Die Olympischen Smog-Spiele 2008 – Teil Eins
Bei der Entscheidung für China als Austräger der Olympischen Spiele in diesem Sommer wurde wohl an vieles gedacht, nicht aber an die Gesundheit der Sportler. Schon seit Monaten hängt über der Stadt Peking eine dicke Glocke von Smog, im wahrsten Sinne ist also dicke Luft über der Hauptstadt Chinas angesagt. Dass dies voraussehbar war, will nun wohl keiner der Funktionäre mehr wissen. Denn längst geht es bei den Olympischen Spielen nur noch nebensächlich um die Sportler und die Spiele, sondern nur um eine ganze Menge Geld. Zumindest für die Funktionäre, welche die Spiele diesen Sommer in China ausrichten lassen wollten. So kam es, dass die dicke Luft von Peking die am meisten schädigen wird, die eigentlich die ganze Arbeit tun: Die Sportler. Inzwischen erwägt das Internationale Olympische Komitee, das IOC, zeitliche Verschiebungen von Wettkämpfen. Man scheut sich wohl vor all der schlechten Presse wegen, die man in aller Welt aller Wahrscheinlichkeit nach bekommen würde. Inzwischen erwägt das deutsche Team sogar den Einsatz von Atemmasken.
Das altbekannte Problem Smog hat die Funktionäre des IOC nicht davon abgehalten, die Spiele dieses Sommers nach China zu vergeben. Dabei ist eines längst bekannt: In Peking liegt der Mittelwert der Feinstaubbelastung bei 141 - 166 Mikrogramm pro Kubikmeter. Dies geht aus einer Studie des UN-Entwicklungsprogramms Unep hervor. Die Who, die Weltgesundheitsorganisation setzt jedoch einen Höchstwert von 20 Mikrogramm je Kubikmeter an. Drastische Werte, die da in Peking in der Luft sind und den Menschen dort den Atem rauben. Schlimm ist es angesichts dieser Luftverschmutzung, dass das Olympia-Stadion ohne Dach gebaut wurde. Da kann man nur gänzlich unverständig den Kopf schütteln. Und warum? Natürlich wieder aus Gründen, die das Geld betreffen. Die Gesundheit von Sportlern aus aller Welt wird hier aufs Spiel gesetzt, nur des Geldes wegen.
Jörg Ziegler, Leiter des Geschäftsbereiches Leistungssport DOSB, beim Deutschen Olympischen Sportbund, sagt dazu sehr treffend: „Das Problem ist folgendes: Man kann sich an die Zeitumstellung gewöhnen. Auch an die Hitze. Aber es geht nicht, sich physiologisch auf die Luftverschmutzung einzustellen.“ Die Folgen des Smogs sind klar: Reizhusten, Atemprobleme, Infekte durch Entzündungen. Dies würde schon einem sich normal bewegenden Menschen in Peking zu schaffen machen, für Sportler ist es doppelt schlimm und auch doppelt gefährlich. Wir dürfen also in negativer Spannung darauf warten, wann der erste Sportler bei den Olympischen Smog-, Pardon, Sommerspielen umkippen wird. Besonders schwierig werden es wohl die Langstreckenläufer haben. Beim Test auf der Marathonstrecke in Peking hat es übrigens wie aus Eimern geschüttet. Der Smog war so vertrieben und es gab keine Atemprobleme. Dann müssen wir wohl auf verregnete Sommerspiele hoffen, damit die Olympioniken aus aller Welt richtig durchatmen können. Alles andere wäre fatal. Für die Gesundheit der Sportler und für die Olympischen Spiele selbst.
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