Demographische Entwicklung könnte Immobilienpreise drücken
Bis vor einigen Jahren galt die Immobilie als äußerst sichere bzw. meist sogar als lukrative Anlage. Die Immobilienpreise hatten fortlaufend angezogen – erst die Finanzkrise führte zu einem Stopp des Preisanstiegs. Außerdem ist eine Verschiebung zu erkennen: Die Immobilienpreise auf dem Land stagnieren oder sind sogar rückläufig. Auf Preisanstiege stößt man überwiegend in den wirtschaftlich starken Regionen, die immer mehr Berufstätige anziehen.
Wie die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ermittelt hat, wird der deutsche Immobilienmarkt von einer ganz neuen Gefahr bedroht. Hierbei handelt es sich schlichtweg um die demographische Entwicklung. Die Geburtenraten sind seit Jahrzehnten stark rückläufig (zumal Deutschland unter den 27 EU-Mietgliedstaaten die niedrigste Geburtenziffer aufweist), weshalb die Bevölkerung langsam aber sicher schrumpft. Dieser Prozess könne langfristig zu einem Rückgang der Immobilienpreise führen – im schlimmsten Fall könnten die Preise in einigen Regionen um bis zu 75 Prozent fallen.
Aufzeichnungen, die seit den 1970er Jahren gemacht und ausgewertet wurden, belegen den Einfluss der demografischen Entwicklung auf die Immobilienpreise. Demnach müsse man diese Bedrohung sehr ernst nehmen – wobei ihm Rahmen der durchgeführten Studie darauf hingewiesen wird, dass es weitere europäische Staaten gibt, die mit diesem Problem ebenfalls zu kämpfen haben.
Für die Richtigkeit bzw. das Eintreffen ihrer Prognose möchte die Bank allerdings nicht einstehen. Neben der demographischen Entwicklung gäbe es nämlich noch viele weitere Faktoren, die ebenfalls einen Einfluss auf die Immobilienpreise nehmen und daher eine genaue Vorhersage ungemein erschweren. So gesehen ist es denkbar, dass die Immobilienpreise in einigen Regionen trotz der schwachen Geburtenrate weiterhin steigen.
