Das Internet hinkt den Erwartungen der Versicherungsbranche hinterher
1,774 Millionen Versicherungsverträge wurden 2007 über das Internet abgeschlossen. Seit 2002 hat sich die Zahl damit zwar mehr als verdoppelt – damals waren es 786.000 Vertragsabschlüsse. Die Hoffnungen, die von den Unternehmen in den neuen und modernen Vertriebsweg gesetzt wurden, haben sich damit allerdings nicht erfüllt. Der Anteil hinkt deutlich hinter den Erwartungen zurück. Nur fünf Prozent der Versicherungskunden nutzen laut aktuellem „Kundenmonitor e-Assekuranz“ des Kölner Marktforschungs- und Beratungsinstituts psychonomics AG das Medium, um Nägel mit Köpfen zu machen, statt sich nur zu informieren.
Trotz des eher enttäuschenden Ergebnisses darf die Bedeutung des Internets für die Versicherungsbranche nicht unterschätzt werden. Die Zahl der Website-Aufrufe nimmt stetig zu. Bislang wurden rund elf Millionen Besucher registriert, 2000 lag die Marke noch bei zwei Millionen. Der Trend ist eindeutig: Rund 50 Prozent der Versicherungskunden nutzen das Internet und jeder vierte Neuabschluss erfolgte, nachdem online Informationen zum gewünschten Produkte eingeholt wurden. Den personengebundenen Vertriebswegen wird das Internet auch in den kommenden Jahren kaum den Rang ablaufen. 46 Prozent der Verträge kamen nach einem Vertreterbesuch zustande. Agenturen und Geschäftsstellen der Versicherungen machen 24 Prozent des Neugeschäfts aus, Makler neun Prozent und Banken sieben Prozent.
Von Bedeutung ist das Internet derzeit hauptsächlich bei Versicherungspolicen für „einfache“ Produkte wie die Hausrat-, die private Unfall- und die Auto-Versicherung. In diesen Bereichen ist die Akzeptanz des Mediums binnen der vergangenen zehn Jahre deutlich von fünf auf 17 Prozent gestiegen. Besonders die jüngeren Kunden unter 30 sind bereit, einen Vertrag online abzuschließen. In dieser Altersgruppe kann sich jeder Dritte vorstellen, diesen Weg zu nutzen. Ansonsten sind es in erster Linie die Versicherungskunden, die sich selbst als kompetent einstufen. In der Studie sind das unter anderem preisbewusste Rationalisten und anspruchsvolle Delegierer.
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