Die Deutschland-Rente baut auf Rabatte
ARAG und Rheinland-Versicherung bringen ab Ende März Altersvorsorge und Konsum unter einen Hut. Wer viel Geld ausgibt – bei bestimmten Partnern – bekommt später auch eine höhere Rente respektive Auszahlung. Deutschland-Rente haben die beiden Unternehmen ihr Produkt getauft, mit dem sie gleich zwei Strömungen Tribut zollen. Einerseits dem Wunsch, etwas für das Alter zur Seite zu legen. Andererseits dem Punkte-, Herzchen- und Miles-Sammelfieber. Denn vom Prinzip her ist diese fondsgebundene Rente ein Bonusprogramm.
19,90 Euro müssen monatlich mindestens für die Deutschland-Rente eingezahlt werden. Das Geld investieren die Versicherungen in einen Mischfonds der UBS, einer Schweizer Großbank. Soweit gehört die Deutschland-Rente von ARAG und Rheinland-Versicherung noch nicht zu den Policen, bei denen Begriffe wie „außergewöhnlich“ oder „innovativ“ angebracht wären. Das ergibt sich erst aus dem zweiten „Standbein“, über das die Rente aufgebaut wird: Umsätze mit der „Deutschland-Rente MasterCard“ und Einkäufe bei den Bonus-Partnern. Jeder Euro, den man bei diesen Partnern ausgibt, wird mit einem kleinen prozentualen Teil belohnt, der in die Altersvorsorge fließt.
Bei der Kreditkarte sind es 0,5 Prozent. Bei den Partnerunternehmen, von denen es derzeit rund 180 gibt – angefangen bei der RWE über Germanwings bis hin zum Mobilfunkunternehmen Vodafone – werden bis zu zehn Prozent gutgeschrieben. Hanno Petersen vom Vorstand der ARAG bringt die Idee auf den Punkt: „Shoppen für die Rente.“ Einen kleinen Haken gibt es bei der Deutschland-Rente derzeit noch. Viele Partner vergüten den Einkauf oder die Nutzung von Dienstleistungen nur online. Durch die Kooperation mit Tankstellen soll sich das allerdings bald ändern. Verbraucherschützer finden die Idee nicht ganz so prickelnd, weil Rabatt und Rente nicht zusammen passten und eine Fondsrente meist zu teuer sei.
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