Der Lebensversicherer Aegon will in Deutschland wieder Fuß fassen
Der deutsche Versicherungsmarkt steht unter Beobachtung: Interesse an einem (erneuten) Einstieg zeigt derzeit vor allem das niederländische Unternehmen Aegon. Der Lebensversicherer mit Stammsitz in Den Haag hält Ausschau nach potentiellen Kandidaten, die übernommen werden könnten. Ob schon ein Unternehmen ins Fadenkreuz geraten ist, verraten die Holländer nicht. In dem Punkt halten sie sich bedeckt. Ganz anders, wenn es um die Chancen geht, die man sich in der Bundesrepublik ausrechnet. „Höchst attraktiv“, heißt es aus Managerkreisen der Aegon, die rund drei Milliarden Euro in der Übernahmekasse hat. Investiert werden soll, um die hoch gesteckten Konzernziele zu erreichen.
Über die nächsten vier Jahre möchte der Lebensversicherer seinen Gewinn zweistellig steigern. Auch der Überschuss aus dem fortgeführten Geschäft soll ordentlich zulegen – bis 2012 jährlich um zehn Prozent. Bei der Kapitalrendite hofft man bis 2010 auf eine Marke von 14 und bis 2012 auf 15 Prozent. Im vergangenen Jahr schaffte die Aegon einen Wert von zwölf Prozent. Große Hoffnungen setzt das Unternehmen auf das Neugeschäft. 1,25 Milliarden Euro werden bis 2010 angepeilt. Möglich machen sollen es Investitionen wie sie unter anderem in Deutschland geplant sind.
Gänzlich unbekannt ist die Aegon in Deutschland nicht. Sie stand hinter der Marke „MoneyMaxx“, die 2005 vom Deutschen Ring übernommen wurde. Die Versicherungsgesellschaft aus Hamburg wollte sich so ihren Platz in der Sparte fondsgebundene Lebensversicherungen sichern. In diesem Bereich gilt die Aegon als Spezialist. Der Konzern, der in den Niederlanden hinter der ING auf Platz zwei auf dem Versicherungsmarkt rangiert, weiß zwar, dass der deutsche Markt gesättigt ist. Chancen sieht man in der demographischen Entwicklung und der Abgeltungssteuer, durch die Fondspolicen wieder vermehrt in den Fokus der Kunden geraten. Hoffnung machen kann sich Aegon auch angesichts neuester europäischer Studien, wonach gerade die deutschen Versicherungskunden durchaus wechselwillig sind und neuen Anbietern aufgeschlossen gegenüberstehen.
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