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Samstag, Juli 17, 2010

Den Versicherungsbedarf ermitteln

Die Deutschen gelten gemeinhin als überversichert. Doch woran liegt es, dass in einigen Haushalten gleich Dutzende Policen von A wie Altersvorsorge bis Z wie Zahnzusatzversicherung vorhanden sind, obwohl so mancher Vertrag gar nicht nötig wäre? Angst, das Bedürfnis, für jedes erdenkliche Szenario abgesichert zu sein, oder einfach nur die Überzeugungskraft der Assekuranzen, Vermittler und Makler? Es dürfte wohl von allem etwas dabei sein. Genaue Statistiken diesbezüglich gibt es nicht. Denn schlimm wird es erst, wenn man sich gar nicht um den Versicherungsschutz kümmert. Zumindest ein Grundstock an Versicherungen sollte vorhanden sein. Doch wie ermittelt man den Versicherungsbedarf?

Den einfachsten Weg, sich einen ersten Überblick zu verschaffen, welche Versicherungen wichtig sind, stellen die Bedarfsrechner im Internet dar. Anhand weniger Mausklicks kann unter anderem auf der Seite des Bundes der Versicherten (BdV: www.bundderversicherten.de – unter dem Menüpunkt Service) der Bedarf ermittelt werden. Gefragt wird nach der privaten und beruflichen Situation sowie dem, was vorhanden ist, wie etwa ein Auto oder ein Eigenheim. Werden die Punkte - in diesem Beispiel „Paar mit Kind“, „angestellt“ sowie „Kfz“ und „Eigentum“ (Immobilie) - ausgewählt, listet das Programm die möglichen Policen sortiert nach Priorität auf.

Als „sehr wichtig“ stuft der BdV die Risikolebensversicherung, die Berufsunfähigkeitsversicherung, die Unfallversicherung, die Kfz-Versicherung, die Privathaftpflichtversicherung und die Wohngebäudeversicherung ein. Hausratversicherung und private Pflegezusatzversicherung gelten als „wichtig“. Es folgen Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung, Rechtsschutz Eigentümer und Verkehr, private Zahnzusatz- und Krankenhauszusatzversicherungen sowie als Schlusslichter („unwichtig“) die Glas- und die Insassenunfallversicherung.

Ähnliche Ergebnisse präsentiert auch das Tool der R+V Versicherung. Hier wird nach Alter, Familienstand, Berufsstatus, Wohneigentum, Kfz- und Krankenversicherung sowie der gewünschten Ausrichtung der Geldanlage gefragt (sicherheits- oder renditeorientiert). Mit den gleichen Eckdaten wie beim BdV werden die Berufsunfähigkeits- die Privathaftpflicht- und die Kfz-Haftpflichtversicherung als „unbedingt erforderlich“ und die Unfall-, die Risikolebens-, die Hausrat-, die Wohngebäudeversicherung sowie Riester- und Pflege-Rente als „sehr wichtig“ bezeichnet.

Würde man den Versicherungsbedarf bei mehreren Assekuranzen ermitteln lassen, ergäben sich weitgehend identische Listen. Mithilfe dieser Übersichten kann man sich in Ruhe zu den einzelnen Versicherungen beraten und Angebote erstellen lassen. Sinnvoll ist es, den Versicherungsordner – sofern vorhanden – mitzunehmen bzw. zur Hand zu haben oder sich zumindest zu notieren, welche Verträge vorhanden sind, um direkt vergleichen zu können. Dabei sollte man immer das Budget berücksichtigen – entscheidend ist, erst einmal die wichtigsten Versicherungen abzuschließen, um später vielleicht aufzustocken.

Posted by Andre on 07/17 at 11:25 AM
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