vorteil für Dachfonds ist, dass die Manager ihre Werte zwischen einzelnen Fonds umschichten können, ohne in steuerliche Probleme hineinzugeraten.

Entscheidend ist letztendlich die Qualität des aktiven Managements, ob sich das Ganze lohnt oder es wie bei vielen Versprechungen am Geldmarkt zu einem Flop in der Geldanlage wird. Hierzu gibt es die jährlichen Ratings und Vergleichsmöglichkeiten, an denen sich der Anleger orientieren kann und sich die besten aussucht. Wobei ein hoher Wert in den vergangenen Jahren nicht zwingenderweise hohe Werte in den nächsten Jahren darstellt, aber immerhin einen gewissen Anhaltspunkt liefert. (Die Aussagen dieses Beitrags sind keine Anlageempfehlung und ersetzen nicht die Beratung durch einen qualifizierten Anlageberater)
Von Uwe Kraus

Posted by Uwe on 07/25 at 08:50 AM
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