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Mittwoch, März 05, 2008

Der Wohn-Riester - schon jetzt ein Flop?

Seit dem Wegfall der Eigenheimzulage im Jahr 2006 hoffen zahlreiche Familien sowie Unternehmen aus der Bauwirtschaft auf ein Folgekonzept der Regierung. Dieses scheint nun gefunden zu sein: Rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres tritt ein neuen Konzept der Förderung in Kraft, welches umgangssprachlich auch gern als „Wohn-Riester“ bezeichnet wird.

Mit dem Wohn-Riester hatte die Regierung großes vor. Immerhin bot er doch die Möglichkeit, sowohl den Immobilienerwerb als auch die private Altersvorsorge zu fördern. Die Chancen auf einen Erfolg standen demnach sehr gut, schließlich war das Interesse an einem Folgekonzept sehr groß, welches den Wegfall der Eigenheimzulage kompensieren sollte.

Doch schon bevor es richtig losgeht und die ersten Finanzprodukte auf den Markt kommen, scheint sich der Wohn-Riester zu einem Flop zu entwickeln. Ein großer Teil der Finanz- und Immobilienexperten ist sich darüber einig, dass der große Wohn-Riester Boom ausbleiben wird. So sagte beispielsweise Jürgen Michael Schick (Vize-Präsident des Immobilienverbands Deutschland) vergangene Woche in einem Interview: „Das Konzept stelle einen unzureichenden Ersatz für Eigenheimzulage und degressive Abschreibung dar.“

Das größte Problem stellt die nachgelagerte Versteuerung entsprechender Produkte dar. Die Riester-Sparer müssen sämtliche Förderzulagen (die sie entweder ansparen oder direkt als Tilgung in ihre Immobilienfinanzierung einbringen), beim Eintritt in das Rentenalter nachträglich versteuern – wodurch das Konzept erheblich an Attraktivität verliert.

Mehrere Finanzdiensteister, wie zum Beispiel Banken, Bausparkassen und Versicherungsgesellschaften haben inzwischen bekannt gegeben, bereits an der Entwicklung entsprechender Finanzprodukte zur Immobilienfinanzierung zu arbeiten, die optimal an die Riesterförderung gekoppelt werden können. Dennoch sind sich die Experten weitgehend darüber einig, dass der Wohn-Riester einfach zu komplex ist - was voraussichtlich zur Folge haben wird, dass sich nur wenige Menschen für das Konzept begeistern werden. Dies könnte sogar für die Finanzberater selbst zutreffen: Bevor sie ihren Kunden die komplexen Wohn-Riester Finanzprodukte schmackhaft machen, werden sie wohl lieber die altbekannten Riester-Produkte anpreisen, da sich diese einfacher an den Mann bringen lassen.

Posted by Jochen on 03/05 at 02:34 PM
AltersvorsorgeImmobilien • Kommentar(e): (0) • Trackbacks (0) • Permalink
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