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Montag, Dezember 01, 2008

Der PKV-Basistarif entwickelt sich anders als erwartet

Gedacht ist der Basistarif in der privaten Krankenversicherung (PKV) als günstiger Einstieg für jene, die bislang ohne Versicherungsschutz unterwegs waren, und alle, die eine günstigere Variante zur Vollversicherung suchen. Leistung und Preis sollen denen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) entsprechen. Hintergrund ist die Koalitionsvereinbarung, der mit der Gesundheitsreform genüge getan wurde. Sie sieht vor, dass zum 1. Januar 2009 jeder krankenversichert sein muss. In der GKV wurde dieser Schritt längst vollzogen. Für die PKV steht er noch bevor, ist aber längst im Gange. Jetzt zeigen sich erste Macken an den Plänen. Um ein Äquivalent zur gesetzlichen Krankenversicherung bieten zu können, müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen. Das scheint bei den Tarifen für Ärzte und Zahnärzte im Moment noch nicht der Fall zu sein. Folge: Der Basistarif wird teurer als erwartet.

Der Verband der privaten Krankenversicherungen hatte sich von Anfang an gegen den Basistarif ausgesprochen. Als Auffangstelle für alle Gestrandeten, die ohne Gesundheitsprüfung und ohne Rücksicht auf mögliche Risiken aufgenommen werden müssen, birgt der Tarif für die Unternehmen ein enormes finanzielles Risiko. Bestätigt wird diese Annahme dadurch, dass vornehmlich ältere und kranke Kunden sich für den Standardtarif entschieden haben, der 2009 in den Basistarif übergehen wird. Volker Leienbach, Direktor des PKV-Verbandes geht davon aus, dass diese Klientel – man geht von insgesamt rund 5.000 derzeit Nicht-Versicherten aus – Kosten verursachen wird, die fünf bis sechs Mal höher liegen als bei Durchschnittsversicherten. Kostendeckend lässt sich so nicht arbeiten, was dazu führt, dass später alle das Defizit per Umlageverfahren schultern müssen. Das wird sich preislich bemerkbar machen.

Ein weiterer Faktor, der die Preisschraube deutlich anziehen lässt, sind wie bereits erwähnt die Honorare für Ärzte und Zahnärzte. Eine Einigung konnten der PKV- und die zuständigen Verbände der Mediziner noch nicht erzielen. Bleibt es dabei, gilt der 1,8-fache Satz der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Bei den Dentisten ergäbe sich ein zweifacher Satz der zahnärztlichen Gebührenordnung (GOZ). Damit lägen die Ausgaben weit über denen der gesetzlichen Krankenversicherungen. Volker Leienbach erklärte gegenüber dem Handelsblatt, was das für die Kalkulation des Basistarifs bedeuten könnte: „Schon junge Versicherte, etwa ab Alter 30, müssen damit rechnen, ab 2009 den Höchstbeitrag von rund 590 Euro im Monat zahlen zu müssen.“ Keine guten Aussichten und für viele ein Grund, gar nicht erst die Wechselkarte im ersten Halbjahr 2009 zu ziehen. Denn dann müssten sie 18 Monate lang im Basistarif bleiben und trotz hohen Beitrags auf die gewohnte Leistung der PKV verzichten.

Posted by Andre on 12/01 at 08:17 AM
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