Die meisten Klagen werden gegen die Kfz-Versicherung geführt
Die Bereitschaft, gegen eine Assekuranz vor Gericht zu ziehen oder zumindest juristische Schritte einzuleiten, ist im Bereich der Kfz-Haftpflichtversicherung am deutlichsten ausgeprägt. Die Quote – bezogen auf 100.000 Verträge – liegt in dieser Versicherungssparte laut Map-Report bei 125,12 Prozessen. Umgerechnet auf rund 33.200 Klagen, die laut Branchenstatistik insgesamt geführt wurden, nimmt die Kfz-Haftpflicht damit stolze 89 Prozent für sich in Anspruch. Die Verkehrsrechtsschutz-Versicherung macht es möglich. Die Police gehört inzwischen zum Portfolio der meisten Versicherten. Sie scheint die Prozessfreude und die Hoffnung zu wecken, ein paar Euro mehr vom Gegner zu bekommen.
Warum die Zahlen zu geführten Prozessen im Versicherungsbereich so wichtig sind, ist leicht erklärt: Wie gut ein Versicherer wirklich arbeitet, zeigt sich leider erst dann, wenn man ihn in Anspruch nehmen muss und er sein wahres Gesicht zeigt – lächelnd und zuvorkommend oder grimmig und nicht bereit, die vereinbarte Leistung zu erbringen. Die Statistiken zu Beschwerden und Prozessen helfen ein wenig dabei, zu erkennen, bei welchen Unternehmen sich die Kunden gut aufgehoben fühlen. Problematisch daran ist allerdings, dass das Zahlenwerk der Branche eher unpräzise ist, wie der Map-Report berichtet. Er geht davon aus, dass Jahr für Jahr rund 100.000 Prozesse gegen Versicherungen geführt werden und nicht nur die 33.200, die offiziell gelistet sind.
Die einzelnen Versicherungssparten sind unterschiedlich stark betroffen. Eher ruhig geht es bei den Lebensversicherungen mit Todesfall-Leistung zu. 54 Millionen Verträge gibt es in dieser Sparte. Geführt wurden 138 Prozesse, was eine sehr niedrige Quote von 0,26 ergibt. Das Bild werde leider dadurch verwaschen, dass einzelne Unternehmen negativ hervorstächen und sich aus der Leistungspflicht herauswinden wollten, erklären die Analysten vom Map-Report.
Bei der Hausratversicherung liegt die Prozessquote bei 2,44 (zehn Millionen Verträge), bei der Wohngebäudeversicherung bei 3,97 (neun Mio.), bei der Kfz-Kasko-Versicherung bei 5,04 (20 Mio.), bei der Berufsunfähigkeitsversicherung bei 7,92 (13 Mio.) und bei der Krankenversicherung bei 9,75 (14 Mio).
Recht & Ordnung • Versicherungen • Kommentar(e): (0) • Trackbacks (0) • Permalink
